zur Startseite
8

summerwinds münsterland

Internationales Holzbläser Festival
21. Juni bis 1. September 2024


Wieder durchweht 2024 das internationale Holzbläserfestival Summerwinds Münsterland den Nordwesten Nordrhein-WWestfalens. Von Juni bis September 2024 präsentieren wir, die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, in Kooperation mit mehr als 50 Partnern in der Region an attraktiven Spielorten hochkarätige Konzerte aus Klassik, Crossover, Weltmusik. In diversen, traditionellen und originellen, Ensemblekonstellationen sind Vielfalt, Farbigkeit und Innovationsreichtum der Holzbläserszene zu erleben.

Ein Festival, das die Holzblasinstrumente in den Fokus nimmt, ist in Europa einzigartig. Und für alle ist etwas Besonderes dabei. Wir bieten Programme mit Musik von der Renaissance bis heute mit international renommierten Solist:innen und Ensembles, mit Big Names, aber auch Rising Stars, die Preisträger großer Wettbewerbe sind, und mit solchen Interpret:innen, die als Geheimtipp gelten. Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles, bunt besetzte Bands sowie Orchester mit Solist eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“. In herkömmlichen und experimentellen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng und die Bawu, die irische Flöte, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

Klein und fein, immer besonders – auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: das typisch münsterländische Wasserschloss oder das „Westfälische Versailles“, der umgenutzte Gutshof oder das klassizistische Herrenhaus, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt auch die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Lassen Sie sich in diesem Sommer von unsrer Musik durchwehn! Herzlich lade ich Sie zu sanften Brisen und musikalischen Stürmen im Münsterland ein.

Susanne Schulte
Intendantin, Leiterin der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit

Kontakt

summerwinds münsterland
Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.
Fürstenbergstraße 14
D-48147 Münster

Telefon: (0)251 / 591 30 41
Fax: (0)251 / 591 65 40
E-Mail: gwk@lwl.org

Bewertungschronik

summerwinds münsterland bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte summerwinds münsterland

©: Gallica Digital Library
Festival

Romberg-Festival

Fr 19.7.2024 - So 21.7.2024

Zum zweiten Mal veranstalten die Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten 2024 ein dreitägiges Romberg-Festival unter der künstlerischen Leitung des renommierten Cellisten Konstantin Manaev. Das Festival will den Geiger Andreas Romberg und den Cellisten Bernhard Romberg, die, in Münster groß geworden, als Interpreten im 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. europaweit bekannt waren, als Komponisten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen.

Diesmal fusioniert das Romberg-Festival, das auf Haus Harkotten-von Korff in Sassenberg-Füchtorf und in der Warendorfer Klosterkirche stattfindet, mit Summerwinds Münsterland. Neben Kammermusik von Andreas und Bernhard Romberg präsentiert das Konzert in Warendorf u.a. ein Werk eines weiteren Virtuosen aus Westfalen, des Flötisten und Komponisten Anton Bernhard Fürstenau. Und es stellt die junge Flötistin Anna Komarova vor. Sie ist die Gewinnerin des 1. Internationalen Fürstenau Flöten Wettbewerbs der GWK 2023 in Münster.

Bernhard und Andreas Romberg – Friedrich Anton von Korff
Der Cellist Bernhard Romberg (1767 Dinklage – 1841 Hamburg) und sein Cousin, der Geiger Andreas Romberg (1767 Vechta – 1821 Gotha), in Münster und weithin früh als „Wunderkinder“ gefeiert, später Quartettpartner Beethovens und Mitglieder angesehener Orchester, machten sich in ganz Europa als Virtuosen einen Namen. Friedrich Anton von Korff (1775–1836) war mit ihnen bekannt. Der kunstsinnige „Rittergutsbesitzer“ und hohe Beamte in französischen und preußischen Diensten und seine Frau bauten das klassizistische Herrenhaus Harkotten-von Korff in Füchtorf und lebten mit ihrer Familie dort.

Streicher:innen auf der ganzen Welt kennen Bernhard und Andreas Rombergs Kompositionen, die, bis auf wenige unedierte, seit den 1990er Jahren eine Renaissance erleben. Die Vettern schrieben Konzerte für Orchester, Solo- und Kammermusiken. Andreas stellt man im 19. Jahrhundert Haydn, Mozart, Beethoven gleich. Werke von beiden sind in der Tat so qualitätvoll, dass es sich lohnt, sie zum Ausgangspunkt farbiger Konzertprogramme zu machen.

Anton Bernhard Fürstenau
Dasselbe gilt für den eine Generation jüngeren Anton Bernhard Fürstenau (1792 Münster – 1852 Dresden), den Namensgeber des internationalen Flötenwettbewerbs in Münster. Heute wird er als Komponist der Frühromantik, dessen Werke Repertoirewert haben, wiederentdeckt. Bereits als Siebenjähriger trat der Münsteraner öffentlich auf und wurde einer der herausragendsten deutschen Flötisten des 19. Jahrhunderts in Europa. Selbst Virtuose, den man mit Paganini und Liszt verglich, wandte er sich vehement gegen leere Virtuosität. In seinem Lehrbuch „Die Kunst des Flötenspiels“ heißt es:
„Zu der äußerlich vollendeten Tongebung, zu den mit Umsicht und Geschmack angewandten äußeren Kunstmitteln muss sich noch eine lebendige, tiefere, vom Erfassen der innersten Ideen und Gefühle des Komponisten zeugende, diese Ideen und Gefühle zur unmittelbaren Anschauung bringende, sie eigentlich reproduzierende Empfindung gesellen, wenn das Spiel (…) mehr als das Ohr des Zuhörers angenehm beschäftigen zugleich dessen Gefühl mächtig zu ergreifen und auf die Dauer zu fesseln im Stande sein soll.
Dieses musikalische Gefühl ist – das große Geheimnis der Kunst, der tief in der Brust des berufenen Künstlers schlummernde göttliche Funke, der nicht durch totes Wort, wohl aber durch lebendige Lehre und Beispiel zur hellen Kunstflamme angefacht werden kann.“

Romberg-Festival bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Romberg-Festival

Konzert

Komarova / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev

Summerwinds meets Romberg-Festival - Wunderkinder – Virtuosen

Anna Komarova, Flöte
Julia Smirnova, Violine
Johannes Fleischmann, Violine
Sindy Mohamed, Viola
Miguel Erlich, Viola
Konstantin Manaev, Cello


Bernhard Romberg (1767–1841) & Andreas Romberg (1767–1821): Trois Duos concertans für Violine und Cello, op. 2
Andreas Romberg: Quintett für Flöte und Streichquartett e-Moll op. 41, Nr. 1
Anton Bernhard Fürstenau (1792–1852): Aus: Divertissements für Flöte solo, op. 63
Amy Beach (1867–1944): Theme and Variations für Flöte und Streichquartett, op. 80

Als sie ein Jahr alt war, habe sie Melodien behalten, mit zwei improvisieren, mit fünf komponieren können. Ihr erstes Klavierkonzert gab sie mit sieben, mit 16 trat sie mit der Boston Symphony als Solistin auf: die erste US-amerikanische Komponistin und Pianistin Amy Beach galt als Wunderkind. Doch mit einer Karriere als Pianistin war es vorbei, als sie mit 18 einen 25 Jahre älteren Chirurgen heiratete. Nach dessen Tod nahm sie – als Komponistin unterdessen erfolgreich – ihre Konzertkarriere wieder auf. Nach ihrem Tod wurde sie vergessen. Heute entdeckt man sie wieder. Ihr Opus 80 sind Variationen ihres Liedes „An Indian Lullaby“, das einen leichten Wind mit dem Duft der Tannennadeln herbeiruft, um ein Kind in den Schlaf zu wiegen. Ein lebhaftes, rätselhaftes Spiel zwischen Flöte und Streichquartett.

Im wunderkind-gläubigen, virtuosen-versessenen 18. und frühen 19. Jahrhundert hatten Anton und Bernhard Romberg sowie Anton Bernhard Fürstenau typische Virtuosen-Biografien. Herausragende Könner an ihren Instrumenten, machten sie zunächst – die Vettern Romberg im Duo und Fürstenau mit seinem Vater – als Kinderstars Karriere, später europaweit als „Virtuosen“: als führendes Mitglied eines angesehenen Orchesters, das daneben international als Solist und Kammermusiker gastiert und einen Großteil seines Repertoires selbst komponiert. Ein Gemeinschaftswerk, das beide Rombergs solistisch strahlen lässt, sind die konzertanten Duos Opus 2. Elegant das Quintett Andreas Rombergs, in dem Flöte und Violine die Melodiestimme haben. Unterhaltsam und anspruchsvoll Fürstenaus Divertissements.

Anna Komarova, die 2023 den ersten Fürstenau Flöten Wettbewerb in Münster und zuvor andere internationale Wettbewerbe gewann, und die anderen Musiker:innen des ROMBERG-FESTIVALS gehören zur Elite der jungen Klassikszene Europas. Sie alle wären im 19. Jahrhundert „Wunderkinder“ gewesen.

Komarova / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Komarova / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev

© Fotofolies | Privat
Konzert

B-Five Recorder Consort / Sofie Vanden Eynde

The Soule of Heaven

Markus Bartholomé, Katelijne Lanneau, Thomas List, Silja-Maaria Rütti, Mina Voet, Sofie Vanden Eynde, Laute

Alfonso Ferrabosco der Ältere (1543–1588): Pavanen und Allemanden
Alfonso Ferrabosco der Jüngere (1575–1628): Pavanen und Allemanden
William Byrd (1543–1623): Brownings

B-Five, eins der führenden Blockflötenensembles weltweit, und Sofie Vanden Eynde, die als Expertin für historische Zupfinstrumente international einen Namen hat, suchen den Himmel – mit der Musik von Alfonso Ferrabosco Vater und Sohn.

Für Ben Johnson, neben William Shakespeare der berühmteste englische Dramatiker der Renaissance, war die Musik Ferraboscos des Jüngeren Ausdruck der Seele des Himmels. Oder galt sie selbst ihm gar als „The Soule of Heaven“?

Als ein „herbstlich warmes Kaleidoskop, der greifbaren Welt abhanden gekommen“, empfinden die Interpret:innen sie. Sie sei „traurig und trostreich, dunkel und heilsam. Die alte Wehmut – das Wissen darum, dass uns Menschen das Schöne nur entgleiten kann –, genau das kann Ferrabosco wie kein anderer in Klängen einfangen.“ Zwischen frivolem Lebenshunger und besonnener Gelassenheit lassen B-Five und Sophie Vanden Eynde Pavanen und Allemanden der Ferraboscos tanzen.

Vater und Sohn Ferraboscos stehen für feinste englische Consortmusik. Ferrabosco der Ältere wirkte am Hof Königin Elizabeths I. in London, bis er – Italiener aus Bologna, katholisch, des Raubmords verdächtigt – entlassen wird und zurück nach Italien geht. Sein Sohn muss auf Geheiß der Königin in der englischen Hauptstadt bleiben, wird Hofmusiker und Musiklehrer des Kronprinzen – und einer der größten englischen Komponisten im Übergang von Renaissance und Barock. Er entwickelte einen sehr eigenen, auch vom frühen italienischen Barock beeinflussten Personalstil mit vielen Verzierungen und virtuosen Passagen, und schrieb, wie sein Vater, zahlreiche sog. In-nomine-Stücke, bezaubernde polyphone Instrumentalmusiken.

B-Five Recorder Consort / Sofie Vanden Eynde bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte B-Five Recorder Consort / Sofie Vanden Eynde

Konzert

Barragán / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev / Scheucher

Grand Trio

Pablo Barragán, Klarinette
Julia Smirnova, Violine
Johannes Fleischmann, Violine
Sindy Mohamed, Viola
Miguel Erlich, Viola
Konstantin Manaev, Cello
Philipp Scheucher, Klavier


Bernhard Romberg (1767–1841): Grand Trio für Violine, Viola und Violoncello, op. 8
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier, op. 11, „Gassenhauer-Trio“
Andreas Romberg (1767–1821): Quintett für Klarinette, Violine, 2 Violen und Violoncello Es-Dur, op. 57

Das ROMBERG-FESTIVAL promotet die Musik des Geigers Andreas Romberg und des Cellisten Bernhard Romberg. Es wird von Konstantin Manaev künstlerisch verantwortet. Die Kammerkonzerte spielen er und seine Musikerfreundinnen und -freunde sowie die Gewinnerin des 1. Int. Fürstenau Flöten Wettbewerbs, Anna Komarova. Sie alle haben mehrere internationale Preise gewonnen und gehören zur Crème der jungen klassischen Musikszene Europas. Am Sonntag ist zudem der weltweit gefeierte Klarinettist Pablo Barragán auf Harkotten zu Gast.

www.romberg-festival.de

Barragán / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev / Scheucher bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Barragán / Smirnova / Fleischmann / Mohamed / Erlich / Manaev / Scheucher

© Ralf Emmerich | Privat
Konzert

Anna Komarova / Veronika Salikhova

Aus der Seele

Anna Komarova, Flöte
Veronika Salikhova, Klavier


Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Flötensonate D-Dur, H 505, Wq83
Robert Schumann (1810–1856): Drei Romanzen, op. 94
Franz Doppler (1821–1883): Fantaisie pastorale hongroise, op. 26
Franz Schubert (1797–1821): Sonate a-Moll „Arpeggione“ D.821
Claude Debussy (1862–1918): Sonate Nr. 3 g-Moll fl.148
Henri Dutilleux (1916–2013): Sonatine

„Aus der Seele muss man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel.“ Der berühmte Satz C.P.E. Bachs markiert den Beginn der Moderne in der Musik. Komponisten und Interpreten stellen nicht mehr, wie im Barock, Affekte dar, indem sie Regeln ihrer Darstellung „wie abgerichtet“ befolgen. Nun drücken Individuen sich aus, bringen ihre Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck, subjektiv, ungebunden, Komponisten wie Interpreten. Ziel ist, das Publikum emotional zu packen: „Indem ein Musikus nicht anders rühren kann, er sei denn selbst gerührt; so muss er notwendig sich selbst in alle Affekte setzen können, welche er bei seinen Zuhörern erregen will; er gibt ihnen seine Empfindungen zu verstehen und bewegt sie solchergestalt am besten zur Mit-Empfindung“ (C. P. E. Bach) – wie Anna Kamarova und Veronika Salikhova.

Schumanns Romanzen sind berückend in ihrer Schlichtheit und Beschaulichkeit, „zarte, duftende Blumen“, die, wie er meint, „keinen Triumphzug durch den Salon machen wollen, sondern im stillen Kreise das Gemüt erquicken“. Dopplers Fantasie ist ein Kernstück des Flötenrepertoires: emotional, elegisch, quasi improvisierte, rhythmisch freie Kadenzen, Tanzsaalpassagen. Virtuos auch Schuberts Arpeggione-Sonate, aber eher für die Seele geschrieben als für die Show, mit brillanten Passagen für beide Instrumente. Vielleicht noch mehr als im Original für Violine und Klavier kommt in der Fassung mit Flöte die Musik von Debussys Sonate aus einem großen „Schatten“: „Die Musik beginnt da,“ sagt der Komponist, „wo das Wort unfähig ist, auszudrücken. Musik wird für das Unaussprechliche geschrieben; ich möchte sie wirken lassen, als ob sie aus dem Schatten herausträte und von Zeit zu Zeit wieder dahin zurückkehrte“. Ein geheimnisvolles Thema zu Beginn in Dutilleux’s Sonate, lyrisch das Andante, eine schwierige Kadenz und am Schluss ein rasantes Accelerando, heftiger und heftiger, bis ins dreifache Forte.

Anna Komarova gewann, neben anderen internationalen Preisen zuvor, den 1. Fürstenau Flöten Wettbewerb 2023 in Münster. Seit 2022 ist sie Soloflötistin im MusicAeterna Orchester von Teodor Currentzis. Veronika Salikhova ist Dozentin an der Int. Musikakademie Anton Rubinstein und Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.

Anna Komarova / Veronika Salikhova bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Anna Komarova / Veronika Salikhova

Lesung

Carsten Bender & Walter Gödden

Der Unsterblichen Einer!

Carsten Bender & Walter Gödden, Lesung
Pablo Barragán, Klarinette
Julia Smirnova, Violine
Johannes Fleischmann, Violine
Sindy Mohamed, Viola
Miguel Erlich, Viola
Konstantin Manaev, Cello
Philipp Scheucher, Klavier


Andreas Romberg: Duo für zwei Violinen op. 18
Bernhard Romberg: Divertimento über österreichische Volkslieder für Violoncello und Klavier
Svante Henryson (1963): Off Pisst, für Klarinette und Violoncello
Robert Schumann (1810–1856): Klavierquintett Es-Dur, op. 44
Ruben Zahra (1972): Auftragswerk für Klarinette, Klavier, zwei Violinen, zwei Violas und Violoncello – Uraufführung

Das ROMBERG-FESTIVAL promotet die Musik des Geigers Andreas Romberg und des Cellisten Bernhard Romberg. Es wird von Konstantin Manaev künstlerisch verantwortet. Die Kammerkonzerte spielen er und seine Musikerfreundinnen und -freunde. Sie alle haben mehrere internationale Preise gewonnen und gehören zur Crème der jungen klassischen Musikszene Europas.

Am Sonntag ist zudem der weltweit gefeierte Klarinettist Pablo Barragán auf Harkotten zu Gast.

Mit der dialogischen Lesung „Der Unsterblichen einer! Leben und Werk des hochberühmten Cellisten Bernhard Romberg“ (Text: Walter Gödden) eröffnen Carsten Bender & Walter Gödden den Nachmittag auf Haus Harkotten. Der Germanist, Autor und Herausgeber Walter Gödden leitete das Museum für Westfälische Literatur und die Literaturkommission für Westfalen. Carsten Bender ist Schauspieler und Rezitator mit Faible für Werke mit eigenwilligem Sprachstil und Produzent in Münster.

Nach der Lesung spielt das Festivalensemble mit Pablo Barragán Musik von „Unsterblichen“. Die Veranstaltungen finden open-air im Park von Haus Harkotten, bei Regen im Annensaal statt.

Carsten Bender & Walter Gödden bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Carsten Bender & Walter Gödden

Konzert

Klezzfour

Klezmer mit Schmäh

Maciej Glebioswski, Klarinette, Moderation
Alexander Wladigeroff, Trompete
Konstantin Wladigeroff, Klavier
Benjy Fox-Rosen, Kontrabass, Gesang


Eigenkompositionen und Improvisationen

Was vor 500 Jahren als jiddische Hochzeits- und Festmusik in Osteuropa begann, ist heute eins der spannendsten, innovativsten Genres: der Klezmer. Einen neuen Sound bringen die Klezzfour ins Spiel, vier Stars der internationalen Wiener Weltmusikszene: der Oriental-Klezmer-Klarinettist Maciej Golebiowski aus Polen, die bulgarischen Wladigeroff Brothers an Trompete und Klavier, die sich mit ihrem Balkan-Jazz einen Namen machten, und der Sänger, Kontrabassist und Komponist Benjy Fox-Rosen. In Los Angeles aufgewachsen, ist der US-Amerikaner einer der Rising Star der Yiddish Music Scene weltweit.

Wien ist ein Melting Pott der Kulturen. Deshalb leben die Viere seit Jahren dort. Und jeder Klezmer ist so weit und individuell wie die, die ihn machen – ohne Einflussangst, von ihrer Herkunft geprägt, aber offen für andre und Andres, frei. Fluide Musiker-Identitäten, jedoch mit Profil. So gibt es von Klezzfour jetzt Klezmer mit Wiener Schmäh.

Was das ist, kann man nicht erklären. Diese Musik muss man hören und erleben. Ist schon der Begriff „Schmäh“ undefinierbar, wie viel mehr jener Schmäh, den das Quartett auf der Bühne miteinander führt, improvisatorisch, einfallsreich, höchst virtuos. Inspiriert von Jazz, Folk und der Volksmusik ihrer Herkunftsländer, von Klassik, Funk, Tango, Balkan oder orientalischen Klängen. Mit Tricks und Charme, feinem Witz, derb und liebenswert, zärtlich und zart. Ironisches Scherzen und Leidenschaft pur, tiefes Gefühl und das gekonnte Spiel damit.

Ist das noch Klezzmer? Gewiss, denn die jiddische Tradition klingt überall durch. „Eigentlich“, so Alexander Wladigeroff, „sind wir ganz normale Menschen, aber sobald wir zu unseren Instrumenten greifen, verändern wir alle Menschen um uns herum, und das macht das ganze Leben so viel glücklicher und schöner.“

Klezzfour bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Klezzfour

Konzert

Duo Aliada

Tales – Geschichten

Michal Knot, Saxophon
Bogdan Laketic, Akkordeon


Johannes Brahms (1833–1897): 16 Walzer, op. 39
Robert Schumann (1810–1856): Kinderszenen (Auswahl)
Werke von John Dowland (1563–1626) und Henry Purcell (1659–1695) u.a.

Klassik, kreativ adaptiert – und so gespielt, dass einem Sinne und Herz aufgehen. Das polnisch-serbische Duo Aliada ist vielfach ausgezeichnet und wird in bedeutenden Konzertsälen bejubelt. Dabei wahrt jede seiner Bearbeitungen Substanz und Charakter des Originals, bringt sie mitunter deutlicher hervor, indem Michał Knot und Bogdan Laketic das Potenzial ihrer Instrumente voll auskosten.

Mit dem Programm „Tales“ evozieren Knot und Laketic, die sich im Studium in Wien kennenlernten, Geschichten und kleine Szenen aus dem Leben. Im Zentrum Melodien von Schumann und Brahms.

„Der ernste, schweigsame Brahms, der echte Jünger Schumanns, norddeutsch, protestantisch und unweltlich wie dieser, schreibt Walzer? Ein Wort löst uns das Rätsel, es heißt: Wien“, schrieb Brahms’ Kritikerfreund Eduard Hanslick. Er hatte dabei das typisch Wienerische Milieu mit seinem Kulturmix und seinen geselligen „Jam Sessions“ im Sinn. „Wirkliche Tanzmusik“, so Hanslick, „wird natürlich niemand erwarten: Walzer-Melodie und Rhythmus sind in künstlerisch freier Form behandelt und durch vornehmen Ausdruck gleichsam nobilitiert. Trotzdem (…) – überall herrscht eine schlichte Unbefangenheit“.

Einfach auch Schumanns „Kinderszenen“, nicht für Kinder, sondern als „Rückspiegelung des Älteren für Ältere“ (Schumann) komponiert. Naiv, wie es nur Erwachsene sind, dabei anmutig und schön, entspringen sie dem Bewusstsein, Unschuld und Unverbildetheit des Kindes verloren zu haben. Sind nicht die „Träumerei“, „Von fremden Ländern und Menschen“ oder „Hasche-Mann“ heute so aktuell wie 1838, als sie entstanden? Ebenso Hans Pfitzners Bemerkung von 1920: „es ist ein Tropfen Musik aus tiefstem Quell; wir sind auch musikalisch verkommen und verloren, wenn wir uns dieser Schönheit entwöhnen“.

Duo Aliada bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Duo Aliada

© Marlene Mauer
Konzert

Schimmer Trio

Niebla – Nebel

Evelyn Huber, Harfe, Komposition
Jakob Lakner, Klarinette, Kontraalt-, Bassklarinette, Komposition
Gustavo Strauß, Geige, Geigenloops, Komposition


Eigenkompositionen und Improvisationen zwischen Jazz, Tango und Klezmer

In welche Genre-Schublade kann man das Schimmer Trio packen? Will man dieser Musik überhaupt ein Etikett verpassen, wo sie doch, wo doch in ihr die Welt so einzigartig – schimmert? Voller Glanz und farbenfroh, heimatlich und zugleich exotisch.

In Klassik und Jazz ausgebildet, sind Evelyn Huber, Jakob Lakner und Gustavo Strauß Ausnahmemusiker:innen, die auch komponieren und improvisieren. In ihr Spiel fließt ein, was sie beglückt. So haben sie von früh an Tango und Klezmer, überhaupt die Volksmusiken Osteuropas, Südamerikas und des Orients, auch Rock und Pop in sich aufgesogen. Neue Musikstile aus Jazz und Weltmusik, die das globale 20. Jahrhundert hervortrieb, verwandelten sie sich an. Herauskommt ein origineller Schimmer-Mix, der Tiefgang und Leichtigkeit hat, Freiheit atmet und mitnimmt: in Fremd-Vertrautes, auf Entdeckungsreise in Weiten, die da draußen sind – und die sich in uns öffnen.

Jakob Lakner studierte klassische Klarinette, Jazz-Klarinette und -Komposition (u.a. Modern Creative Jazz, Folklore Imaginaire). Außer im Schimmer Trio spielt er in seinen Bands Yxalag Klezmer, Worldmusic, Sinti Jazz im Monaco Swing Ensemble. Gustavo Strauß, vielseitiger Komponist und Geiger mit deutsch-peruanischen Wurzeln, studierte Violine und Jazz. Er spielt international in Ensembles verschiedener Genres, u.a. im Paranormal String Quartet, schrieb für Streichquartett, Big- und Rockband, Jugendopern für die Salzburger Festspiele oder das Jewish Chamber Orchestra Munich. Evelyn Huber studierte klassische Harfe an der Hochschule in München, wo sie später unterrichtete. Auch durch Jazz-Studien in den USA weitete sie die konventionellen Möglichkeiten der Konzertharfe aus. In unterschiedlichen Ensembles, etwa bei Quadro Nuevo, sowie als Solistin hat sie sich in der Jazz- und Worldmusic-Szene weltweit einen Namen gemacht.

Schimmer Trio bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Schimmer Trio

Ausstellung

Ausstellungen: Räume hautnah | Mo(nu)mente

Räume hautnah

Menschen gestalten Räume, um sich zu verwirklichen und zu entfalten. Ob Haus, Atelier oder Wohnung – die gebaute Umwelt ist geprägt durch individuelle Lebensmodelle, alltägliche Rituale, persönliche Erfahrungen. Die architektonischen Hüllen, die daraus entstehen, versprechen Heimat, können aber auch das Gefühl der Enge hervorrufen. Die Ausstellung „Räume hautnah“ beleuchtet die vielschichtigen Verbindungen zwischen Menschen und Räumen, insbesondere in der Moderne und in der Gegenwart.

Im Fokus der ausgestellten Kunstwerke (Fotografie, Film, Malerei, Weberei, Installation) stehen grundlegende Verschiebungen in Wohnkonzepten und Lebenswelten der letzten einhundert Jahre. Die Arbeiten nehmen Mensch und Raum als dynamisch miteinander verflochtene Einheit in den Blick und gehen der Beziehung als leiblicher Erfahrung nach oder reflektieren sie z. B. im Hinblick auf eine emotionale Abhängigkeit oder die Suche nach Schutz. Dabei schaffen die Künstler:innen aufschlussreiche Bezüge zwischen Räumen, Textilien, Körpern und Haut sowie der Metapher von der Architektur als „dritter Haut“ des Menschen.
„Räume hautnah“ fragt nach der existenziellen Bedeutung der Architektur und der Rolle, die Architekt:innen bei der Lebensgestaltung spielen. Die Ausstellung hebt die Notwendigkeit hervor, die Menschen und ihre sehr unterschiedlichen Bedürfnisse und Empfindungen stärker in den Mittelpunkt der architektonischen Gestaltung zu rücken.
Künstler:innen: Absalon (1964–93), Shannon Bool (1972), Heidi Bucher (1926–93), Eileen Gray (1878–1976), Do Ho Suh (1962), Mary Mattingly (1978), Tracey Snelling (1970), Francesca Woodman (1958–1981)

28.04.–04.08.2024 | MO bis SO 11:00 – 17:00 Uhr | Am Konzerttag 11:00–19:30 Uhr
Eintritt mit Konzertkarte frei

Mo(nu)mente. Über die Kurzlebigkeit von Festarchitektur

In der europäischen Kultur der Frühen Neuzeit wurden öffentliche Feste, egal ob sakral oder profan, höfisch oder städtisch, aufwendig inszeniert. Unverzichtbarer Bestandteil der prunkvollen Events waren temporäre Festarchitekturen, die man individuell für ein jedes Fest, auch von renommierten Künstlern wie Peter Paul Rubens, entwerfen und bauen ließ. Nicht allein Schmuck, waren Festarchitekturen immer auch Medium der Demonstration politischer Macht. Seit dem 15. Jahrhundert wurden sie in Texten und Zeichnungen dokumentiert. 

Die Kabinettausstellung „Mo(nu)mente“ präsentiert eine Auswahl reich illustrierter Festdokumentationen aus der Liberna Collection – und dies nicht nur in 2D. Mittels AR-Brille, Beamer-Technik und einer interaktiven Medieninstallation können Besucherinnen und Besucher längst vergangene Festmomente und ephemere Festmonumente in ihrer dreidimensionalen Pracht und Herrlichkeit erstehen lassen.

15.5.–20.10.2024 | MO bis SO 11:00 – 17:00 Uhr | Am Konzerttag 11:00–19:30 Uhr
Eintritt mit Konzertkarte frei

Ausstellungen: Räume hautnah | Mo(nu)mente bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Ausstellungen: Räume hautnah | Mo(nu)mente

© Elena Matamoro
Konzert

Caire Reed Quintet

Aromas del sur

Pedro Jimenez, Oboe
Carolina Guiducci, Klarinette
Adrián Vilaboa, Saxophon
Celia Matamoro, Fagott
Alberto García, Bassklarinette


Anonymi (spätes 15. Jh): Propinyan de Melyor | Tres morillas
Juan del Encina (1469–1530): Oy comamos y bebamos | Más vale trocar
Santiago de Murcia (1673–1739): Folías Gallegas
Isaac Albéniz (1860–1909): Suite Española
Pixinguinha (1897–1973): Carinhoso
Chico Buarque (1944): Apesar de você
Géronimo Giménez (1854–1923): La boda de Luis Alonso Heitor Villa-Lobos (1887–1959): Bachianas brasileiras Nr. 5
Guinga (1950): Chorado
Edu Lobo (*1943): Perambulando
Adoniran Barbosa (1910–1982): Trem das onze
Manuel de Falla (1876–1946): El amor brujo
Carlos Cano (1946–2000): Maria la portuguesa
Astor Piazzolla (1921–1992): Oblivion | Libertango

„Aromas del sur“: Düfte und Würze des Südens. Caire – aus spanisch „aire“ für Luft und „c“ von „cañas“, Rohr – lässt populäre Werke seiner Heimaten neu erklingen und mitreißend erleben, dass jeder National- und Individualstil eine innovative Mischung aus Eignem und Fremdem ist.

Zu Beginn erinnert das junge Rohrblattquintett älteste iberische Kunstmusik, katholisch, höfisch und maurisch beeinflusst, sowie Volkslieder und -tänze aus einer Zeit, in der Wirtschaft und Kultur auf der Halbinsel blühten. Im 19. Jahrhundert inspiriert die Tradition klassische Komponisten, zuvorderst der von den Gitanos geprägte Flamenco: Bolero und Fandango (ursprünglich ein Tanz afrikanischer Sklaven in den südamerikanischen Kolonien Spaniens), „spanische Gitarre“ und Kastagnetten, beide aus der arabischen Welt importiert. Am Konservatorium ausgebildet, hatten Géronimo Giménez, Isaac Albéniz (der als 12-Jähriger nach Südamerika abhaute) und Manuel de Falla neben der europäischen Klassik die Folklore ihres Landes im Ohr und im Blut – und entwickelten daraus ihren je eigenen und einen unverwechselbar spanischen Nationalstil. So durchziehn Albeniz’ „Spanische Suite“ die Düfte Granadas, Cataluñas, Sevillas und Cubas, und de Falla lässt, verliebt in ihre Musik, seinen „Liebeszauber“ unter den Gitanos in Andalusien spielen.

Der Sprung nach Südamerika: Villa-Lobos verbindet in seiner Kantilene brasilianische Rhythmen mit Bachs Kontrapunkt. Komplexe Mehrstimmigkeit auch in Pixinguinhas zärtlichem Choro oder, verjazzt, in „Chorado“ des beliebten Songwriters Guinga. Mehr „MPB“, populäre brasilianische Musik der Gegenwart, mit dem São Paulo-Samba von Ardoniran Barbosa und dem netten Bossa nova-„Spaziergang“ Edu Lobos. In die Heiterkeit des Bossa nova verpackte Chico Buarque scharfe Kritik an der Militärdiktatur in Brasilien. Sein „Apesar de você“ (Dir zum Trotz) wurde 1970 zur Hymne des Widerstands. Vier Jahre später steuerte Argentinien auf eine Diktatur zu, während Astor Piazzolla mit seinem „Libertango“ den Bruch vom traditionellen zu seinem Tango nuevo markierte: ein Fanal künstlerischer Freiheit und Ruf nach politischer „libertad“.

Caire Reed Quintet bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Caire Reed Quintet

Konzert

Duo Concento

Fantaisie

Myriam Ghani, Flöte
Lea Maria Löffler, Harfe


Gabriel Fauré (1845–1924): Fantaisie, op. 79
Ekaterina Walter-Kühne (1870–1930): Fantasie über ein Thema aus Tschaikowskys Oper „Eugène Onegin“, für Harfe
Cécile Chaminade (1857–1944): Concertino für Flöte, op. 107
Christoph Willibald Gluck (1714–1787): Menuett und „Reigen seliger Geister“, aus: Orpheus und Eurydice
Pēteris Vasks (*1946): Ainava ar putniem – Landschaft mit Vögeln,
für Flöte
Georges Bizet (1838–1875): Entr’acte
François Borne (1840–1920): Fantaisie brillante sur „Carmen“

Fantasien, Melodien: strahlend, expressiv, ungebunden und frei, teils nur gebrochen, zumeist hochfliegend, in den Himmel und weiter, ins Elysium. Das ist das Programm „Fantaisie“ des jungen Duos Concento, der hochbegabten und mit deutschen wie internationalen Preisen ausgezeichneten Solistinnen Lea Maria Löffler und Myriam Ghani.

1898 für einen Wettbewerb komponiert, gehört Faurés Fantaisie zum Standardrepertoire der Flöte und bietet Hörgenuss pur. Mit ihrer Ausdruckskunst, Tongebung und Agilität hätte Ghani den Concours am Pariser Konservatorium damals gewiss gewonnen. Ein Wettbewerbsstück auch Cécile Chaminades Flötenconcertino von 1902. War die Komponistin und Pianistin zu Lebzeiten in Europa und den USA berühmt, hatte man sie danach bis in die 1980er vergessen. Frauenschicksal? „Dies ist keine komponierende Frau, sondern ein Komponist, der eine Frau ist.“ So glaubte Kollege Ambroise Thomas, ihr echte Anerkennung auszusprechen … Chaminades Flötenconcertino ist romantisch, Skalen rauf und runter, tonal und chromatisch, Triller. Nobler Charme und Licht.

In den mondänen russischen Salons des Fin-de-Siécle war Evelyn Walter-Kühne populär. Unterhaltsam, hat die romantische Onegin-Fantasie der großen Harfenistin dennoch Tiefe und Schönheit. Schnellste Arpeggien, die Harfe glüht in den vollsten Registern. Melodische Schönheit und Einfachheit bei Gluck: seligmachend. Man hört und sieht die seligen Geister in den Elysischen Gefilden, dem Reich der Unsterblichen, von den Göttern Entrückten, tanzen.

Erdverhaftet und erfüllt vom Verlangen nach Aufstieg ist Pēteris Vasks „Landschaft mit Vögeln“. Eindrucksvoll erweitert diese Fantasie das Klangspektrum der Flöte. Gespenstisch-flatternde Töne, wie Flügelschlagen beim Versuch aufzufliegen, rhythmische Wirbel, windige Arabesken, dramatisch-theatralisch der Höhepunkt, Abflauen. Weite. Als entschwänden die Vögel in den Norden. Aus den „Augen“, sind sie nicht aus dem Sinn, wenn Bornes Fantaisie brillante auf die Oper „Carmen“ zum Schluss ins volle Leben zurückholt.

Duo Concento bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Duo Concento

Konzert

La Fonte, Westfälisches Barockorchester

Liberté

Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte
Daniel Lanthier, Oboe
Katrin Lazaar, Fagott
Bart Aerbeydt, Horn
Fabrizio Ventura, Leitung
Daniel Glowotz, Moderation


Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Berliner Symphonie Nr. 1 Es-Dur, Wq 179
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): Sinfonia Concertante für vier Blasinstrumente, KV 297b
Giuseppe Cambini (1746–1825): Sinfonia Concertante für 2 Flöten G-Dur, PL 22202
Paul Heinrich Masch (18. Jh.): Symphonie Nr. 5 C-Dur

Das neue La Fonte Barockorchester unter Leitung Fabrizio Venturas ist fast kein Geheimtipp mehr. Auch die Fürst zu Bentheimsche Musikaliensammlung Burgsteinfurt aus dem 18. Jahrhundert nicht, die das international besetzte Ensemble aus Westfalen ins Zentrum seiner Konzertprogramme stellt. Ein überaus reicher Fundus, ist die Sammlung der Fürsten von Bentheim-Steinfurt, die in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster liegt, noch für manche Entdeckung gut.

Die Fürsten aus der westfälischen Provinz waren alles andre als provinziell. Graf Karl (1729–1780) und Sohn Ludwig (1756–1817) von Bentheim-Steinfurt waren hoch gebildet und kulturinteressiert. Virtuos spielten sie Flöte und unterhielten eine 35-köpfige Hofkapelle, die mi Bagno, in der „Grande Galerie pour les concerts“, welche Karl 1774 nach dem Vorbild des „Grand Trianon“ auf Schloss Versailles hatte errichten lassen, konzertierte. International auf Reisen und gut in der Musikszene vernetzt, sammelten die beiden Enthusiasten Musik am Puls ihrer Zeit. Und der schlug Freiheit: Liberté.

„Liberté!“ – das Ringen um Freiheit bestimmte auch die Entwicklung der musikalischen Formen im 18. Jahrhundert. Daniel Glowotz, der die Konzerte von LA FONTE moderiert, erforscht die Bentheimsche Sammlung und reflektiert ihren Ort in der Übergangszeit von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft.

Das Konzertprogramm „Liberté“ ist der Entdeckung der individuellen Freiheit von Musikern und dem virtuosen Potenzial der Blasinstrumente gewidmet, die im 18. Jahrhundert wichtige technische Neuerungen erfuhren. Dazu schreibt der Musikwissenschaftler:

Aufklärung und Konzert

Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts hat unsere heutige Lebenswelt geprägt. In dieser Zeit wurden die philosophischen Grundlagen der liberalen demokratischen Gesellschaften der Moderne entwickelt. Parallel zum Aufkommen des freien Individuums als sozialem Ideal erschienen in der Musik die ersten europaweit aktiven Virtuosen. Ihr Ausdrucksmittel war das Konzert, jene musikalische Gattung, in der ein Individuum solistisch oder in einer Gruppe mehrerer Solisten einem größeren Ensemble von Musikern entgegentritt. Das Solo- und Gruppenkonzert wurde damit zur spezifisch musikalischen Ausdrucksform künstlerischer und individueller Freiheit, der Liberté, dem Leitideal der Französischen Revolution.

Der neue Musikertypus: Virtuose

Die wohl bekannteste Schöpfung des neuen aufgeklärten Geistes in der Musik, für den vor allem der brandenburgisch-preußische Hof Friedrichs II. (1712–1786) in Potsdam steht, bilden die „Berliner Sinfonien“ C. P. E. Bachs mit ihren innovativen, virtuosen Bläserpartien, ihrem Sturm der Affekte und überraschenden harmonischen Wendungen.

Den neuen Musikertypus des reisenden Virtuosen verkörperte als erster der Böhme Vaclav Jan Stich (1746–1803), der, ein entflohener Leibeigener, unter dem Pseudonym Giovanni Punto in ganz Europa auf dem Waldhorn Karriere machte. Punto inspirierte Mozart zu seiner konzertanten Sinfonie für vier Blasinstrumente. Auch Cambinis Sinfonia Concertante für zwei Flöten in G-Dur ist ein Meisterwerk, leicht und brillant. Als Erfinder der Gattung machte sich Cambini in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ausgehend von Paris, in ganz Europa einen Namen.

Bläsermusik in Burgsteinfurt

Da die Grafen von Bentheim-Steinfurt überaus fähige Flötisten waren, haben sie für ihre Musikaliensammlung in großem Stil die besten Werke der Bläserliteratur ihrer Zeit erworben. Darunter sind nicht nur fast alle damals bekannten konzertanten Sinfonien für die Blasinstrumente, sondern auch Bearbeitungen bekannter Werke fürHarmoniemusik. „Harmoniemusik“, diese besondere sinfonische Bläserbesetzung, war im 18. Jahrhundert auch am Burgsteinfurter Hof beliebt. Und last but not least hat auch der Burgsteinfurter Bassist, Orchestermanager und Bürgermeister Paul Heinrich Masch Sinfonien mit virtuosen Traversflöten- und Hornpartien komponiert. (Daniel Glowotz)

La Fonte, Westfälisches Barockorchester bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte La Fonte, Westfälisches Barockorchester

© Elisa Meyer
Konzert

Boreas Quartett Bremen

Kunst der Fuge

Jin-Ju Baek, Anna Stegmann (für Luise Manske), Luisa Fritz, Elisabeth Champollion, Blockflöten

Anonymous (England, ca. 1250): Sumer is icumen in
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Contrapunctus 1, 4, 9, 11, 12
Alessandro Poglietti (17. Jh.): Capriccio per lo Rossignolo Syncopatione del Ricercar | Ricercare | Canzon über das Henner und Hannergeschrey
Tarquinio Merula (1595–1665): Canzon La Lusignuola
Piet Swerts (*1960): Catch phrases | Theatre of the Absurd, aus: Three Gadgets
Giovanni Pierluigi da Palestrina (1515–1594): Ricercar del primo tuono | Ricercar del quarto tuono
Diomedes Cato (ca.1560–1618): Fantasia chromatica

Blockflöte vom Feinsten! Klangschönheit, expressives Zusammenspiel bei höchster Präzision und eine innere Kraft, die aus dem Einssein der Virtuosinnen mit der Alten Musik wie mit der Musik unsrer Gegenwart strömt: Das Boreas Quartett Bremen ist eins der besten seiner Art und mehrfach preisgekrönt. 40 Blockflöten unterschiedlicher Größe und Bauart haben die Vier, die in Europa, Taiwan und den USA konzertieren, im Einsatz.

Die Kunst der Fuge wird durch das Zugleich von Eigenständigkeit und Gemeinsinn bestimmt. Vier Stimmen klingen zusammen als vier verschiedene Melodien. Voneinander unabhängig, sind sie immer aufeinander bezogen. Sie laufen parallel, aber keine führt. Keine ordnet sich die anderen unter, keine hat bloß begleitende, „akkordauffüllende“ Funktion. Eine jede behauptet sich. Zusammen aber machen sie nicht sinnlos Lärm, sondern sind in Harmonie. Das ist Polyphonie, die fasziniert, Mehrstimmigkeit im strengen Sinn, Kontrapunkt: „punctus contra punctum“, Note gegen Note gesetzt.

Die Fuge krönt das polyphone Komponieren des 13. bis 18. Jahrhunderts und erfuhr im 20. eine Renaissance. Die Form, für die Johann Sebastian Bach wie kein anderer steht, lebt von der kunstvollen Verflechtung gleichberechtigter Stimmen, die wie auf der Flucht (lat. „fuga“) voreinander angeordnet sind: Ein musikalisches Thema wird zeitlich versetzt und auf unterschiedlichen Tonhöhen wiederholt, es durchläuft imitatorisch alle Stimmen und kann dabei identisch, wie beim Kanon, oder aber frei, leicht verändert, imitiert werden.

Virtuos balanciert das BQB auf dem schmalen Grat von Autonomie und Gemeinschaft. Jede Spielerin verfolgt ihre eigene Linie – und bringt sich zugleich organisch in den Gesamtklang ein.

Boreas Quartett Bremen bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Boreas Quartett Bremen

© Thomas Kruse
Konzert

Harts un Neschome

Mit Herz und Seele

Anja Bachmann, Klarinette
Kerstin Guzy, Violine
Hans-Richard Ludewig, Akkordeon
Tino Scholz, Kontrabass
Michael Winkler, Schlagwerk


Odessa Bulgar | Mitzva tants | Freylechs von Bukovina | Ich hob Dich tsu fil lieb | Sammys Freylachs | Shir Hama lot | Khosn kale mazl tov | Shpil she mir a Lidele/Hevenu Shalom Alechem | Hora | Badeken die Kallah | Hopke | Vu ahin zol ich gehen | Hasid tants | Und as der Rebbe | Yankele/Freyleks tants u.a.

Herz und Seele, das heißt auf Jiddisch „Harts un Neschome“. Und der Name der Band ist Programm, gibt sie auf der Bühne doch alles. Allen voran die Front-Frau Anja Bachmann. Als sie mit ihrem Sinfonieorchester das Musical „Anatevka“ aufführte und zum rauschenden Hochzeitstanz, wie berauscht, das Klarinettensolo spielte, entdeckte sie das zweite Herz, das in ihrer Brust schlägt – für den Klezmer.

L’chaim! Auf das Leben! Das hat der Klezmer immer ganz. In Übermut und Freude glimmt ein Schmerz, durch das Dunkel schimmert Licht. Dies Leben, traditionellen Klezmer, bringt Harts un Neschome kraftvoll auf die Bühne, Instrumentalstücke und Lieder, gut recherchiert und individuell arrangiert, mit Fantasie improvisiert. Dazwischen gibt’s Geschichten mit jiddischem Witz und tiefgründigem Humor. Der zieht sein Lachen, sein Schmunzeln, seine Intelligenz und Gewieftheit wohl aus der Melancholie des Exils, einer Trauer und Sehnsucht, die die jüdische Geschichte im Ringen der Menschen um Rettung treibt.

Klezmer, die jiddische, zumeist mündlich überlieferte Hochzeits- und Festmusik, entstand im ostjüdischen Schtetel, in Bessarabien, heute Republik Moldau und nördliche Ukraine. Dort lebte sie 500 Jahre, bis zum Holocaust, in dem die Nazis auch die Klezmorim ermordeten und so die Tradition in Europa auslöschten. Der Klezmer überlebte in den USA, wohin Jüdinnen und Juden zu Hunderttausenden schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor den Pogromen in Ost- und Mitteleuropa geflohen waren. Mit ihrer Assimilation verlor er dort seine Popularität – bis zum Revival im Zuge der Folkmusic der 1960er Jahre. Heute hat der Klezmer die Konzertsäle der Welt erobert, er, der das Herz im selben Moment zerreißt und heilt.

Harts un Neschome bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Harts un Neschome

© Elisabeth Freundlich
Konzert

ars supernova

Medieval Jazz – Mittelalter-Jazz

Gesine Bänfer, Schalmei, Pommer, Dudelsack, Saxophon, künstlerische Leitung
Silke Gwendolyn Schulze, Schalmei, Pommer
Phillip Boyle, Zugtrompete, Renaissanceposaune
Miguel Tantos, Renaissanceposaune, Posaune
Mike Schweizer, Saxophon
Stevie Harrison, Horn
Lu Hübsch, Tuba
Araceli Fernandez, Gesang, Rahmentrommeln
Thomas Bergman, Gitarre
Michael Metzler, Anja Herrmann, Perkussion


Johannes Ciconia (ca. 1370–1412): Merçe o morte 

Ian Harrison (*1962): Aires de Bollschweil | Saltarello | Muiñeiras
Henry Purcell (1659–1695): If music be the food of love 

Guillaume de Machaut (ca. 1300–1377): Douce dame jolie 
Anonymus (17. Jh.): La folia
Anonymus (Italien, ca. 1400): Lamento di tristano | La rotta
Guillaume Du Fay (ca. 1400–1474): Ce jour de l’an
Mönch von Salzburg (um 1400): Das Nachthorn

Mit der gotischen Ars Nova in eine „ars supernova“ von heute! Aus der Musik des 13. und 14. Jahrhunderts macht ars supernova – Jazz. Das jammt, als hätte der auf die Schalmei gewartet und das Mittelalter das Saxophon schmerzhaft vermisst. Im Bild gesprochen, mit dem das Ensemble in seinem Namen spielt: Im Jazz von ars supernova leuchtet die Neue Musik des Mittelalters auf wie das Licht einer Supernova, der Explosion eines Sterns Millionen von Lichtjahren von uns entfernt, auf der Erde. Dass er einmal existierte, nehmen wir wahr, weil er tot ist und im Untergang millionenfach heller leuchtete als zuvor. Anders gesagt: Wie eine Supernova außer Licht auch „Baumaterial“ ins All schleudert, aus dem wieder neue Sterne und Planeten, vielleicht einmal neues Leben und andere Menschen entstehn, versprüht die Ars Nova „Sternenstaub“, aus dem ars supernova „Superneues“ macht.

ars supernova, das sind das international renommierte Alte Musik-Ensemble Les Haulz et les bas und Jazzmusiker aus Freiburg. Die Band, die sich 2016 formierte, hat seitdem zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gespielt und wurde für ihre originellen Arrangements von Deutschlandradio Kultur ausgezeichnet. Ars supernova kommt aus dem vergessenen Klang der mittelalterlichen Alta Capella, die aus Schalmei, Pommer, Zugtrompete und der in der Renaissance neu erfundenen Posaune bestand. Les haulz et les bas hat den Nachlass der mittelalterlichen Bläser durchleuchtet, historisches Notenmaterial aufgearbeitet, den verlorenen Klang, ihre kunstvolle Mehrstimmigkeit, rekonstruiert und die Alta Capella um eine Jazzbesetzung erweitert. Altes Material wird neu arrangiert, neue Stücke sind für vergessenes Instrumentarium komponiert, außerdem wird mit Lust und Laune improvisiert.

ars supernova bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte ars supernova

© Unavantaluna
Konzert

Unavantaluna

Siculo – Sizilianisch

Pietro Cernuto, Friscaletto/Hirtenflöte, Zampogna/Dudelsack, Vocals
Carmelo Cacciola, Kretische Laute, Oud, Vocals
Luca Centamore, Gitarre
Francesco Salvadore, Perkussion, Vocals, Marranzanu/Maultrommel


Sizilianische Traditionals, neu interpretiert, und Eigenkompositionen, traditionell instrumentiert

Originell, kunstvoll, zum Zuhörn, aber eingängig, sing- und tanzbar: Mit Unavantaluna, der Cumpagnia di Musica Siciliana, wird sizilianische Volks- zu packender Weltmusik von heute. Wer auf Sizilien war, wird Friscaletto und Zampogna, der Hirtenflöte aus Rohr und dem Dudelsack, nicht nur einmal begegnet sein. Wie keine anderen stehen diese Instrumente für den Sound der Insel und ihre Folklore. Doch Unavantaluna reproduziert die reiche Volksmusik Siziliens nicht einfach, sondern macht sie fruchtbar in eigenen Stücken und treibt sie weiter, in die Zukunft. So wird aus Folklore Pop, Volksmusik von heute, anspruchsvoll und innovativ, getreu dem Motto: „Diese Tradition gehört zu uns, aber wir gehören ihr nicht.“

In Rom lernten sich die vier „Exil“-Sizilianer kennen und entdeckten, dass sie nicht nur die Leidenschaft für die Musik ihrer Heimat teilten, sondern auch das Bedürfnis, sich in ihr, ihrer ursprünglichen Sprache, auszudrücken. Sizilien war für sie unterdessen ein mythischer Erinnerungsort geworden. Ihn, dieses innere Bild, beschwört Unavantaluna mit seiner ureigenen Musik herbei und verwandelt es, indem das Quartett die sizilianische Tradition mit zeitgenössischen Musiktrends und Einflüssen aus dem nahen und fernen Osten verschmilzt: „Unavantaluna ist der Beginn eines Spiels, in dem Sehnsüchte und Hoffnungen wachsen. (…) Wir spielen und wissen, dass wir jenseits der Vernunft spielen in diesem Spiel, das nur in sich selbst einen Sinn hat.“

Unavantaluna wurde 2004 von Carmelo Cacciola, Luca Centamore, Pietro Cernuto – der seine Friscoletti selber baut – und Francesco Salvadore gegründet, die auch heute noch die Hauptbesetzung der Gruppe bilden. Unavantaluna trat auf vielen Bühnen in Italien und Europa, Tunesien, Taiwan und Australien auf und wurde mit Worldmusic-Preisen ausgezeichnet.

Unavantaluna bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Unavantaluna

© Emad Dahood | Aurélien Lam Tranchet
Konzert

Pavel Efremov – Luis Gonzáles Garrido

Die neue Welt

Pavel Efremov, Akkordeon
Luis González Garrido, Saxophon


George Gershwin (1898–1937): Three Preludes | Aus: Song Book: Do–Do–Do | I Got Rhythm
Amy Beach (1867–1944): Mazurka, op. 40, Nr. 3
Guillermo Thomas (1868–1933): Maldá
Tomasz Sweresz (1984): Coffin Ship (2018)
Astor Piazzolla (1921–1992): Aus: Tango-Étude Nr. 3, Nr. 4, Nr. 6 | Grande Tango
Philip Glass (1937): Mad Rush (1989), bearb. für Akkordeon solo
Alex Nante (*1992): Incontri, für Saxophon solo. Uraufführung
Alberto Ginastera (1916–1983): Milonga
Igor Stravinsky (1882–1971): Tango (1940)
Alfred Schnittke (1934–1998): Tango
Chick Corea (1941–2021): Spain

Eine reiche Palette an Stilen und Emotionen. Populäres und Entdeckenswertes. Zwei Rising Stars spielen „ihre“ Musik aus der Neuen Welt – hochenergetisch, sensibel und zart, expressiv. Pavel Efremov aus Chișinău und der Spanier Luis González Garrido präsentieren ihre Lieblingsstücke von Komponist:innen aus den USA und Argentinien, dazu Werke von Osteuropäern, die von der Musik der beiden Amerikas inspiriert sind: neue Welten auch in der Musik. Musiken für die Welt.

So voller Gräuel und Grauen Amerikas Kolonisierungs- und Einwanderungsgeschichte ist – die kulturelle Vielfalt, die im Völkermix aufbrach und noch immer entsteht, fasziniert. Ist nicht sie der wahre Reichtum der „Neuen Welt“? Der Name war ein Versprechen: von Abenteuer und Gold, Lüsten und Ruhm, von einem Leben ohne Hunger und Armut, von Freiheit und sozialem Aufstieg. Den Norden der Neuen Welt dominierten die Engländer, im Süden entstanden die iberischen Kolonien, und der Kontinent teilte sich kulturell in zwei. In Lateinamerika mischten sich die Volksmusiken der Einwanderer aus Südeuropa untereinander, mit der Musik der Indigenen und der afrikanischen Sklaven: die Latin-Stile entstanden und südamerikanisch gefärbte Barockmusik. In den USA kamen die europäischen Musiken mit denen der People of Color zu Jazz, Soul und Rock’n’Roll zusammen. Musikstile wurden geboren, die in Europa nie hätten entstehen können, aber die es auch ohne die Klassik und Folklore der Alten Welt nicht gäbe: neue Welten.

So spielen Pavel Efremov und Luis González Garrido US-Amerikanisches: Gershwins originelle Mischung aus Klassik, Blues und Jazz, den Jazz-Standard „Spain“ von Chick Corea, der das Adagio aus Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ zitiert und jazzig-fetzig ausspielt. Hypnotisch-meditativ die minimalen Veränderungen von Melodie und Harmonie in Philipp Glass’ „verrücktem Treiben“, bezaubernd die Mazurka, eine aus Polen stammende Walzerform, von Amy Beach. Die Überfahrt: das „Coffin Ship“ (Sargschiff) des Polen Sweresz erinnert an die Schiffe der europäischen Auswanderer in die Neue Welt. Aus Argentinien: Milonga und Tango, klassisch verarbeitet von Ginastera aus Buenos Aires und den in den Westen emigrierten Russen Schnittke und Stravinsky. Und Tango Nuevo von Piazzolla, dem Sohn italienischer Argentinien-Immigranten, die nach New York emigrierten und zwölf Jahre später nach Buenos Aires zurückkehrten. Piazzolla revolutionierte in Paris den traditionellen Tango zum Tango Nuevo, indem er ihn mit Klassik und Jazz fusionierte. Neuestes dazwischen von Alex Nante aus Argentinien, dem dort, in Paris und London ausgebildeten Weltbürger. „Incontri“ sind Begegnungen, organisch, abstrakt, spirituell – eine neue Welt, in Uraufführung.

Pavel Efremov – Luis Gonzáles Garrido bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Pavel Efremov – Luis Gonzáles Garrido

© Philippe Stier
Konzert

Monet Quintett

Keine Bagatellen

Daniela Koch, Querflöte
Johanna Stier, Oboe
Nemorino Scheliga, Klarinette
Theo Plath, Fagott
Marc Gruber, Horn


György Ligeti (1923–2006): Sechs Bagatellen
Maurice Ravel (1875–1937): Le tombeau de Couperin
Roger Hanschel (1964): Sur le motif
Valerie Coleman (1970): Tzigane
Paul Taffanel (1844–1908): Bläserquintett in g-Moll

Solist:innen, die europaweit zu den Besten ihres Fachs gehören, Solostellen in bedeutenden Orchestern haben, Preisträger:innen großer Wettbewerbe sind: in ihrem Quintett zaubern Daniela Koch (Querflöte), Johanna Stier (Oboe), Nemorino Scheliga (Klarinette), Theo Plath (Fagott) und Marc Gruber (Horn) so lebendige Farben hervor wie der Impressionist Claude Monet auf seinen Bildern.

Dramatisch und hochenergetisch, rhythmisch komplex, kontrapunktisch dicht spielen Ligetis „Bagatellen“ die Kontraste des Lebens aus. Ein Tombeau (frz. Grabmal), eine nicht unbedingt traurige Gedenkmusik, erinnert an das Leben ihres Widmungsträgers. Ravel hat mit seiner impressionistischen Suite seinem Kollegen François Couperin sowie dem Barock insgesamt ein Denkmal gesetzt, zudem jeden Satz einem im Ersten Weltkrieg gefallenen Freund gewidmet. Patriotisch begeistert, warnte der Franzose indes vor Chauvinismus in der Musik. Damit würde die „derzeit so reiche (französische) Tonkunst unweigerlich degenerieren und sich in schablonenhaften Formeln einschließen“.

In keine Schablone passt Roger Hanschels „Sur le motif“, das neuste der drei originalen Holzbläserquintette des Abends, für das Monet Quintett komponiert. Der famose Jazz-Saxophonist und -Komponist – „der Traum eines virtuosen Stilisten, einer, der sein Ding macht, dieses Ding stetig fortentwickelt“ (Jury WDR Jazzpreis 2018) – verwandelt sich Klassisches, Osteuropäisches und Indisches, Minimal Music, Neue Musik oder Blues vollkommen an und entwickelt daraus seinen ureigenen Stil.

Weltoffen und eine Virtuosin ersten Ranges auch die US-amerikanische Flötistin Valerie Coleman. Ihr „Tzigane“ ist von Roma- und orientalischen Stilen inspiriert und feiert, tonal und unterhaltsam, in faszinierenden Soli über einem durchgängigen rhythmischen Drive die Virtuosität jedes einzelnen Ensemblemitglieds.

Wie „Tzigane“ lebt Taffanels Bläserquintett von Kontrasten und stellt höchste Anforderungen an die Musiker:innen – immerhin war der Komponist wohl der beste Flötist des 19. Jahrhunderts. Romantisch-weicher Bläserklang, französische Grazie, zum Schluss ein Vivace im 6/8-Takt, federnd und wie von der Tarantel gestochen.

Monet Quintett bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Monet Quintett

© Privat | Johannes Ritter
Konzert

Michael Schmidt-Casdorff – Christian Rieger

Concert Royal

Michael Schmidt-Casdorff, Traversflöte
Christian Rieger, Cembalo


Jacques Hotteterre (1673–1763): Suite G-Dur, op. 2,3
Michel de La Barre (1675–1745): Suite e-Moll, Nr. 3
Antoine Dornel (1691–1761): Suite G-Dur, op. 2,1
Michel Blavet (1700–1768): Sonata d-Moll, op. 2,2 „La Vibray“
François Couperin (1668–1733): Concert Royal Nr. 2 D-Dur

„Concert Royal“– Sonne und Reichtum, Emotion, Glanz im warmen Ton der Querflöte aus Holz. Das Cembalo scheint silbrig im Basso continuo. Es ist das „Goldene Zeitalter“ Frankreichs, Ludwig XIV. ist „Sonnenkönig“ in Versailles. Der absolutistische Herrscher fördert die Künste wie keiner sonst – und verpflichtet sie auf sich. Sein Urenkel und Nachfolger, Ludwig XV., tut es ihm ab 1715 nach. Die Traversflöte wird Solo- und Modeinstrument und Jacques Hotteterre, Flötist im Kammerorchester des Königs, widmet 1708 sein „Erstes Buch mit Stücken für die Traversflöte“ ehrerbietig seinem Dienstherrn: „Welch beglückenderen Erfolg könnte ich mir für meine Stücke wünschen, als dass sie einige jener Momente zu füllen vermöchten, in denen der größte König der Welt seinen glorreichen Beschäftigungen zu entfliehen wünscht.“ Musik als Urlaub vom Alltag? Schönheit pur: betörende Suiten aus dem Goldenen Zeitalter, komponiert von Flötisten, die Mitglied der königlichen Kapelle und die Besten ihrer Zeit waren, und von den Tastenvirtuosen Dornel und Couperin.

Ihr Concert Royal beginnen Michael Schmidt-Casdorff, einer der namhaftesten Flötist:innen der Alten Musik in Europa, und Christian Rieger, als Solist und Kammermusiker international gefragt, heiter und springend mit Hotteterres Tongemälde der großen Kaskade, die der Bruder Ludwigs XIV. als ein „Theater sprudelnden Kristalls“ im Park von Saint Cloud hat anlegen lassen. Gewiss hätte Schmidt-Casdorffs Spiel wie das Michel de La Barres auf Antoine Houdar de La Motte gewirkt: „So bezaubernd deine Flöte, / La Barre, sie ruft Zärtlichkeit hervor, / Alles entflammt sich an deinen gewinnenden Klängen; / Die Liebe selbst wird zarter, / Träumt nur noch davon, Dir zu lauschen / und lässt dich die Herzen verwunden.“

Gleiches galt mehr wohl noch für das Spiel Blavets, der die Traversflöte wie kein zweiter beherrschte und in affekt- und kontrastreichen Suiten sein Können zeigte. Ein Großer auch Couperin, genannt „Le Grand“. Den Organisten der Sainte Chapelle und Musiklehrer am Hofe bestellte der König in seinem letzten Lebensjahr fast jeden Sonntag zu einem Privatkonzert ein. Half ihm, der von Krankheit, dem Tod seines Sohnes und weiterer Thronfolger gezeichnet war, das 2. Concert Royal durch die Düsternis des Sterbens, das auch einen Sonnenkönig besiegt? Die „Echos“ am Ende des Konzerts sind zart zu spielen.

Michael Schmidt-Casdorff – Christian Rieger bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Michael Schmidt-Casdorff – Christian Rieger

© Janko Duinker | Privat
Konzert

Berlage Saxophone Quartet

Feier – Fire

Lars Niederstrasser, Sopran-, Basssaxophon
Peter Vigh, Altsaxophon
Juani Palop, Tenor
Eva van Grinsven, Alt-, Baritonsaxphon
Karin Strobos, Mezzosopran
Martijn Cornet, Bariton


George Gershwin (1898–1937): The man I love
Cole Porter (1891–1964): Night and Day
Werner Richard Heymann (1896–1961): Irgendwo auf der Welt
Robert Stolz (1880–1975): Salomé
Erwin Schulhoff (1894–1942): Alla Serenata (5 Stücke für Streichquartett) | Tango | Melancolia (Bassnachtigall) |
Victor Young (1900–1956): Ob du glücklich bist
Friedrich Hollaender (1896–1976): Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Mischa Spoliansky (1898–1985): Heute Nacht oder nie
Theo Mackeben (1897–1953): Bei Dir war es immer so schön
Kurt Weill (1900–1950): Sostenuto – Allegro molto (Zweite Sinfonie)
Harold Arlen (1905–1986): Stormy Weather
Ray Henderson (1896–1970): You’re the Cream in my Coffee
James P. Johnson (1894–1955): The Charleston
Cole Porter: Anything goes

Alles ist möglich. Anything goes! Das preisgekrönte Berlage Saxophone Quartet aus Amsterdam, die Mezzosopranistin Karin Strobos und der Bariton Martijn Cornet blicken in die Welt heute und in ihrer Revue 100 Jahre zurück. Mit Hits jener Jahre, unterbrochen durch Stücke von Schulhoff: die Roaring Twenties – die wilden, die Goldenen Zwanziger.

Damals ist Feier „fire“, ein Spiel mit dem Feuer. Ein Wirtschaftsaufschwung auf Pump, die Kunst blühte, Glitzer und Glamour in Berlin, in Hollywood und am Broadway. Eine Zwischenzeit: der Absturz kam 1929, Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise. Die Große Depression in den USA, in Deutschland erobern die Rechten die Straßen und Herzen. Der Nationalsozialismus gewinnt Macht. Nicht mehr lange ruhen die Waffen. In den Clubs und Varietés stiegen die Partys, die Kulturindustrie boomte. Man sah weg und tanzte – auf dem Vulkan.

Der Jazz kommt auf, der klassische Komponist Erwin Schulhoff – seine Musik galt später als entartet, er, jüdischer Herkunft, kam im KZ Weilheim zu Tode – adaptiert ihn in den Zwanzigern, später küsste ihn die leichte Muse nicht mehr. Big Bands entstehen, das Saxophon tritt seinen Siegeszug an. Evergreens werden geschrieben (die deutschen Komponisten jüdischer Abstammung emigrierten nach Hollywood).

In „Feier/fire“ ziehen George Gershwin, Cole Porter, Kurt Weill und andere in den Arrangements von Wijnand van Klaveren vorbei. Er setzt das Saxophonquartett als Big Band, Orchester und Barpiano ein. Pim Veulings inszeniert das Ganze in einer unbestimmten Zeit. Ein Fest mit dunklem Unterton, so aktuell wie vor 100 Jahren.

Berlage Saxophone Quartet bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Berlage Saxophone Quartet

© Simon Degenkolbe | Bundeswehr
Konzert

Luftwaffenmusikkorps Münster – Degenkolbe – Kalweit u.a.

Sommer Open Air

Simon Degenkolbe, Klarinette
Hauptfeldwebel Lulzim Bucaliu, Bassetthorn
Felice Bröker, Sopran
Gina Paulini, Sopran
Marcel Entrup, Tenor
Luftwaffenmusikkoprs
Major Alexander Kalweit, Leitung


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): Konzertstück Nr. 2, op. 114
Artie Shaw (1910–2004): Clarinet Concerto
Oscar Navarro (1981): Downey Ouvertüre
Sylvester Levay (1945): „Ich gehör nur mir“, aus dem Musical „Elisabeth“
Andrew Lloyd Webber (1948): Ausschnitte aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ Claude-Michel Schönberg (1944): „I dreamed a dream“, aus dem Musical „Les Misérables“
Phil Collins (1951): „You’ll be in my heart“, aus dem Musical „Tarzan“
Galt McDermot (1928–2018): Ausschnitte aus dem Musical „Hair“
Arturo Márquez (1950): Danzón Nr. 2

Ein Sommer-open-Air: Sinfonischer Big Band-Sound – und das Leben ist Musik! Pop aus Musical und Klassik: energiegeladen, cool und fröhlich, tänzerisch, virtuos bis zum Geht-nicht-Mehr, romantisch und erzählend.

Songs aus weltbekannten Musicals und Orchesterhits mit Latin-Rhythmen hat das Luftwaffenmusikkorps Münster auf dem Programm. Dazu Mendelssohn Bartholdys hinreißend-effektvolles Konzertstück mit gleich zwei Solisten an der Rampe. Simon Degenkolbe, der preisgekrönte Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, und Lulzim Bucaliu, Mitglied des Musikkorps, am Bassetthorn setzen ein strahlendes Duett in Szene, das von ihnen technische Topleistung und Herzblut verlangt. Hörvergnügen pur bietet auch Artie Shaws Concerto. Der berühmte Jazz-Klarinettist hat es sich auf den Leib geschrieben: Das swingt und geht ab, Simon Degenkolbe kann mächtig glänzen.

Das Luftwaffenmusikkorps Münster ist vielseitig und flexibel. Als Großes Blasorchester sorgt es mit 50 professionellen Musiker:innen bei den Veranstaltungen der Bundeswehr in Deutschland und im Ausland für „den guten Ton“. Darüber hinaus gibt das Ensemble zahlreiche Konzerte außerhalb der Truppe mit Blasmusik von sinfonischer Klassik über Pop und Swing bis hin zu traditioneller Marschmusik. Seit 2022 leitet Major Alexander Kalweit das Luftwaffenmusikkorps Münster. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Musikoffizier absolvierte er das Kapellmeisterstudium an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf, wirkte bei verschiedenen Konzerthausproduktionen mit und arbeitete mit Orchestern aus NRW. Lulzim Buzaliu studierte bei Werner Raabe in Münster. Bei diesem hatte auch Simon Degenkolbe, Soloklarinettist des Sinfonieorchesters Münster, Unterricht, bevor er bei Norbert Kaiser in Stuttgart studierte, den GWK-Förderpreis bekam und Mitglied der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker war.

Veranstalter: Forum Oelde

Luftwaffenmusikkorps Münster – Degenkolbe – Kalweit u.a. bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Luftwaffenmusikkorps Münster – Degenkolbe – Kalweit u.a.

© Johannes Jost | Privat
Konzert

Quantum Clarinet Trio

Beyond Brahms

Elena Veronesi, Klarinette
Johannes Przygodda, Violoncello
Bokyung Kim, Klavier


Carl Frühling (1868–1937): Klarinettentrio a-Moll, op. 40
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Drei Stücke für Klarinette, Violoncello und Klavier
Robert Kahn (1865–1951): Serenade f-Moll, op. 73
Max Bruch (1838–1920): Sätze 1-3, aus: 8 Stücke, op. 83
Johannes Brahms (1833–1897): Klarinettentrio a-Moll, op. 114

„Beyond Brahms“: das ist nach Brahms und mit ihm. Und wundervolle Kammermusik mit dem preisgekrönten Quantum Klarinettentrio und Komponisten, die noch unbekannt, aber höchst entdeckenswert sind.

„In nur 50 Jahren wird sein Glanz als der des überragendsten Komponisten aller Zeiten hell erstrahlen, während man sich meiner hauptsächlich nur wegen meines g-Moll-Violinkonzertes erinnern wird“. Damit sollte Max Bruch recht behalten. Doch weder seine noch die Arbeit von Carl Frühling und Robert Kahn geht in Epigonentum auf. Sie können neben Brahms bestehen, zumal Frühling und Kahn, die jüdischer Herkunft waren, von den Nazis vergessen gemacht wurden.

„Ich liebte die unprätentiöse Wärme, den Humor, den sanften Charme seines Stils“, schwärmt der große Cellist Steven Isserlis, als er Frühlings Klarinettentrio, das erst 2009 wieder publiziert wurde, erstmals las. Graziös der moderne Wiener Walzer und eine Art Ländler im ersten Satz, nach einem nachdenklich-expressiven Andante ein temperamentvolles, verspieltes Finale: gute-Laune-Musik mit Augenzwinkern, alles andre als trivial.

Heiter entspannt, ausdrucksvoll sanglich mit virtuosen Partien die Serenade Robert Kahns, Professor am Königlichen Konservatorium in Berlin und Klavierbegleiter von Joseph Joachim, dem Stargeiger und Brahms-Freund, sowie von Richard Mühlfeld, dem Klarinettenvirtuosen. Von Mühlfeld begeistert, schrieb Brahms 1891 sein Klarinettentrio für ihn. Max Bruch komponierte seine Acht Stücke für seinen Sohn Max Felix, der 1910 am Anfang einer Klarinettistenkarriere stand: Man hört Brahms und Schumann durch – und verzeiht es wegen der schönen Melodien und Harmonien, der Eleganz der Form und der Leidenschaft im Ausdruck.

Knapp 20 Jahre zuvor hatte Brahms mit dem Opus 114 seinen Lebensherbst komponiert. Musik geworden, verstehen seine Melancholie selbst junge Musiker:innen: diese Mischung aus sanfter Resignation und Erinnerungen an Aufschwünge und Glücke. Wissend und nobel kommt die Leidenschaft des Alters über, man spürt die Kraft, die die Seele hat, wenn das Leben sich als erfüllt zeigt und das Sehnen dennoch nicht aufhört.

Quantum Clarinet Trio bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Quantum Clarinet Trio

© Privat
Konzert

Armin Kyumei Lohbeck

Eine Reise ins alte Japan

Armin Kyumei Lohbeck, Shakuhachi

Yobitake Uketake: Rufender Bambus – antwortender Bambus
Taihei-Raku | Yuugure No Kyoku: Stück zur Abenddämmerung
Azuma No Kyoku: Stück aus Azuma
Shika No Tone: Ruf der Hirsche

Die Shakuhachi ist eins der ältesten Musikinstrumente der Welt und seit 1.200 Jahren unverändert. Hierzulande ist die japanische Flöte noch immer eine Exotin. Sie klingt holzig-hauchig, geräuschhaft nach Weite und Wind, ist aus dem Wurzelende des Madake-Bambus gemacht und hat fünf Grifflöcher.

Inmitten der Ausstellung „Doppelpass“ spielt der Shakuhachi-Meister Armin Kyumei Lohbeck „Kinko-ryu Honkyoku“, meditative Stücke der „Komusō“ genannten japanischen Wandermönche.

Im 16. Jahrhundert gründeten buddhistische Bettelmönche einen Zen-Orden, dessen Wahrzeichen die Shakuhachi wurde. Für diese Komusō war die Flöte ein Werkzeug der Meditation, das Spielen ein Weg zur Erleuchtung. Flöte spielend gingen sie auch durch die Straßen, um für ihr Essen zu betteln. Ihre Musik wird „Honkyoku“, Hauptstücke, genannt, „Kinko-ryu“ heißt deren größte Sammlung und Schule. Honkyoku bestechen durch fehlenden Rhythmus und Freiheit von allem, was man im Westen unter Musik versteht.

Auf der Shakuhachi kann über mehr als zweieinhalb Oktaven jeder Ton und ein reiches Spektrum an Klangfarben erzeugt werden, indem die Spielenden die Grifflöcher ganz oder teils abdecken, die Kopfneigung oder die Lippenspannung verändern, wobei Anblas- und Atemtechnik anspruchsvoll sind. Nahezu alles ist auf der Shakuhachi spielbar: traditionelle japanische Meditations- und Ensemblemusik, Arrangements klassischer Musik, Filmmusik, Jazz.

Armin Lohbeck entdeckte nach seinem Cello-Studium in Deutschland als Mitglied des Japan Philharmonic Symphony Orchestra seine Liebe zur japanischen Musik. In Japan erhielt er ersten Shakuhachi-Unterricht bei Reiko Yokota, in Deutschland bei Shakuhachi-Meister Ikkei Hanada. Ab 2010 studierte er die Shakuhachi in der Kinko-ryu-Tradition bei Gunnar Jinmei Linder in Schweden und Ryumei Matsuyama in Japan. 2016 erhielt er von der Kinko-ryu Chikumeisha-Schule das traditionelle Meisterzertifikat „shihan“ und den Künstlernamen „Kyumei“ 穹盟.

Armin Kyumei Lohbeck bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Armin Kyumei Lohbeck

Ausstellung

Ausstellung: Doppelpass

Eintritt mit Konzertkarte frei

Soya Arakawa | Debora Ando | Satomi Edo | Setuko Fukushima | Akane Kimbara | Nana Hirose & Kazuma Nakatani | Shigeru Takato | Sosuke Ueta | Takako Saito | Tomoko Sato | Tetsuya Takizawa | Yoko Tawada | Katsutoshi Yuasa

Zahlreiche Künstler:innen japanischer Herkunft ist Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren Arbeitsort und zweite Heimat geworden. Dabei pflegen sie selbstverständlich weiterhin Kontakte zu Japan. Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit beiden Kulturen liefern Impulse für ihre künstlerische Arbeit. Der innere und äußere interkulturelle Dialog im Kontext einer globalisierten Welt ist für viele dieser Künstler:innen durchgängig Thema.

Die Künstlerin und Kuratorin Satomi Edo hat Künstler:innen aus NRW, die japanische Wurzeln haben und kulturelle Zwischen- und Doppelidentitäten in ihrer Arbeit reflektieren, zur Ausstellung „Doppelpass“ eingeladen. Präsentiert wird Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Film, Performance, Literatur und Musik.

Veranstalter: Ausstellungshalle Hawerkamp 31 e. V.
Schirmherrschaft: Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf

„Doppelpass“ wird gefördert von:
LWL-Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Stiftung Kunst und Kultur Münsterland
Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung
Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung
Stadt Münster
kulturinitiativecoerde
Westdeutscher Künstlerbund e. V.

Eintritt frei mit Konzertkarte

Ausstellung: Doppelpass bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Ausstellung: Doppelpass

© Nikola Lund | Privat | Green Room Creatives
Konzert

Fratres Trio

American Tempo

Fedor Rudin, Violine
Guerino Bellarosa, Saxophone
Florian Noack, Klavier


Darius Milhaud (1892–1974): Le Boeuf sur le toit, Fantaisie op. 58
Erwin Schulhoff (1894–1942): Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier
Fats Waller (1904–1943): Bye Bye Baby
Maurice Ravel (1875–1937): Blues, aus: Sonate für Violine und Klavier
Duke Ellington (1899–1974): In a sentimental mood | Jubilee Stomp
Francis Poulenc (1899–1963): Suite aus „L’invitation au Château“
Kurt Weill (1900–1950):
Sieben Stücke nach der Dreigroschenoper
Moritat von Mackie Messer – Ruf aus der Gruft – Ballade vom angenehmen Leben – Pollys Lied – Zuhälterballade – Seeräuberjenny – Kanonensong
George Gershwin (1898–1937):
Porgy and Bess-Suite
Introduction – Summertime – It ain’t necessarily so – Bess, you is my woman now

Melodien, Rhythmus, Tanz, gerade und schräg, sentimental bis ausgelassen, voll harmonischer Spannung und im „American tempo“ mit dem Fratres Trio – Topvirtuosen der internationalen Klassikszene mit Feeling für Blue Notes und Swing.

Das Fratres Trio spürt der Musikrevolution vor 100 Jahren nach. Da kam in den USA der Jazz zur Blüte, eine neue „Unterhaltungsmusik“, die direkt in den Körper ging. Auch in den Metropolen Europas (er)füllte er die Nachtclubs – und die „Ernste Musik“ verwandelte sich durch ihn. Mit Gershwin entstand die spezifisch US-amerikanische Fusion aus Klassik und Jazz, und in Good Old Europe nahmen traditionell ausgebildete Komponisten charakteristische Stilelemente des Jazz in ihre Werke auf. Etwa Milhaud, der „nie verstanden (hat), wie man zwei verschiedene Sorten Musik – klassische oder moderne, ernste oder leichte Musik etc. – abgrenzen und festlegen kann. (…) Es gibt nur eine einzige Musik, und die kann man in einem Refrain im Kaffeehauskonzert oder in einer Operettenarie genauso gut finden wie in einer Sinfonie, einer Oper oder in einem Kammermusikwerk.“ Das Fratres Trio spielt „Klassiker“ aus jener Zeit: klassische Musik, die „Baumaterialien“ (Ravel) des Jazz verwendet, und Jazz-Standards, die für Violine, Saxophon und Klavier kunstvoll arrangiert sind: Infektiös.

Beschwingt eröffnet das Programm mit brasilianischen Rhythmen in Milhauds Fantasie, von der der Pariser Nachtclub „Le Boeuf sur le Toit“ seinen Namen hat. Im „Ochsen auf dem Dach“ trafen sich in den Zwanzigern führende Künstler und Musiker und jammten bis in den Morgen, woraus die Redewendung „faire le boeuf“ entstand. Auch Erwin Schulhoff „machte den Ochsen“ am Klavier und tanzte nächtelang in Clubs, lief heiß, lud sich mit Inspiration auf und nobilitierte in seiner Hot-Sonate das verruchte Modeinstrument Saxophon. Oder Poulenc lässt seine Nächte im Moulin Rouge in seiner „Einladung ins Schloss“ aufleben: eine Suite melodischer Tänze, Melancholie und Erotik, Polka und Tarantella. Am Schluss eine „Porgy and Bess-Suite“ mit Gershwins All-time-Hits, etwa „Summertime“.

Fratres Trio bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Fratres Trio

© Marco Borggreve / Lena Bichler
Kurs

Meisterkurs Fagott – Theo Plath

Summerwinds bietet einen Meisterkurs mit Theo Plath an.
Der Meisterkurs richtet sich an Fagott-Studierende und Jugendliche, die ein Fagottstudium anstreben.


Theo Plath, Fagott/Dozent
Kimiko Imani, Klavier/Korrepetitorin


Theo Plath, Solofagottist des hr-Sinfonieorchesters, Preisträger u.a. beim ARD Musikwettbewerb und international als Solist gefragt, erarbeitet mit Ihnen Ihre Wunschstücke: Repertoire von der Klassik bis zu zeitgenössischer Musik, Werke für Fagott und Klavier oder für Fagott solo, Fagott-Konzerte und -Orchesterstellen. Zum Abschluss des Meisterkurses findet ein öffentliches Summerwinds-Konzert der Kursteilnehmer:innen in der Musikhochschule Münster statt. Die Pianistin Kimiko Imani (UdK Berlin, Hochschule für Musik Hanns Eisler) begleitet den Kurs.

Kurszeiten: MO-MI: 10:00 – 13:00 Uhr und 15:00 – 18:00 | DO: 10:00 – 14:30 Uhr
DO 18:30 Uhr: Abschlusskonzert

Kostenbeitrag: 290 € für aktive Teilnahme, 100 € bei passiver Teilnahme

Bewerbungsschluss: Freitag, 28.06.2024
Nach Eingang der Bewerbungen wählt Theo Plath die Kursteilnehmer:innen aus. Die GWK bestätigt Ihnen den Eingang Ihrer Bewerbung und teilt Ihnen bis Mitte Juli mit, ob Sie an dem Kurs teilnehmen können.

Bewerbung: Sie bewerben sich per Mail mit einem formlosen Anschreiben bei der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit. Bitte geben Sie im Betreff „Meisterkurs Summerwinds“ und in der Mail unbedingt Ihre Kontaktdaten an. Ihrem Anschreiben hängen Sie an:

Ihren (musikalischen) Lebenslauf
das Repertoire, an dem Sie im Kurs voraussichtlich arbeiten möchten.
Bei Bestätigung Ihrer Teilnahme durch die GWK teilen Sie der GWK Ihr Kursrepertoire verbindlich mit. Bewerbungsadresse: gwk@lwl.org
Maximal 8 Personen können aktiv an dem Kurs teilnehmen.

Meisterkurs Fagott – Theo Plath bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Meisterkurs Fagott – Theo Plath

Marco Borggreve / Lena Bichler
Konzert

Meisterkursteilnehmer:innen – Theo Plath – Kimiko Imani

Wie gewünscht – Abschlusskonzert Meisterkurs Fagott

Meisterkursteilnehmer:innen und Kimiko Imani, Klavier
Theo Plath, Fagott


Wunschstücke der Kursteilnehmer:innen. Das Programm wird am Konzertabend bekannt gegeben.

Acht begabte junge Musiker:innen hat Theo Plath für seinen Fagott-Meisterkurs aus einer Vielzahl von Bewerber:innen ausgewählt. In einem intensiven Workshop in der Musikhochschule Münster haben sie mit ihm ihre Wunschstücke von der Klassik bis zu zeitgenössischer Musik erarbeitet, Werke für Fagott und Klavier oder für Fagott solo, Fagott-Konzerte und -Orchesterstellen. Ausschnitte aus ihrem Repertoire präsentieren sie im Abschlusskonzert „Wie gewünscht“.

Theo Plath ist einer der führenden Fagottist:innen seiner Generation. Er ist Solofagottist des hr-Sinfonieorchesters, Preisträger u.a. beim ARD Musikwettbewerb und international als Solist und Kammermusiker gefragt. Die Pianistin Kimiko Imani, die den Kurs begleitet, unterrichtet an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und ist seit 2022 Dozentin an der Universität der Künste Berlin. Als Kammermusikerin und solistisch tritt sie international auf.

Meisterkursteilnehmer:innen – Theo Plath – Kimiko Imani bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Meisterkursteilnehmer:innen – Theo Plath – Kimiko Imani

© Bertrand Pichene
Konzert

I Zefirelli

Telemann in der Taverne

Jeroen Finke, Bariton, Perkussion
Luise Catenhusen, Blockflöte
María Carrasco, Barockvioline
Jakob Kuchenbuch, Barockcello
Tilmann Albrecht, Cembalo


Georg Philipp Telemann (1681–1767): Kantate: Sagt ihr allerschönsten Lippen, TVWV 20:66 | Triosonate, TWV 42 a4| Fantasia TWV 40:8 | Fantasia TWV 40:25 | Triosonate TWV 42:d10 | Arie „So quel que si dice“
Carl J. F. Haltmeier (1698–1735), Telemann, Anonym: Fantasia. Largo – Allegro – Bizarria – Polonaise
Silvius Leopold Weiss (1687–1750): Presto
Johann Valentin Goerner (1702–1762), Telemann: Der Wein | Das Dasein | Das Gesundheittrinken
Christoph Graupner (1683–1760) / Georg Philipp Telemann: Aus: Concerto GWV 323 | Concerto TWV51:F1
Reinhard Keiser (1674–1739): Aus der Oper „Der lächerliche Prinz Jodelet“
Anonymi: Liebesklage | Nach Regen folgt Sonnenschein | Der junge Held | Studentenlob | Ach Schiffmann | Igel und Leinweber

Telemann in der Taverne: Barock trifft Folk in den Kneipen von Krakau und Pless. Hier holte sich Georg Philipp, Kapellmeister des Grafen Erdmann II. von Pomritz in Schlesien, den Rausch. Im Wirtshaus brach der junge Komponist aus den Konventionen des Hofes, der adligen Etikette, den festen Standards und Formen aus. Eine Gegenwelt. Das pralle Leben. Doch nicht an Schnaps und Bier, sondern an Live-Musik und Tanz hat er sich besoffen, an der polnischen und hanakischen Volksmusik „in ihrer wahren barbarischen Schönheit“. Die war für Telemann, so heißt es in seinen Memoiren weiter, Inspiration pur, besonders die Improvisationen mit den „genialen Einfällen“ der Bläser und Geiger: „Wenn man notieren wollte, was da alles gespielt wurde, dann hätte man nach einer Woche genug Ideen für den Rest seines Lebens. Wenn man das zum eigenen Vorteil zu nutzen versteht, lässt sich aus dieser Musik so viel Gutes gewinnen.”

Telemann hat aus der Volksmusik „Gedanken für ein ganzes Leben erschnappt“ und als einer der Ersten U-Musik, Folklore, und E-Musik fusioniert. Das, die Verbindung von Noblesse und Eleganz mit Einflüssen „barbarischer Schönheit“, macht den Charme der Stücke, die I Zefirelli aus seinen 3.600 erhaltenen Kompositionen ausgesucht haben, aus.

Das Paradoxe: gespielt mit dem Können und Wissen von heute, mit Leichtigkeit und der fantasievollen Einfühlung in den gemischten Spirit Telemanns, klingen seine Stücke ganz frisch, wie neu – ebenso die ausgewählten Werke der Kollegen Haltmeier, Weiss und Keiser oder seines Schülers Graupner, die volksmusikalische Einflüsse zeigen und von Telemann in seinem Musikmagazin „Der getreue Musikmeister“ veröffentlicht wurden. Diese Stücke kombinieren die Zefirelli, die wie Telemann damals in Hamburg zuhause sind, mit humorigen Volksliedern seiner Zeit: Alte Musik von Heute, mit einem Ensemble, das Preisträger diverser Wettbewerbe und im begehrten europäischen Förderprogramm EEEMERGING+ ist.

I Zefirelli bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte I Zefirelli

© Wildes Holz © Sueley Kayaalp
Konzert

Wildes Holz

Auf dem Holzweg

Tobias Reisige, Blockflöten
Markus Conrads, Kontrabass, Mandoline
Johannes Behr, Gitarre


AUF DEM HOLZWEG. Highlights aus 25 Jahren Band-Geschichte.

25 Jahre Wildes Holz: „25 Jahre auf dem Holzweg“. Das ist der Titel des Jubiläumsprogramms des Trios, der, na klar, ironisch, pfiffig und lustig ist und das Spielerische, den rotzig-charmanten Humor, das Improvisatorische und Gewagte seiner Musik rüberbringt und mit „Holz“ zuvorderst die Blockflöte, selbstverständlich aber auch Kontrabass und Gitarre meint. Und dass die schräg besetzte Holz-Band mit ihrem einmaligen Crossover-Projekt überall unterwegs, nur eben nicht auf dem Holzweg ist.

Wildes Holz haben 2.000 Konzerte gespielt und 14 CDs veröffentlicht. Die Innovation: die Blockflöte als Pop-Instrument, der druckvolle, jazzig-rockige Sound von Tobias Reisige. Bei der Wahl ihrer Stücke sind die Drei höchst wählerisch – und nehmen sie von überall her, um sie zu adaptieren und sich einzuverleiben. Sie „scheren sich nicht um Genre-Grenzen“, heißt es auf ihrer Website. „Rock, Pop, Jazz, Klassik, Elektronik – je unmöglicher eine Umsetzung auf ihrem Holz-Instrumentarium erscheint, desto lustvoller beweisen sie das Gegenteil!“ In ihrem Jubiläumsprogramm „Auf dem Holzweg“ lassen Wildes Holz die Highlights ihrer Schaffensphasen Revue passieren, von den Anfängen als Straßenmusiker bis zu ihren aktuellen Hits. Dabei erzählen sie auch von ihren Erlebnissen auf und neben der Bühne, von skurrilen Begegnungen, lustigen Anekdoten, bewegenden Momenten.

Veranstalter: Kulturscheune Waltende e.V.

Tickets für „Wildes Holz“ gibt es nur hier:
- Walstedder Reisagentur, Dorfstraße 17, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02387-900245, info@walstedder-reiseagentur.de
- Markt Nr. 1, Markt 1, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02508-999796, verkauf@marktnr1.de
- Hotel Leib & Seele, Sankt-Lambertus-Kirchplatz 16, 48317 Drensteinfurt, Tel: 02387-9194303, info@hotel-leib-seele.de

Wildes Holz bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Wildes Holz

8

summerwinds münsterland

Veranstalter: GWK - Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.

Internationales Holzbläser Festival
21. Juni bis 1. September 2024


Wieder durchweht 2024 das internationale Holzbläserfestival Summerwinds Münsterland den Nordwesten Nordrhein-WWestfalens. Von Juni bis September 2024 präsentieren wir, die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, in Kooperation mit mehr als 50 Partnern in der Region an attraktiven Spielorten hochkarätige Konzerte aus Klassik, Crossover, Weltmusik. In diversen, traditionellen und originellen, Ensemblekonstellationen sind Vielfalt, Farbigkeit und Innovationsreichtum der Holzbläserszene zu erleben.

Ein Festival, das die Holzblasinstrumente in den Fokus nimmt, ist in Europa einzigartig. Und für alle ist etwas Besonderes dabei. Wir bieten Programme mit Musik von der Renaissance bis heute mit international renommierten Solist:innen und Ensembles, mit Big Names, aber auch Rising Stars, die Preisträger großer Wettbewerbe sind, und mit solchen Interpret:innen, die als Geheimtipp gelten. Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles, bunt besetzte Bands sowie Orchester mit Solist eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“. In herkömmlichen und experimentellen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng und die Bawu, die irische Flöte, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

Klein und fein, immer besonders – auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: das typisch münsterländische Wasserschloss oder das „Westfälische Versailles“, der umgenutzte Gutshof oder das klassizistische Herrenhaus, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt auch die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Lassen Sie sich in diesem Sommer von unsrer Musik durchwehn! Herzlich lade ich Sie zu sanften Brisen und musikalischen Stürmen im Münsterland ein.

Susanne Schulte
Intendantin, Leiterin der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit

summerwinds münsterland bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte summerwinds münsterland

Ereignisse / Festival Summerwinds Münsterland 21.6. bis 1.9.2024
Ereignisse / Festival MeetMUSIC Open Air 15. bis 17.8.2024
Ereignisse / Festival MünsterlandFestival Greven, Airportallee 1
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Konzerte / Konzert Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Stiftbergstraße 2
Ereignisse / Festival Morgenland Festival Osnabrück Osnabrück, Lohstraße 45a
Ereignisse / Wettbewerb Neue Stimmen Wettbewerb Güthersloh Gütersloh, Carl-Bertelsmann-Str. 256
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kurhaus Bad Hamm Hamm, Ostenallee 87

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.