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Erik-Bosgraaf, © Paul und Menno de Nooijer
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summerwinds münsterland

Summerwinds Münsterland. Internationales Holzbläser Festival
24. Juni bis 2. September 2022


Wieder durchweht das internationale Holzbläserfestival Summerwinds Münsterland den Nordwesten Nordrhein-WWestfalens. Vom 24. Juni bis zum 2. September 2022 präsentieren wir, die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, in Kooperation mit mehr als 50 Partnern in der Region an attraktiven Spielorten hochkarätige Konzerte aus Klassik, Crossover, Weltmusik. In diversen, traditionellen und originellen, Ensemblekonstellationen sind Vielfalt, Farbigkeit und Innovationsreichtum der Holzbläserszene zu erleben.

Ein Festival, das die Holzblasinstrumente in den Fokus nimmt, ist in Europa einzigartig. Und für alle ist etwas Besonderes dabei. Wir bieten Programme mit Musik von der Renaissance bis heute mit international renommierten Solist:innen und Ensembles, mit Big Names, aber auch Rising Stars, die Preisträger großer Wettbewerbe sind, und mit solchen Interpret:innen, die als Geheimtipp gelten. Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles, bunt besetzte Bands sowie Orchester mit Solist eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“. In herkömmlichen und experimentellen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng und die Bawu, die irische Flöte, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

Klein und fein, immer besonders – auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: das typisch münsterländische Wasserschloss oder das „Westfälische Versailles“, der umgenutzte Gutshof oder das klassizistische Herrenhaus, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt auch die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Nicht mehr geschmäht, wird sie heute geliebt und gerockt: die Blockflöte. So eröffnet der beliebte BlockBuster auch 2022 das Summerwinds-Festival. Vom 24. bis 26. Juni steht in Münster die Blockflöte im Zentrum. Abendkonzerte präsentieren weltweit gastierende Solisten und Ensembles aus den Niederlanden. Tagsüber wird die lichtdurchflutete Bürgerhalle der Bezirksregierung am Domplatz zur „Messehalle“. Hier bieten namhafte Blockflötenbauer und -firmen ihre Instrumente an, Musikalienhandlungen all das, was man rund um die Blockflöte braucht. Es gibt Workshops und Konzerte mit ausgewählten Laien- und Nachwuchsensembles.

Lassen Sie sich in diesem Sommer von unsrer Musik durchwehn! Herzlich lade ich Sie zu sanften Brisen und musikalischen Stürmen im Münsterland ein.

Susanne Schulte
Intendantin, Leiterin der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit

Kontakt

summerwinds münsterland
Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.
Fürstenbergstraße 14
A-48147 Münster

Telefon: (0)251 / 591 30 41
Fax: (0)251 / 591 65 40
E-Mail: gwk@lwl.org

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Konzert

Ensemble Folk Baroque

Barock und folkig

Sebastian Schmidt, Blockflöte
Tabea Seibert, Blockflöte
Elias Conrad, Laute


Marco Uccellini (1603–1680): Aria sopra la Bergamesca
Jacob van Eyck (1590–1657): Engels Nachtegaeltje
Johann Joachim Quantz (1697–1773): Triosonate C-Dur
Anonymous: Greensleeves to a Ground
Signore Detri (18. Jh.): Sonate c-Moll
Henry Purcell (1659–1695): Chaconne
Traditional aus Schottland: Miss McLeod’s Reel
Georg Philipp Telemann (1681–1767): Triosonate F-Dur, TWV 42:F7
John Dowland (1563–1626): The Frog Galliard
Nicola Matteis (1650–1714): Ground after the Scotch Humour
Arcangelo Corelli (1653–1713): Sonate in F-Dur, op. 5 Nr. 10
Antonio Vivaldi (1678 – 1741): Triosonate g-Moll „La Follia“, RV63

Sie gehen sofort in die Beine, ihre Melodien stimmen die Herzen hoch: populäre grounds, ostinate, wiederkehrende Basslinien, über denen sich die Oberstimmen frei entfalten, sowie Volkslieder und Volkstänze, derer sich auch große Komponisten bedienten. Obendrein hat Folk Baroque berühmte Sonaten aus dem europäischen Barock auf dem Programm. So ist spätestens mit „Barock und folkig“ klar: Kunst- und Volksmusik sind kein Entweder-Oder, weil sie in unsterblichen Kompositionen verschmelzen und wenn die Traditionals so famos gespielt werden wie das, was gemeinhin als Kunstmusik gilt – von dem Preisträger-Ensemble Folk Baroque.

Es ist was los bei Folk Baroque. Die italienische Bergamesca: Uccellini schreibt eine Arie, die abgeht, auf diesen humoristisch-schnellen bäuerlichen Tanz. Van Eyck sammelte die Straßen- und Hausmusik seiner Zeit in seinem „Lusthof der Flöte“. Lustvoll-lustig lässt Folk Baroque seine „Englische Nachtigall“ ihr Sololied singen. Der Galliard: ein Springtanz im Dreier mit fröhlich-lebhaftem Nachtanz, von Dowland aber melancholisch verschattet. Miss McLeod’s Reel: ein schneller Tanz im zwei Halbe-Takt von der Isle of Skye und Raasay. Die Chaconne: ein langsamer Tanz im Dreivierteltakt und eine Variationsform mit sich wiederholtender Bassmelodie und festem harmonischen Schema. Die Chaconne von Purcell ist schwer, innig. Die Romanesca: das verbreitete melodisch-harmonische Modell liegt auch dem Folk Song und Evergreen „Greensleeves“ zugrunde. Und die Folia, ein populäres Melodie-, Harmonie und Rhythmusmuster, wird mit Vivaldi und Folk Baroque übermütig ausgelassen, in der Tat verrückt.

Darüberhinaus beliebte Sonaten und Triosonaten, galant und gar nicht melancholisch die von Quantz, auch bei Corelli kein Satz in Moll und ein wunderschönes Adagio, wobei Signore Detri, das One-Hit-Wunder, gerade in der Tonart c-Moll packt. „Luftige Unbeschwertheit“ wollte Telemann in seiner Triosonate erreichen: Zu solcher Leichtigkeit, bemerkt er, brauche es Meisterinterpreten. Wie die des Ensembles Folk Baroque.

www.sebastianschmidt.eu | www.tabeaseibert.de | www.eliasconrad.com

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Konzert

Open Chamber Berlin & Wu Wei

East Meets West

Wu Wei, Sheng Sheng
Erhu Martin Ripper, Blockflöten, Bahu
Catherine Aglibut, Barockvioline
Annette Rheinfurth, Violone
Christoph Sommer, Theorbe, Barockgitarre


Pierre Phalese (1510–1573): Pavane | Galliarde | Saltarello
Heinrich Schmelzer (1623–1680): Sonata a tre
Tarquinio Merula (1595–1665): La Cattarina
Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704): Preludio, aus: Mysteriensonate Nr. 1
Chinesisches Traditional: Jaos Tanzlied
Dario Castello (1602–1631): Sonata Quarta Improvisation
Nicolaus Bruhns (1665–1697): Sinfonia, aus: Hemmt Eure Tränenflut
Dario Castello: Sonata decima
Improvisation
Chinesisches Traditional: Der Fluss
Antonio Vivaldi (1678–1741): La Follia
Chinesisches Traditional: Drachentanz

Open Chamber: der Name weist auf das offene Zimmer, den Probenraum mit Flügeltür, die offen steht, sperrangelweit, einladend, in der Musikmetropole und Vielvölker-Weltstadt Berlin. Open Chamber: der Name ist auch Programm. Denn exzellente Virtuos:innen treffen sich dort, um „offene Kammermusik“ zu machen – Musik, die Schwellen und Grenzen übertritt, Konventionen übersteigt. Sie kommt aus der Tradition ebenso wie aus dem Heute, aus hoher Könnerschaft und Wissen ebenso wie aus dem Geist der Freiheit und der Improvisation, den man zu allen Zeiten schätzte. Die Jahrhunderte, die Kulturen und die Sprachen der Interpret:innen, der Klang ihrer Instrumente verschmelzen in solch offener Kammermusik zu einem Neuen. Mit dem Sheng-Virtuosen Wu Wei ist, was entsteht, ein Drittes aus Ost und West, das man noch niemals gehört hat. „Was verbindet“, so die Initiatorin Catherine Aglibut, „ist der Wunsch nach Authentizität, emotionaler Tiefe und musikalischer Relevanz“.

Open Chamber sind Spezialist:innen für Alte Musik, die als Mitglieder renommierter Ensembles für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts vielfach ausgezeichnet wurden und weltweit gastieren.

„East Meets West“ ist Alte Musik aus Europa und China – aus der Open Chamber auf historischen Instrumenten des Westens, auch der chinesischen Rohrblattflöte Bahu, und Wu Wei auf der Mundorgel inspiriert und kunstvoll „ihr eigenes Ding“ machen. Die „liebliche Chineser Orgel“ erregte schon im 18. Jh. auch in Europa Aufsehen. Jetzt tut sie es mit Wu Wei, dem international bekanntesten Sheng-Virtuosen, der sich virtuos zwischen Alter und Neuer Musik, Jazz-Improvisation, Minimal Music und klassischer chinesischer wie europäischer Musik bewegt. Als Solist tritt er weltweit mit den größten Orchestern und berühmten Dirigenten auf.

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Konzert

Maximilian Krome, Rie Koyama & Enikö Bors

Schattenspiele

Maximilian Krome, Klarinette
Rie Koyama, Fagott
Enikö Bors, Klavier
Gotthard Odermatt, Moderation


Vincent d´Indy (1851–1931): Trio B-Dur, op 29 für Klarinette, Cello (Fagott), Klavier
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Konzertstück Nr. 2 d-Moll, op. 114
Gotthard Odermatt (1974*): Schattenspiele, op 36. Trio für Klarinette, Fagott und Klavier (Uraufführung)
Michail Iwanowitsch Glinka (1804–1857): Trio pathétique d-Moll für Klarinette, Fagott und Klavier

Hell-Dunkel im Extrem und alles dazwischen, reiche Melodik, üppige Harmonien, farbige Rhythmen – dabei ein brandneues Werk, das Freude und Sinn macht, existenziell anspricht und Anspruch hat.

„Das Wichtigste: dass die Musik in irgendeiner Form das Herz berührt. Das ist für mich das Wesentliche. (…) Dabei steht für mich nicht die Stilfrage im Vordergrund, ob nun etwas ‚moderner‘ oder ‚weniger modern‘ daherkommt“, so der namhafte Schweizer Komponist Gotthard Odermatt. Auch in den „Schattenspielen“, die er Enikö Bors, quasi als ihr musikalisches Portrait, gewidmet hat, verfolgt er diesen „Herz-Ansatz“. Mit Rie Koyama, die mehr als zwanzig nationale und internationale Wettbewerbe gewann, und Maximilian Krome, der 2020 mit seinem franz ensemble den Opus Klassik bekam, bringt die mehrfach ausgezeichnete Pianistin Odermatts kontrastreich-bezauberndes Trio zur Uraufführung. Gotthard Odermatt selbst wird in das Stück und seine Entstehung einführen.

Zuvor d’Indys Riesenwerk in B-Dur – ein „Schlachtschiff“, mit dem der Mittdreißiger auch als Pianist schwer beeindruckte und das nicht nur im Klavier brilliert. Ein Wechselspiel der Stimmungen und Atmosphären aus einem Thema, das alle Sätze durchzieht und im Finale gleißend-strahlend zum Höhepunkt kommt. In einer Pirouette mit Anlauf endet dagegen Mendelssohns Trio. Trotz d-Moll ist es unbeschwert-heiter – wie ein perfekter Sommerabend, so licht. Hochpathetisch in derselben Tonart dagegen Glinkas Trio. Der spätere „Vater der russischen Musik“ schrieb es in Mailand, wo er sein chronisches Brustleiden mit Ärzten und Kampferpflastern kurieren wollte und Komposition studierte. Vor allem ging er täglich in die Oper und sog den Belcanto sowie Donizettis und Bellinis Pathos ein. Ob er nicht nur krank, sondern auch unglücklich war? „Ich kenne die Liebe nur durch den Schmerz, den sie bringt“, steht in der Handschrift seines Trios. Gegen das unruhige Anfangsmotiv, das im Laufe des Stückes immer leidenschaftlicher und erregter wird, setzt der 28-Jährige andere Motive, schwelgerisch, wunderschön, wehmütig-elegisch. Der Schluss ein dramatischer Triumph. Eine erfolgreiche Selbsttherapie?

www.maximiliankrome.de | www.rie-koyama.com | www.enikoebors.com

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Konzert

Nieuw Amsterdams Klarinet Kwartet

Wunderhorn

Sergio Hamerslag, Klarinette, Es-Klarinette
Bart de Kater, Klarinette, Bassethorn
Tom Wolfs, Klarinette, Bassethorn
Jesse Faber, Bassklarinette


Gustav Mahler (1860–1911):
Nachtmusik I, aus: Sinfonie Nr. 7 (arr. Bram Faber)
Ging heut morgen übers Feld, aus: Lieder eines fahrenden Gesellen (arr. Jesse Faber)
Trauermarsch, aus: Sinfonie Nr. 5 (arr. Jesse Faber)
What the Wild Flowers Tell Me, aus: Sinfonie Nr. 3, bearb. von Benjamin Britten (arr. Jesse Faber)
Gustav Mahler/Bram Faber: Mahlers Walzerfolge
Gustav Mahler/Radek Fedyk: Gustavski Kuckuck
Gustav Mahler: Rondo burlesk, aus: Sinfonie Nr. 9 (arr. Marijn van Prooijen)
Ich bin der Welt abhanden gekommen, aus: Rückert-Lieder (arr. Bram Faber)
Gustav Mahler/Bram en Jesse Faber: Kann der Gustav kochen?

Allerfeinste Klarinettenkunst! Dazu Spielfreude, echt musikantisch, Delikatesse und Charme, der einnimmt, außerdem Humor. Doch noch mehr Tiefgang. Kein Wunder also, dass das Nieuw Amsterdams Klarinet Kwartet in den Niederlanden ein Liebling des Publikums ist und auch auf internationalen Bühnen begeistert aufgenommen wird.

Aber dürfen die Viere das denn: Mahlers Musik auch ein wenig als „die ihre“ betrachten, weil die Klarinette in seinem Werk eine so wichtige Rolle einnimmt? Darf und kann man Mahlers Musik – mit all ihrem Reichtum an Farben, Stimmungen und Gefühlen, ihren Erregtheiten und Downs, ihren Steigerungen, Höhepunkten und Kippmomenten, ihren Extremen – überhaupt auf vier Klarinetten übertragen? Ja! Denn auf diesen „Wunderhörnern“ entsteht etwas Anderes, Neues, das einen eigenen Kunstcharakter hat.

So muss man bei „Ging heut morgen übers Feld“ nicht von Mahlers unglücklicher Liebe wissen, als er dies „Lied eines fahrenden Gesellen“, Text und Musik, schrieb. Man versteht ja das große Ja zum Leben, das der Liedrefrain „Wird’s nicht eine schöne Welt?“ explizit ausspricht, auch in den bloßen Klängen der Klarinetten. Man sieht ja das Funkeln der Welt, wie „alles Ton und Farbe gewann im Sonnenschein“, wenn man das Strahlen der Wunderhörner hört. Und desillusioniert erwacht man mit dem Klarinettenquartett aus dem Traum von der schönen Welt, der erfüllten Liebe, auch ohne den Text des Liedes: „Nun fängt auch mein Glück wohl an? Nein, nein, das ich mein’, Mir nimmer, nimmer blühen kann!“

Das neue Amsterdamer Klarinettenquartett übersetzt Sätze aus Sinfonien und Lieder Mahlers für seine „Wunderhörner“ und macht freie Remixes aus seinen Musiken – muntere Kuckuckskinder, leckere Gerichte.

www.nakk.nl

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Konzert

Sebastian Manz & Sebastian Studnitzky

The Bernstein Story

Sebastian Manz, Klarinette, Bassklarinette
Sebastian Studnitzky, Klavier, Live-Elektronik


Sebastian Manz (*1986): Le Cauchemar de Stravinsky
Igor Strawinsky (1882–1971): Aus: Drei Stücke für Klarinette solo
Leonard Bernstein (1918–1990): Sonate für Klarinette und Klavier*
Sebastian Manz, Sebastian Studnitzky (*1972): Melancolenny, nach Bernsteins Klarinettensonate
Leonard Bernstein: Chichester Psalms*
Steve Reich (*1936): New York Counterpoint, für Klarinette und Tape
Sebastian Studnitzky: Auriel | Axis
Leonard Bernstein: Prélude, Fugue and Riffs*
*arr. Manz bzw. Studnitzky

„Gewagt, ganz klar“, kommentiert der Star-Klarinettist Sebastian Manz die „Bernstein Story“, die er mit dem renommierten Jazzpianisten Sebastian Studnitzky in New York City „geschrieben“ hat. Doch gewagt ist hier gewonnen, das Experiment geglückt.

Cool, gekonnt, ernsthaft und frei – die „Bernstein Story“ ist kein konventionelles Crossover, sondern ein souveränes Spiel der Topvirtuosen mit ausgesuchten Werken Leonard Bernsteins, in dem Neues im Feeling und Spirit der 2020er entsteht. Die musikalischen Ideen „Lennys“ werden improvisierend ausgeweitet, „ausgeweidet“ (Studnitzky), auseinandergenommen, neu zusammengesetzt, mit elektronischen Sounds und Loops verfremdet. Studnitzkys „Auriel“ und „Axis“ mischen Klavier solo mit Elektrosounds. In Reichs „New York Counterpoint“ lässt Manz die Klarinette solo über einem sphärischen elektronischen Klangteppich singen und beaten: Minimal Music, die den Puls und die nervösen Vibes Manhattans suggeriert, während „Melancolenny“ nach Bernsteins Klarinettensonate von tiefer Melancholie zu manischem Ausgelassensein aufsteigt. „Strawinskys Albtraum“ und zwei seiner Stück für Soloklarinette eröffnen das Programm, hat sich Bernstein doch ausdrücklich auf ihn bezogen.

www.sebastianmanz.com

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Konzert

Jaan Bossier Quartet

Echo

Jaan Bossier, Klarinette, Bassklarinette, Komposition
Megumi Kasakawa, Bratsche
Gwen Cresens, Akkordeon
Axel Ruge, Kontrabass


Neue Weltmusik aus Klezmer und Klassik, Flamenco und Experiment

Artistische Läufe, solistisch oder unisono zu viert, Ausgelassenheit, die den Atem nimmt, und Ruppigkeit, Leidenschaft bis zum Wahnsinn. Oder Leid, Zärtlichkeit, Melancholie, die Trauer um Vergänglichkeit, die Macht von Gewalt. Alles ist rhythmisch komplex, harmonisch überraschend, mit schönsten Melodien natürlich, die das Herz zerreißen, äußerst fein verziert oder rasant umspielt: Das Jaan Bossier Quartett macht kunstvollste Weltmusik von heute. Sie spricht, streichelt, schreit in einer ureigenen Sprache, die allerdings alle verstehen. Sie nimmt und reißt mit. Sie ist aus Klezmer und Flamenco, Klassik und experimentellen Formen geboren, aus Anteilnahme und Zeitgenossenschaft wie aus der Stille des Lauschens nach innen.

Jaan Bossier komponiert und arrangiert für das originell besetzte Quartett. Dabei versteht er sich zuvorderst als einen, der hört. Auf die andern und auf sich selbst. Seine Kolleg:innen sind so offen und vielseitig wie er, und solche Könner. Sie bringen ihr Eigenstes mit ins Spiel. „Ich möchte, dass die Versatzstücke unterschiedlicher Kulturen aufeinanderprallen und sich vereinigen in meiner Musik“, kommentiert der Klarinettenvirtuose sein Komponieren. Und: „Ich lerne am meisten durch Zuhören – hört genau zu und lasst eure innere Stimme singen.“

Die Figur der Nymphe Echo, und die „15 spanischen Volkslieder“, mit denen der Dichter Federico Garcia Lorca in den 1920-ern durch Bars in Andalusien tingelte, inspirierten Bossier. Darunter das, schaut man heute nach Osten, dramatisch aktuelle „De profundis“: „Die hundert Liebenden / schlafen für immer / unter der trockenen Erde. / Andalusien hat / lange rote Straßen. / Córdoba, grüne Olivenbäume / um hundert Kreuze aufzustellen / die an sie erinnern. / Die hundert Liebenden / schlafen für immer.“ Das Jaan Bossier Quartett wendet den alttestamentarischen Schrei des 13. Psalms, der „aus der Tiefe, de profundis, der Schuld“ um Vergebung bittet und schon mehr als 2.000 Jahre zum Himmel geht, in einen leidenschaftlichen Appell an unsere Menschlichkeit.

www.jaan-bossier.com

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Konzert

14 Berliner Flötisten

Zauberflöten

Die 14 Berliner Flötisten
Andreas Blau, Leitung


Georg Friedrich Händel (1685–1759): Einzug der Königin von Saba
Joh. Sebastian Bach (1685–1750): 3. Brandenburgisches Konzert
Maurice Ravel (1875–1937): Le Tombeau de Couperin
Richard Strauss (1864–1949): Serenade Es-Dur op. 7
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Scherzo, aus: Ein Sommernachtstraum
Georges Bizet (1838–1875): Suite Arlésienne
Claude Debussy (1862–1918): Claire de Lune
Leonard Bernstein (1918–1990): America, aus: West Side Story
Grigoras Dinicu (1889–1949): Hora Staccato

Sommermusiken im neuen Kleid, hell und pastellig und frisch. Freude pur. Berühmte Werke der Klassik, von denen man gewiss so manches im Ohr hat: Mit einem der ausgefallensten Ensembles überhaupt sind sie nun neu zu entdecken.

Die 14 Berliner Flötisten haben unterhaltsame Standards, von der Serenade bis zum hochvirtuosen Schaustück, für ihre Besetzung bearbeitet. Sie entführen mit ihnen in eine Klangwelt, die in ihrer Brillanz überrascht und durch sinfonische Komplexität überzeugt, in ihrer Farbigkeit aber verzaubert. Der Sound der Flöten ist orchestral, kommen zu den Piccolo- und großen Flöten, den Alt-, Tenor- und Bassflöten, die man aus dem normalen Orchester kennt, doch noch die ganz tiefen Kontrabass- und Subkontrabassflöten hinzu. Die hört und sieht man sonst kaum, echte Blickfänger, zum Staunen.

Andreas Blau, seinerzeit Soloflötist der Berliner Philharmoniker, versammelte 1996 – die Mauer war gefallen, Deutschland wiedervereinigt – Flötist:innen aus den bedeutenden Ost- und West-Berliner Symphonie- und Opernorchestern zu einem Ensemble, das die Welt noch nicht gehört hatte. Auch nach über 25 Jahren sind Die 14 Berliner Flötisten heute noch immer ein Ausnahmeorchester: 14 Magier mit „Zauberton, / Weil, holde Flöte durch dein Spielen, / Selbst wilde Tiere Freude fühlen“ (Mozart).

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Konzert

Xenon Saxophone Quartet & Nordwestdt. Philharmonie

Soundtracks

Nordwestdeutsche Philharmonie Gábor Hontvári, Leitung
Xenon Saxophone Quartet: Lukas Stappenbeck, Sopran
Anže Rupnik, Alt
Álvaro Arias, Tenor
Benjamin Reichel, Bariton


Erich Wolfgang Korngold (1897–1957): The Sea Hawk: Main Title, Reunion & Finale
Alan Silvestri (*1950): Back to the Future
Guillermo Lago (Willem van Merwijk) (*1960): Ciudades: Cordoba, Sarajevo, Addis Abeba, für Saxophonquartett und Orchester – Uraufführung
Jerónimo Giminéz (1854–1923): La boda de Luis Alonso: Intermezzo
Pedro Iturralde (*1929): Pequeña Czardas, für Saxophonquartett und Orchester
Elmer Bernstein (1922–2004): Die glorreichen Sieben
John Williams (*1932): Indiana Jones: Raiders March | E.T.: Flying Theme | Schindler’s Liste: Main Theme | Superman: Love Theme and Superman March
Danny Elfman (*1953): Spiderman: Music from Spiderman (Main Theme) (arr. John Wasson)
John Williams: Star Wars: Princess Leia’s Theme | Imperial March

Soundtracks zu den Kino-BlockBustern der Welt mit dem preisgekrönten jungen Dirigenten Gábor Hontvári und der Nordwestdeutschen Philharmonie, einem der drei Landesorchester Nordrhein-Westfalens.

Abenteuer-Musik: ein veritabler „Fluxkompensator“, der den inneren Beamer anwirft. Da rast Marty McFly mit der Zeitmaschine von Doc Brown – ihr Fluxkompensator macht’s möglich – back to the future, in die Zukunft zurück. Die glorreichen Sieben reiten und reiten und retten das mexikanische Dorf. Herzzerreißend sehnt sich E. T. nach Hause zurück, und Harrison Ford jagt als Indiana Jones nach der Bundeslade, im Krieg der Sterne befreit er als Han Solo Prinzessin Leia. Verbrecher werden von Spider- und Superman bestraft, und Forrest Gump wartet auf der Bank auf seinen Bus. Und wartet … Oder macht sich, gegen die berühmten Stories, jeder seine eigenen Filme zu diesen Musiken, erfindet sich jede frei ihre eigenen Stories dazu?

Mitten in den Filmmusiken flirrende Soundtracks zu Städten, die dem niederländischen Komponisten Guillermo Lago am Herzen liegen. Er hat seine „Ciudades“ original für Saxophonquartett komponiert, dann im Auftrag von Summerwinds für Saxophonquartett und Orchester umgeschrieben. So entführen das mehrfach ausgezeichnete Xenon Quartett und das philharmonische Orchester von der westfälischen Waldbühne nach Cordoba, Sarajevo, Addis Abeba. Und mit dem berühmten rumänischen Czardas Itturaldes – in den heißen Süden, nach Spanien.

www.xenonquartet.com | www.nwd-philharmonie.de

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Konzert

Theo Plath & Sinfonietta Köln

Con Spirito

Sinfonietta Köln Cornelius Frowein, Leitung
Theo Plath, Fagott


Johann Christian Bach (1735–1782): Sinfonie D-Dur, op. 18, Nr. 4
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Konzert B-Dur für Fagott und Orchester, KV 191
Arvo Pärt (*1935): Fratres. Version für Streicher und Schlagwerk (1991)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Sinfonie D-Dur, KV 385, „Haffner Sinfonie“

Wer spielte das Fagott-Konzert von Mozart temperamentvoller, sanglicher und eleganter, wer spielte es expressiver und farbiger als Theo Plath, einer der faszinierendsten Fagottist:innen seiner Generation. Unvermittelte Registerwechsel, große Intervallsprünge, spielerische Läufe und weite Melodiebögen hat der 18-jährige Mozart für das noch immer als Solist unterschätzte Fagott, das „sich im Kirchensaale mit Majestät hören“ lässt (Schubart, 1784), komponiert. Zehn Jahre bevor er sein Fagottkonzert schrieb, hatte das Wolferl mit dem „Londoner Bach“ in London musiziert und sein Vater ihm empfohlen, von Joh. Christian zu lernen. Der „Vater und Erfinder“ der Wiener Klassik hatte großen Einfluss auf den jungen Mozart. Es verkehrt die Genese, wenn man sagt, Bachs D-Dur-Sinfonie klänge „mozartisch“.

Kaum größer könnte ein Kontrast sein: minimalistische Klangflächen, Muster aus Dreiklängen, die statisch wirken und ineinanderfließen, bei Arvo Pärt. Der Este komponiert nach seinem „Tintinnabuli“-Prinzip, das auf Beschränkung auf das ihm Wesentlichste, den Klang, auf Entfaltung der Obertöne aus ist. Er wolle „Unendlichkeit und Keuschheit“ erreichen. Was das sei, könne er nicht erklären, „man muss es wissen, man muss es fühlen, man muss es suchen, man muss es entdecken, man muss es ersehnen – der ganze Rest kommt von allein. Dann wird man Ohren bekommen, um zu hören, und Augen, um zu sehen.“

Seine D-Dur-Sinfonie, schrieb Mozart dem Vater 1783, „muss gewiss guten Effekt machen“. Er hatte sie zur Feier der Erhebung des Salzburgers Sigmund Haffner in den Adelsstand geschrieben: einen feurig-noblen ersten Satz, bezaubernd-graziös, in Melodie schwelgend der zweite langsame, ein stürmisch-festliches Finale, zu spielen „so geschwind als es möglich ist“.

Intensiv, äußerst klangsinnlich, rhythmisch und dynamisch konturiert, strahlend das Spiel der Sinfonietta Köln unter Cornelius Frowein. Con spirito – inspiriert, spirituell und feurig, klingen die sechsten Summerwinds aus.

www.sinfonietta-koeln.de | www.theoplath.de

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summerwinds münsterland

Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.

Summerwinds Münsterland. Internationales Holzbläser Festival
24. Juni bis 2. September 2022


Wieder durchweht das internationale Holzbläserfestival Summerwinds Münsterland den Nordwesten Nordrhein-WWestfalens. Vom 24. Juni bis zum 2. September 2022 präsentieren wir, die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, in Kooperation mit mehr als 50 Partnern in der Region an attraktiven Spielorten hochkarätige Konzerte aus Klassik, Crossover, Weltmusik. In diversen, traditionellen und originellen, Ensemblekonstellationen sind Vielfalt, Farbigkeit und Innovationsreichtum der Holzbläserszene zu erleben.

Ein Festival, das die Holzblasinstrumente in den Fokus nimmt, ist in Europa einzigartig. Und für alle ist etwas Besonderes dabei. Wir bieten Programme mit Musik von der Renaissance bis heute mit international renommierten Solist:innen und Ensembles, mit Big Names, aber auch Rising Stars, die Preisträger großer Wettbewerbe sind, und mit solchen Interpret:innen, die als Geheimtipp gelten. Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles, bunt besetzte Bands sowie Orchester mit Solist eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“. In herkömmlichen und experimentellen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng und die Bawu, die irische Flöte, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

Klein und fein, immer besonders – auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: das typisch münsterländische Wasserschloss oder das „Westfälische Versailles“, der umgenutzte Gutshof oder das klassizistische Herrenhaus, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt auch die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Nicht mehr geschmäht, wird sie heute geliebt und gerockt: die Blockflöte. So eröffnet der beliebte BlockBuster auch 2022 das Summerwinds-Festival. Vom 24. bis 26. Juni steht in Münster die Blockflöte im Zentrum. Abendkonzerte präsentieren weltweit gastierende Solisten und Ensembles aus den Niederlanden. Tagsüber wird die lichtdurchflutete Bürgerhalle der Bezirksregierung am Domplatz zur „Messehalle“. Hier bieten namhafte Blockflötenbauer und -firmen ihre Instrumente an, Musikalienhandlungen all das, was man rund um die Blockflöte braucht. Es gibt Workshops und Konzerte mit ausgewählten Laien- und Nachwuchsensembles.

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Ereignisse / Festival MünsterlandFestival Greven, Airportallee 1
Ereignisse / Festival Morgenland Festival Osnabrück Osnabrück, Lohstraße 45a
Ereignisse / Wettbewerb Neue Stimmen Wettbewerb Güthersloh 26. bis 30.6.2022
Konzerte / Konzert Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Stiftbergstraße 2
Konzerte / Konzert Bielefelder Philharmoniker Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Ereignisse / Festival lichtsicht Bad Rothenfelde Bad Rothenfelde
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kurhaus Bad Hamm Hamm, Ostenallee 87

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