Ausstellungen / Museum
Ruhr Museum UNESCO-Welterbe Zollverein
Essen, Gelsenkirchener Str. 181
- Gelb ist Geschichte! Fotografien von Alexander Lackmann
- Wie man lebt - wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer
- Das Schaudepot des Ruhr Museums auf Zollverein
- Schätze aus den Sammlungen
- Natur, Kultur, Geschichte des Ruhrgebiets
- Als Regionalmuseum zeigt es in seiner Dauerausstellung die gesamte Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets.
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Gelb ist Geschichte!
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Puppets 4.0 - ein imaginäres Museum
Fidena
Mit VR-Brillen ausgestattet erleben die Besucher:innen eine einzigartige Puppensammlung, in der die Exponate nicht nur betrachtet, sondern immersiv erlebt werden können. Die Figuren wurden digitalisiert und in fünf atmosphärisch völlig unterschiedliche Räume versetzt - vom geheimnisvollen deutschen Wald bis zum farbtrunkenen indonesischen Marktplatz. Wissen und Spiel verschmelzen miteinander. Fritz Wortelmann, der die Sammlung dieser Puppen 1948 begonnen hat, erscheint selbst als virtuelle Figur und führt durch das virtuelle Museum. Die Ausstellung kann auch als Teil des 5er-Abos gebucht werden.
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L is for Look
Museum Folkwang
"L is for Look" lädt zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch die Geschichte des Kinder- und Jugendfotobuchs ein: von seinem industriellen Aufschwung in den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart. Auch wenn diese Gattung in der Verlagslandschaft weiterhin ein Nischendasein führt, legt die Ausstellung eindrucksvoll dar, wie sich die Geschichte pädagogischer Konzepte sowie die gesellschaftliche Stellung des Kindes in der westlichen Welt in den vergangenen 100 Jahren gewandelt haben. Die Ausstellung bietet Jung und Alt die Möglichkeit, den Entstehungsprozess des Fotobuchs von der Aufnahme bis hin zu Originalentwürfen zu entdecken. Eine internationale Koproduktion initiiert von dem Institut pour la photographie des Hauts-de-France, Lille, und dem Photo Élysée, Lausanne. Weitere Kooperationspartner sind das Fotofestival Rencontres d’Arles, die Photographers’ Gallery, London, das Centre national de l’audiovisuel, Dudelange/Luxemburg, sowie das Foto Arsenal Wien. (Bild: William Wegman; Dress Up Batty; Gestaltung: Empire Design Studio; © Hyperion Books for Children, New York, 2004)
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Saâdane Afif
Museum Folkwang
Saâdane Afif entwickelt für jede seiner Ausstellungen, Performances und Lectures ein Plakat. 80 dieser in kleinen Auflagen produzierten Siebdrucke werden erstmals im Überblick in Essen gezeigt – gemeinsam mit einer Re-Inszenierung der ersten Ausstellung Afifs in Deutschland aus dem Jahr 2004. Die Plakate werden in zwei Teilen zu sehen sein, mit einem Wechsel der Hängung im Juni 2026. (Bild: Saâdane Afif; Au Wiels du 01/02/18 au 22/04/18 / l'orchestre fait le tableau. / “Studio Paroles” (Louis und Augustin), Brüssel, 2018; © Saâdane Afif)
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6 ½ Wochen – Ferdinand Waas
Museum Folkwang
Ferdinand Waas beschäftigt sich in seinen Werken mit Realitäten, durch die geltende Normen und Werte der Europäischen Union hinterfragt werden. Sein Werk Ode to Joy / Ode an die Freude / ოდა სიხარულს zeigt einen Live-Mitschnitt der europäischen Hymne und den Fehlversuch des Künstlers, das Stück auf der Violine gemeinsam mit einem Streichquartett des Georgischen Kammerorchesters professionell aufzuführen. Während seines Aufenthalts in Tiflis untersuchte Waas die wachsende Präsenz europäischer Symbole im Vorfeld der georgischen Parlamentswahl 2024. Das Erlernen der Hymne fungiert im Werk als ein Akt europäischer Solidarität und ist ein Instrument zur Erforschung des kollektiven Gedächtnisses und der Identität vertriebener, im Exil lebender Künstler:innen. An Apple a Day, the Border Is Still There untersucht die tatsächliche Durchlässigkeit europäischer Binnengrenzen für Waren und Personen. Die Videoarbeit dokumentiert Waas’ Weg von Nova Gorica (Slowenien) nach Gorizia (Italien) und zurück. Während er als Person an der Grenze aufgehalten und kontrolliert wird, passiert die Ware (der Apfel) die Grenze problemlos. Vor dem Hintergrund von Boykott-Aufrufen zahlreicher Supermärkte aufgrund drastischer Preissteigerungen führt Waas einen stillen Austausch als Akt des Widerstands durch: Ein Apfel wird in Slowenien erworben und unauffällig in einem italienischen Supermarkt zu den Äpfeln gelegt; ein italienischer Apfel wird wiederum nach Slowenien zurückgeführt und dort in eine Obstabteilung integriert. One Night in Ibiza zeigt Waas sich selbst filmend auf einem nächtlichen Spaziergang durch den Party-Vorort Playa d’en Bossa in der Nachsaison. Die Arbeit reflektiert die Auswirkungen des Overtourism: Die touristische Infrastruktur ist auf eine größere Anzahl von Personen ausgelegt, als vor Ort beheimatet sind, und Geschäfte sowie Lokale orientieren sich an hedonistischen Bedürfnissen der Partyszene statt am täglichen Bedarf. Was zurückbleibt sind Müll, erschöpfte Servicekräfte und düstere Straßenzüge. Seit den 1970er-Jahren gilt Ibiza als Rückzugsort für britische Urlauber; bis heute bleibt die Insel trotz des Brexits ein beliebter Ferienort britischer Tourist:innen. Waas arbeitet als Künstler und Vermittler. Seine Praxis basiert auf Begegnungen, Gesprächen, Aufzeichnungen, Erinnerungen und Dokumentationen, die er mit verschiedenen Medien erfasst. Indem er das oft Unsichtbare und Unbekannte nachzeichnet und erzählt und sich auf ausgewählte Ausschnitte konzentriert, entschlüsselt er gesellschaftliche Normen und hinterfragt festgelegte Standards. Ferdinand Waas (*1998, Ingolstadt), studierte an der TU Wien Architektur, an der Universität Wien Sozial- und Kulturanthropologie, an der Athens School of Fine Arts und der Royal Academy of Art in Den Haag Bildende Kunst. (Bild: Ferdinand Waas; An Apple a Day, the Border Is Still There (Videostill), 2025; © Ferdinand Waas)
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6 ½ Wochen - Rudi Williams
Museum Folkwang
Die australische Künstlerin Rudi Williams präsentiert Fotografien und fotografische Artefakte – teils selbst hergestellt, teils gefunden. Williams Motive bilden stille Räume voller Spuren, die eine Fülle an Assoziationen wecken. In dieser Ausstellung konzentriert sie sich auf kameralose Bilder und Silhouetten, die das Spannungsfeld zwischen An- und Abwesenheit umkreisen und die Darstellung von Verlust thematisieren. Ihre Praxis reflektiert zugleich die Geschichte und die technischen Prozesse der Fotografie, dabei experimentiert sie unter anderem mit frühen Verfahren wie der Daguerreotypie und der Cyanotypie, die auch als „Sonnendruck“ bezeichnet wird. Die ausgestellten Fotografien, Daguerreotypien und Textilien werden von filigranen Stahlkonstruktionen getragen, die auf museale Präsentationsformen verweisen und die Einzigartigkeit jedes Objekts betonen. So erscheint Fotografie hier nicht als Bilderflut, sondern als Sammlung einzigartiger, atmender Zeugnisse. Der Titel der Ausstellung In the air we breathe verweist auf die Wahrnehmung von Vorzeichen die sich im Sinne des gesellschaftlichen Zeitgeistes abzeichnen, wie zum Beispiel auch die Stimmung um 1839 als die Erfindung der Fotografie bereits ‚in der Luft lag‘ und Bilder erstmals ‚fixiert‘ wurden. Rudi Williams, 1993 in Italien geboren und sesshaft in Melbourne, ist diesjährige Stipendiatin der Neuen Folkwang Residence. In ihren Ausstellungen kombiniert und kontrastiert sie häufig Bilder, die zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten aufgenommen wurden und variierende fotografische Formen aufweisen, um ihre eigene Geschichte in Bezug auf Konzepte wie Erinnerung, Temporalität und das Archiv zu reflektieren.
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Germaine Krull: Chien Fou
Museum Folkwang
Der Nachlass der Fotografin Germaine Krull befindet sich seit 1995 im Museum Folkwang. Er umfasst neben Abzügen, Negativen und Publikationen auch ein umfangreiches publizistisches Œuvre. Dazu gehören (auto)biografische und (auto)fiktionale Texte, (Foto-)Bücher und Maquetten, Briefe und politische Berichte oder Reportagen. Als erweiterter Zugang zum künstlerischen Vermächtnis Germaine Krulls wird dieses publizistische Œuvre jetzt in wesentlichen Teilen sichtbar. Angesichts der Tatsache, dass das Schreiben sämtliche Schaffensphasen der Künstlerin begleitete, rückt mit dieser Ausrichtung, ergänzend zu den avantgardistischen Arbeiten der 1920er und 1930er Jahre, auch die fotografische Praxis jener Schaffensphasen in den Blick, die von der Forschung bisher nur marginal berücksichtigt wurden. Mit dem Werk ab Beginn des Zweiten Weltkriegs, nach der dauerhaften Abkehr von Europa entstanden, eröffnet das Ausstellungs- und Publikationsprojekt auch eine neue transkulturelle Perspektive auf das Leben und auf die künstlerische Arbeit Germaine Krulls. (Bild: Autor:in unbekannt, Germaine Krull mit Contax, um 1932; Silbergelatineabzug, 11,5 x 14,5 cm; © Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen)
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In Between. Fotografien von Jiaying Yu
Ruhr Museum
Eine Ausstellung der Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Pixelprojekt Ruhrgebiet und dem Ruhr Museum. Gefördert durch die RAG-Stiftung und die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V. Jiaying Yu setzt sich in ihrer Fotoarbeit mit den Gefühlen und Lebensumständen junger Chinesinnen auseinander, die – wie sie selbst – für ein Studium nach Deutschland gekommen sind. Dafür kombiniert sie Porträts der Studentinnen mit Detailaufnahmen aus deren Wohnungen.
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Dokumentarfotografie Förderpreise 15
Museum Folkwang
mit Nazanin Hafez, Alex Simon Klug & Kristina Lenz, Malte Uchtmann, Hannah Wolf Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten junger Künstler:innen, die im Rahmen der bereits 15. Preisrunde entstehen. Sie vereint ganz unterschiedliche fotografische und filmische Zugänge, die sich mit der politischen und sozialen Verfasstheit unserer Welt auseinandersetzen. (Bild: Kristina Lenz & Alex Simon Klug; Videostill aus read my lips, Teil der Arbeit Your choices should be grounded in reality, 2025, Videoinstallation ca. 15 Minuten © Kristina Lenz & Alex Simon Klug)
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Stimmen der Zeit
Museum Folkwang
Beginnend mit Otto Steinert und seinen Beiträgen zur Geschichte der Fotografie in den 1960er Jahren wurden immer wieder Künstler:innen und Fotograf:innen zu ihrer Arbeit befragt und interviewt. In Tonaufnahmen und Zeitdokumenten treten Protagonist:innen der Fotografie aus den 1930er, 1950er, 1970er, 1990er und 2000er Jahren in einen Dialog mit exemplarischen Werken der Sammlung. (Bild: Anonym; Tonaufnahmen mit Otto Steinert, Seminarraum der Folkwangschule für Gestaltung, Essen-Werden, 1966; © Museum Folkwang)
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Wie man lebt - wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer
Ruhr Museum
Das Ruhr Museum auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein präsentiert erstmals eine Ausstellung mit Arbeiten der bekannten Dokumentarfotografin Brigitte Kraemer. Die Fotografin Brigitte Kraemer dokumentiert seit Anfang der 1980er-Jahre bis heute mit einzigartigem Einfühlungsvermögen den Alltag sowie die Freizeit im Ruhrgebiet und anderswo. Ihre Themen sind u.a. Camping, Kleingärten, Mann und Auto, Leben am Kanal, Glaubensgemeinschaften, Friedensdorf Oberhausen, Migration und Frauenhaus. Das Ruhr Museum konnte im Jahr 2022 mit Hilfe der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ihr Gesamtwerk ankaufen. Das Ruhr Museum besitzt rund 360.000 Negative und Abzüge in Schwarzweiß und Farbe. Diese Ausstellung mit über 200 Bildern markiert den letzten Teil einer dreiteiligen Reihe zu Fotografinnen, die im Ruhrgebiet gearbeitet haben und arbeiten. Den Anfang machte 2023 die Ausstellung »Unterwegs mit Marga Kingler. Pressefotografin im Ruhrgebiet«, welche ein beeindruckendes Panorama des städtischen Lebens aus den Jahren 1951–1991 zeigte. »Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931–1973« ist die zweite Ausstellung der Reihe. Mit ihren Arbeiten bestimmen sie die Geschichte der Fotografie in der Region maßgeblich mit. Im September 2025 schließt die Schau »Wie man lebt – Wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer«, die Reihe ab. »Wir blicken damit auf ein Jahrhundert der Fotografinnen im Ruhrgebiet«, so Prof. Heinrich Theodor Grütter. »Mit dieser Ausstellungsreihe erweitern wir thematisch wie formal das Spektrum der Fotografie aus dem Ruhrgebiet und zeigen die immense Breite und Vielfalt der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums«, erklärt Grütter weiter. Die Reihe unterstreicht die Bedeutung der Fotografie im Ruhrgebiet und vor allem in Essen, wo sich mit dem Museum Folkwang, dem Historischen Archiv Krupp, der Folkwang Universität der Künste und dem Ruhr Museum mehrere renommierte Einrichtungen zum Zentrum für Fotografie Essen zusammengeschlossen haben. Voraus gingen der Reihe bereits seit 2010 Ausstellungen im Ruhr Museum zu Klassikern der Ruhrgebietsfotografie wie »Heinrich Hauser – Schwarzes Revier« (2010), »Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets« (2014/15), »Erich Grisar. Ruhrgebietsfotografien 1928–1933« (2016), »Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet« (2018) und schließlich »Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien« (2018/19).
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William Kentridge - Listen to the Echo
Museum Folkwang
William Kentridge (*1955 in Johannesburg) gehört weltweit zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlern. International bekannt wurde er Ende der 1980er Jahre durch seine animierten Kurzfilme, in denen Kentridge sich kritisch, zugleich aber auch sehr poetisch mit der Vergangenheit und Gegenwart Südafrikas auseinandersetzt. Diese Filme, die auf großformatigen Kohlezeichnungen basieren, bilden den Ausgangspunkt für ein umfangreiches Œuvre, das Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Tapisserie ebenso umfasst wie Operninszenierungen und multimediale Bühnenstücke. In seinen inhaltlich miteinander verwobenen Werken thematisiert Kentridge immer wieder die Frage nach Gerechtigkeit, aber auch das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft. Zum 70. Geburtstag des Künstlers präsentiert das Museum Folkwang eine große Retrospektive, die mit Exponaten aus über vier Jahrzehnten die gesamte Laufbahn William Kentridges umspannt. Einen Schwerpunkt bilden die Filme der Reihe "Drawings for Projection", in denen Aufstieg und Niedergang von Johannesburg ebenso zur Sprache kommen wie das schwierige Erbe der Apartheid. Auch Kentridges Beschäftigung mit dem Kolonialismus europäischer Mächte in Afrika spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle, insbesondere in der Zeichnungsserie "Colonial Landscapes", den Porter-Tapisserien oder der mechanischen Miniaturbühne "Black Box/Chambre Noire". William Kentridge konzipiert seit vielen Jahren eigene Stücke für das Musiktheater, die er zu multimedialen Werken weiterentwickelt, darunter "To Cross One More Sea", eine Dreikanal-Filminstallation über die Flucht von Künstler:innen und Intellektuellen per Schiff vor dem Naziregime. Kentridge tritt auch selbst in seinen Filmen in Erscheinung. Die Filmserie "Self-Portrait as a Coffee-Pot" von 2024 gibt auf amüsante Weise tiefe Einblicke in sein Denken und in sein Studio als Ort kreativer künstlerischer Praxis. (Bild: William Kentridge, Drawing for Self-Portrait as a Coffee-Pot (2 Private Thoughts), 2021; Tusche, Buntstift, Kohle, Pastellkreide und Collage auf Papier, 152 x 208 cm; Courtesy Kentridge Studio; © William Kentridge, 2025)
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6 ½ Wochen: Aimée Portioli | Grand River
Museum Folkwang
Symphony for Endangered Birds ist eine neue 7-Kanal-Klanginstallation der Komponistin und Klangkünstlerin Aimée Portioli, die in der elektronischen Musikszene als Grand River bekannt ist. Das 28-minütige und als Loop präsentierte Musikstück verbindet field recordings, räumliches Sounddesign und musikalische Komposition zu einem intensiven Hörerlebnis, das sowohl meditativ als auch eindringlich ist. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen von sieben bedrohten Vogelarten – jede repräsentiert einen anderen Kontinent –, die sich zu einem kollektiven Chor des Widerstands und der Warnung vereinen. Ihre Gesänge sprechen von Zerbrechlichkeit und Verlust und laden zum Nachdenken über das rasche Verschwinden dieser Arten aufgrund von Abholzung, Klimawandel, illegalem Wildtierhandel, Jagd, Urbanisierung und Buschbränden ein. Vögel spielen als Bestäuber, Verbreiter von Pflanzensamen und Umweltindikatoren eine wichtige ökologische Rolle. Ihre Stimmen sind nicht nur wunderschön, sie sind auch für das Gleichgewicht unserer Ökosysteme unerlässlich. Symphony for Endangered Birds fängt diese verschwindende Klanglandschaft ein und verwandelt sie in einen Aufruf zum Handeln. Durch einen detaillierten Kompositionsprozess, bei dem Vogelrufe, field recordings und elektronische Texturen miteinander verwoben werden, setzt Portioli diesen bedrohten Vögeln und ihren komplexen Kommunikationssystemen ein klangliches Denkmal. Das Ergebnis ist eine kraftvolle Meditation über die Koexistenz der Arten und die gemeinsame Verantwortung für deren Schutz. Eine skulpturale Arbeit von Federico Gargaglione dient als visuelles Gegenstück zur Klanginstallation: eine schlanke Metallstruktur, die in einer schwebenden, beleuchteten weißen Feder endet. Sie suggeriert Zerbrechlichkeit, Stille und schwerelosen Widerstand - ein visueller Ruhepunkt, um den die Stimmen der Vögel kreisen. Das Begleitheft zur Ausstellung enthält Zeichnungen von Brandon Locher zu jeder Vogelart. Die mittels akribischer Punktiertechnik angefertigten Bilder evozieren ein allmähliches Verschwinden und spiegeln das Thema des Projekts wider: Verlust, sowohl im Gesang der Vögel als auch in ihrer schwindenden physischen Präsenz. Die Klanginstallation baut auf Aimée Portiolis kontinuierlicher künstlerischer Erforschung der natürlichen Welt und ihrer akustischen Sprache auf. Symphony for Endangered Birds führt diesen Ansatz fort, indem das Werk bedrohten Arten durch ein immersives Archiv der Schönheit, Erinnerung und Warnung eine einheitliche Stimme gibt. Portiolis Installation positioniert den Klang als Brücke zwischen Ökologie und der kollektiven Verantwortung des Menschen für die Natur. Aimée Portioli | Grand River, ist eine niederländisch-italienische Komponistin und Sounddesignerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Musik verbindet Ambient, Minimalismus und experimentelle Komposition mit komplexen Rhythmen und immersiven Klangräumen. Sie veröffentlichte Alben u.a. auf Ghostly International, Editions Mego, Spazio Disponibile, light-years, Tresor und Umor Rex und entwickelt immersive Klanginstallationen in Mehrkanal- und 4D-Sound. Portioli trat u. a. im Concertgebouw, Centre Pompidou, Barbican, bei Sónar und CTM auf. Sie betreibt das Label One Instrument und erforscht Klang als Kommunikation jenseits der Sprache. (Bild: Aimée Portioli | Grand River Symphony for Endangered Birds, 2025 © Aimée Portioli)
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