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Schauspiel Hannover

Das Schauspiel Hannover setzt unter der Intendanz von Sonja Anders auf gesellschaftspolitisch relevante Themen und fahndet in über 30 Premieren pro Spielzeit nach neuen Utopien. Neben Klassikern prägen eine Vielzahl an Uraufführungen den Spielplan. Gespielt wird im Schauspielhaus, Cumberland, im Ballhof Eins und Zwei, aber auch an Orten jenseits der Theaterbühne.

Das Schauspielhaus mit 630 Plätzen wurde 1992 eröffnet. Dem Haus eng verbunden sind unter anderem die Regisseure Stephan Kimmig, Julia Wissert und Laura Linnenbaum. Hinzu kommen Regiehandschriften u. a. von Lilja Rupprecht, Friederike Heller, Kevin Rittberger, Anne Lenk und anderen.

Das Junge Schauspiel weitet seinen Spiel- und Wirkungsraum aus. Junge Lebenswelten sind, neben dem Ballhof, der sich in Hannovers Altstadt mit den Spielstätten Ballhof Eins und Zwei als Ort für junge Themen etabliert hat, in allen Spielstätten zu sehen, so dass sich Generationen treffen und mischen können.

Die Cumberlandsche Galerie, die bereits 1883 entstand, wird zu einem Ort der Öffnung für Künstler und Künstlerinnen aus Hannover und der Welt. Clubs, Gespräche, Partys, Lesungen, Kooperationen mit der Stadtgesellschaft finden hier Platz. Als zentrales Format lädt die künstlerische Workshop-Reihe „Universen“ Hannovers Bürger und Bürgerinnen zu einer Weiterentwicklung ihrer persönlichen Ausdrucksformen, Künsten und Sprachen ein.

Kontakt

Schauspiel Hannover
Niedersächsische Staatstheater Hannover
Prinzenstr. 9
D-30159 Hannover

Telefon: +49 (0)511-9999 00

 

Abo- und Kartenservice
(Mo–Fr 10:00–18:00 Uhr und Sa 10:00–14:00 Uhr)
Tel.: +49 511 9999 1111
E-Mail: kartenservice@staatstheater-hannover.de
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Schauspiel Hannover

Schauspiel

Romeo und Julia

nach William Shakespeare

Premiere 11.9.2026

mit einem Prolog von Hendrik Bolz

„Ich liebe dich.“

Wer ist tot am Ende des berühmtesten Theaterstücks aller Zeiten? Nicht die Alten – die Jungen. Romeo und Julia. Schon wieder? Zwei sehr junge Menschen, die sich unsterblich verlieben und am Ende, ausgelöst durch eines der folgenschwersten Missverständnisse der Theatergeschichte, beide sterben. Eine bekannte Tragödie, fast ein Mythos. Doch gerät Entscheidendes leicht aus dem Blick: Julia wird vierzehn Jahre alt. Vierzehn, als sie verheiratet werden soll, vierzehn, als sie sich gegen den Willen ihrer Eltern stellt, vierzehn, als sie sich für Romeo entscheidet. Auch Romeo ist nur wenig älter. Wo sind ihre Eltern? Sie sind beschäftigt. Gefangen in ihren Konflikten, Regeln, einer alten Feindschaft, deren Ursprung kaum noch jemand benennen kann.

Genau hier setzt Lena Braschs Inszenierung an. Sie verschiebt den Blick von der romantischen Liebestragödie auf das System, das diese Liebe von Anfang an unter Druck setzt. Wie kaputt ist eine Welt, in der Erwachsene den Tod ihrer Kinder herbeiführen, weil sie nicht wahrnehmen, was ihre Kämpfe, Erwartungen, Herrschaftsansprüche anrichten? Was hinterlässt diese Generation der nächsten außer Zwietracht und fortgesetzter Gewalt?

Über Lena Brasch

Die Regisseurin Lena Brasch fordert mit ihren Inszenierungen die Grenzen des traditionellen Theaterkanons heraus. Bekannt wurde sie durch Stücke über popkulturelle Phänomene wie den am Berliner Ensemble entstandenen Abend „It’s Britney, Bitch!“. Die Inszenierung wurde international besprochen und 2022 zum Festival „Radikal jung“ eingeaden. 2019 wurde Lena Brasch von der ZEIT als eine der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ ausgezeichnet und zu jenen „ostdeutschen Künstler*innen, die die Republik verändern könnten“, gezählt. In der Spielzeit 25/26 inszenierte sie erstmals am Schauspiel Hannover: „Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.“ sowie „Gewässer im Ziplock“.

Inszenierung: Lena Brasch
Bühne: studio dietrich&winter
Kostüm: Maja Lipinski
Musik: Wenzel Krah, Paul Eisenach
Video: Elias Asisi Licht Maren Zeiss, Oliver Hisecke
Dramaturgie: Mira Gebhardt, Valerie Göhring

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Bewertungen & Berichte Romeo und Julia

Jugendtheater

Propadanga

von Nils Zapfe / ab 13

Premiere 25.9.2026

„Kann eine Lüge zur Wahrheit werden, wenn sie oft genug wiederholt wird?“

Drei deiner Best Friends sagen, dass „Propadanga“ das beste Theaterstück ist, das sie je gesehen haben. Sie waren letzte Woche drin und wollen es unbedingt noch einmal sehen. Die Pullis und der ganze Merch sind auch der Hammer. Eigentlich hatten sie gar keine Lust, die Show zu sehen. Weil irgendwelche Forschungen ergeben haben, dass „Propadanga“ einen nachweisbaren positiven Effekt hat auf blablabla und so weiter ... Die Forschung kann bitte mal das Maul halten, wir können schon selber denken. Die Politik wollte die Show verbieten. Die drei auf der Bühne lassen sich aber nicht einschüchtern, die machen einfach weiter. Diese Show ist eine Waffe. Danach kann dir die Welt da draußen nichts mehr anhaben. Sagen die Friends. Was sagst du?

„Propadanga“ ist ein absurdes Spiel von drei Performer*innen mit dem Publikum. Weit, weit weg von der globalen politischen Realität und allen Social-Media-Kanälen, untersucht es die einfachste Form der menschlichen Kommunikation – die Sprache und den Körper im Raum – und stellt dabei die ganz großen Fragen: Warum ist eine Lüge manchmal schöner als die Wahrheit? Können Megafone tanzen? Und welche schmutzigen Tricks bin ich bereit, im politischen Kampf für die richtige Sache einzusetzen?

Über Nils Zapfe

Nils Zapfe macht alles: Theater für Erwachsene und junges Publikum, Romanadaptionen und Stückentwicklungen, Musik- und Figurentheater, Monologe und Ensemblestücke. Am besten sind seine Inszenierungen, wenn er sich nicht entscheiden muss, welches Genre er bedient. Studiert hat er Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste, es ist aber schon ein paar Jahre her, dass er selbst auf der Bühne stand. Am Theater Junge Generation in Dresden war Nils Oberspielleiter und Hausregisseur. In Hannover war er Teil der Kulturfiliale – eines freien Kollektivs, das den Stadtraum als Kunstraum mit Installationen und theatralen Walks erforscht und bespielt hat.

Inszenierung: Nils Zapfe
Bühne und Kostüm: Ramona Rauchbach
Musik: Christoph M. Hamann
Choreografie: Reut Shemesh
Licht: Mario Waldowski
Dramaturgie: Cathrin Rose

für Menschen ab 13 Jahren

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© Jörg Brüggemann, Ostkreuz
Schauspiel

Blind

von Lot Vekemans / Deutsch von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach

„Sag mal, was bringt dir das eigentlich, mit dem Finger auf andere zu zeigen? Genau zu wissen, wer auf der falschen Seite steht und warum? “

Die meistgespielte niederländische Theaterautorin Lot Vekemans hat mit „Blind“ das Stück zur Zeit geschrieben. Richard lebt in einer streng gesicherten Gated Community, in die er sich nach dem Tod seiner Frau zurückgezo¬gen hat. Ohne ersichtlichen Grund entlässt er seine Haushälterin und verlangt von seiner einzigen Tochter Helen, sich um ihn zu kümmern, da er droht zu erblinden.
Die Beziehung zwischen Vater und Tochter war lange distanziert — zu groß sind die Differenzen, die sie trennen. Richard, einst ein erfolgreicher Ingenieur für Wasserwirtschaft und noch immer von seinem eigenen Können überzeugt, verachtet Helens idealistische Haltung als Anwältin und lehnt die Wahl ihres Ehemanns, eines Schwarzen Intellektuellen, ab. Helen wiederum wirft ihm vor, sich vor den Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft zu verschließen — von Geschlechter¬gerechtigkeit über Rassismus bis zum verantwortungs¬vollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Während eines ihrer Besuche kommt es zu einem Zwischenfall: Die elektrischen Rollläden schließen sich plötzlich, als wäre ein Überfall im Gange. Vater und Tochter sind gezwungen, miteinander auszuharren — ob sie wollen oder nicht.
Lot Vekemans (deren Erfolgsstück „Judas“ bereits in der Cumberlandschen Galerie zu sehen war) beleuchtet in ihrem neusten Werk mit großer Sensibilität die scheinbar unüberbrückbaren Gegensätze, die heute in vielen Familien und Freundeskreisen zu Konflikten führen. Richard und Helen kämpfen politisch und persönlich miteinander — um die richtige Weltsicht, um ihre Souveränität, aber auch um ihre gegenseitige Liebe als Tochter und Vater. Wir erleben eine Beziehung, die menschlicher und tiefer kaum sein kann — wie ihm wahren Leben.

Die junge Regisseurin Leonie Rebentisch hat zuletzt mit ihrer Bühnenadaption des Romans „Gittersee“ am Berliner Ensemble auf sich aufmerksam gemacht. Einfühlsam, ohne falsches Sentiment und mit präzisem Fokus auf die Schauspieler*innen inszenierte sie die Geschichte rund um Republikflucht, Coming of Age und eine Jugendliche, die von der Stasi der DDR angeworben wird. Die Presse lobte die „schöne, klare, nie plakative Spielweise“ und die „Spannung und Psychologie, ohne dem Publikum das Denken abzunehmen“. Die Inszenierung wurde 2025 zum Festival „Radikal jung“ eingeladen. Leonie Rebentisch interessiert sich vor allem für dichte und ambivalente Beziehungskonstellationen, von denen auch „Blind“ eindrucksvoll handelt.

Inszenierung: Leonie Rebentisch
Bühne und Kostüm: Sabine Mäder
Komposition: Fabian Kuss
Licht: Mario Waldowski
Dramaturgie: Yunus Ersoy

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Schauspiel

Schwindel

von Herbert Fritsch

„Irgendwas war jetzt anders“

Endlich mal ein Theaterabend, an dem niemand irgendwas verstehen muss! Acht Schauspieler*innen und eine Musikerin drehen, rennen, stampfen, stolpern, springen, sprechen, galoppieren und pfeifen über die Bühne und haben dabei nichts im Sinn als Spaß und pure Freude. Mal ist es grell und überdreht, dann wieder zärtlich und fast melancholisch. In jedem Fall darf herzlich laut gelacht werden und wer will, der kann für sich auch einen Sinn entdecken: „Es ist ein bisschen wie Familienalltag“, sagte neulich jemand im Foyer. Und jemand anders: „Wenn ich das sehe, will ich gleich mitmachen!“

Die einzigartigen, lustvollen und urkomischen Theaterarbeiten von Herbert Fritsch leben oft von Wiederholung. Da wiederholen die Körper Abläufe, bis sie durchdrehen, wie die schwindelfreien Derwische. Da drehen sich Sätze im Kreis und klingen wie Musik. Da verschwindet der Sinn, taucht im nächsten Moment ganz neu wieder auf und lässt einen überrascht losprusten. Manchmal muss einem vielleicht erst schwindelig werden, für festen Boden unter den Füßen, und manchmal, da entdeckt man im Schwindel eine neue Wahrheit.

Über Herbert Fritsch

Herbert Fritsch war lange Schauspieler, bevor er die Seiten wechselte und als Regisseur seine unnachahmliche Art von Theater entwickelte. Seitdem hat er im ganzen deutschsprachigen Raum inszeniert: Eigene Kreationen, Opern, klassische Dramen und auch mal einen Text, der nur aus einem einzigen, sich wiederholenden Wort besteht. Parallel arbeitet Herbert Fritsch als Medienkünstler im Bereich Foto- und Videotechnik und zeigte Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz. Mit seinen stilprägenden Theaterarbeiten war er bereits sieben Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen und wurde für seine Verdienste um das deutschsprachige Theater mit dem Theaterpreis Berlin ausgezeichnet.

Inszenierung, Bühne und Kostüm: Herbert Fritsch
Musik: Charlie Casanova
Licht: Hendrik Möschler
Dramaturgie: Fabian Schmidtlein

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© Jörg Brüggemann
Schauspiel

Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.

von Sibylle Berg

„Der Krieg ist hier angekommen, auf der Welt, und wird erst enden, wenn wir verschwunden sind. Unter der Erde.“

Ein Ingenieur denkt über die Herausforderungen der modernen Existenz nach — über das alltägliche Aufwachen in einer Gesellschaft, in der sogar der Himmel Google gehört und bewaffnete Konflikte zur Tagesordnung zählen. Wobei, solange sie nicht das eigene Viertel, die eigene Stadt oder eventuell noch das eigene Land betreffen, verschwinden sie nach zwei Tagen aus der flackernden Aufmerksamkeit. Und seien wir ehrlich: Wenn man nicht einmal die Flaggen der betroffenen Länder kennt, um sie solidarisch zu posten, kann es ja so schlimm nicht sein?! Zwischen Horror und Humor erkundet Sibylle Berg, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Theaterautorinnen im deutschsprachigen Raum, die dystopisch anmutenden Abgründe unserer Gegenwart. Gespielt wird dieser Ingenieur von der Schauspielerin Katja Riemann, einer langjährigen künstlerischen Weggefährtin von Autorin Sibylle Berg, die bereits in deren Erfolgsstück „Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden“ am Berliner Gorki Theater zu sehen war. Sibylle Berg selber ist mit ihrer Stimme ebenfalls Teil der Inszenierung.

Die Regisseurin Lena Brasch, 1993 in Berlin-Pankow geboren, fordert mit ihren Inszenierungen die Grenzen des traditionellen Theaterkanons heraus. Bekannt wurde sie durch Stücke über popkulturelle Phänomene wie den am Berliner Ensemble entstandenen Abend „It’s Britney, Bitch!“. Die Inszenierung wurde international in etlichen Medien besprochen und 2022 zum Festival „Radikal jung“ eingeladen. 2019 wurde Lena Brasch von der ZEIT als eine der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ ausgezeichnet und zu jenen „ostdeutschen Künstler*innen, die die Republik verändern könnten“, gezählt.

Inszenierung: Lena Brasch
Bühne: studio dietrich&winter
Kostüm: Eleonore Carrière
Licht: Maren Zeiss, Marie-Luise Fieker
Dramaturgie: Yunus Ersoy

Dauer: ca. 1 Std. 30 Min., keine Pause

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© China Hopson
Schauspiel

Die Tage der Hyäne

von Saara Turunen / Deutsch von Stefan Moster

„Was mich betrifft, könnten die Erde zerstört, die Urwälder verbrannt und die Gewässer verschlammt werden, aber ich möchte trotzdem ein Kind haben.“

Haben Sie sich in einer gynäkologischen Praxis auch schon einmal gefragt, wohin eigentlich mit der Unterhose? Wie über die Nachwirkungen einer Schwangerschaft sprechen, ohne rot anzulaufen? Und was tun, wenn zwischen kinderlosen Freund*innen plötzlich diese unangenehme Stille entsteht – oder der verächtliche Blick das schreiende Baby trifft? „Die Tage der Hyäne“ behandelt diese Fragen ehrlich, humorvoll und vielschichtig. Die finnische Autorin Saara Turunen erzählt von einer Schriftstellerin, die sich sehnlichst ein Kind wünscht. Von unerbittlichem Ehrgeiz getrieben, ordnet sie sich diesem Ziel vollkommen unter – bis sie sich plötzlich im Körper einer Hyäne wiederfindet, jenes Tiers, das als Aasfresser, Alphaweibchen und für sein hämisches Lachen bekannt ist. Turunen zeichnet das eindrückliche Bild eines Körpers, der fremd geworden ist – und erzählt vom Verschwinden des Rationalen zugunsten eines archaischen, instinktiven Selbst.

Wie schon in früheren Arbeiten widmet sie sich dabei weiblichen Lebensentwürfen. Mit einem feinen Gespür für das Skurrile im Alltäglichen erforscht sie, was eine Fruchtbarkeitsbehandlung für den Körper einer Frau bedeutet, warum Fortpflanzung so häufig über Kontrolle definiert wird und wie gesellschaftliche Erwartungen die eigene Wahrnehmung prägen. Turunen thematisiert Mutterschaft nicht diskursiv, sondern radikal visuell – so präzise wie beiläufig, so humorvoll wie eindringlich. Dabei gelingt es ihr, dem Publikum die Empfindungen der Protagonistin ganz nah zu bringen – man kann mitfühlen, nachvollziehen oder sich an eigene Erlebnisse erinnern. Gerade darin liegt die besondere Kraft ihrer Inszenierung: Mithilfe einer klaren Theatersprache, eindrucksvoller Bilder und einer besonderen Musikalität, in der Donna Summer auf Edvard Grieg trifft, verleiht sie den inneren Zuständen ihrer Figuren Gestalt. Neben dem Porträt eines Lebensabschnitts entfaltet sich zugleich eine Reflexion über Kontrolle, Durchhalteideale und die Mechanismen einer Leistungsgesellschaft. „Die Tage der Hyäne“ richtet sich dabei an alle, die jemals nach etwas gestrebt, Rückschläge erlebt und sich plötzlich in einer fremden Welt wiedergefunden haben.

Saara Turunen arbeitet als Regisseurin und Autorin in Helsinki und international. In ihren Werken untersucht sie weibliche Perspektiven und Identitätsfragen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Normen. Ihr Theater ist radikal visuell – sie verdichtet Emotionen zu kraftvollen Bildern, die im Gedächtnis bleiben. Mit komplexen Soundlandschaften und klaren Kompositionen schafft sie Zugänge zu Gefühlen, die tief im Inneren verborgen scheinen. Ihre Arbeiten wurden in fünfzehn Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Inszenierung: Saara Turunen
Bühne: Milja Maaria Aho
Choreografie: Janina Rajakangas
Kostüm: Liisa Pesonen
Video: Ainu Palmu
Licht: Ainu Palmu, Mario Waldowski
Sound: Tuuli Kyttälä
Dramaturgie: Mira Gebhardt

Dauer: ca. 1 Std. 30 Min., keine Pause

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Schauspiel

Sliding Away

Ein Theaterstück von Zombies, die einen Film drehen wollen | von Toshiki Okada

Uraufführung von Toshiki Okada
Deutsch von Andreas Regelsberger

In apokalyptischen Zeiten florieren Monster. Sie werden zum Sinnbild der Krise und tanzen uns den Sound des Untergangs. Zombies zum Beispiel — zum Leben erweckte Untote, die zu Hauf Städte und Dörfer überfallen oder verschreckte Unschuldige in Autos einkesseln. Von Viren oder Bakterien mutierte, menschenähnliche, aber doch seelenlose Wesen, die mit abschreckendem Horror das Menschliche als bedrohte Norm konstruieren. Serien wie „The Last of Us“ oder „The Walking Dead“ geben eindrücklich Zeugnis von unserer anhaltenden Faszination für das untote Leben.

Der japanische Autor und Regisseur Toshiki Okada dreht den Spieß in seinem neuen Stück nun um: Was, wenn nicht die Zombies das Problem sind, sondern wir — die Menschen? Denn wer entscheidet, was normal und existenzberechtigt ist? Und haben Zombies wirklich keine Seele? Fünf Zombies rütteln am Korsett ihrer Zuschreibungen und arbeiten an einem Gegen-Narrativ mit dem Ziel, das menschengemachte Außenbild zu korrigieren. Und wie ginge das besser als mit einem eigenen Zombiefilm? Einem Film „mit Zombies, von Zombies, für Zombies“! Am Set dieses Drehs, der nicht so recht in Gang kommen will, entspinnt sich ein doppelbödiger, absurder und kluger Dialog über Repräsentation und (Un-)Menschlichkeit, der das Potential zur Zombie-Komödie hat.

Toshiki Okada wird „Sliding Away“ in Hannover und Tokio zur Aufführung bringen.

Regie

1973 in Yokohama geboren, erschafft er mit seiner Kompanie Chelfitsch seit 1997 Inszenierungen, die sich durch eine eigenwillige und zarte Formsprache auszeichnen und die Position des Menschen in einer Welt der radikalen Umbrüche untersuchen. Toshiki erschafft in seinen Arbeiten oft Szenarien und Bildsprachen einer durchkapitalisierten Welt, mit denen er die menschliche Existenz und ihre Widersprüche im Spätkapitalismus erforscht. Seine Arbeiten stoßen weit über Japan hinaus auf große Resonanz und sind auf internationalen Theaterfestivals zu erleben. Seine Inszenierungen „The Vacuum Cleaner“ für die Münchner Kammerspiele und „Doughnuts“ für das Thalia Theater Hamburg wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Inszenierung: Toshiki Okada
Bühne: Dominic Huber
Kostüm: Tutia Schaad
Musik: Kazuhisa Uchihashi
Licht: Erik Sonnenfeld
Dramaturgie: Tobias Kluge, Makiko Yamaguchi

Dauer: 1 Std. 10 Min., keine Pause

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Schauspiel

Höhere Gewalt

nach dem Film von Ruben Östlund für die Bühne bearbeitet von Tim Price

„Weil du, wie die meisten Frauen, glaubst, was du glaubst. Und du arbeitest an deinen unglücklichen Beziehungen. Hin und wieder wirst du belohnt mit ein paar Wochen des Friedens und des Glücks, in denen sich der Groll für eine Weile legt. Ich lehne diesen Handel ab. Vielleicht solltest du das auch tun.“

Alles beginnt mit ein paar Familienfotos, am Anfang des Skiurlaubs: Eltern und Kinder lachen, eingemummelt in ihre Schneeanzüge. Der Urlaubsentspannung wird ein jähes Ende bereitet, als eine Lawine heranrollt, während die Eltern und Kinder noch auf der Hotel-Terrasse frühstücken. Die Katastrophe bleibt aus, doch während die Mutter sich schützend vor die Kinder stellt, sucht der Vater instinktiv das Weite. Die Feigheit seiner Handlung lastet auf der Beziehung der Eltern und droht, nicht nur den Urlaub kaputtzumachen, sondern bedeutet eine harte Probe für die ganze Ehe.

Mit bösem Humor unterzieht der Regisseur Ruben Östlund, bekannt durch Filme wie „Triangle of Sadness“ und „The Square“, hier das klassische Bild einer modernen Familie einer Prüfung. Eine intelligente Auseinandersetzung mit konventionellen Rollenbildern, über die man auch nach dem Theaterbesuch noch ausgiebig diskutieren kann. Die junge Regisseurin Fritzi Wartenberg wird sich der Theateradaption des Filmes durch den renommierten walisischen Autor Tim Price annehmen.

1997 in Köln geboren, eroberte Fritzi Wartenberg die Bühnen Deutschlands und Österreichs zuletzt im Sturm. Mit ihren ästhetisch herausfordernden und spielerisch präzise gezeichneten Inszenierungen hinterfragt sie geschlechterspezifische Vorprägungen und deren gemeinsame Überwindung.

Deutschsprachige Erstaufführung

Deutsch von Linda Kokkores

Inszenierung: Fritzi Wartenberg
Bühne: Polly Stephan
Kostüm: Jelena Miletić
Musik: Fabian Kalker
Licht: Tobias Reichstein
Dramaturgie: Fabian Schmidtlein

Dauer: ca. 2 Std. 30 Min., mit Pause

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Schauspiel

Deutsch, du Schuft!

von Wera Mahne, Team und Draufsichtsrat/ ab 10

„In welcher Sprache träumst du?“

Warum gibt es im Deutschen 100 Wörter für „Gehweg“, aber keines für das Gefühl, wenn du satt und glücklich in einen Mittagsschlaf fällst? Warum klingen manche Worte wie Befehle und andere wie ein Unfall im Mund? Und wer bestimmt eigentlich, was „richtiges“ Deutsch ist? In „Deutsch, du Schuft!“ begeben wir uns auf eine wilde Reise durch die Welt der Worte — dorthin, wo Sprache fehlt, sich verheddert oder neue Bedeutungen annimmt. Denn Sprache bestimmt, was wir benennen können, und prägt, wie wir die Welt wahrnehmen. Was passiert, wenn wir an diese Grenzen gehen? Wenn wir Dinge neu benennen und Bedeutungen verschieben? Die Realität verändert sich mit den Worten — und genau deshalb ist entscheidend, welche wir wählen. Gemeinsam mit dem Draufsichtsrat* und Schulklassen beschäftigen wir uns mit den Tücken der deutschen Sprache, der Macht von Wörtern und der Frage, zu wem wir werden, wenn wir in einer anderen Sprache sprechen oder in ihr träumen.

Eine spielerische Performance über Worte und Sprache, aber auch über Identität, Macht und das große Vergnügen, Sprache einfach weiter zu erfinden. Für Wera Mahne bedeutet künstlerisches Arbeiten zuzuhören. Grundlegend für ihre Arbeit ist somit auch die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen als Feedback-Geber*innen und Gestalter*innen einer Kunstform, die für sie sein soll.

Wera Mahne arbeitete u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Schauspiel Hannover, dem FFT Düsseldorf, dem Theater an der Parkaue Berlin und dem Berliner Gorki Theater. 2020 entwickelte sie — unter anderem mit Kübra Sekin — die Produktion „Performing Family“ am Jungen Nationaltheater Mannheim. Ihr Stück „Weg vom Fenster“ entstand 2022 in Zusammenarbeit mit dem Ensemble und der Drama Control des Theaterreviers (Junges Schauspielhaus Bochum). Seit Jahren arbeitet sie zudem mit der Performancegruppe „Leute wie die“ aus Berlin und NRW, in deren Inszenierungen Laut- und Gebärdensprache gleichberechtigt eingesetzt werden. Wera liebt es, Dinge zum ersten Mal zu machen, und wir lieben es, sie dabei begleiten zu dürfen.

* Der Draufsichtsrat ist der Kinder- und Jugendaufsichtsrat des Jungen Schauspiel Hannover, der ab der Spielzeit 25/26 in Aktion tritt.

Inszenierung: Wera Mahne
Bühne: Declan Hurley
Kostüm: Isabelle Edi
Musik: Anne Rietmeijer
Licht: Markus Schwieger, Finn Ruben Schöls
Dramaturgie: Kat Heß

Dauer: 1 Std., 25 Min., keine Pause

für Menschen ab 10 Jahren

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1 Schauspiel

All the Sex I've Ever Had

von Mammalian Diving Reflex

Sechs Menschen erzählen aus ihrem Liebesleben. Sie sind alle über 65 Jahre alt und haben viel erlebt. Sie erzählen von der ersten Verliebtheit und vom ersten Liebeskummer, von (un)geplanten Schwangerschaften, von verbotener Liebe und aufregenden Affären bis hin zum Tod von Geliebten. Dabei entsteht auch das Porträt einer Generation, die große Veränderungen mitgemacht hat, wie beispielsweise die sexuelle Revolution der sechziger und siebziger Jahre und die Aids-Krise. Sie sind aufgewachsen, als Homosexualität noch ein Verbrechen war. Und nun leben und lieben sie in einer Zeit des Online-Datings. Es ist eine Generation, die viel von Tabus erzählen kann, aber auch von Freiheit. Das außergewöhnliche Stück, in dem immer sechs Senior*innen aus dem jeweiligen Aufführungsort auf der Bühne stehen, war bereits in vielen Theatern dieser Welt zu sehen — und meist ausverkauft! So zum Beispiel in Austin, Glasgow, Helsinki, Ljubljana, Portland, Prag, Singapur, Sydney, Taipei und Wien. Im Herbst startet die aufregende Reise durch die vergangenen Jahrzehnte in Hannover.

„All the Sex I’ve Ever Had“ ist ein Abend voll Freude und Tragik, der zeigt, was Senior*innen weitergeben können, und dass man gerade im Alter offen, großzügig und furchtlos durch diese Welt gehen kann.

Jeder Mensch ist interessant! Diese Überzeugung steht hinter den Arbeiten des kanadischen Kollektivs Mammalian Diving Reflex. Benannt haben die Künstler*innen sich nach einem Überlebensreflex. Ein Bild dafür, dass man schwierige Momente überstehen kann, wenn man sich von Intuition leiten lässt. Sie entwickeln ortsspezifische Performances, in denen sich Menschen auf neue und ungewöhnliche Weise begegnen. So entstehen Arbeiten, die Barrieren zwischen unterschiedlichen Altersgruppen, Kulturen und sozialen Schichten abbauen und das Teilen von gemeinsamem, ständig wachsendem Wissen über uns als Menschen ermöglichen. Ihre Arbeiten sind seit 1993 auf der ganzen Welt zu sehen.

Inszenierung: Darren O'Donnell
Vor-Ort Produktion / Text: Isabel Ahat
Vorproduktion: Ryan Lewis
Text-Mitarbeit Emma McManus
Bühne / Technik-Design Christian Horoszcak
Sounddesign Pascal Ritter Licht Maren Zeiss
Dramaturgie Cathrin Rose, Salima El Kurdi

Dauer: ca. 1 Std., 30 Min., keine Pause

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© Tobias Kruse
1 Schauspiel

Wanja

von Simon Stephens nach Anton Tschechow
Deutsch von Barbara Christ

„Wir werden uns erinnern, wie unglücklich wir jetzt sind, und wir werden lächeln, und wir werden lachen. Das glaube ich wirklich.“

Ivan hätte Künstler werden können. Aber er verwaltet seit Jahren ein Landgut. Eines Tages nistet sich sein Schwager Alexander dort ein: ein früher mal erfolgreicher Filmregisseur, den er finanziell unterstützt. Ivans Nichte Sonia ist derweil schwer verliebt in den Landarzt, der aber nur Augen für Helena hat — Alexanders zweite Frau. In ihrem Selbstmitleid glauben sie alle, allein zu sein. Dabei sind sie sich ähnlicher, als sie denken. Dann fällt ein Schuss.
Unerfüllte Hoffnungen und Träume, nicht erwiderte Liebe — „Wanja“ zeigt, wie unglücklich das Leben verlaufen kann... und wie herzergreifend komisch. Liebevoll offenbart das Stück, wie lächerlich wir manchmal sind, und ist dabei doch zum Mit-Leiden, Mit-Hoffen, Mit-Weinen.
Simon Stephens hat „Onkel Wanja“ sanft modernisiert und daraus einen Monolog entwickelt, in dem ein einziger Schauspieler alle acht Rollen spielt. So zeigt sich noch eindrücklicher, wie einsam alle Figuren des Tschechow-Universums sind und wie viel sie doch gleichzeitig miteinander verbindet. In unserer Inszenierung wird der Schauspieler Jirka Zett zu erleben sein und unter Beweis stellen, wie im Theater dank der Fantasie des Publikums aus dem Nichts eine ganze Welt entstehen kann.

Nach ersten Inszenierungen in der deutschen Theaterlandschaft verschlug es Katharina Birch nach London, wo sie acht Jahre lebte und für das Royal Court Theatre, die Garden Opera Company und weitere Kompanien und Theater arbeitete — unter anderem auch mit Simon Stephens. Aus England hat sie eine besondere Lust aufs Geschichten erzählen mitgebracht und die Überzeugung, dass es bereichernd ist, Texten sehr zu vertrauen. Mit diesem Gedanken im Gepäck ist sie seit ein paar Jahren zurück in Deutschland und inszeniert unter anderem am Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Hannover, am Deutschen Theater Göttingen, TJG Dresden und am Theater Münster.

Inszenierung: Katharina Birch
Bühne und Kostüm: Georg & Paul
Licht Tobias Reichstein
Dramaturgie: Fabian Schmidtlein

Dauer: ca. 1 Std. 40 Min., keine Pause

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© Birgit Hupfeld
1 Schauspiel

Mit anderen Augen

Ein musikalischer Abend über das Sehen
von Selen Kara und Torsten Kindermann

„Hello darkness, my old friend“

Wir leben in einer Gesellschaft der Sehenden. Von „Auf Wiedersehen“ über den „blinden Alarm“ bis zur „Liebe auf den ersten Blick“ ist unsere Sprache voller Metaphern des Sehens. Erkenntnis und Vernunft werden mit Licht und Sehen verknüpft, Unmündigkeit und Unvernunft dagegen mit Bildern von Blindheit und Dunkelheit. Die Welt der Blindheit ist den meisten von uns unbekannt, unser Leben auf das Sehen aufgebaut. Doch was geschieht, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt wird: In welchem Raum befinden sich blinde oder sehbehinderte Menschen? Was bedeutet Zeit für sie? Was erzählen Töne, Geräusche? Kann man mit den Ohren sehen?
Diesen und anderen Fragen geht „Mit anderen Augen“ nach, eine berührende Theatercollage aus Songs, Texten, Bildern, Klängen und Sinneseindrücken, die auf poetische Weise eintaucht in die Welt der Blindheit. Während dieses musikalischen Abends lenken Texte von blinden und sehbehinderten Menschen und die Lyrics der live gesungenen Songs unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Wahrnehmung weg vom Visuellen hin zu anderen Sinnen wie dem des Hörens. Nicht als Ersatz, vielleicht als Gewinn. Die acht Spieler*innen und Musiker befinden sich in einem Raum, der sich zwischen Dunkelheit, Unschärfe, hellem Licht und dem Verzicht auf starke Farben bewegt. Die Inszenierung möchte die Aufführung auch für nicht sehendes Publikum erfahrbar machen, auch mit Hilfe von Audiodeskription*. Mehr als sehenswert!

Die Regisseurin Selen Kara inszeniert seit mehr als zehn Jahren an renommierten Theatern wie dem Theater Bremen, dem Nationaltheater Mannheim, dem Schauspielhaus Bochum oder dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Einfühlsam und mit einem klaren ethischen Kompass nähert sie sich ihren Themen und Stoffen, die von zeitgenössischen Romanen bis zu klassischer und moderner Dramatik reichen. Mit dem Musiker Torsten Kindermann verbindet sie eine langjährige Partnerschaft, in der unter anderem die Theaterabende „Istanbul“ und „Mit anderen Augen“ entstanden, die das Publikum vielerorts berühren und begeistern. Mehrfach war Selen Kara zum Festival „Radikal jung“ eingeladen, und seit 2023 ist sie Co-Intendantin des Schauspiel Essen.

Inszenierung: Selen Kara
Musikalische Leitung/Szenische Einrichtung: Torsten Kindermann
Bühne: Lydia Merkel
Kostüm: Emir Medić
Licht: Oliver Hisecke
Dramaturgie: Vasco Boenisch, Dorothea Neweling

Die Uraufführung fand 2022 am Schauspielhaus Bochum statt.

*) Hinweis zur Audiodeskription: In etlichen Passagen der Inszenierung werden die Handlungen auf der Bühne, Personen und die Räumlichkeiten von den Schauspieler*innen verbal beschrieben, als integraler Bestandteil der Inszenierung. Eine Voranmeldung oder die Ausleihe von Equipment sind nicht nötig.

Dauer: ca. 1 Std. 30 Min., keine Pause

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Schauspiel

Burn, Baby, Burn!

von Yael Ronen

Ein Dorf nach einem Feuer: Fünf Menschen suchen nach Überresten, Erinnerungen, nach Halt, Wahrheit und einer Sprache für das, was gerade mit ihnen geschieht — und fragen sich, was von uns bleibt, wenn plötzlich alles anders ist. Doch je tiefer sie graben, desto größer werden die Fragen: Was ist hier eigentlich passiert? Wer erzählt uns die Welt? Und was trägt noch, wenn Gewissheiten ins Rutschen geraten? Yael Ronens neues Stück nimmt einen alles verändernden Moment zum Ausgangspunkt und macht daraus einen klugen und abgründig komischen Theaterabend über Verlust, Verschwörung, Wut, Liebe und die Möglichkeit, neu anzufangen.

„Burn, Baby, Burn!“ schlägt einen lustvollen Bogen von einem fiktiven Comic über Feuergöttinnen bis in die Antike, ins alte Rom und zu Kaiser Nero, dem vielleicht berühmtesten Brandstifter der Geschichte. Die antiken Bilder werden zum funkelnden Spiegel der Gegenwart: für Krisen, Machtinszenierungen und die uralte Faszination des Menschen für Feuer, Untergang und Erneuerung. Mit scharfem Witz, großer Spielfreude und live performten Songs — inspiriert von PJ Harvey bis The Tiger Lillies — entsteht ein vielstimmiger Theaterabend zwischen Mythos und Gegenwart, zwischen bitterer Komik und zarter Melancholie. Ein Abend über das, was brennt — und darüber, was daraus entstehen kann.

Über Yael Ronen

Yael Ronen, in Jerusalem geboren, ist eine der erfolgreichsten und prägendsten Regisseurinnen und Theaterautorinnen ihrer Generation. Wie kaum jemand sonst versteht sie es, mit den Mitteln der Komödie die Krisen unserer Gegenwart zu beschreiben und mit humorvoller Direktheit Komplexitäten begreifbar zu machen. Der internationale Durchbruch gelang Yael Ronen 2009 mit der Produktion „Dritte Generation“, in der deutsche, israelische und palästinensische Schauspieler*innen den historischen Verwebungen ihrer Biografien auf den Grund gingen. Sie wurde mit ihren Arbeiten bisher vier Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Des Weiteren ist sie zweifache Nestroy-Preisträgerin und wurde mit dem Europe Prize for Theatrical Realities ausgezeichnet, sowie mit dem BZ Kulturpreis und kürzlich mit dem Peter-Weiss-Preis. In der Spielzeit 25/26 inszeniert Yael Ronen zum ersten Mal am Schauspiel Hannover.

Inszenierung: Yael Ronen
Bühne: Evi Bauer
Kostüm: Amit Epstein
Musik: Ofer Shabi, Yaniv Fridel
Video: Stefano Di Buduo
Licht: Oliver Hisecke
Dramaturgie: Yunus Ersoy, Irina Szodruch

Dauer: 1 Std., 30 Min., keine Pause

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Party

That's amore

Opening Party

Nach dem Eröffnungsfest feiern wir abends in der Cumberlandschen weiter!

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Treff

Lese-Café

Der Buchclub im Ballhof-Café

Du würdest gern mehr Lesen, aber dir fehlt der Ansporn? Im Lese-Café, dem Buchclub im Ballhof-Café, findest du Gleichgesinnte. Alle sechs Wochen trifft sich der Club, entscheidet was gelesen wird und spricht im Anschluss über das Gelesene. Wie haben die Figuren funktioniert, welche Teile waren unverständlich, wieso ein Open End? Welche Momente waren besonders ergreifend?
Dazu werden Kekse gegessen und Tee getrunken. Ein richtiger Buchclub eben.

Aktuell lesen wir: „Haus zu Sonne“ von Thomas Melle.
Interessierte können jederzeit zum Lese-Café hinzukommen.

Inhaltshinweis: Das Buch thematisiert psychische Erkrankungen, Tod und Suizid.

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Mitmach-Angebot

Kick-off: Mitmachen!

Herzliche Einladung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mitzumachen! Beim Kick-off werden alle Angebote vorgestellt – von Clubs über Draufsichtsrat bis hin zu House of Many-Workshops. Anschließend sind Austausch und Anmeldung möglich.

Anmeldung unter: mitmachen@staatstheater-hannover.de

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Musik

Musik-Café: Voices in Concert

Lateinamerikanische Musik aus Hannover

Schüler*innenkonzert der Stimmglück Academy

Beim Musik-Café können lokale Bands ihre Hits präsentieren und einen ganz eigenen musikalischen Abend gestalten. Von Pop-Covern über Indie-Rock bis hin zu Death-Metal, Chöre, Singer-Songwriter oder Orchester: Alle können sich bewerben und die Bühne nutzen. Lernt beim Musik-Café Bands und Künstler*innen aus der Nähe kennen, tanzt, singt mit oder hört einfach nur zu.

Bewerbungen an: ballhof.cafe@staatstheater-hannover.de

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1 Musik

Sing Dela Sing

Alle singen - all night long

Alle singen – all night long ist Programm: Vom ersten Moment bis zur letzten Note singen hunderte Leute im Publikum gemeinsam aktuelle Popsongs – von ABBA bis Avicii, von Peter Gabriel bis Peter Fox, von 7 Seconds bis 7 Years, von 1999 bis 2002. Die Texte gibt es liebevoll aufbereitet per Videoprojektion. Zwei, manchmal auch drei gefragte Popmusik-Profis begleiten das Ganze, und innerhalb weniger Minuten macht das gemeinsame Singen alle unendlich glücklich. Persönlicher und kollektiver als es im Chor, im Fußballstadion oder unter der Dusche je sein kann. Denn hier singen alle immer die Leadstimme.

Achtung: Sing dela Sing findet im Stehen statt – denn im Sitzen kann man nicht gut singen.

Weitere Information über Sing dela Sing und die Musiker sowie viele Bilder von den Veranstaltungen gibt es unter singdelasing.de.

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Mitmach-Angebot

Offene Bühne

Ein Mal im Monat wird das Ballhof-Café zur Open Stage. Es gibt nichts, was die Bühne noch nicht gesehen hat. Hier werden Talente gezeigt: Von Zaubershow über Gitarrensolo, Stand-Up bis hin zur Stepptanznummer. Alles ist möglich bei der offenen Bühne. Von Anfänger*in bis Vollprofi.
Meldet euch einfach an unter: ballhof.cafe@staatstheater-hannover.de und werdet Teil der offenen Bühne.

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Führung

Führung durch das Schauspielhaus

Blicken Sie mit uns hinter die Kulissen des Schauspiel Hannover! Bei der Führung durch das Schauspielhaus sehen Sie aus nächster Nähe jene Bereiche des Theaters, die ansonsten Mitarbeiter*innen und Schauspieler*innen vorbehalten sind. Sie erfahren aus erster Hand, wie unsere Inszenierungen entstehen, und können fragen, was Sie schon immer über das Theater wissen wollten.

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1 Online

Mediathek

In unserer neuen Mediathek finden Sie alle digitalen Beiträge aus unserem on air-Programm: Videos, Interviews, Podcasts und Blogs – viel Spaß beim Stöbern!

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30

Schauspiel Hannover

Niedersächsische Staatstheater Hannover

Das Schauspiel Hannover setzt unter der Intendanz von Sonja Anders auf gesellschaftspolitisch relevante Themen und fahndet in über 30 Premieren pro Spielzeit nach neuen Utopien. Neben Klassikern prägen eine Vielzahl an Uraufführungen den Spielplan. Gespielt wird im Schauspielhaus, Cumberland, im Ballhof Eins und Zwei, aber auch an Orten jenseits der Theaterbühne.



Das Schauspielhaus mit 630 Plätzen wurde 1992 eröffnet. Dem Haus eng verbunden sind unter anderem die Regisseure Stephan Kimmig, Julia Wissert und Laura Linnenbaum. Hinzu kommen Regiehandschriften u. a. von Lilja Rupprecht, Friederike Heller, Kevin Rittberger, Anne Lenk und anderen.



Das Junge Schauspiel weitet seinen Spiel- und Wirkungsraum aus. Junge Lebenswelten sind, neben dem Ballhof, der sich in Hannovers Altstadt mit den Spielstätten Ballhof Eins und Zwei als Ort für junge Themen etabliert hat, in allen Spielstätten zu sehen, so dass sich Generationen treffen und mischen können.



Die Cumberlandsche Galerie, die bereits 1883 entstand, wird zu einem Ort der Öffnung für Künstler und Künstlerinnen aus Hannover und der Welt. Clubs, Gespräche, Partys, Lesungen, Kooperationen mit der Stadtgesellschaft finden hier Platz. Als zentrales Format lädt die künstlerische Workshop-Reihe „Universen“ Hannovers Bürger und Bürgerinnen zu einer Weiterentwicklung ihrer persönlichen Ausdrucksformen, Künsten und Sprachen ein.
Abo- und Kartenservice
(Mo–Fr 10:00–18:00 Uhr und Sa 10:00–14:00 Uhr)
Tel.: +49 511 9999 1111
E-Mail: kartenservice@staatstheater-hannover.de

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Bewertungen & Berichte Schauspiel Hannover

Aufführungen / Oper Staatsoper Hannover Hannover, Opernplatz 1
Aufführungen / Theater Schauspiel Hannover Hannover, Prinzenstr. 9
Aufführungen / Show OnTour Musicals
Dinner- & Konzertshow
verschiedene Orte
Aufführungen / Theater Scharoun Theater Wolfsburg Wolfsburg, Klieverhagen 50
Aufführungen / Theater Staatstheater Braunschweig Braunschweig, Am Theater
Erlebnisse / Musical Chormusical
Judith
Mitsingen beim Chormusical
Ereignisse / Festival Intern. Fredener Musiktage 31.7. bis 9.8.2026
Aufführungen / Theater die hinterbuehne Hannover, Hildesheimer Str. 39a
Aufführungen / Theater Theater an der Glocksee Hannover, Glockseestr. 35
Aufführungen / Theater UHU-Theater Hannover Hannover, Sophienstraße 2
Aufführungen / Theater Theater in der List Hannover Hannover, Spichernstr. 13
Aufführungen / Theater Lessingtheater Wolfenbüttel Wolfenbüttel, Harztorwall 16
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Fr 3.7.2026, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Commedia Futura Hannover, Seilerstr. 15 F
Aufführungen / Theater Die kleine Bühne Hannover Hannover, Dessauerstr. 2

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