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Literaturhaus Salzburg

Ein Ort für das Wort

Seit 1991 ist im stadteigenen, über 400 Jahre alten Gebäude des Eizenbergerhofs im Stadteil Lehen beim Stadtwerke-Areal das Literaturhaus Salzburg beheimatet. Aus dem anfänglichen Geheimtipp wurde inwischen längst der Ort für das Wort – in Salzburg und weit darüber hinaus.

Ein Trägerverein (mit dem „Jungen Literaturhaus“) und fünf autonome Salzburger Literaturvereine und Autorengruppen – manche von ihnen gibt es bereits seit Jahrzehnten in der Traklstadt – haben sich unter einem Dach organisiert und erarbeiten ein Programm für ein junges und erwachsenes Publikum: abwechslungsreich, engagiert und professionell – nach dem Motto „Literaturhaus Salzburg, wo das Leben zur Sprache kommt“.

Das zweistöckige, historisch wertvolle Gebäude beherbergt neben Veranstaltungsräumen, die auf Anfrage vermietet werden, und Büros auch eine Bibliothek und ein kleines Café (abends bei Veranstaltungen geöffnet) – benannt nach dem Dichter H.C. Artmann, Namenspatron für den Platz vor dem Haus.

Kontakt

Literaturhaus Salzburg
Verein Literaturhaus
Strubergasse 23
A-5020 Salzburg

Telefon: +43 662 / 422 411
Fax: +43 662 / 422 411-13
E-Mail: info@literaturhaus-salzburg.at

Bewertungschronik

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© Jörg Burger
Lesung

Karl-Markus Gauß:
Die Liebe kommt immer zu spät

Lesung & Gespräch

Als Vor-Premiere stellt Karl-Markus Gauß erstmals sein neues Buch „Die Liebe kommt immer zu spät“ (Zsolnay Verlag 2026) öffentlich vor. Der bekannte Salzburger Schriftsteller und Literaturkritiker liest aus seinen drei neuen Reiseerzählungen und spricht mit Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann.

Karl-Markus Gauß, der literarische Kartograf der europäischen Ränder, ist wieder auf Reisen gegangen. In Bosnien sucht er nach den Spuren einer multikulturellen Welt und findet sie bei seinem verstorbenen Freund Dževad Karahasan. In Slowenien folgt er den Lebenswegen zweier tapferer Frauen, einer legendären Anwältin, die sich die Freiheit nahm, bald als Frau, bald als Mann zu leben, und einer kleinwüchsigen Schriftstellerin, deren Bücher auf der ganzen Welt gelesen wurden und die in der Stadt, die sie jetzt feiert, völlig verarmt gestorben ist. Und warum das obersteirische Bruck an der Mur und Beloiannisz in der ungarischen Puszta eigentlich auf dem Peloponnes liegen und Österreich auch eine griechische Geschichte hat, ist aus der dritten Reiseerzählung zu erfahren.

Karl-Markus Gauß, geb. 1954 in Salzburg, wo er als Autor und Kritiker lebt. Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt und ausgezeichnet, zuletzt mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2022) und dem Arik-Brauer-Publizistikpreis (2025). Jüngst erschienen die Bücher „Schiff aus Stein“ (2024), „Schuldhafte Gewissheit: Essays wider Zeitgeist und Judenhass“ und „Gedankenspiele über die Gelassenheit“ (beide 2025).

Eintritt € 14/12/10 (Karten nur im VVK)

Veranstalter: Verein Literaturhaus

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© Christian Weingartner
Lesung

Gemischter Satz II

Beteiligte: Andreas Peters, Hans-Christian Bauer, Horst Weber

Hans-Christian Bauer liest eine Erzählung, die eine zukünftige KI-Situation beschreibt. KI wird dann aber eine andere Bedeutung haben, sie wird als Abkürzung für „Künstliche Identität“ gebraucht werden. Der Text, mit dem Titel „Der Kuss der Spinnenfrau“, ist eine Art Liebesgeschichte, in der sich die zwei Beteiligten im Unklaren sind über die Identität des Partners.

Andreas A. Peters liest aus seinem Gedichtband „Der schnelle braune Fuchs springt über den Rücken des faulen Hundes“, Gedichte über den Ukraine-Krieg, Gott und den Sargdeckel, über „Das Sterben der Fußballstadien“ und über Donald AN BORD DER AIR FORCE ONE“ // EIN POEM.

Horst Weber stellt sich in seinem Lesebeitrag folgende Fragen: Was hat die Doppik der Buchhaltung auf einem Friedhof verloren? Noch dazu auf einem jüdischen, auf dem die unselige Vergangenheit des Wiener Judentums ihr anklagendes Haupt hebt? Wie bringt die pietätlose Nutzung dieser stillen, verwahrlosten Örtlichkeit die Gefühle eines jungen Paares gehörig durcheinander?

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Salzburger Autor:innengruppe (SAG)

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© Minitta Kandlbauer
Lesung

Dimitré Dinev:
Zeit der Mutigen

Lesung & Gespräch

„In dieser Sommernacht war Eva Nagel zur Donau gegangen mit der Absicht, sich ins Wasser zu werfen, aber stattdessen warf sie sich in die Arme des Infanterieleutnants Alois Kozusnik.“ Dieser Satz steht am Beginn eines über 1.000 Seiten langen Epos, das Figuren ins Blickfeld bringt, die in der Geschichtsschreibung zu den Vergessenen gehören. „Zeit der Mutigen“ folgt den verzweigten Geschichten dreier Familien quer durch Mitteleuropa und das 20. Jahrhundert, durch zwei Weltkriege, Faschismus, Stalinismus.
Den Erfahrungen politischer Gewalt setzen die Heldinnen und Helden dieses Romans ihre je eigenen Strategien des Überlebens und Widerstehens entgegen – die Frage, was einen Menschen im moralischen Sinn aufrechtbleiben lässt, durchzieht das gesamte Buch: „Das Gute ist an keine Zeit gebunden.“

Dimitré Dinevs Roman mäandert durch die Zeit wie die Donau, deren Verläufen er folgt. Er erzählt von ersten und letzten Dingen, von Grobheit und Zartheit, von Menschen, Tieren und Natur, von Leben und Lieben. Und er erzählt von der Notwendigkeit des Erzählens.

Dimitré Dinev, geboren 1968 in Plovdiv (Bulgarien), lebt seit 1990 in Wien. Er schreibt auf Deutsch, veröffentlichte Drehbücher, Essays, Erzählungen, Theaterstücke und seinen ersten Roman „Engelszungen“, mit dem er europaweit bekannt wurde. „Zeit der Mutigen“, soeben mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet, ist im Verlag Kein & Aber erschienen.

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, prolit

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© Lisa Gold / © Alexander Chitsazan
Fest

Bücher, Bücher, Bücher

Abschiedsfest: Gespräch & Live-Musik sowie Buffet
Beteiligte: Ilija Trojanow, Klaus Seufer-Wasserthal, Trio Angerer-Haslauer-Rico

Wem hat er nicht schon einmal gute Bücher empfohlen?! Jede Leserin und jeder Leser in der Stadt Salzburg kennt den engagierten Buchhändler Klaus Seufer-Wasserthal. Kaum vorstellbar, dass dieses Urgestein der Literaturszene in Pension geht. Zum Abschied schenkt ihm das Literaturhaus ein Fest – und lädt alle zum Mitfeiern ein.

Der Schriftsteller Ilija Trojanow, ein langjähriger Freund, spricht mit dem Buchhändler – naturgemäß – über Lieblingsbücher, über Arbeit und Vergnügen, über Literatur und das Leben. Musik: Gernot Haslauer (Kontrabass, Posaune), Danny Rico (Piano) und Peter Angerer (Schlagzeug u.a.).

Neben der Leitung der renommierten Rupertus Buchhandlung organisierte Klaus jahrzehntelang bei Veranstaltungen in Stadt und Land die Büchertische. Der belesene Kenner saß in Jurys, vertrat als WK-Obmann des Fachverbands Buch- und Medienwirtschaft die Branche, war Co-Leiter des Literaturfests, organisierte die Buchtage sowie eigene Lesungen in der Buchhandlung, die er gelegentlich auch moderierte. Für seine Arbeit wurde der Vorsitzende des Literaturhaus-Trägervereins ausgezeichnet.

Klaus Seufer-Wasserthal, geb. 1960 in Schwanenstadt, studierte in Salzburg Germanistik und Geschichte, wurde 1993 Buchhändler und war ab 2005 Geschäftsführer der Rupertus Buchhandlung.

Eintritt frei

Veranstalter: Verein Literaturhaus

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© Eva-Maria Mrazek
Kurs

Schreibwerkstatt:
Petra Nagenkögel - Raum schaffen

„Literatur ist Struktur und Beziehung: das Erscheinen des Wirklichen braucht einen Raum, nicht unbedingt einen Sinn.“ (Thomas Stangl)

Welche Bedeutung hat der Raum für das Entstehen eines Textes? In welche Beziehungen treten Figuren, Körper, Gegenstände zum Raum, der sie umgibt? Und ist nicht der Text selbst begreifbar als Raum?
Wir werden uns mit der Gestaltung von Räumen beschäftigen. Mit Zimmern und Schränken, Eingängen und Ausgängen, Dachböden und Hinterhöfen, aber auch mit Lebensräumen, Gedächtnisräumen, Außen- und Innenräumen, mit Freiraum und Weltraum. Wir werden experimentieren mit Positionen und Koordinaten, mit Zentrum und Rand, Nähe und Ferne. Wir werden ein- und ausräumen, um- und ab- und verräumen. Wir werden Raum schaffen und ihn betreten, durchstreifen, verändern, verlassen.

Petra Nagenkögel, geb. 1968 in Linz, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Salzburg, Autorin und seit 1996 Leiterin des Literaturvereins prolit, lebt in Wien. Im Verlag Jung und Jung erschien 2019 „Dort. Geografie der Unruhe“.

www.petranagenkoegel.at

Termine:
Freitag, 20. Februar 2026 15 bis 18 Uhr
Samstag, 21. Februar 2026 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 22. Februar 2026 10 bis 13 Uhr

Eintritt € 130

Anmeldung unbedingt erforderlich unter: leselampe@literaturhaus-salzburg.at

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

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© Judith Kinitz
Lesung

Nora-Eugenie Gomringer:
Am Meerschwein übt das Kind den Tod

Nora Gomringer zählt als Lyrikerin, Performerin und Vortragende zu den bekanntesten Autorinnen ihrer Generation. Für ihr jüngstes Buch „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ (Verlag Voland & Quist, 2025) erfand sie eine eigene Gattungsbezeichnung: Nachrough. Es geht um ein aufgerautes Nachrufen in Richtung der verstorbenen Mutter. „Ich schreibe ihr hinterher als vermissende Tochter, als wütende Frau, als verstummte Dichterin und wundere mich, wie wenig sie sich beschwören lässt, wenn ich es will.“

Vorab versprach Gomringer ihrem Verleger:
„Es wird ein lustiges Buch!“ Sie hielt Wort. So bleibt das Dokument der Todessichtigkeit frei von jeglicher Morbidität – gehalten im typischen Gomringer-Ton, für den sie 2025 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet wurde. Der Text geht zurück in die Kindheit, als ausrangierte Fahrradschläuche noch kniehohen Seepferdchen glichen, Meerschweinchen Paula hießen und von Rottweilern namens Jago totgebissen wurden. Die Erinnerung an die Mutter wird zum „Gang durch ein Museum mit wechselnder Hängung“.

Nora Gomringer, geb. 1980 im saarländischen Neunkirchen/Saar, lebt in Bamberg, wo sie das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia leitet. Sie ist deutsch-schweizerische Autorin und Filmemacherin, schreibt fürs Theater und Feuilleton, spricht für Radio und TV und erarbeitet Projekte mit Musikern und Künstlern. Ihr Werk ist in viele Sprachen übersetzt und mehrfach preisgekrönt.

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, Verein Literaturhaus

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© Naomi Waterhouse
Lesung

Peter Waterhouse:
Z Ypsilon X

Drei Bände, mehr als 1.500 Seiten, dreieinhalb Millionen Zeichen. Ein Befragen familiärer Geschichte, ein Befragen von Vergangenem, ein Neubuchstabieren von Welt: Z Ypsilon X.
In seinem nach „(Krieg und Welt)“ zweiten monumentalen Prosawerk folgt Peter Waterhouse den biografischen Spuren des Großvaters Edgar Alker, vor allem aber folgt er dessen Lektüren, den Notizen und Unterstreichungen in den Werken, die er gesammelt hatte. Der Großvater war Kenner und Verehrer der Werke von Karl Kraus, er war Leser von Trakl, Dickens, Peter Altenberg. Und er war Hauptschriftleiter beim „Kleinen Blatt“, beförderte die Propaganda des NS-Regimes – ein kaum auflösbarer Widerspruch, der dem Autor zum Ausgangspunkt seines sich tastend und zögernd immer weiter fortsetzenden Lesens, Fragens und Schreibens wird.
„Z Ypsilon X“ verweigert sich jeder behauptenden Deutung von Welt. Stattdessen eröffnen sich bei der Bewegung durch diesen Text Räume des Möglichen, das unsere Wahrnehmung von Welt zu verändern weiß.

Peter Waterhouse, geb. 1956 in Berlin, lebt in Wien und Št. Vid v Podjuni. Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik promovierte Waterhouse 1984 mit einer Arbeit über Paul Celan. Als Autor verfasst er Lyrik, Prosa, Essays, zudem ist er als Übersetzer aus dem Englischen und Italienischen tätig. „Z Ypsilon X“ ist bei Matthes & Seitz erschienen.

Eintritt € 10/8

Veranstalter: prolit, Rupertus Buchhandlung

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© Clemens Fabry
Festival

Lange Hörspiel-Nacht 2026

Bücher & Buffet, Hörspiele & Gespräch
Beteiligte: Peter Klein

Seit der Eröffnung des Salzburger Literaturhauses im Herbst 1991 können Hörspiele nicht nur im Radio, sondern auch öffentlich vor Publikum erlebt werden – vor allem bei der „Langen Hörspiel-Nacht“. In der jährlichen Kooperation mit Ö1 sind ausgewählte ORF-Produktionen aus dem Vorjahr in voller Länge zu hören, zwischendurch gibt es Track5‘-Kurzhörspiele zum Wettbewerbsthema „Schließ die Augen!“ und in den Pausen ein Ö1-Buffet. Live-Gast ist diesmal Peter Klein, der als Autor, Journalist und Hörfunkredakteur den Kultursender mitgeprägt hat. Mit ihm führt die Salzburger ORF-Literaturjournalistin Karin Buttenhauser, die den Abend moderiert, ein Gespräch.

Im Hörspiel „Iowa. Ein Ausflug nach Amerika“ (55 Min, Regie: Alice Elstner) – nach ihrem gleichnamigen Roman – erzählt die Autorin Stefanie Sargnagel vom Leben in der US-Provinz. Eingeladen von einem College, Creative Writing zu unterrichten, landet sie in einer Kleinstadt, aus der es ohne Auto kein Entrinnen gibt. Begleitet wird die Wienerin von einer Indie-Ikone, die seit den 80er-Jahren in der alternativen Musikszene Berlins unterwegs ist und ein Konzert für Studierenden geben soll. Vereint in der Gefangenschaft der Einöde freunden sich die Frauen an, spazieren durch die Straßen und sehnen sich nach Abwechslung.

In einer Kleinstadt spielt auch das Hörspiel von Manuela Tomić: „Die Sonne täuscht über das Unglück hinweg“ (52 Min, Regie: Andreas Jungwirth). Einkaufszentrum, Markt, Kreisverkehr, Felder, Wälder, Berge. Mittendrin die Friseurin, der Arzt, die Schuldirektorin, der Lehrer, die Kundin, der Bauer, sein Sohn und Hanna. Ihr Kopf ist voller Poesie, voll der Liebe zu ihrem Sohn, voll sexueller Fantasien – und Zorro. Hanna ist Seherin, spricht mit Vögeln und stolpert manchmal über ihre eigenen Füße. Doch jede Gemeinschaft braucht so jemanden – als Inspiration, Korrektiv und Schutzengel, denn „die Sonne täuscht über das Unglück hinweg“.

Um ein kurzes Innehalten in einer bewegten Welt geht es im Hörspiel „Vier Stürme, ein Sturm“ (54 Min, Regie: Leonhard Koppelmann) von Philipp Blom. Ein Sturm fegt durch eine beliebige Stadt. Dort steht ein Baum, dem Blitzeinschlag und Winde einen Ast aus der Krone brechen. Drumherum vier Schicksale, die von inneren Stürmen umgetrieben werden. So kehrt sich der Sturm ins Gegenteil, wird zum stillen Reflexionsort großer Themen wie Einsamkeit, Liebe, Schönheit und dem (selbst)zerstörerischen Konflikt zwischen dem Raubtier Mensch und seiner Lebenumwelt.

Stefanie Sargagel, geb. 1986 in Wien, wo sie als Autorin und Cartoonistin lebt. Sie veröffentlicht Bücher, schreibt fürs Theater, spielt in Filmen und betreibt einen Webshop. 2025 erhielt sie den Bremer Literaturpreis.

Manuela Tomić, geb. 1988 in Sarajevo, lebt in Wien. Sie schreibt Prosa, Lyrik und ist als Hörspielautorin tätig, „Blasse Stunden“ ist mit dem Prix Europa 2024 ausgezeichnet.

Philipp Blom, geb. 1970 in Hamburg, lebt als Autor, Historiker, Journalist, Moderator und Übersetzer in Wien.

Veranstalter: Literaturhaus Salzburg, ORF/Ö1

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© Federico Maria Giammusso
Lesung

Claudia Lanteri:
L`isola e il tempo/Die Insel und die Zeit

Das Buch „Die Insel und die Zeit“ (Folio, 2025, Übersetzung: Verena von Koskull) ist eine Entdeckung. Der Debütroman von Claudia Lanteri mit dem Originaltitel „L’isola e il tempo“ (Einaudi, 2024) – inspiriert von der Insel Linosa, auf der die italienische Autorin viele Monate schreibend verbrachte – wurde in Italien als Sensation gefeiert. Lanteri stellt ihren Roman – ein Inselporträt der langsamen Veränderung – in Lesung und Gespräch vor. Moderation: Giorgio Simonetto. Deutsche Lesung: Ulrike Arp.

Auf einer Insel, karg und winzig, irgendwo zwischen Sizilien und Tunis. Der Junge Nonò streift durch die trockene Hitze, er sieht alles und kann die Zeichen des Meeres lesen. Hat er Hunger, plündert er Nester der Sepiasturmtaucher. Dann strandet ein Paar auf der Insel, die Frau tot. Der Überlebende berichtet von einem Jachtunglück, von einer fünfköpfigen Familie, begraben im Meer. Nonò misstraut der Version und stürzt sich in die Suche nach der Wahrheit. Immer wieder, 30 lange Jahre, wird er davon erzählen, doch erinnert er sich richtig? Was macht die Insel, die Zeit, die Einsamkeit mit dem Denken? Was ist wirklich passiert?

Claudia Lanteri, in Caltanissetta/Sizilien geboren, wurde bereits als Kind von ihren Eltern, Gründern eines Theaters, mit der Leidenschaft für Geschichten infiziert. Nach Jahren in London arbeitet sie als Buchhändlerin in Palermo und schreibt für „La Repubblica“ und „L’Espresso“.

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Società Dante Alighieri Salzburg, Verein Literaturhaus

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Lesung

Offene Lesebühne;
¡lesen lassen!

Schreiber:innen aller Altersgruppen haben die Möglichkeit, außerhalb ihres Freundeskreises unterschiedliche Reaktionen und konstruktive Kritik zu erhalten. erostepost lädt nach Feierabend zu dieser freundlich erdnahen Runde ein!

¡lesen lassen! ist seit über 30 Jahren eine Salzburger Veranstaltungs-Serie des Literaturvereins erostepost. Teammitglieder sowie Neuankömmlinge werden dazu angeregt, ihren Gedanken Form zu geben. Kurze Ideen, kleine Geschichten und Verdichtung sind Herangehensweisen an das Schreiben, die das weite Feld der Kreativität öffnen. Dazu wird angeregt: Wofür steht Literatur? Was bewegt uns?

Die Lesenden melden sich eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn mit zwei vorbereiteten Texten von jeweils 5 & 10 Minuten Lesezeit im Café des Literaturhauses an. In der ersten Runde lesen die Autor:innen den kurzen Text. Danach stimmen alle Anwesenden darüber ab, wer in die zweite Runde kommen soll. Nach einer Diskussion wird mittels Stimmzettel ein:e Sieger:in ermittelt.

Hinein ins Vergnügen: ¡Lesen und lesen lassen!

Veranstalter: erostepost

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Lesung

Norbert Gstrein
Das erste Licht

Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich Norbert Gstrein in seinem neuen Roman „Im ersten Licht“ (Hanser Verlag, 2026) dieser großen Frage der Gegenwart. Der österreichische Schriftsteller liest und spricht mit Moderator Tomas Friedmann.

Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens. Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben.

Norbert Gstrein, geb. 1961 in Tirol, lebt in Hamburg. Seit seiner erfolgreichen Debüt-Erzählung „Einer“ (1988) erschienen zahlreiche Bücher, zuletzt die Romane „Der zweite Jakob“ (2021) und „Vier Tage, drei Nächte“ (2022) sowie der Essayband „Mehr als nur ein Fremder“ (2023). Viele Auszeichnungen, z.B. Bachmann-Preis 1989, Döblin-Preis 1999, Johnson-Preis 2003, Österreichischer Buchpreis 2019, Thomas-Mann-Preis 2021.

Eintritt € 14/12/10

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© Residenz Verlag
Lesung

Christa Gürtler:
Barbara Frischmuth. Grenzgängerin zwischen Okzident und Orient

Literaturfrühstück

Schriftstellerinnen und Schriftsteller als Reisende zwischen den Kulturen sind Übersetzer:innen und Grenzgänger:innen und „werden immer das Eigene mit dem Blick des Fremden und den Fremden mit dem Blick fürs Eigene ansehen“, schreibt Barbara Frischmuth in ihrer Salzburger Festspielrede „Das Heimliche und das Unheimliche“. Seit ihrem Übersetzerstudium in Graz interessieren sie ganz besonders die Differenzen zwischen Orient und Okzident, die heute mitten in Europa sichtbar sind.

Frischmuths Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele, Kinderbücher, Essays und ihre literarischen Gartenbücher zeichnen sich durch genaue Recherchen, umfangreiches Wissen und eine Vorliebe für das Karnevaleske und die Phantasie aus. Als „‚natural born‘ Feministin“ ist es ihr gelungen, in ihrem vielfältigen Werk darüber zu schreiben, was möglich sein könnte. Und dazu zählt eben auch zu „denken, was nicht sein darf“ und Grenzen zu überschreiten.

Kaffee und Kipferl ab 9.45 Uhr und solange der Vorrat reicht.

Christa Gürtler vermittelt beim Literaturfrühstück Einblicke in Leben und Werk der großen österreichischen Schriftstellerin Barbara Frischmuth, die im Juli 2025 in Altaussee verstorben ist.

www.leselampe-salz.at

Eintritt € 9/7

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

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© Katalin Deer
Lesung

Ilma Rakusa:
Wo bleibt das Licht

„Poesie soll keine Kälte und kein Gefühl der Obdachlosigkeit erzeugen. Näher liegt sie bei der Liebe. Heller Horizont mit Äpfeln an den Rändern. Und Veränderungspotenzial.“

Notizen, Gedanken, Wahrnehmungen, beginnend im Sommer 2022, fügen sich in Ilma Rakusas neuestem Buch zu einem persönlichen Journal und zugleich zu einem Panorama der letzten Jahre. Ihre Tagebuchprosa spannt weite Bögen, sie verbindet Erinnerung mit Reflexion und mit dem Versuch, eine Form zu finden für das Nicht-Fassbare: die Gegenwärtigkeit des Kriegs in der Ukraine, die zunehmende Bedrohtheit der Demokratien, die globale Verdüsterung der Welt. Die Autorin versteht es, den kleinen biografischen Moment kurzzuschließen mit dem größeren Ganzen, und sie versteht es, in der eigenen Ratlosigkeit die gesellschaftliche Verunsicherung zur Sprache zu bringen.

Ilma Rakusas Blick ist ein wacher, ihr Denken so offen wie unbestechlich. Begleitet von Lektüren und literarischen Weggefährten von Maria Zwetajewa bis Serhij Zhadan, schreibt sie an einem fortlaufenden Dialog mit der Gegenwart.

Ilma Rakusa, geb. 1946, studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Sie lebt als Schriftstellerin, Übersetzerin, Literaturkritikerin und Universitätslehrbeauftragte in Zürich. Ihr Werk umfasst erzählende und essayistische Prosa, Journale, Gedichte und Poetikvorlesungen und wurde vielfach ausgezeichnet. „Wo bleibt das Licht“ ist im Droschl Verlag erschienen.

www.prolit.at

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: prolit

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Wettbewerb

U20 Poetry Slam

Längst Fixpunkt für Nachwuchs-Autorinnen & -Autoren: der U20 Poetry Slam im Literaturhaus! Hier darf man nach Herzenslust reimen, rappen, erzählen oder sich einfach auf der Bühne austoben; jedenfalls geht es darum, einen eigenen Text nicht nur zu lesen. Die Bedingungen für die Auftretenden sind:

• Alter unter 20 Jahren,
• Zeitlimit pro Auftritt von 6 Minuten,
• Vortrag eines selbstgeschriebenen Textes (od. mehrerer),
• Verzicht auf Hilfsmittel beim Vortrag,
• Anmeldung unter slam@literaturhaus-salzburg.at

Für manche Autor*innen bedeuten Poetry Slams den Einstieg in die Welt der Literatur, andere haben einfach Spaß auf der Bühne. Dabei geht es um Abende mit großen Gefühlen oder kleinen Alltagsgeschichten – immer ehrlich und echt. Eine Jury bewertet die Auftritte – und allen Teilnehmenden winken Preise! Außer Konkurrenz tritt wieder ein Special Guest auf. Moderiert wird der Slam von Lukas Wagner, DJ Sticky begleitet die Veranstaltung musikalisch.

Nächster Termin: 12. Juni 2026

Veranstalter: erostepost, FS1, Verein Literaturhaus

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Lesung

Eva Löchli,Christa Stierl:
Alles auf Anfang

Eva Löchli wird an diesem Abend Texte vorstellen, in denen Menschen an Orte zurückkehren, wo gute oder problematische Prägungen ihren Anfang genommen haben. Diese könnten verstärkt oder in Ansätzen vielleicht sogar überwunden werden. Es kann aber unter Umständen im Rückblick auch ein Anfang imaginiert werden, den es so wie in der Vorstellung nie wirklich gegeben hat. Manches an diesen Geschichten erscheint ganz wirklichkeitsnah, anderes surreal.

Frühling nach einem endlos scheinenden Winter, Wege aus der Sackgasse, der Nacht oder dem Dunkel am helllichten Tag. Neu werden oder zumindest anders. Von vorne anfangen oder zumindest so tun als ob. Oder schon wieder vor dem nächsten Rätsel stehen, obwohl man gerade eines gelöst hat … Christa Stierls Figuren suchen, finden, verlieren, planen, verwerfen Pläne, fallen und fangen wieder von vorne an – wieder und wieder…

Musik: Michael Walter (Klavier)

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Salzburger Autor:innengruppe (SAG)

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© Joachim Wiesner
Lesung

Franz H. Kabelka, Wolfgang Kauer:
Absolute Bettruhe / Rätselhaftes

In Franz Kabelkas Roman „Absolute Bettruhe“ hat Krimiautor Georg große Probleme: Seine Frau hat ihn verlassen, sein bester Freund wechselt während der Corona Pandemie die Seiten, und nach sieben Romanen ist er des Krimischreibens müde. Bald auch des Lebens, denn bei ihm wird Blasenkrebs in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert. Soll er Suizid begehen, zum Mörder werden oder doch noch einen letzten Krimi verfassen – den Krimi seines Lebens?

Wolfgang Kauers neues Buch „Rätselhaftes“ versammelt zwei kunsttheoretische Essays zum Thema magische Quadrate, v.a. bei Albrecht Dürer, und zum transzendentalen Hintergrund der Gralsburg, weiters zwei rätselhafte Gedichte und schließlich zehn Erzählungen, die Abgründe unterschiedlicher Art eröffnen, vom umweltpolitischen Vergehen bis zum weltpolitischen Ereignis.

Umrahmt werden die Buchpräsentationen von Fabian Schumann, der der Zither unerhörte Klänge entlockt.

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: GAV Salzburg

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© studiocanal
Film

Akira Kurosawa: Ran | King Lear

Der Großfürst Hidetora Ichimonji beschließt, nachdem er jahrelang sein Reich gefestigt hat, abzudanken und sein Reich unter seinen drei Söhnen aufzuteilen. Taro, der Älteste, soll ihm auf den Thron folgen. Jiro, sein zweiter Sohn, und Saburo, der Drittgeborene, übernehmen das Kommando über das Zweite und Dritte Schloss, müssen aber ihrem älteren Bruder gehorchen und ihn unterstützen. Saburo missachtet seinen Gehorsamsschwur und wird verbannt.

Mit dem monumentalen Epos RAN zeigen wir eine von drei Shakespeare-Adaptionen von Akira Kurosawa, dem dritten großen Shakespeare-Regisseur in diesem Filmclub. Während der Beschäftigung Kurosawas mit der Legende des japanischen Kriegsherrn Mori Motonari ergaben sich Parallelen zu King Lear. Kurosawa erklärte, dass er in seiner filmischen Interpretation des Stücks der Figur King Lear eine Vergangenheit geben wollte.

RAN gehört zu den überzeugendsten Übertragungen eines Shakespeare-Stoffes in einen anderen Kulturkreis.

GB/FR 1985; Regie: Akira Kurosawa; Drehbuch: Akira Kurosawa, Hideo Oguni, Masato Ide; Kamera: Masaharu Ueda, Asakazu Nakai, Takao Saitō; mit: Tatsuya Nakadai, Akira Terao, Jinpachi Nezu, u.a.; 162 Min.; japan. OmU

Einführung: Manfred Mittermayer
www.daskino.at

Eintritt DAS KINO, Mitglieder DAS KINO und Leselampe frei

Veranstalter: Das Kino, Literaturforum Leselampe

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© Zoe Goldstein
Lesung

Lisa-Viktoria Niederberger:
LAHEA

Lisa-Viktoria Niederberger spürt in ihren Texten den Beziehungen zwischen Mensch und Natur nach und lotet Möglichkeiten eines solidarischen Zusammenlebens aus. So auch im Romandebüt „LAHEA“ (OMV, 2026). Die Autorin erzählt von einer Welt zwischen archaischem Tun und fortschrittlicher Vision, von einer Gesellschaft zwischen Fürsorge und Verrat – und davon, wie weit eine Gemeinschaft gehen darf, wenn sie der Gewalt standhalten will, ohne selbst gewalttätig zu werden. Moderation: Eva Krallinger-Gruber.

Als ein toter Wal an die Küste der Insel Ebria gespült wird, nehmen sich die Bewohner nur, was sie brauchen, denn sie leben im Gleichgewicht mit der Natur, in einer Gesellschaft, die Gier und Herrschaft hinter sich gelassen hat. Wie lange noch? Denn in den Höhlen von Ebria wächst eine Bewegung, die alles infrage stellt. Das erfährt Lahea bei ihrer Erkundungstour über die Insel. Dabei gerät die künftige Dorfvorsteherin in einen Sog aus Verrat, Rebellion und gefährlicher Sehnsucht nach alter Macht.

Lisa-Viktoria Niederberger, geb. 1988 in Linz, wo sie als Autorin und Kulturwissenschafterin lebt. Für ihre Publikationen (Kinderbücher, Essays, Kurzprosa) wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Eintritt frei; Anmeldung in der Stadt:Bibliothek
Kartenreservierung: stadtbibliothek@stadt-salzburg.at oder Tel: 0662 8072 2450

Veranstalter: Stadt:Bibliothek Salzburg, Verein Literaturhaus

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© Christian Weingartner
Lesung

Inge Glaser, Petra Herzgsell:
Trugbilder

Inge Glaser wird Apothekenpflichtiges und Rezeptfreies aus ihren Werken lesen und will ihre Zuhörer ein wenig überraschen.

In Petra Herzgsells Geschichte treffen in einer Arztpraxis eine Frau und ein Mann aufeinander, beide überzeugt, den anderen aus der Vergangenheit zu kennen. Scham, Unsicherheit und alte Bilder stehen zwischen ihnen. Eine leise Kurzgeschichte zweier Menschen über Scham, verpasste Chancen und den Mut, jemandem wirklich zu begegnen – mit feinem Humor und einem Augenzwinkern zum Leben.

Musik: Francisco Gonzalez (klassische Gitarre)

Inge Glaser, geb. in Salzburg, schreibt Romane, Prosa und Lyrik.

Petra Herzgsell, geb. 1973 in Salzburg, Belletristikstudium an der Hamburger Akademie, Debütroman „Zartbitter“, lebt in Salzburg.

Veranstalter: Borromäus-Apotheke, SAG

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© Clemens Schmiedbauer
Lesung

Laura Freudenthaler:
Iris

„… schmerzt es dich manchmal, dass du in allem, was du anschaust, sofort die Struktur vor Augen hast?, nein, von der Struktur ausgehend sehe ich mehr.“

Was bedeutet es für eine Frau, dass Erfahrungen in unsere Körper eingeschrieben sind, über Generationen und Jahrhunderte hinweg? Wie wirken wir selbst in der Geschichte mit, in der Gewalt immer weiter fortgeschrieben wird? Und wie können wir ihr entkommen?

Iris ist als Schriftstellerin viel auf Reisen. Es sind Momente des Einverständnisses, die sie bei Begegnungen unterwegs erlebt. Momente der Bekräftigung in einem Leben, das sich oft am Rand der Erschöpfung bewegt. Wieder zu Hause, berichtet sie Anton von ihren Reisen, er zeigt Iris seinerseits die Fotografien, die er als Künstler macht. Die beiden teilen vieles, auch die Lust am sexuellen Spiel mit Gewalt und Unterwerfung. Während sich Iris’ Fantasie an der Geschichte der Hexenprozesse entzündet, drängen Erinnerungen aus ihrer Kindheit an die Oberfläche. Bis schließlich ihr Arrangement mit Anton eine tiefe Erschütterung erfährt.

Laura Freudenthaler geb. 1984 in Salzburg, lebt in Wien; zuletzt erschien der Band „Arson“ (2023, Jung und Jung Verlag), zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt erhielt sie 2024 den Anton-Wildgans-Preis. Ihr neuer Roman „Iris“ ist 2026 im Jung und Jung Verlag erschienen.

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

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© Apollonia T. Bitzan
Preisverleihung

Barbi Markovic
Helena-Adler-Preisverleihung: Stehlen, Schimpfen, Spielen

Matinee mit der Preisträgerin

Barbi Markovic, Magdalena Kufer, Mia Eidlhuber

Zum zweiten Mal wird der Helena-Adler-Preis für rebellische Literatur vergeben: in Erinnerung an die 2024 verstorbene Autorin Helena Adler zur Förderung österreichischer Gegenwartsliteratur für ein besonderes belletristisches Werk, das sich sprachlich, formal wie inhaltlich auflehnt, trotzt und widersetzt. And the prize goes to … Barbi Marković für ihr Buch „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ (Rowohlt Verlag, 2025). Wir gratulieren herzlich!
Barbi Marković liest bei der Matinee nach der Laudatio von Mia Eidlhuber aus ihrem preisgekrönten Buch, Magdalena Kufer (Bass, Gitarre, Piano) spielt Musik.

Die dreiköpfige Fachjury – bestehend aus der Literaturjournalistin Katja Gasser (ORF), dem Buchhändler Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung) und der Kulturredakteurin Mia Eidlhuber (Der Standard) – hat einstimmig entschieden. Der mit 7.777 Euro dotierte Literaturpreis wurde von Tomas Friedmann (mit Unterstützung des Künstlers und Adler-Nachlassverwalters Thomas E. Stadler) ins Leben gerufen und wird jährlich getragen vom österreichischen Kulturministerium, von Stadt und Land Salzburg, der Gemeinde Oberndorf, von Literaturhaus und privaten Spenden.

Aus der Jurybegründung für den Helena-Adler-Preis 2026:
Schreiben ist für Barbi Marković „ein Machtakt der kleinen, in die Ecke gedrängten Seelen“. Dieser Moment schafft eine wesentliche Verbindung mit Helena Adler. Mehr noch: Beide schreiben sich, wenn auch stilistisch unterschiedlich, aus ihrer Herkunft heraus, ohne diesen Umstand je zu verleugnen. Genau daraus generieren sie eine ungeheure transformative literarische Kraft, die nicht vordergründig feministisch anmutet, sondern zutiefst selbstermächtigend agiert. „Ich lüge, um die Wahrheit besser zu treffen“, bekennt sich Barbi Markovic. Ihr Buch „Stehlen, Schimpfen, Spielen“ ist ein höchst unterhaltsamer Regelbruch, ein für alle ermunternder Grenzgang, eine geglückte Stilübung in literarischer Wahrhaftigkeit.

Barbi Marković, geb. 1980 in Belgrad, lebt in Wien und schreibt Romane, Hörspiele, Theaterstücke etc. Bekannt wurde sie mit „Superheldinnen“ (Roman, 2016); für „Minihorror“ (Kurzgeschichten) erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse 2024; ihr „Piksi-Buch“ wurde als Fußballbuch des Jahres 2025 ausgezeichnet.

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© Aleksandra Pawloff
Lesung

Vladimir Vertlib:
Der Jude der Kaiserin

Bilderreich, fesselnd und beklemmend erzählt der österreichische Schriftsteller russisch-jüdischer Herkunft in seinem neuen Roman „Der Jude der Kaiserin“ (Residenz Verlag, 2026) von Liebe und Hass, von Glaube und Verrat – und von der Lust, trotz allem am Leben zu sein. Vladimir Vertlib liest und spricht mit Moderatorin Katherina Braschel.

Wien um 1670: Barocke Herrlichkeit und bittere Armut prägen die Stadt. Kaiser Leopold I. leidet nicht nur unter Geldmangel für seine Feldzüge, er braucht auch dringend einen Thronfolger. Nur der Leibarzt kann der verzweifelten Kaiserin Margarita Teresa helfen. Doch Pedro de Rojas hat ein gefährliches Geheimnis: Er ist ein spanischer Converso, ein konvertierter Jude, der seinen Glauben im Geheimen praktiziert. Die katholische Kaiserin will die Juden aus Wien vertreiben, sie hält sie für die Ursache allen Übels. Wird es Don Pedro und seiner Geliebten gelingen, das zu verhindern?
Vladimir Vertlib verbindet Komödie und Drama zu einem großen Roman über Glaubenskämpfe und Standesdünkel, Intrigen und tiefe Freundschaft.

Vladimir Vertlib, geb. 1966 in Leningrad, lebt nach Jahren der Emi­gration seit 1981 in Salzburg und Wien. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays sowie zahlreiche Artikel. 2024 wurde er mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil ausgezeichnet, 2025 mit dem Buchpreis der Salzburger Wirtschaft.

Eintritt € 12/10/8

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© Alexandra Grill
Lesung

Birgit Birnbacher:
Sie wollen uns erzählen

Birgit Birnbacher erzählt in ihrem neuen Roman „Sie wollen uns erzählen“ (Zsolnay Verlag) sensibel und literarisch vom Umgang mit Neurodiversität.

Oz ist anders und tut sich schwer in der Schule, aber diesmal ist ihm etwas wirklich Blödes passiert. Auf dem Heimweg wünscht er sich deshalb zumindest eine kleine Katastrophe, die seine Mutter von dem Brief der Lehrerin, den er ihr geben muss, ablenken würde. Als Oz nach Hause kommt, ist Ann – auch sie ausgestattet mit einem flirrenden Nervenkostüm – nicht wie vermutet in Zeugnis-Feierlaune, sondern es ist tatsächlich etwas passiert. Die Zilly-Oma, die in den Bergen lebt, ist weg …

„Dezent und zugleich glasklar, durchscheinend und subtil“ (Süddeutsche Zeitung) erzählt Birgit Birnbacher auch in ihrem neuen Roman von den Menschen – und von den Chancen, die der Wildwuchs im Denken eröffnet. Haben die, die sich nicht anpassen können, unserer überreizten Natur und Umwelt womöglich tatsächlich etwas entgegenzusetzen? (Zsolnay Verlag)

www.leselampe-salz.at

Birgit Birnbacher, geb. 1985, lebt als Schriftstellerin in Salzburg; zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis 2019. Zuletzt erschienen die Romane „Ich an meiner Seite“ (2020) und „Wovon wir leben“ (2023, beide Zsolnay Verlag).

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Literaturforum Leselampe

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© riccio
Vortrag

Claudia Brunner, Fabian Scheidler
Grammatik des Krieges / Friedenstüchtig

In seinem neuen Buch „Friedenstüchtig. Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu erschaffen“ (Promedia Verlag) konstatiert Fabian Scheidler eine zunehmende Militarisierung der westlichen Welt. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften drohen einer als alternativlos dargestellten Kriegslogik geopfert zu werden. Scheidler deutet dies als Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Demgegenüber sieht er es als Notwendigkeit an, dass westliche Staaten sich von ihrer Politik der Dominanz verabschieden und eine Kultur der Kooperation entwickeln.

Als feministische Sozialwissenschafterin­ und Friedensforscherin fordert Claudia Brunner ein „Verlernen von Militarisierung“. Sie argumentiert für einen Antimilitarismus, der die Zusammenhänge von Militarismus mit den Dynamiken von Kapitalismus, Kolonialismus, Nationalismus und Patriarchat zum Ausgangspunkt der Kritik nimmt. Einen Antimilitarismus, der die „Grammatik des Krieges“ sichtbar werden lässt und die Frage, weshalb Akzeptanz für militärische Gewalt geschaffen wird trotz des Wissens um die Zerstörungskraft von Krieg.

Fabian Scheidler ist Autor, Dramaturg, Journalist (u.a. für „Le monde diplomatique“) und Mitbegründer von „Kontext TV“.

Claudia Brunner ist Professorin am Zen­trum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt.

Veranstalter: Friedensbüro, Interreg Bayern-Österreich, KBW Berchtesgaden kofinanziert von der EU, prolit

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Lesung

4. Salzburger Literaturquiz

Bei seinen Fans hat der Quiz-Abend im Literaturhaus längst Kultstatus. Wir freuen uns also auf die vierte Ausgabe und empfehlen dringend unseren Kartenvorverkauf!

Wie funktioniert das Literaturquiz? Gäste kommen allein, als Paare oder Gruppen, Teams werden gebildet, Singles integriert, denn Quiz-Spielende sind kommunikative Menschen. Natürlich gibt es außer einem unterhaltsamen Abend u.a. Lesestoff zu gewinnen – sowie die eine oder andere Erkenntnis. Mitzubringen sind Neugier und gute Laune, der Rest passiert vor Ort. Quizjockey Robert Presslaber gestaltet wieder den Abend gemeinsam mit Musiker Vitus Denifl.

Gewinn- und Ratespiele, Rätsel aller Art und Quizsendungen in Radio und TV sind beliebt. Beim „Pubquiz“ – erfunden auf den britischen Inseln – treten in lockerer Atmosphäre mehrere Gruppen gegeneinander an. Es wird gelacht und gestaunt, getrunken und gewonnen … Beim Quiz im Literaturhaus Salzburg dreht sich natürlich alles um Bücher, Autor:innen und Anekdoten drumherum.

Beteiligte: Robert Presslaber, Vitus Denifl

Eintritt € 10

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© fotowerk aichner
Lesung

Christoph W. Bauer, Andrea Grill, Marianne Jungmaier, Hubert Weinheimer:
Neue Bücher österreichischer Autor*innen

Regelmäßig werden im Literaturhaus Salzburg an einem Abend neue Bücher österreichischer Autorinnen und Autoren vorgestellt. Diesmal sind Christoph W. Bauer, Andrea Grill, Marianne Jungmaier und Hubert Weinheimer eingeladen, ihre Neuerscheinungen aus 2026 vorzustellen. Moderation: Ines Schütz, Lily Friedmann, Anton Thuswaldner & Tomas Friedmann.

Christoph W. Bauer stellt in seiner Novelle „Lärm“ (Haymon Verlag) die existenzielle Frage: Sind wir mehr als bloßer Zufall? Seit Jahren lebt Emil Murnau wieder in Innsbruck, obwohl er nie vorgehabt hatte, nach Tirol zurückzukehren. Der Baustellenlärm in unmittelbarer Nähe seiner Wohnung zehrt nicht nur an seinen Nerven, sondern bringt den Buchhändler ins Grübeln über sein Leben. Er plant einen Aufbruch: zurück nach Wien, zu sich selbst? Schließlich kommt alles anders und er begeht einen folgenschweren Fehler.

Andrea Grill entfaltet in ihrem Roman „Sonnenspiel“ (Leykam Verlag) die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Ein Dorf in Apulien. Ein Haus am Meer. Ein Garten voller Olivenbäume. Hier lebt Loredana, Mutter von drei Kindern, die in Heimarbeit Kleider für eine italienische Luxusmodemarke näht. Eine Journalistin auf Urlaub will aus ihren prekären Lebensumständen eine Enthüllungsstory machen. Doch die Näherin will davon nichts wissen und sperrt die neugierige Reporterin in ihre Speisekammer.

Marianne Jungmaier erzählt in ihrem Buch „Kontinentaldrift. Reisestories“ (Otto Müller Verlag) von Menschen und von der Welt. Ihre poetische Reiseliteratur ist eine Liebeserklärung an Länder, Orte und Kulturen zwischen Armenien und Mexiko, zwischen London und New York. Die Geschichten sind Einladungen zum Zuhören und Entdecken, zu Begegnungen in Dubai und Kathmandu, zum Erkunden der Wälder Nordkaliforniens und Südfrankreichs – immer an der Seite von Fremden, die zu Freunden werden.

Hubert Weinheimer schafft mit seinem Roman „Zirkus Morgana“ (Müry Salzmann Verlag) eine wortgewaltige Schöpfungsgeschichte rund um den Topos „Mensch und Maschine“. Die Informatikerin Kristin entwickelt als „Datenputzerin“ ein Computerprogramm zur Fehlerbehebung, das sich selbst Sisyphos nennt und eigenmächtig sein menschliches Alter Ego erfindet: Peter. Als ein Zirkus in der Stadt gastiert, folgt Peter der Welt aus Zuckerwatte und Kamelscheiße – und der Trapez-Akrobatin Jana Morgana.

Christoph W. Bauer, geb. 1968 in Kärnten, lebt als Autor und Übersetzer in Innsbruck.

Andrea Grill, geb. 1975 in Bad Ischl, lebt als Autorin, Biologin und Übersetzerin in Wien und Amsterdam.

Marianne Jungmaier, geb. 1985 in Linz, schreibt Lyrik und Prosa, unterrichtet kreatives Schreiben, kuratiert, moderiert.

Hubert Weinheimer, geb. 1983 in OÖ, lebt in Wien, schreibt, malt und spielt in der Band „Das Trojanische Pferd“.

Eintritt € 12/10/8

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© Foto Flausen
Lesung

Günther Marchner, Anton Menzl, Gudrun Winklhofer:
Landschaften

Lesung der neuen SAG- Mitglieder

Günther Marchner liest aus dem unveröffentlichten Roman-Manuskript „Geografie des späteren Lebens“: „Nach Jahren fahre ich wieder hinaus, um meinen alten Freund Franz zu besuchen, in jene Gegend, die mich gleichzeitig fasziniert wie abstößt. Ich fahre in eine Gegend, in der eine sich ausbreitende Materialschlacht Schönheit und Erinnerung begräbt.“

Exposé der Texte von Anton Menzl: „Welt ist ein weiter Weg. Eine lyrische Reise sowohl in dunkles Grenzland als auch zu sommerlich lichten Ufern.“ Auch Lufträume (birdland) werden erkundet. Vor allem aber – dem Wesen jeder Dichtung entsprechend – Seelenlandschaften. Und immer wieder Gedichte mit Schnee (als Metapher für Weglosigkeit und Altern).

Gudrun Winklhofer beschreibt Landschaften … Die der Natur: Wald-, Berg-, Wolken-, Schnee-, Seen- und Küstenlandschaften. Die von Menschen gemachte: Bauern-, Industrie-, Grenz-, Stadt- und Dachlandschaften. Und die jedem Menschen eigene: Seelen-, Herzens- und Körperlandschaften. Ob Lyrik oder Prosa, Landschaften sind ein weites Gebiet für poetische und philosophische Gedanken.

Eintritt € 12/10/8

Veranstalter: Salzburger Autor:innengruppe (SAG)

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© Vasilis Bakalos
Lesung

Xaver Bayer:
Hauch

Zwanzig Jahre hat uns Xaver Bayer warten lassen auf diesen Roman, und jetzt ist er da – und fällt völlig aus der Zeit. „Hauch“ (Jung und Jung Verlag, 2026) ist ein Briefroman, was darin passiert, steht in und zwischen den Zeilen, die einander zwei schreiben.

Veit ist Schriftsteller, Dora Übersetzerin, sie haben die Abmachung getroffen, einander ein Jahr lang nicht zu sehen. Wir erfahren nicht, warum, es ist ein Spiel, ein Experiment. Dora lebt in der Stadt und fühlt sich den Zumutungen unserer Zeit zunehmend schutzlos ausgesetzt, Veit bezieht seinen Posten in einem alten Bauernhof am Land, streift durch die verlassene Gegend, beobachtet die Vögel, die Bäume, den Wind.

Beide betrachten die Gegenwart, ohne sie zu teilen, beide üben den Rückzug, jeder auf seine Weise. Die Entfernung zwischen den beiden ist nicht groß, aber sie bleibt auch nicht gleich. Sie wächst, wie die Sehnsucht nach einem anderen Leben. (Jung und Jung Verlag)

www.rauriser-literaturtage.at

Xaver Bayer, geb. 1977 in Wien, wo er als Schriftsteller lebt; zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt erhielt er 2023 das Robert-Musil-Stipendium, 2020 den Österreichischen Buchpreis für „Geschichten mit Marianne“ (Jung und Jung Verlag).

Veranstalter: Literaturforum Leselampe, Rauriser Literaturtage

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© Jürgen Bauer
Lesung

Ulrike Draesner:
penelopes sch()iff

„Die Figur erschien – und mit ihr eine Idee. Ich wollte Penelopes Geschichte in Überlappung mit dem Ende der Odyssee (…) erzählen. Vor allem aber wollte ich von Penelope erzählen in jenem dunklen Raum, in dem üblicherweise nur noch der Abspann läuft. Im Danach. Nun, erst nun, hören wir ihre Version der Geschichte.“

In Homers Odyssee erscheint Penelope als Inbegriff der treu dienenden Ehefrau. Dieses Narrativ wirft Ulrike Draesner in ihrer Um-Schreibung der antiken Vorlage beherzt über Bord: Ihre Penelope ist klug, leidenschaftlich, freiheitsliebend. Als deutlich wird, dass der Kriegsheimkehrer Odysseus als Herrscher nicht mehr tragbar ist, sticht sie gemeinsam mit hundert Frauen in See und fährt ins Ungewisse. Am Ende segelt die bunte Gesellschaft die Adria entlang und begründet die Stadt Venedig.
Vielstimmig, mit klugem Witz und poetischem Furor erzählt Ulrike Draesner die Odyssee neu und stellt mit ihrem Text nicht zuletzt die hochaktuelle Frage nach einem „anderen“ Verständnis von Herrschaft und Macht.

www.rauriser-literaturtage.at

Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, lebt in Berlin als Schriftstellerin und Professorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihre Romane, Essays und Gedichte wurden vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Christine-Lavant-Preis. Ihr Roman „Die Verwandelten“ war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. „penelopes sch()iff“ ist im Penguin Verlag erschienen.

Veranstalter: prolit, Rauriser Literaturtage

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Lesung

Feridun Zaimoglu:
Sohn ohne Vater

Der Roman „Sohn ohne Vater“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2025) von Feridun Zaimoglu erzählt von einem trauernden Sohn, vom Zusammenhalt einer Familie und von einer Reise in ein fremdes Land. Moderation: Tomas Friedmann.

Es ist früh am Morgen, als die Mutter anruft, um ihm zu sagen, dass sein Vater gestorben sei. Der Erzähler weiß nicht, was er tun soll. Er ist allein in seinem Schmerz. Wer kann ihn trösten? Nach und nach wird ihm klar: Er muss in die Türkei, zu seiner Mutter – und am Grab des Vaters stehen, um sich von ihm zu verabschieden. Doch der Erzähler, ein Schriftsteller aus Kiel, leidet unter Flugangst. Er bittet zwei Freunde, ihn mit dem Wohnmobil mitzunehmen. Gemeinsam planen sie die Reise: über Linz, Szeged und Edirne bis nach Edremit und zurück. Über fünftausend Kilometer. Es ist der Beginn eines abenteuerlichen Roadtrips quer durch Europa, geprägt von den Erinnerungen an den Vater und seine vielen Leben: an den Ehemann und Akkordarbeiter, an den Geschichtenerzähler oder den Siebzigjährigen, dessen gefärbte Koteletten eine ganze Feriensiedlung in Aufruhr versetzen konnten.
www.rauriser-literaturtage.at

Feridun Zaimoglu, geb. 1964 in Bolu/Türkei, kam als Sohn türkischer Gastarbeiter nach Deutschland und lebt in Kiel. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays, Drehbücher und Theaterstücke, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Walter Kempowski Preis 2025. Sein Debüt „Kanak Sprak“ (1995) gehört zum Kanon der deutschsprachigen Literatur.

Veranstalter: Rauriser Literaturtage, Verein Literaturhaus

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Literaturhaus Salzburg

Verein Literaturhaus

Ein Ort für das Wort



Seit 1991 ist im stadteigenen, über 400 Jahre alten Gebäude des Eizenbergerhofs im Stadteil Lehen beim Stadtwerke-Areal das Literaturhaus Salzburg beheimatet. Aus dem anfänglichen Geheimtipp wurde inwischen längst der Ort für das Wort – in Salzburg und weit darüber hinaus.



Ein Trägerverein (mit dem „Jungen Literaturhaus“) und fünf autonome Salzburger Literaturvereine und Autorengruppen – manche von ihnen gibt es bereits seit Jahrzehnten in der Traklstadt – haben sich unter einem Dach organisiert und erarbeiten ein Programm für ein junges und erwachsenes Publikum: abwechslungsreich, engagiert und professionell – nach dem Motto „Literaturhaus Salzburg, wo das Leben zur Sprache kommt“.



Das zweistöckige, historisch wertvolle Gebäude beherbergt neben Veranstaltungsräumen, die auf Anfrage vermietet werden, und Büros auch eine Bibliothek und ein kleines Café (abends bei Veranstaltungen geöffnet) – benannt nach dem Dichter H.C. Artmann, Namenspatron für den Platz vor dem Haus.

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Literatur+Sprache / Kulturveranstaltung Literaturhaus Salzburg Salzburg, Strubergasse 23
Ereignisse / Festspiele Salzburger Festspiele 17.7. bis 30.8.2026
Ereignisse / Festival Salzkammergut Festwochen Gmunden Region Gmunden
Literatur+Sprache / Festival Literaturfest Salzburg Salzburg, Hubert-Sattler-Gasse 1
Literatur+Sprache / Festival Rauriser Literaturtage Rauris, Kirchweg 3
Literatur+Sprache / Lesung Figurationen des Übergangs, Wissenschaft und Kunst
Di 24.2.2026, 18:00 Uhr
Literatur+Sprache / Lesung Figurationen des Übergangs, Wissenschaft und Kunst
Di 24.2.2026, 18:00 Uhr
Literatur+Sprache / Vortrag Ecowin Verlag Salzburg, Lessingstraße 6
Literatur+Sprache / Lesung Salzburger Literaturforum Leselampe Salzburg, Strubergasse 23

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