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© Roland Halbe
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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.
Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.

So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.

Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.

Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.

Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.

Nach mehreren Untersuchungen und Gutachten stellte sich 2012 heraus, dass eine Kernsanierung am Standort in der Brienner Straße nötig sein würde. Das bisherige Haus platzte aus allen Nähten. Es gab zu wenig Platz für Lager, Werkstätten und Probenräume. Das Volkstheater hatte die Bühnenbilder außerhalb der Stadt in über 40 Containern ausgelagert und Probenbühnen angemietet. Zudem war das Theater nicht barrierefrei und es fehlten ein Schnürboden, eine Tiefgarage und auch der Brandschutz müsste verbessert werden. Der Münchner Stadtrat beschloss daher Mitte Dezember 2017 den Neubau des Volkstheaters mit einer Gegenstimme.

Nach einem Wettbewerb fiel die Wahl auf das Stuttgarter Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttier Oei und die Firma Georg Reisch aus dem schwäbischen Bad Saulgau als Generalübernehmer. In einem sogenannten Generalübernehmerverfahren verpflichtete sich die Firma Reisch vertraglich, den Neubau zum festgelegten Zeitpunkt und vereinbarten Fixpreis schlüsselfertig zu übergeben. Bis 2021 entstand das neue Volkstheater für eine Summe von 130,7 Millionen Euro auf knapp 18.000 Quadratmetern auf dem Viehhofgelände. Am 15. Oktober 2021 eröffnete Christian Stückl mit seiner Inszenierung von "Edward II." den neuen Standort des Münchner Volkstheaters.

Kontakt

Münchner Volkstheater
Tumblingerstraße 29
D-80337 München

Telefon: +49 (0)89 / 523 46 55 Karten
Fax: +49 (0)89 / 523 55 - 39

 

Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr
Bewertungschronik

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Schauspiel

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Premiere: 30.10.2026

Deutsche Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel

Thomas Stockmann hat recht. Das nützt ihm allerdings wenig. Er hat entdeckt, dass das Wasser des örtlichen Kurbads verseucht ist und verlangt einen Umbau des Bades. Dieses ist jedoch der örtliche Tourismusmagnet und bringt Geld in die Kassen. Die Bekanntmachung des giftigen Wassers würde der Stadt enorm schaden, der Umbau wäre teuer und aufwendig: Was tun? Anhand dieses Dilemmas zeigt Ibsen in seinem Gesellschaftsdrama minutiös auf, wie eine einfache Wahrheit in den Strudel aus gesellschaftlichen Dynamiken, Macht- und Eigeninteressen gerät, in dem sie und ihr Verteidiger allmählich untergehen. Die anfängliche Euphorie Stockmanns über seine Entdeckung, der Zuspruch seiner Freunde und Familie, all das weicht nach und nach angesichts des Drucks, den sein Bruder, der Bürgermeister gegen ihn aufbaut. Die Presse – anfangs noch auf Stockmanns Seite – muss der Macht und den Argumenten des Bürgermeisters weichen, sodass Stockmann immer isolierter wird und am Ende trotzig und allein gegen die ganze Stadt wettert.

Ibsen verhandelt anhand eines Umweltskandals die bis heute immer brisanter werdenden Fragen nach dem Wert von Wahrheit. Sapir Heller denkt die Geschichte Stockmanns eine Schleife weiter: wir landen nach dem Höhepunkt von Ibsens Drama zusammen mit Stockmann in einem Spiegelkabinett aus immer unsicherer werdenden Varianten der vermeintlichen Wahrheit.

Regie: Sapir Heller
Bühne und Kostüme: Anna van Leen
Musik: Gustavo Strauß
Lichtdesign: David Jäkel
Dramaturgie: Leon Frisch
Regieassistenz: Severin Heine, Josephine Hacke
Bühnenbildassistenz: Julie Fritsch
Kostümassistenz: Emily Hugger, Marina Minst

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Jugendtheater

MOMO

von Michael Ende, für die Bühne bearbeitet von Vita Huber

Premiere: 7.11.2026

Eine Produktion des Backstageklubs

"MOMO" von Michael Ende erzählt die Geschichte eines Mädchens, das etwas Besonderes kann: Zuhören. In einer Welt, in der die Menschen immer weniger Zeit füreinander haben, begegnet Momo den geheimnisvollen grauen Gestalten. Sie überreden die Menschen dazu, Zeit zu sparen – und stehlen ihnen dabei genau das, was ihr Leben lebenswert macht. Momo, die bezeichnenderweise in einem Theater lebt, macht sich auf den Weg, das zurückzuerobern, was wirklich zählt.

Der Backstageklub des Münchner Volkstheaters bringt Michael Endes zeitlose Geschichte auf die Bühne. In Zusammenarbeit mit Refugio München erarbeitet Rebecca Maria Fischer ein inklusives Theaterprojekt mit 19 jungen Menschen im Alter von 12 bis 38 Jahren mit unterschiedlichen Talenten, Erfahrungen, Beeinträchtigungen und Perspektiven.

Durch die speziell für das Stück komponierte Musik von Danielle Lurie und vorproduzierte Schwarz-Weiß-Videos entstehen eigene Bild- und Klangwelten, in welchen die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Die grauen Gestalten bleiben dabei vieldeutig. Sie sind Bedrohung, innere Stimme und Spiegel unserer von Effizienz bestimmten Gegenwart. So wird "MOMO" zu einer gemeinsamen Erzählung über Empathie, Begegnung, Angst und das, was uns verbindet. Ein vielstimmiges, multiperspektivisches Stück – und eine Erinnerung daran, dass Liebe, Fantasie und Fürsorge sich sogar multiplizieren, wenn wir sie miteinander teilen.

Mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Münchner Volkstheaters.

Regie, Choreografie und Bühne: Rebecca Maria Fischer
Kostüme: Julie Fritsch
Komposition: Danielle Lurie
Video: Tobias Kavelar und Rebecca Maria Fischer
Dramaturgische Unterstützung: Eva Maria Kleindl und Nicholas Zöckler
Ansprechpartnerinnen Refugio: Katharina Bierner, Verena Wilkesmann
Assistenz und Theaterpädagogik: Seraphin Flassig
Breakdance Coaching: Dinh "Läm" Phetnoi, Virat Phetnoi, Julian "Spino" Lüle

Empfohlen ab 10 Jahren

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Schauspiel

Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten

von Tiago Rodrigues, aus dem Portugiesischen von Niki Graça

Premiere: 26.11.2026

In der ländlichen Idylle ihres Ferienhauses trifft sich jedes Jahr eine sechsköpfige Familie, um gemeinsam zu kochen, zu singen und einen Baum zu pflanzen. Die drei Generationen genießen die Ruhe und beobachten bei einem Glas Wein die vorbeiziehenden Schwalben, bis sie schließlich zum wesentlichen Anlass ihrer jährlichen Zusammenkunft gelangen: dem Töten eines Faschisten. Diese delikate Tradition geht zurück auf die Urgroßmutter, die ihrerzeit ihren Ehemann, einen Faschisten, erschoss und ihren Nachkommen den Auftrag, "Böses zu tun, um Gutes zu üben", vermachte. Die Urenkelin Sara, der es in diesem Jahr zum ersten Mal obliegt "Gerechtigkeit zu üben", zweifelt jedoch die Richtigkeit des Tötens an. Nach über 70 Jahren wird das Familienerbe plötzlich in Frage gestellt und bringt den ritualisierten Ablauf durcheinander. Den einsetzenden hitzigen Diskussionen hört der geknebelte Faschist Romeu zu, dessen Schicksal in den Händen Saras liegt.

1954 wurde die portugiesische Landarbeiterin Catarina Eufémia von einem Kommandanten der Sicherheitspolizei erschossen, während sie mit ihrem Baby auf dem Arm mehr Lohn forderte. Der portugiesische Autor Tiago Rodrigues spinnt um dieses historische Ereignis eine fiktive Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht und uns provokant mit der Frage konfrontiert, was wir bereit sind, gegen den aufkommenden Faschismus zu tun.

Regie: Christian Stückl
Dramaturgie: Nicholas Zöckler

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© Gabriela Neeb
1 Schauspiel

Philophobia

Intergalaktisches Cruisen im dunklen Wald
von Heiki Riipinen und Ensemble

Louise ist alleine im Wald. Sie hat sich in die Natur zurückgezogen, um in Ruhe über ihre Beziehung nachzudenken: Was will sie von der Zweisamkeit und wie sieht wirkliche Nähe aus? Als sie jedoch aus ihrem Zelt tritt, ist sie plötzlich nicht mehr alleine: 200 Fremde blicken sie erwartungsvoll an, treten aber nicht in Kontakt mit ihr. Zu Hilfe eilt Faust, der sich mit diesen "Anderen" auskennt und vermeintlich auch mit der Liebe. Während die beiden über die penetranten Beobachter*innen und Bindungsängste diskutieren, legt sich allmählich die Nacht über den Wald und aus dem Dunkel tauchen weitere Gestalten auf: Eros und Tana, zwei Aliens auf einer geheimen Mission; Vampira, die sich ihr Gegenüber einverleibt und der Roboter Maria, der die Ankunft eines Mediators prophezeit.

In seiner ersten Arbeit am Münchner Volkstheater versammelt der Regisseur und Performancekünstler Heiki Riipinen die von der Gesellschaft als "anders" Stigmatisierten am Lagerfeuer. In neuer Verbundenheit versuchen sie, die Angst vor der Liebe zu überkommen, um nicht länger allein zu sein. Alle in dieser fremdartigen Schicksalsgemeinschaft bringen eine eigene Geschichte vom Wunsch nach Verbindung und dessen Scheitern mit.

Machen Sie es sich gemütlich: Nehmen Sie Platz auf dem Teppich, Sitzsäcken oder Stühlen. Ziehen Sie gerne Ihre Schuhe aus. Alternativ bieten wir Schuhüberzieher an.

Regie: Heiki Riipinen
Bühne und Kostüme: Liam Monzer Alzafari
Musik: Niko Ursin
Lichtdesign: Anja Sekulic
Dramaturgie: Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Yuan Yi Danneil, Noah Solleder, Camilo Störmann
Ausstattungsassistenz: Jessica Puentes
Dramaturgiehospitanz: Clara Randum

2 Stunden 10 Minuten, keine Pause

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© Arno Declair
Schauspiel

Die Geierwally

nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern, für die Bühne bearbeitet von Julia Prechsl

Walburga Stromminger ist schon früh für das bekannt, was sich nicht einmal die gleichaltrigen Jungs trauen. Vor aller Augen nimmt sie an einer Felswand ein Geiernest aus und wird so, ganz zum Stolz ihres Vaters, zum stärksten Mädchen weit und breit. Und mit dem Geier, der ihr fortan nicht mehr von der Seite weicht, bekommt sie auch ihren Spitznamen: Geierwally.

Jahre später – aus dem furchtlosen Mädchen ist längst eine junge Frau geworden – entscheidet ihr Vater nun, wen sie heiraten soll: den Gellner-Vinzenz vom reichen Nachbarshof. Doch Wally, die sich ohnehin bereits in den Bärenjoseph verguckt hat, denkt gar nicht daran, sich dem Willen ihres Vaters zu beugen. Sie will selbst entscheiden, wie und vor allem mit wem sie ihr Leben verbringt. Diese Weigerung hat schwere Folgen: Ihr Vater verbannt sie und schickt sie weit weg auf eine Hochalm. Doch auch dort lässt Wally sich nicht brechen. In den Bergen, auf sich allein gestellt, nur mit dem Geier an ihrer Seite, wächst sie über sich hinaus, wird autonomer denn je. Als sie in ihre Heimat zurückkehrt, muss sie erkennen, dass es keinen Platz mehr für sie gibt. Denn dort werden weder Abweichung noch Ungehorsam geduldet.

Wilhelmine von Hillerns vielfach adaptierter Erfolgsroman erzählt von radikaler Selbstbestimmung, von sozialer Gewalt und von einer Frau, die sich um keinen Preis besitzen lassen will. Die Regisseurin Julia Prechsl, bekannt für ihre modernen Lesarten volkstümlicher Erzählungen, bearbeitet den Stoff für die Bühne und legt frei, was an dieser widerspenstigen Heldin bis heute unbequem und exemplarisch bleibt.

Regie: Julia Prechsl
Bühne: Jelena Nagorni
Kostüme: Luisa Wandschneider
Komposition und Live-Musik: Fiete Wachholtz
Lichtdesign: Anja Sekulic
Choreografie: Chris-Pascal Englund Braun
Dramaturgie: Anouk Kesou
Regieassistenz: Rebecca Fischer, Josephine Hacke
Bühnenbildassistenz: Felix Lindner
Kostümassistenz: Maja Beyer

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

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1 Schauspiel

Fischer Fritz

von Raphaela Bardutzky

Nach einem Schlaganfall ist es mit dem Fischen endgültig vorbei für den alten Fischer Fritz. Aber aus dem Haus am Fluss auszuziehen, in dem bereits sein Vater und sein Großvater dem Familiengewerbe nachgingen, kommt für den Witwer nicht in Frage. Franz, sein einziger Sohn, ist ihm leider keine große Hilfe, hat er doch der Provinz den Rücken gekehrt, um einen Friseursalon in München zu eröffnen. Er will weder die Fischerei weiterführen noch den Vater pflegen. Da sich Fritz gegen einen Umzug ins Pflegeheim sträubt, wird mit Piotra eine polnische Pflegekraft engagiert, die ins bayerische Hinterland zieht, um die Versorgung des ehemaligen Fischers zu übernehmen. Sechs Tage die Woche rund um die Uhr kümmert sie sich um den alten mürrischen Mann. Neben dem Musikhören besteht Piotras einzige Möglichkeit der engen Welt zu entkommen, im Chatten mit Borys, dem Busfahrer, der sie hergebracht hat und eventuell auch wieder abholen wird. Die anfängliche Distanz zwischen Piotra und Fritz, die vor allem auf Verständigungsschwierigkeiten beruht, löst sich mit der Zeit allerdings auf, weil Piotra genau weiß, wie man frischen Fisch für Fischer Fritz zubereitet.

Die Münchner Autorin Raphaela Bardutzky lässt ihre Figuren auf unbeschwerte Weise äußere Zuschreibungen ablegen und die Perspektive des Gegenübers oder gar einer Erzählinstanz einnehmen. Mit großer Empathie hinterfragt dieses zungenbrecherische Sprachspiel dabei unsere Vorstellungen von Heimat, Alter und Fremdheit.

Regie: Asena Yeşim Lappas
Bühne & Kostüme: Sarah Elena Kratzl
Lichtdesign: Fiona Schneck
Dramaturgie: Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Rebecca Fischer, Camilo Störmann
Ausstattungsassistenz: Jessica Puentes

1 Stunde 10 Minuten, keine Pause

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1 Schauspiel

Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben

von Franz von Kobell / Kurt Wilhelm

Der Brandner Kaspar überlistet den Tod. Als der Boandlkramer kommt, um ihn zu holen, macht er ihn mit Kerschgeist betrunken und schwindelt ihm beim Kartenspiel einige weitere Lebensjahre ab. Die Sache wird jedoch im Himmel beim Portner Petrus bekannt. Der duldet keine Abweichungen im göttlichen Schicksalsablauf. Da bleibt dem Boandlkramer nur eine Chance: den Brandner die Freuden der paradiesischen Ewigkeit auf Probe vorkosten zu lassen.

Das ewige Drama um Leben und Tod ist hier eine Komödie. Weil es ein Einzelner vermag, die Allmacht des Todes und die himmlischen Schicksalsmächte mit seiner Schlitzohrigkeit und Dickköpfigkeit zu überlisten.

Regie: Christian Stückl
Bühne: Alu Walter
Kostüme: Ingrid Jäger
Dramaturgie: Volker Bürger
Licht: Günter E. Weiss
Musik: Riederinger Musikanten
Musikalische Mitarbeit: Markus Zwink

3 Stunden 30 Minuten, eine Pause

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1 Schauspiel

Felix Krull

nach Thomas Mann

Mit seinem "Felix Krull" gelangen Thomas Mann die hinreißenden Memoiren eines gerissenen Kriminellen und Fantasten, der die gute Gesellschaft mit Leichtigkeit um den Finger wickelt und sich so seinen Weg nach oben bahnt. Felix Krull löst sich aus seinem bankrotten Elternhaus im Rheingau, um mit "natürlicher Begabung für gute Form" den Reichen, Schönen und Mächtigen genau das vorzuspielen, was diese in ihm sehen wollen. Auf diese Weise entzieht er sich dem Militär, verführt spielend die Pariser Damenwelt und lauscht schließlich mit dem von Enterbung bedrohten Marquis de Venosta seine Identität. Einem glanzvollen Leben voller "Liebeslust" scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen ... Felix, der Glückliche, der Kaiser der Schwindler und Diebe.

Regie: Bastian Kraft
Bühne & Kostüme: Anna van Leen
Komposition: Arthur Fussy
Dramaturgie: Kilian Engels
Licht: Philipp von Bergmann-Korn

1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Die Nashörner

von Eugène Ionesco
übersetzt von Claus Bremer und Hans Rudolf Stauffacher

OH! EIN NAS! Nas was? Nas Horn. Nas wo? Nas Oh! Ein WAS?! Ein Nas! Nas Was? NASHORN! Mitten auf dem Marktplatz, am helllichten Tag. Nicht zu fassen! Da sind sich alle einig. Alle, außer Behringer: Es ist eben ein Nashorn, na und? Doch mit der Zeit tauchen immer mehr Rhinozerosse auf. Mit ihnen wächst Angst und Verunsicherung: Handelt es sich bei der Meldung um die Nashörner um Falschinformationen? Wer hat sie wirklich gesehen? Hat die Presse hier aus einer Mücke… ein Nashorn gemacht? Und sind die treuherzigen Dickhäuter wirklich so grausam wie vermutet? Fasziniert von deren Kraft und Einfachheit verwandeln sich Behringers Mitmenschen nach und nach selbst in Nashörner. Der anfängliche Unmut über das wachsende Nashornaufkommen weicht einem allumfassenden Hype. Es gibt viele gute Gründe, ein Nashorn zu werden – und vielleicht könnte man sich den Tieren etwas annähern, wenn man erst lernt, sich in ihre Denkweise hineinzuversetzen.

Der Individualist Behringer steht einer Masse gegenüber, die ihre Konformität perfektioniert hat. Je optimierter die Verbreitung vorgefasster Meinungen von statten geht, umso stärker trotzt Behringer der verschmelzenden Masse und verharrt im Widerstand: Er wird Mensch bleiben, koste es, was es wolle! Anna Marboe jagt die Mittel des Theaters durch verlockende Mainstream-Maschinerien und zieht für die Frage nach Manipulation und der Verführung durch Gruppen alle Register des Absurden Theaters. In einer Zeit, in der alles aus den Fugen gerät, ist es schließlich einfach ein gutes Gefühl, zu den Guten zu gehören.

Regie: Anna Marboe
Bühne und Kostüme: Helene Payrhuber, Sophia Profanter
Beleuchtung: Anton Burgstaller
Choreografie: Felicia Nilsson
Dramaturgie: Hannah Mey
Regieassistenz: Malte Buchloh
Bühnenbildassistenz: Matteo Marangoni
Kostümassistenz: Amelie Enders

1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

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Tanz

Tide

Ein Tanztheaterstück
von Sophie Haydee Colindres Zühlke & Serhat "Saïd" Perhat

Ein und Aus. Vor und zurück. Wie ein Wellengang hebt und senkt sich die Atmung. Mal schneller, mal langsamer. Nicht nur im Menschen, sondern in allem findet sich eine eigene Atmung, ein eigener Rhythmus. Sei es in der Natur oder in den Gezeiten der Zivilisation. Was geschieht, wenn man für diese allgegenwärtige Atmung eine Wahrnehmung entwickelt? Welche Elemente werden im Strom der Dinge übersehen? Und wir können wir die Fluten der Ereignisse aufhalten um Neues sichtbar zu machen?

Diesen Fragen gehen Sophie Haydee Colindres Zühlke und Serhat "Saïd" Perhat in ihrer neuen Produktion auf die Spur. Nach ihrem erfolgreichen Tanztheaterstück "Grey" begeben sie sich gemeinsam mit ihrem Ensemble auf eine Forschungsreise der individuellen und kollektiven Gezeiten. Urbaner Tanz trifft auf experimentelle Formen; organische Bewegungslinien auf harte, akrobatische Elemente. Aus unterschiedlichen tänzerischen Kontexten werden die Körper der Performenden dabei zu eigenen Resonanzräumen, mit denen die Gruppe einen Bewegungsfluss kreiert. Dieser folgt mal persönlichen Transformationen, mal gesellschaftlichen Dynamiken. Die einzelnen Tänzer*innen schwimmen darin mal gegen den Strom oder aber sie lassen sich von ihm tragen.

1 Stunde 5 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Echtzeitalter

nach dem Roman von Tonio Schachinger

Till ist neu auf der weiterführenden Schule, einem traditionsreichen Gymnasium. In dem elitären Umfeld versucht er, den pädagogischen Maßnahmen seines aus der Zeit gefallenen Klassenlehrers, dem Dolinar, zu entgehen, der ausschließlich auf Reclamhefte und drakonische Strafarbeiten setzt. Die Klassengemeinschaft entwickelt über die Jahre hinweg einen kreativen Umgang mit der verstaubten Lehrkraft und flüchtet sich in umliegende Kneipen oder die Raucherecke. Till, der wenig Lust hat, diese Erlebnisse mit seiner alleinerziehenden Mutter zu teilen, findet zusätzlich im virtuellen Raum Zuflucht. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten beim Computer-Strategiespiel "Age of Empires 2" lassen ihn zu einem der zehn besten Spieler der Welt aufsteigen – ein Erfolg, der weder vom Dolinar noch von seiner Mutter wertgeschätzt wird. In dieses verkorkste Teenagerleben treten plötzlich zwei Mädchen, die Till zeigen, dass man sich gegen das konservative System wehren kann und dass das Leben mehr als Schule und Computerspiele bereithält.

Mit seinem Roman, für den er 2023 den Deutschen Buchpreis erhielt, liefert der österreichische Autor Tonio Schachinger eine einfühlsame Coming-of-Age-Geschichte und eine scharfsinnige Gesellschaftsstudie. Die harmlose Teenager-Perspektive kratzt mit viel Witz an der elitären Fassade des Bildungsbürgertums und fragt, wie viel Tradition beim Erwachsenwerden eigentlich förderlich ist.

Regie: Jan Friedrich
Bühne und Kostüme: Max Schwidlinski
Musik: Friedrich Byusa Blam
Video: Nico Parisius
Lichtdesign: Anton Burgstaller
Dramaturgie: Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Josephine Hacke, Dominik Poczta
Bühnenbildassistenz: Ellen Schäfer
Kostümassistenz: Felix Lindner

2 Stunden, keine Pause

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1 Schauspiel

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

von Bertolt Brecht

Die Wirtschaftskrise breitet sich über ganz Chicago aus. Besonders dem Gemüsehandel geht es schlecht. Um sein Geschäft zu retten, muss der Karfioltrust kreativ werden. Arturo Ui bietet seine Hilfe an, doch mit ihm und seiner Gangsterbande wollen die Geschäftsmänner nichts zu tun haben. Stattdessen verwickeln sie den angesehenen Politiker Dogsborough in eine Intrige. Und Arturo Ui, der Wind von der Korruption zwischen Karfiolgeschäft und Politik bekommt, wittert seine Chance. Stück für Stück spielt er die anderen Akteure gegeneinander aus und reißt die Macht an sich. Wer ihm in die Quere kommt, wird beseitigt. Schon bald kontrolliert Ui mit seiner Bande das komplette Karfiolgeschäft. Doch damit nicht genug: Neben Chicago soll auch der Nachbarort Cicero unter seine Fittiche.

1941 schreibt Bertolt Brecht seinen "Arturo Ui" binnen weniger Wochen im finnischen Exil. Die Macht der Nationalsozialisten befindet sich auf ihrem Höhepunkt und Brecht plant seine Ausreise nach Amerika. Den Aufstieg der Faschisten in Europa verlegt er ins Gangstermilieu Chicagos und führt am Machtausbaus Arturo Uis vor, wie sich Profitgier und Faschismus die Hand reichen.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Zimmer
Dramaturgie: Hannah Mey

2 Stunden 50 Minuten, eine Pause

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Schauspiel

I WANNA CONTACT THE LIVING - Das Gespenstische von Canterville

von Katharina Grosch, frei nach Oscar Wilde

Ein uralter Fluch, ein unheimliches Schloss und eine verlorene Seele, die darin ihr Unwesen treibt. Das Gespenst von Canterville wartet nur darauf, arglose Opfer in den Wahnsinn zu treiben; verdammt dazu, einzig durch den Spuk mit anderen in Kontakt treten zu können. Das Problem: Die neuen Mieter*innen des Schlosses sind vollkommen unbeeindruckt. Der Grusel, jenes doch eigentlich urmenschliche Gefühl, scheint bei der modernen Familie nicht richtig zu funktionieren. Immer verzweifelter rasselt das Gespenst die Ketten, in der Hoffnung, eine Reaktion hervorzurufen und greift zunehmend hilflos auf alles zurück, was die verschiedenen Horror- und Gruselgenres in den Jahrhunderten so angehäuft haben.

Ausgehend von Oscar Wildes Erzählung fragt sich Autorin und Regisseurin Katharina Grosch mit ihrem Team: Kann sich eine vollkommen aufgeklärte Gesellschaft noch gruseln? Und wenn nicht, warum haben dann trotzdem alle Angststörungen und Panikattacken? Im Angesicht von so vielen realen Schreckensszenarien hat sich eine gewisse Apathie eingeschlichen, die das einsame Gespenst verzweifelt aufzurütteln versucht. Wenn alle Horrorfilme geschaut, alle Traumata vermeintlich austherapiert sind und noch die bedrohlichsten Nachrichten müde beim Frühstück weggescrollt werden, wo ist da noch Platz für den Grusel und ist er am Ende nicht lebenswichtig für das menschliche Zusammenleben? Wer sich gruselt, rückt schließlich näher zusammen.

Regie: Katharina Grosch
Bühne und Kostüme: Hanna Rode
Musik: Cico Beck
Licht: Balthasar Lukas Pank
Dramaturgie: Hannah Mey
Regieassistenz: Dominik Artur Poczta, Camilo Störmann
Ausstattungsassistenz: Jessica Puentes

1 Stunde 50 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Was ihr wollt

von William Shakespeare

Die von einem Schiffbruch gerettete Viola wird an eine unbekannte Küste gespült. Fremd und allein ahnt sie nicht, auf welchen Boden sie ihren Fuß setzt. "Wie heißt dieses Land?" fragt sie, "Illyrien" wird ihr geantwortet. In diesem Land scheint alles möglich. Der Liebe sind keine Grenzen gesetzt. Jeder geht mit jedem eine Beziehung ein. Es herrscht wildes Begehren und Verführen, Liebesraserei und rauschhaftes Treiben. Viola, die als Mann verkleidet ihren Zwillingsbruder sucht, gerät in die Fänge Olivias, Orsino, der unglücklich in Oliva Verliebte wird von Viola geliebt, Malvolio, der von seinen Kumpanen verspottete Schwärmer, begehrt Olivia. Am Ende bekommt keiner den, den er am Anfang wollte.

Regie: Christian Stückl
Bühne & Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Zimmer
Licht: Björn Gerum
Dramaturgie: Bastian Boß
Regieassistenz: Malin Kraus
Kostümassistenz: Paula de la Haye
Bühnenbildassistenz: Hannah Brückner

2 Stunden 10 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Don Karlos

von Friedrich Schiller

Spanien im 16. Jahrhundert: König Philipp II. regiert mit harter Hand über ein Weltreich, das von Intrigen durchzogen und von der tödlichen Kontrolle der Inquisition geprägt ist. Niemandem ist zu trauen, sodass sich der Argwohn des Despoten auch gegen den eigenen Sohn Don Karlos richtet. Ganz zu Recht, denn die heimliche Liebe des Kronprinzen zu seiner Stiefmutter Elisabeth beginnt, die Grundfesten des Königreichs zu erschüttern. Das Begehren des Prinzen wird Teil eines Machtkampfes, der Privates und Politisches untrennbar miteinander verknüpft.

In diese Verstrickungen gerät Don Karlos‘ Jugendfreund Marquis von Posa, der aus den aufständischen niederländischen Provinzen an den Hof zurückkehrt. Im Gepäck führt er eine Vision von Freiheit und Toleranz mit, die sowohl Hoffnung als auch Verderben birgt. Zwischen den Mächtigen entsteht ein Netz aus Verrat, Idealismus und zerstörerischen Leidenschaften, das die Figuren an die Grenzen ihrer Überzeugungen und ihrer Menschlichkeit führt.

Schillers "Don Karlos" ist mehr als ein Historiendrama: Es ist eine flammende Anklage gegen Unterdrückung und Despotismus und ein Plädoyer für die Ideale der Aufklärung, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben. In einer Welt, die vom Streben nach Macht und der Sehnsucht nach Gerechtigkeit zerrissen ist, stellt das Stück weiterhin existenzielle Fragen: Was bedeutet Freiheit, und welchen Preis ist man bereit, für sie zu zahlen?

Regie: Christian Stückl
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Musik: Tom Zimmer, Max Bloching
Beleuchtung: Ingo Bracke
Dramaturgie: Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Camilo Störmann
Bühnenbildassistenz: Felix Lindner
Kostümassistenz: Julie Fritsch, Fridolin Kloos

3 Stunden, eine Pause

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Tanz

GREY

Ein Tanztheaterstück von Sophie Haydee Colindres Zühlke & Serhat "Saïd" Perhat

Unsere Welt wirkt wie eine Dystopie. Wo sich die Gesellschaft weltweit immer mehr auf politische Abgründe zubewegt, scheinen düstere Zukunftsvisionen immer glaubhafter. Wie könnten diese zukünftigen Gesellschaften aussehen? Wird nach wie vor die Vereinzelung, die Konkurrenz, das Schwarzweißdenken maßgeblich für unser Leben sein? Oder ist auch die Möglichkeit von neuen Räumen denkbar, die sich in den Rissen der alten Welt auftun?

Das Tanzprojekt GREY von Serhat "Saïd" Perhat und Sophie Haydee Colindres Zühlke sucht nach diesen Zwischenräumen. Neun Menschen begegnen sich, erforschen gemeinsam auf der Bühne, was sie trennt, was sie verbindet, und wie sich aus Einzelteilen ein größeres Ganzes formen lässt. Vor dem Hintergrund einer dystopischen Welt, im Untergrund einer zukünftigen Stadt treten nach und nach die individuellen Persönlichkeiten und Geschichten der Tanzenden hervor. Sie suchen nach einem eigenen Weg in einer rauen Gesellschaft, aber beginnen allmählich, sich einander anzunähern, sich zu beeinflussen und in ihren verschiedenen Bewegungen zu inspirieren, bis ein pulsierendes Zusammenspiel entsteht. Die Performance kombiniert zeitgenössischen Tanz mit urbaner Ästhetik. Sie zeigt, wie Tanz als Ausdrucksform persönliche Geschichten im urbanen Raum als gemeinschaftliche Erfahrung erlebbar machen kann.

Eingeladen zu den 40. Bayerischen Theatertagen 2026 in Regensburg.

Regie und Choreographie: Sophie Haydee Colindres Zühlke, Serhat "Saïd" Perhat
Bühne und Kostüme: Anne Schwarzelt & Brooklyn Odunsi Ifeacho
Sounddesign: Konstantin Hofmann
Beleuchtung: Anja Sekulic
Dramaturgie: Leon Frisch
Regieassistenz: Rebecca Fischer

1 Stunde 15 Minuten, keine Pause

GREY bewerten:

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Bewertungen & Berichte GREY

Schauspiel

Offene Wunde

ein dokumentarisches Theaterstück über das Attentat am OEZ
von Tunay Önder & Christine Umpfenbach

Am 22. Juli 2016 tötet ein Attentäter aus rassistischen Motiven neun junge Münchner*innen am Olympiaeinkaufszentrum: Armela, Can, Dijamant, Guiliano, Hüseyin, Roberto, Sabine, Selçuk und Sevda. Danach richtet er sich selbst hin. Fast alle Ermordeten sind in München geboren und aufgewachsen. Sieben der neun Todesopfer sind Muslime, ein Todesopfer ist Roma und ein Todesopfer ist Sinto. Die Ermittlungsbehörden sowie der bayerische Verfassungsschutz stufen die Tat zunächst nicht als politisch motivierten Anschlag ein, sondern als Amoklauf, obwohl die rechtsextreme Gesinnung des Täters bekannt war. Erst drei Jahre nach der Tat schließen sich die bayerischen Sicherheitsbehörden der Einschätzung des Bundesamtes für Justiz an und ordnen den Anschlag als rechtsextremistische Tat ein, nicht zuletzt aufgrund der Beharrlichkeit der Angehörigen.

Tunay Önder und Christine Umpfenbach entwickeln basierend auf Gesprächen mit den Angehörigen einen Theaterabend, der vom (Weiter-)Leben der Angehörigen und Opfer erzählt. Durch Gespräche mit Rechtsanwält*innen, Politiker*innen und Mitarbeiter*innen von Sicherheitsbehörden machen Önder und Umpfenbach das gesellschaftliche Umfeld sichtbar, in dem Rassismus gedeiht und immer wieder tödlich endet. "Offene Wunde" erinnert an die Ermordeten, die weiterleben, solange wir sie nicht vergessen.

Mit freundlicher Unterstützung der Angehörigen, der Initiative "München Erinnern!", dem Kulturreferat und der Fachstelle für Demokratie.

Regie: Christine Umpfenbach
Bühne: Evi Bauer
Kostüme: Pascale Martin
Video & Sound: Anton Kaun
Beleuchtung: David Jäkel
Dramaturgie: Tunay Önder, Nicholas Zöckler
Regieassistenz: Malin Kraus
Ausstattungsassistenz: Veronika Müller-Hauszer

1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

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1 Schauspiel

Trauer ist das Ding mit Federn

nach dem Roman von Max Porter

Ein paar Tage nach dem plötzlichen Tod der Mutter sitzen ein Vater und seine beiden Kinder verloren in der leeren Wohnung herum. Der erste Schwall von Trauergästen und Trostspendenden ist weg, die aufgewärmte Lasagne wird langsam wieder kalt. Wie weitermachen, wenn die geliebte Person nicht mehr da ist? Wohin mit all dem Schmerz, den offenen Fragen und den Selbstvorwürfen? In dieses Gefühlschaos platzt mit einem Mal ungebetener Besuch: Eine riesige, sprechende Krähe flattert in die Trauerwohnung, mit der Absicht, sich dort einzunisten. "Ich gehe erst wieder, wenn du mich nicht mehr brauchst", schnarrt sie den Vater an. Dieser unvorhergesehene und dreiste Trickster wirbelt durch den Schmerz der Familie, pickt an eben jenen Themen herum, die man am liebsten nie wieder ansprechen würde und verhindert das Einkehren jeglicher Normalität. Eine wilde Mischung aus düsterer Mary Poppins, unverschämtem Trauer-Dämon und makabrer Therapeutin hat die Familie im Schwitzkasten.

Der preisgekrönte Roman des britischen Autors Max Porter fängt auf einzigartige Weise die verschiedenen Formen der Trauer ein, gleichzeitig ist er durchdrungen von einem erstaunlich leichtfüßigen und lebensbejahenden Trost. Porter verwebt darin lyrische Elemente mit Prosa, Realität mit Imagination und die Ernsthaftigkeit eines Abschieds mit absurd-schwarzem Humor.

Regie: Mathias Spaan
Bühne: Anna Armann
Kostüme: Paula de la Haye
Musik: Matthias Schubert, Bendrik Grossterlinden
Dramaturgie: Leon Frisch
Regieassistenz: Dominik Poczta, Rebecca Fischer
Bühnenbildassistenz: Ellen Schäfer
Kostümassistenz: Julie Fritsch

1 Stunde 35 Minuten, keine Pause

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1 Schauspiel

ELEKTRA - 750 PS Vergangenheitsüberwältigung

von Sofie Boiten und Lorenz Nolting, frei nach Sophokles

Agamemnon ist tot. Der gefeierte Kriegsheld wird gleich nach seiner Heimkehr von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem neuen Liebhaber Aigisthos aus Rache für die Opferung der gemeinsamen Tochter Iphigenie ermordet. Die Geschwister Elektra und Orestes schwören daraufhin, ihrerseits Vergeltung für den heimtückischen Mord am geliebten Vater zu üben.
Der Familienfluch ewiger Rache spinnt sich unerbittlich weiter und weiter – bis hinein in die deutsche Gegenwart. Denn in dieser radikalen Überschreibung von Lorenz Nolting und Sofie Boiten richtet sich Elektras Wut nicht länger auf die düstere Vergangenheit der eigenen Familie, sondern auf die belastete Familiengeschichte einer der reichsten Unternehmerdynastien Deutschlands: der Familie Quandt, deren Wohlstand nicht zuletzt auf der jahrelangen Ausbeutung von NS-Zwangsarbeiter*innen durch ihre Vorfahren beruht.

Der antike Rachekomplex wird auf ein aktuelles Schuldgefüge angewendet und wirft so zentrale Fragen auf: Wie geht eine nachfolgende Generation mit dem Erbe großer Schuld um? Was bedeutet Verantwortung inmitten kollektiver Verdrängung? Und wie kann Widerstand oder Gerechtigkeit aussehen – auch jenseits archaischer Gewalt und göttlicher Ordnung?

Lorenz Nolting und sein Team enthüllen mit ihrer Version des Elektra-Stoffes nicht nur das Fortbestehen von Machtstrukturen, sondern auch das enge Geflecht von Profit und Faschismus.

Regie: Lorenz Nolting
Künstlerische Mitarbeit: Sofie Boiten
Bühne: Nadin Schumacher
Kostüme: Lea Jansen
Musik: Alexander Zwick
Dramaturgie: Leon Frisch

2 Stunden 10 Minuten, keine Pause

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Schauspiel

Lichtspiel

nach dem Roman von Daniel Kehlmann

Georg Wilhelm Pabst ist einer der erfolgreichsten Regisseure der Weimarer Republik. Als "Meister des Schnitts" wird er bezeichnet oder wegen seiner politischen Filme als "der rote Pabst". Als er allerdings Anfang der dreißiger Jahre nach Amerika emigriert, nützt ihm der Ruhm der Weimarer Republik wenig. Immer wieder wird er mit bekannteren Kollegen verwechselt, die Warner Brothers bieten ihm zwar einen Film an, dieser floppt jedoch an den Kassen und bei der Kritik. Und so macht sich Pabst kurz darauf zusammen mit seiner Familie zu einer besonderen Rückreise auf: während die meisten anderen Kunstschaffenden ins Ausland fliehen, folgt er einer Einladung von Goebbels' Filmindustrie und kehrt ins Deutsche Reich zurück. Dort wartet ein Pakt mit dem Teufel auf ihn. Der Familiensitz ist in der Hand vom nationalsozialistischen Haushälter und die künstlerische Arbeit, die ihm angeboten wird, soll selbstverständlich linientreu sein. Währenddessen werden auch seine Frau Trude und sein Sohn Jakob von verschiedenen Bereichen des Nazisystems vereinnahmt.

Daniel Kehlmanns gefeierter Roman erzählt von Selbstverrat, dem Streben nach Ruhm um jeden Preis und dem Selbstverlust, der damit einhergeht. Christian Stückl bringt den Bestseller nun erstmals auf die Bühne.

Regie: Christian Stückl
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier
Mitarbeit Kostüme: Paula de la Haye
Musik: Tom Zimmer
Beleuchtung: David Jäkel
Dramaturgie: Leon Frisch
Regieassistenz: Malte Buchloh
Bühnenbildassistenz: Philine Schneider
Kostümassistenz: Julie Fritsch

3 Stunden 5 Minuten, eine Pause

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Konzert

Widersacher aller Liedermacher

DU & MONACO

Die Widersacher aller Liedermacher schießen eine neue Scheibe in den Orbit und feiern den Release von "DU & MONACO" im Münchner Volkstheater. Es wird groß und elektrisch: pulsierende Rhythmen, schräge Eleganz, Songs voller eigensinniger Haken und schillernder Schräglage – gebaut für große Bühnen und lange Nächte.

Achtung: Stehkonzert

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Lesung mit Musik

David Mayonga aka Roger Rekless

Wo kommst du wirklich her?

Diese Frage kennt David Mayonga gut. Oft zielt sie nicht auf München oder Markt Schwaben, wo er aufgewachsen ist – sondern auf seine Wurzeln und seine Hautfarbe. Wurzeln, die er liebt. Und trotzdem schwingt darin häufig der Wunsch mit, ihn festzulegen. Einzuordnen. Zu reduzieren auf einen Aspekt seines Lebens.

Doch wie vielschichtig diese Frage eigentlich ist, zeigt dieser Abend. Mayonga ist Musiker. Spiegel-Bestseller-Autor. Radiomoderator und Gewinner des Deutschen Radiopreises 2019. Schauspieler (Girl you know it’s true / Almost Fly / All Heroes are Bastards). Synchronsprecher von Maui in Vaiana 2. Teil der Live-Crew von Deichkind. Wo verortet man jemanden, der so viele Wege gleichzeitig geht? Kommt Rekless aus der Musik? Aus der Literatur? Vom Film? Vom Radio? Was braucht ein Mensch, der so viele Ausdrucksformen nebeneinander leben will? Und warum sollte man sich überhaupt auf nur eine festlegen?

All das wird besprochen in einem Abend über Herkunft in all ihren Dimensionen – natürlich auch mit Live-Musik: Rekless an den Plattenspielern, an der Gitarre oder am Piano. Denn es geht um das Ganze. Um alles, was gleichzeitig sein darf. Und vor allem um die Freiheit, mehr als nur eine Antwort auf diese Frage zu haben. "Wo kommst du wirklich her?" wird hier zur größeren Frage: nach künstlerischem Kern, nach Antrieb, nach Identität. Vielleicht auch danach, warum wir uns selbst nicht in zu kleine Schubladen einordnen sollten.

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Gespräch

Andreas Bönte: Die Vergangenheit in mir: Meine Familie und die Schatten des Nationalsozialismus

Während eines durch Angststörungen bedingten Klinikaufenthalts gewinnt der Journalist Andreas Bönte erste erschreckende Einblicke in die eigene Familiengeschichte. Weitere Nachforschungen ergeben: Sein Großvater, der sich im Dezember 1944 das Leben genommen hatte, war in führender Position in der SA aktiv gewesen und hatte am 9. November 1938, der "Reichskristallnacht", einen Schlägertrupp angeführt. Seine Mutter war begeistertes Mitglied des BDM, fand ihren Vater erschossen im Elternhaus. Aufgrund der Traumata und der Scham wird die NS-Vergangenheit der Familie Jahrzehnte lang totgeschwiegen. In seinem Buch erzählt Andreas Bönte von seiner Recherche, die ihn mit der Nazivergangenheit der eigenen Familie konfrontiert, seinem Eintauchen in eine Welt des Verdrängten und der Übertragung der Traumata auf ihn. Erfahrungen, die viele aus der Boomergeneration mit ihm teilen. Mit zahlreichen Bilddokumenten aus dem Archiv des Autors.

Es spricht Andreas Bönte dem mit Psychologen und Autor Louis Lewitan über das Thema. Musikalisch wird der Abend von der Band "MaselTov" begleitet.

MaselTov ist eine Mischung aus traditioneller jiddischer, osteuropäischer, insbesondere Balkan-Musik, sehr gefühlvoll, teilweise melancholisch bis fetzig-feurig interpretiert. Ein Klangerlebnis jenseits des Mainstreams von Rock- und Popmusik.

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© Frank Morlok
Comedy

Freddy & Friends

Freddy Ekué lädt ein

"Freddy & Friends" feiert Premiere im Münchner Volkstheater: Comedian Freddy Ekué lädt ein. Gemeinsam mit wechselnden Gästen entsteht eine Comedy Mixed Show, die Unterhaltung, persönliche Geschichten und spontane Momente verbindet.

Zur ersten Ausgabe begrüßt Freddy Ekué an diesem Abend Abeku Okyere, Kristina Bogansky, Yonathan Litzius und Ana Lucia auf der Bühne.

Freddy Ekué ist ein deutsch-togolesisch-österreichischer Stand-up-Comedian aus Bayern – ein Künstler, der sich jeder einfachen Schublade entzieht. Als Newcomer längst kein Geheimtipp mehr: Auftritte in Formaten wie TV Total und Beste Comedians Deutschlands sowie Touren als Opener für Kaya Yanar haben ihn schnell auf die Landkarte der deutschen Comedy gesetzt.

Abseits der Bühne wirkt Freddy oft wie der sympathisch Verpeilte – irgendwo zwischen Shushi und Fotomodell. Doch sobald das Licht angeht und das Mikrofon in der Hand liegt, ist klar: Hier ist er genau richtig. Dann wird aus Chaos Präzision: Mit scharfem Blick, ehrlicher Selbstironie und Geschichten zwischen kultureller Herkunft, Identität und Alltagswahnsinn trifft Freddy Ekué den Nerv seines Publikums.

Seine Comedy ist frech, emotional und nahbar – eine Mischung aus Beobachtung, Selbstentlarvung und pointierter Realität. Oder anders gesagt: Freddy erzählt nicht einfach Witze. Er erzählt das Leben – nur deutlich lustiger.

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Szenische Lesung

Tatort Mittelmeer

TV-Ermittler*innen berichten über Menschenrechtsverbrechen auf dem Mittelmeer

Das zentrale Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Jährlich sterben Tausende Menschen an Europas Außengrenze bei dem Versuch in Sicherheit zu gelangen. Im Sinne der Abschottung Europas lassen die EU und ihre Mitgliedstaaten die Schutzsuchenden wissentlich im Stich. Die Zahl der Rechtsbrüche und Menschenrechtsverletzungen nehmen zu, seit 2014 sind über 35.000 Menschen ertrunken: Das Mittelmeer ist nicht nur Massengrab, sondern auch Tatort.

Tatort Mittelmeer ist eine szenische Lesung, die jährlich an wechselnden Theatern aufgeführt wird. In diesem Oktober macht sie Station am Münchner Volkstheater.

Bekannte Schauspielende, die u. a. als TV-Ermittelnde aus der Kriminalfilm-Reihe Tatort bekannt sind, lenken bei dieser Veranstaltungsreihe den Fokus auf einen anderen Tatort: das Mittelmeer. Mechthild Großmann, Carlo Ljubek, Nina Kunzendorf, Carol Schuler und Daniel Sträßer lesen von SOS Humanity aufgezeichnete Erfahrungsberichte von Geretteten sowie Rettenden und Dokumentationen von Rechtsbrüchen auf dem Mittelmeer. Mit der Lesung Tatort Mittelmeer soll vor allem die Stimme jener verstärkt werden, die kaum jemand hört: Menschen auf der Flucht. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad, der 2015 den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte erhielt.

SOS Humanity setzt sich für eine Welt ein, in der die Menschenrechte aller gewahrt werden. SOS Humanity steht für Menschlichkeit auf See und an Land. Der Verein engagiert sich seit 2015 dafür, dass kein Mensch mehr auf der Flucht ertrinken muss und jeder mit Würde behandelt wird.

Die Szenische Lesung Tatort Mittelmeer soll mehr Aufmerksamkeit auf die seit Jahren andauernde humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer lenken und Anlass bieten, Spenden für die lebensrettenden Einsätze der Rettungsschiffe von SOS Humanity zu sammeln.

Tatort Mittelmeer ist eine Veranstaltung der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS Humanity mit dem Münchner Volkstheater.

Konzeption: Gianna Main
Dramaturgie: Alexander Weinstock

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Konzert

YAIMA

YAIMA wird oft als zeitlos und unverwechselbar beschrieben und bietet eine ausgewogene Synergie aus maskulinen und femininen Ausdrucksformen. Ihre melodischen Klangwelten – geprägt durch den Multiinstrumentalisten und Produzenten Masaru Higasa sowie die Sängerin Pepper Proud – vereinen Instrumente aus aller Welt.

Inspiriert von der Erhabenheit der Natur, umhüllen ihre musikalischen Kompositionen den Zuhörer mit treibenden, belebenden organischen Rhythmen, transzendenten elektronischen Klängen, beruhigendem weiblichen Gesang und tief empfundenen, beseelten Texten.

YAIMA schlägt eine Brücke zwischen Natur und Menschheit und schafft ein umfassendes Erlebnis, das Wachstum fördert und den Herzen sowie dem Geist der Zuhörer einen harmonischen Weg weist.

Der Name YAIMA stammt aus der Sprache Mapudungun – mit der Bedeutung "das, wodurch Wasser fließt" – sowie von der kulturell bewahrten Region Yaeyama auf Okinawa (Japan).

Das Genre ist: Zeitlose Klangwelten, die elektronische und organische Musik vereinen – inspiriert von der Natur.

Achtung: Stehkonzert

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Lesung

Die Nacht der Autorinnen und Autoren der Süddeutschen Zeitung

Die Redaktion live auf der Bühne

Freuen Sie sich mit uns auf die 20. Nacht der Autorinnen und Autoren der Süddeutschen Zeitung. Erleben Sie die ganze Breite der SZ-Redaktion bei interaktiven Gesprächen, Werkstattberichten und Mitmach-Aktionen auf allen drei Bühnen und im Foyer und tauchen Sie gleich um die Ecke im Kulturzentrum LUISE in die Podcasts der Süddeutschen Zeitung ein. Oder schauen Sie im Bahnwärter Thiel vorbei, um mehr über spannende, kritische und lustige Themen in einer außergewöhnlichen Atmosphäre zu erfahren. Und vor allem, kommen Sie auf und neben den Bühnen mit den SZ-Journalistinnen und Journalisten ins Gespräch.

Tickets erhalten Sie online über den Webshop der Süddeutschen Zeitung .

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Diskussion

Moritz Hürtgen und Ronen Steinke

Da wird man ja wohl noch klagen dürfen - Meinungsfreiheit und Satire

Noch nie gab es in der Bundesrepublik so viele und so strenge Gesetze zur Regulierung und Einschränkung der Meinungsfreiheit wie heute. In den vergangenen zehn Jahren ist eine Vielzahl neuer Paragrafen hinzugekommen, um bestimmte Äußerungen zu verbieten. Und damit ist die Rechtslage nicht einmal übersichtlicher geworden – das ist der Befund in Ronen Steinkes neuem Buch "Meinungsfreiheit" (Berlin Verlag, 2026). Der Satz "Impfen macht frei" z.B. ist neuerdings eine Straftat, "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" aber erlaubt. Wer kennt sich da noch aus? Und was, wenn der Absender einer fragwürdigen Schmähung auch noch behauptet, von Beruf ein Satiriker wie Moritz Hürtgen zu sein?
Ein Abend, der den Weg von der Komik zur ernsthaften Diskussion (und wieder zurück) findet. Ein vergnügliches Plädoyer für mehr Mut und Gelassenheit. Und dank des unberechenbaren Münchner Publikums: ein Abend mit offenem Ausgang.

Ronen Steinke, Dr. jur., geboren 1983 in Erlangen, ist Leitender Redakteur und Kolumnist bei der Süddeutschen Zeitung. Er studierte Jura und Kriminologie, arbeitete in Anwaltskanzleien, einem Jugendgefängnis und beim UN-Jugoslawientribunal in Den Haag. Seine Promotion über die Entwicklung der Kriegsverbrechertribunale von Nürnberg bis Den Haag wurde von der FAZ als "Meisterstück" gelobt. Seine 2013 veröffentlichte Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse, wurde mit "Der Staat gegen Fritz Bauer" preisgekrönt verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Moritz Hürtgen, geboren 1989, ist freier Autor und Satiriker. Er brach ein Studium der Germanistik erfolgreich ab und lernte beim Frankfurter Satiremagazin Titanic, das er mangels Gegenkandidaten später für vier Jahre als Chefredakteur leitete. Die Arbeit als Gagschreiber für diverse TV-Formate war ihm bald zu anstrengend. Heute ist er Kolumnist für die Apotheken Umschau, Co-Moderator des Podcast-Morgenmagazins "Bohniger Wachmacher" und am Münchner Volkstheater Host des analogen Late-Night-Formats "Volksshow".

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Lesung

U20 Poetry Slam

Mikrofone frei für Münchens Poet*innennachwuchs!

Ein Poetry Slam ist der Dichter*innenwettstreit unserer Zeit – lebendig, direkt und voller Emotion. Hier wird Poesie zum Erlebnis und zur Plattform für alle, die sich trauen, ihre Texte mit der Welt zu teilen. Das Publikum ist mittendrin statt nur dabei und entscheidet mit seinem Applaus über den Ausgang des Abends.

Unter der künstlerischen Leitung des Münchner SlamMasters Ko Bylanzky hat sich der U20 Poetry Slam im Münchner Volkstheater längst zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Hier steht Münchens Slam-Nachwuchs im Rampenlicht: Jugendliche bis 20 Jahre präsentieren ihre eigenen Texte – ob Gedichte, Geschichten oder Performances, ob ernst, humorvoll, persönlich oder gesellschaftskritisch.

Schreien, flüstern, jaulen, keuchen, pfeifen, rappen – alles ist erlaubt. Die Werkzeuge: Sprache, Stimme und Körper. Der Wettbewerb tritt dabei schnell in den Hintergrund, denn wichtiger sind der Respekt, das Miteinander und die gemeinsame Leidenschaft für Worte.

Begleitet von Ko Bylanzky und einem/r Gastmoderator*in sorgen erfahrene Slam-Stars als Special Guests für zusätzliche Energie auf der Bühne.

Also: Spitzt die Stifte, macht Euch bereit – es wird poetisch!
Anmeldung per E-Mail an u20slam@muenchner-volkstheater.de



Workshops für U20 Poetry Slammer*innen

Du schreibst Texte oder würdest es gerne mal versuchen und bist mindestens 14 und nicht älter als 20 Jahre? Du magst Poetry Slam oder bist neugierig, das literarische Bühnenformat der Gegenwart kennenzulernen? Dann bist du jetzt nicht mehr allein, denn hier ist die Gruppe Jugendlicher, der es genauso geht.

Nach dem großen Erfolg der letzten Spielzeiten gehen die Poetry Slam Workshops in ihre vierte Saison und geben jungen Schreib- und Bühnenbegeisterten an insgesamt 15 Dienstagen zwischen 17.30 und 19 Uhr eine Heimat.

Der künstlerische Leiter Ko Bylanzky sowie die bekannten Poetry Slammer*innen Lotta Emilia und Philipp Potthast, die für die Workshopleitung verantwortlich sind, wissen auf deine Fragen Antworten, zeigen dir Wege auf, wie du deine Ideen zu Texten entwickelst oder deinen Text bühnenfertig machst und ihn dann z.B. beim regelmäßigen U20 Poetry Slam im Volkstheater präsentierst. Natürlich kannst du auch einfach nur den Workshop besuchen ohne aufzutreten, niemand wird dazu gedrängt, aber allen wird im kontinuierlichen Schreib- und/oder Performanceprozess geholfen.

Und das auch noch völlig kostenlos! Die Termine der Spielzeit 25/26 findest du hier.
Schick deine formlose Anmeldung einfach per E-Mail an u20slam@muenchner-volkstheater.de!

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Konzert

Oskar Haag

Lost Cause

Auf seiner Lost Cause Tour 2026 kommt Oskar Haag auch ans Münchner Volkstheater. Er präsentiert sein zweites Album "Lost Cause". Mit 17 Jahren wurde ihm der Amadeus Award verliehen und für den Nestroy wurde er bereits zwei Mal nominiert. Der mittlerweile 20-jährige Wahlwiener, dem die deutschsprachige Presse schon früh die Attribute "Wunderkind" und "Pop-Hoffnung" zugeschrieben hat, gab bereits sein erstes Konzert am Münchner Volkstheater.
Wir freuen uns dass der leidenschaftliche Live-Musiker und Bühnenmensch wieder ein Clubkonzert bei uns gibt!

Achtung: Stehkonzert

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Podcast

Hotel Matze

10 Jahre Hotel Matze

2026 feiert der beliebteste Interview-Podcast Deutschlands sein zehnjähriges Jubiläum. Im Herbst 2016 erschien die erste Folge. Nach einem Jahrzehnt schaut Matze Hielscher auf eine beeindruckte Vielzahl an Gästen zurück – zwischen Journalismus, Wissenschaft, Politik, Philosophie, Sport, Kunst und Musik führte er bereits weit über 500 Gespräche. Hotel Matze ist ein Podcast, der nicht nur von den Menschen vor den Mikrofonen lebt, sondern auch von denen, die zuhören.

Daher überrascht er in diesem und im kommenden Jahr seine Zuhörer:innen mit acht Terminen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und feiert mit ihnen gemeinsam seinen zehnten Geburtstag. Auf welche Persönlichkeiten sich das Publikum bei den kommenden Live-Shows freuen kann, bleibt natürlich eine Überraschung. Doch der Podcast bietet stets eine Fülle an namhaften Persönlichkeiten wie unter anderem Nina Chuba, Jürgen Klopp und Angela Merkel.

Die Idee ist, das, was sonst im Studio passiert, gemeinsam in einem Raum zu erleben: Gespräche, die Zeit haben. Begegnungen, die sich entwickeln. Und ein Moment, in dem Zuhören etwas Gemeinsames wird. Dabei schafft Matze Hielscher eine warme Atmosphäre auf Augenhöhe und das Publikum erlebt es hautnah.

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Konzert

Vandalisbin

Wanderlesben Tour 2026 – VANDALISBIN geht auf Reise

Mit der "Wanderlesben Tour 2026" kündigt VANDALISBIN eine neue Live-Etappe an, die Anfang November durch ausgewählte Clubs im deutschsprachigen Raum führt. Zwischen Indie, Punk und queerem Pop entstehen Abende, die sich bewusst jeder Glättung entziehen und stattdessen auf direkte Emotion, Haltung und Nähe setzen. Der Titel wird dabei zum Statement. Ein selbstbestimmtes Unterwegssein, das sich Raum nimmt, statt ihn zu suchen. Getragen von Songs zwischen Wut, Zärtlichkeit und radikaler Ehrlichkeit. Live verdichtet sich das zu Momenten, die nicht inszeniert wirken, sondern passieren. Intensiv, nah und ungeschönt. Irgendwo zwischen Ausbruch und Ankommen.

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Konzert

Salon Sonnenberg #8

Es wird gefeiert! Denn hier handelt es sich nicht nur um eine weitere brandneue Ausgabe des "Salon Sonnenberg" am Volkstheater, sondern um die Geburtstagsparty der Gastgeberin höchstpersönlich. Konfetti und Tischfeuerwerk. Und das war es dann aber auch schon wieder mit dem Mittelpunkt - denn im Rampenlicht stehen natürlich die Gäste.

Violetta Parisini. Wiener Singer/ Songwriterin und Produzentin. Und eine Freundin – für uns Alle. Egal in welchen Lebenslagen man sich befindet, Violetta Parisini hat einen Song geschrieben, der all unsere Gefühle beschreibt und bündelt, und man möchte nach mehrmaligem Zuhören sofort sagen: Hier gehe ich mit, wo kann ich unterschreiben. Mit Violettas Musik fühlt man sich niemals allein. Man wünschte, man könnte mit ihrer Musik sprechen und sie ganz viele Dinge fragen. Und ist dann erstaunt, dass oft schon im nächsten Satz Antworten fallen, mit denen man nicht gerechnet hat. Und das alles ist tiefgründig und trotzdem klingt es leicht, was natürlich auch and ihrer Stimme liegt. Wie Voletta Parisni ist keine. Und lustig ist sie auch, an sich also der perfekt Partygast!

Zu viel Lob? Kann gar nicht sein, denn wir machen gleich damit weiter. Als Fiva die Künstlerin King Josephine zum ersten Mal gehört hat, wurde sich kurz mit dem Algorithmus abgeklatscht. Manchmal kann der halt doch was. Zum Beispiel diese warme Stimme in die Ohren spülen. Soul, Jazz, Pop - alles nur Wörter mit denen man die Musik, der Sängerin King Josephine aus Berlin kaum beschreiben kann. Ihr Musik macht warm und glücklich. Und was für ein Glück, dass Telefonnummern getauscht und Anrufe erwidert wurden. Denn jetzt kommt sie wirklich zu uns in den Salon. Macht euch bereit Fan zu werden.

Auch von der Kabarettistin Antonia Satbinger. Humor ist keine Verhandlungssache und mit Antonia Stabinger würde man auch nicht diskutieren. Denn man lacht aus so vielen Gründen. Über das Gehörte, über die Performance des Gesagten und dann noch, Sekunden später, über die Tiefgründigkeit des Humors, die einen unerwartet nochmals trifft, da wo es auch ein bisschen weh tut. Letztes Jahr hat sie den Österreichischen Kabarettpreis gewonnen. Zurecht!

Fiva wird an ihrer Geburtstagsparty natürlich auch spielen. Zusammen mit den Gästen und ihrer Band bestehend aus Herbert Pirker (Schlagzeug), Tobias Wöhrer (Bass) und Phil Nykrin (Piano). Und da es was zu feiern gibt, freuen wir uns auf Überraschungen.

Und natürlich auf Euch!

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Comedy

Volksshow #27

Late-Night mit Moritz Hürtgen, Lara Ermer und Louis Klamroth

Die Volksshow, das verbraucherorientierte Spaß- und Entspannungsformat am Volkstheater, geht in die vierte Staffel. Und in dieser Spielzeit will sich Moderator Moritz Hürtgen endlich professionalisieren. Weshalb er sich für diesen Abend Experten eingeladen hat: Lara Ermer für Schulung in Witz und Provokation und Louis Klamroth für einen Crashkurs in Sachen Moderation. Das müssen Sie sich anschauen!

Gäste:

Lara Ermer ist Autorin, Moderatorin & Comedienne. Ihr Programm erarbeitet sie mit tiefgreifenden Recherchen, für die sie sich durch psychologische Datenbanken wühlt, damit es sonst niemand tun muss. Aktuell ist sie mit "Leicht entflammbar" auf Tournee, bisher wurde sie unter anderem mit dem Bayerischen und Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet.

Louis Klamroth ist gebürtiger Hamburger und moderiert seit Anfang 2023 die ARD-Talkshow "hart aber fair". Als Junge trat Klamroth in Filmen auf, darunter in Sönke Wortmanns Das Wunder von Bern. Seine ersten Erfolge als Moderator einer Politik-Talkshow hatte er ab 2016 mit Klamroths Konter (ntv), für die er mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.

Moderator:

Moritz Hürtgen, *1989 in München, arbeitet als Kolumnist für das Satiremagazin Titanic und die Apotheken Umschau. Einer geregelten Arbeit verweigert er sich hartnäckig. Die Volksshow moderiert er in dieser Spielzeit in der vierten Staffel.

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Lesung

Annette Dittert

Dear Britain - Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens

Als Annette Dittert am 31. Januar 2020 um Mitternacht vor der Downing Street stand, um live in den ARD-Tagesthemen darüber zu berichten, dass der Brexit in dieser Nacht nun endgültig vollzogen sei, schossen ihr kurz vor der Schalte plötzlich Tränen in die Augen. Längst war London ihr Zuhause geworden. Jetzt war der Bruch mit der EU nicht mehr umkehrbar. Für sie und viele Briten, die bis zum Schluss noch auf einen anderen Ausgang gehofft hatten, ein bedrückender Tag.
Sechs Jahre später und zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum fragt sich Annette Dittert, was aus dem Land geworden ist. Sie nimmt uns mit auf eine Reise über die Insel: Wir besuchen die Royal Albert Hall und das House of Lords, schwimmen mit der Frauengruppe »Blue Tits« im Meer an der Ostküste der Insel, plaudern mit Schotten, Priestern und Earls. Und sind bei der Autorin auf ihrem Narrowboat Emilia zu Gast, einem kleinen bunten Boot aus Stahl am Regent’s Canal, mitten im Zentrum Londons. So entsteht ein facettenreiches Bild der eigenwillig-charmanten Briten, deren prekäre wirtschaftliche und soziale Situation – nicht nur infolge des EU-Austritts – im Alltag spürbar ist und die doch stets Haltung bewahren.

ANNETTE DITTERT war von 1999 bis Ende 2025 Auslandskorrespondentin der ARD. Sie ist leidenschaftliche Journalistin und Filmemacherin. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie als Studioleiterin und Korrespondentin in Warschau, später in New York und ab 2008 in London. Für ihre Filme erhielt sie zwei Grimme-Preise und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Für die Berichterstattung zum Brexit wurde sie 2019 als Politikjournalistin des Jahres ausgezeichnet. Sie lebt in London auf ihrem Hausboot Emilia.

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Lesung

Münchner Poetry Slam-Stadtmeisterschaft 2026

Die erfolgreichsten Münchner Slammerinnen und Slammer des Jahres auf einer Bühne.

Wer wird Münchner Stadtmeister*in 2026 und vermag es den Titelträger des Vorjahres Julius Althoetmar vom Thron zu stoßen? 9 Poetinnen und Poeten messen sich im Wettstreit der Worte und versuchen das Publikum und die Jury mit Text und Performance zu überzeugen.

Künstlerische Leitung und Moderation: Ko Bylanzky

Line-Up:
Julius Althoetmar (Titelverteidiger)
Philipp Potthast
Lea Loreck
Lotta Emilia
Elena Calliopa
Meike Harms
Anna Richter
Darryl Kiermeier
Svea Paul

und Special Guest: Felix Hufnagel (Erlangen/ Bayerischer Poetry Slam-Meister)

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Lesung

Mona Ameziane & Christine Westermann

Wann wusstest du, dass es gut wird? Über das Leben und seine Geheimnisse

Im Herbst 2026 gehen Christine Westermann und Mona Ameziane gemeinsam auf Lesetour zu ihrem ersten gemeinsamen Buch "Wann wusstest du, dass es gut wird? Über das Leben und seine Geheimnisse", das am 1. Oktober 2026 erscheint. Auf der Bühne setzen die beiden das fort, was im Buch beginnt: ehrliche, warme und überraschend tiefe Gespräche über Antrieb, Glück, Liebe, Körper, Glaube und das, was noch kommt.

Zwei Freundinnen und zehn inspirierende Begegnungen: Christine Westermann und Mona Ameziane sprechen mit Humor und Wärme über die ganz großen Fragen. Das Ergebnis ist wunderbar leichtfüßig, tiefgründig und inspirierend. Und ein Anlass, sich selbst und die besten Freund*innen zu befragen. Wie viel hat Liebe mit Sehnsucht zu tun? Stellst du dir manchmal vor, wie dein Leben ohne Arbeit wäre? Wann hast du verstanden, was Glück ist? Es sind die Gespräche zweier Frauen aus verschiedenen Generationen, die sich gut kennen und doch noch ganz viel über die andere erfahren wollen. Und über das Leben.

In ihrem Podcast haben Mona und Christine in den vergangenen Jahren um die großen Themen bewusst einen Bogen gemacht – nun ist es so weit: Zehn Kapitel voller überraschender Geschichten und Denkanstöße. Was als intime Begegnung zwischen zwei Freundinnen gedacht war, wird auf ihrer Tour zu einem Abend, der das Publikum einlädt, selbst innezuhalten und vielleicht sogar die eigenen Antworten zu finden.

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Konzert

Alien Disko #7

Am 4. und 5. Dezember 2026 findet die ALIEN DISKO #7 statt!

Das Alien Disko Festival, kuratiert von Markus und Micha Acher und Bongo Joe, findet wieder bei uns im Münchner Volkstheater statt und präsentiert außergewöhnliche Bands und Künstler*innen aus aller Welt.
Die Musiker*innen kommen für ein Wochenende nach München, um die Alien Disko zu feiern und miteinander aufzutreten. Das ist mehr als ein Festival!

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Bewertungen & Berichte Alien Disko #7

© Roland Halbe
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Münchner Volkstheater

So traditionsträchtig der Begriff Volkstheater klingt, so jung ist seine Geschichte als Haus. 1983 wurde das Münchner Volkstheater am Stiglmaierplatz mit seinen 609 Sitzplätzen durch die Stadt München ermöglicht und eröffnet. Im November 2003 feierte es mit einem großen Heimatabend sein 20jähriges Jubiläum.

Das Haus ist ein Volks-Theater im wahrsten Sinn: Denn neben Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen vom Bayerischen Staatsschauspiel, die ein Bedürfnis nach räumlicher und künstlerischer Ausweitung ihrer Arbeit an und mit der bayerisch-österreichischen Volkstheatertradition hatten, war vor allem das Publikum maßgeblich am Gelingen dieses Gründungsprojektes beteiligt. Ein Großteil der Gesamtumbausumme von 3,9 Millionen Mark, die zur Sanierung und Umgestaltung der Mitte der 50er Jahre erbauten Mehrzweckhalle im Haus des Sports in der Brienner Straße benötigt wurden, kam durch öffentliche Spenden in die Umbaukassen. Zum Beispiel ermöglichten viele großzügige Münchner Bürger, von denen jeder 350 Mark für einen Sitz spendete, die neue Bestuhlung. Dafür wurden sie mit ihrem Namen auf den neuen Sitzen verewigt. Noch heute ist der Verein der Freunde des Münchner Volkstheaters ein wichtiger Förderer des Volkstheaters.



So konnte die Stadt München 1983 einer Reihe von bekannten Schauspielern und Theatermachern, die von jedermann eng mit Bayern in Verbindung gebracht wurden, die erhoffte Bühne für ihre Theaterarbeit schaffen. Besonders in den ersten 5 Jahren unter der Intendanz von Jörg-Dieter Haas sorgte vornehmlich die altbekannte Volksschauspielerriege mit Schauspielern wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer für die Anziehungskraft des Hauses.



Über viele Jahre prägte Ruth Drexel das Volkstheater maßgeblich. Mit ihrer Inszenierung von Karl Schönherrs Glaube und Heimat mit Hans Brenner in der Hauptrolle wurde 1983 das Haus eröffnet. 5 Jahre später, 1988 übernahm sie selbst federführend die Geschicke des Hauses, das sie - mit Ausnahme einer kurzen Interimsintendanz - bis zum Sommer 2002 leitete. Neben ihren eigenen Auftritten und Inszenierungen haben über viele Jahre vor allem ihr Lebensgefährte Hans Brenner, Nikolaus Paryla, Helen Vita und Christine Ostermayer als große Zuschauermagnete das Volkstheater geprägt.



Die Spielpläne des Hauses legten ihren Schwerpunkt auf die klassische Volkstheaterliteratur. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit den prägenden Autoren des kritischen Volksstücks Peter Turrini, Martin Sperr, Felix Mitterer und Franz Xaver Kroetz, die am Haus teilweise auch spielten oder inszenierten.



Im Oktober 2002 begann mit dem Antritt von Christian Stückl eine neue Ära am Volkstheater. Mit einem neuen und jungen Ensemble schuf er ein eigenständiges Profil und öffnete das Haus der Arbeit mit jungen Regisseuren, die neben Christian Stückl am Haus inszenieren. Das seit 2005 jährlich stattfindende Festival "Radikal jung" sucht mit großem Erfolg eine Standortbestimmung junger Regie, indem es herausragende Inszenierungen junger Theatermacher aus dem ganzen deutschen Sprachraum in München präsentiert. Wie schon in früheren Jahren ergänzt sich der Abendspielplan durch Gastspiele und Konzerte, erweitert durch Lesungen und Konzerte im Foyer. So gelang es Christian Stückl, neue Publikumsschichten zu erreichen und gleichzeitig die alten zu halten.



Nach mehreren Untersuchungen und Gutachten stellte sich 2012 heraus, dass eine Kernsanierung am Standort in der Brienner Straße nötig sein würde. Das bisherige Haus platzte aus allen Nähten. Es gab zu wenig Platz für Lager, Werkstätten und Probenräume. Das Volkstheater hatte die Bühnenbilder außerhalb der Stadt in über 40 Containern ausgelagert und Probenbühnen angemietet. Zudem war das Theater nicht barrierefrei und es fehlten ein Schnürboden, eine Tiefgarage und auch der Brandschutz müsste verbessert werden. Der Münchner Stadtrat beschloss daher Mitte Dezember 2017 den Neubau des Volkstheaters mit einer Gegenstimme.



Nach einem Wettbewerb fiel die Wahl auf das Stuttgarter Architekturbüro LRO Lederer Ragnarsdóttier Oei und die Firma Georg Reisch aus dem schwäbischen Bad Saulgau als Generalübernehmer. In einem sogenannten Generalübernehmerverfahren verpflichtete sich die Firma Reisch vertraglich, den Neubau zum festgelegten Zeitpunkt und vereinbarten Fixpreis schlüsselfertig zu übergeben. Bis 2021 entstand das neue Volkstheater für eine Summe von 130,7 Millionen Euro auf knapp 18.000 Quadratmetern auf dem Viehhofgelände. Am 15. Oktober 2021 eröffnete Christian Stückl mit seiner Inszenierung von "Edward II." den neuen Standort des Münchner Volkstheaters.
Öffnungszeiten der Kasse:
Montag bis Freitag 11 Uhr bis 18 Uhr
Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr

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Bewertungen & Berichte Münchner Volkstheater

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München, Schwanthalerstraße 13
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