Das Burgtheater ist als österreichisches Nationaltheater die wichtigste Schauspielbühne des Landes und das größte Sprechtheater Europas, das Tradition, Vielfalt und Fortgang verbindet.
Nach der Comédie-Française ist das Wiener Burgtheater eines der ältesten Sprechtheater Europas. Heute zählt das ehemalige „K. K. Hoftheater nächst der Burg“ mit seinen drei dazugehörenden Spielstätten Akademietheater, Kasino und Vestibül und einem festen Ensemble zu den größten Sprechbühnen Europas und spielt in der deutschsprachigen Theaterlandschaft eine wesentliche Rolle.
Mehr als 400.000 Besucher kommen von September bis Juni in rund 800 Vorstellungen ins Burgtheater, Akademietheater, Kasino und Vestibül. Damit ist das Burgtheater das in Kontinentaleuropa best-besuchte Sprechtheater – mit stetig steigenden Ticketeinnahmen.
Das Burgtheater, 1874-1888 an der Wiener Ringstrasse erbaut, ist die namensgebende und größte der vier Spielstätten und als historisches Gebäude eine bedeutende Touristenattraktion in der Stadt.
Eine Stückentwicklung mit Körpern, Figuren & Gegenständen
Premiere: 17.4.2026
Was machen Worte aus mir? Sind sie hilfreich oder einengend? Inwiefern ist es sinnvoll, einen Kosmos von Kategorien zu erzeugen? Muss ich mich in diesem Kosmos wiederfinden können? Und was geschieht, wenn ich herausfalle? Ein Ensemble junger Erwachsener findet und formt sich. In einem kollektiven Suchprozess entsteht ein Stück über das Dazwischen: Gerahmt von einer fantastischen Geschichte tauchen wir mit einer abgehalfterten Reiseagentur in einen entlegenen Archipel. Zwischen Schubladen und Kauderwelsch suchen wir dort nach Wortgrenzen und Worten, die es vielleicht noch nicht gibt – nach dem Zwischenton.
Aus sieben ausgewählten Objekten entstehen Welten, die sich Abend für Abend spontan entfalten. Jede Vorstellung verhandelt neu, wie wir zusammenleben und was Sprache aus uns macht.
Regie: Anna Manzano
Bühne & Kostüm: Magdalena Knor
Objekttheater: Rebekah Wild
Szenische Beratung: Eddi Faux
Musik: Moritz Schauer
Licht: Enrico Zych
Ton: Rana Donat
Dramaturgie: Zoë von Dohnányi
Termine
Fr 17.4.2026, 19:00 | Premiere
So 19.4.2026, 19:30
Di 28.4.2026, 19:30und weitere Termine
So 3.5.2026, 19:00
Ort
Burgtheater
Vestibül Universitätsring 2
A-1010 Wien
Während der Staat im Chaos versinkt und der todkranke Quasi-König Heinrich einen halbwegs fähigen Nachfolger für seinen Führungsapparat sucht, freundet sich in der Kneipe der Dauergast John Falstaff mit dem jungen, abgestürzten Harri an. Ein Paar, das ungleicher nicht sein könnte. Was wollen sie voneinander? Das Gift der Macht jedenfalls verrichtet sein zerstörerisches Werk.
Der österreichische Autor Ewald Palmetshofer führt Falstaff, den beliebten Außenseiter unter Shakespeares Figuren, in die Abgründe einer dystopischen Welt. Nach HAMLET inszeniert Karin Henkel diese rauschhafte, humorvolle HEINRICH IV.-Überschreibung und fragt sich gemeinsam mit dem Autor, warum die Zeiten nicht besser werden.
Regie: Karin Henkel
Bühnenbild: Thilo Reuther
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Matthias Grübel
Licht: Michael Hofer
Video: Andrea Gabriel
Dramaturgie: Rita Thiele,
Jeroen Versteele
Termine
Sa 9.5.2026, 19:00 | Premiere
Di 19.5.2026, 19:00
Fr 22.5.2026, 19:00und weitere Termine
Eigentlich möchte die Familie Antrobus friedlich in New Jersey leben, aber dreimal hintereinander sieht sie sich mit Weltuntergangsszenarien wie Eiszeit, Sintflut und Krieg konfrontiert. Trotz der Katastrophen erweist sich die Familie immer wieder als erstaunlich krisenfest und findet Wege vom Chaos in ein neues Leben. In dieser Menschheitsrevue sind Raum und Zeit scheinbar aufgehoben: Im Vorgarten grasen ein Dino und ein Mammut, während Homer und Moses um Asyl ansuchen oder die großen Philosophen im nächtlichen Reigen als Planeten erscheinen …
Kurz vor Hitlers Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten schrieb Wilder 1942 dieses urkomische und zutiefst abgründige Stück, das sich zu einem Welthit entwickelte. Neben der bitteren Erkenntnis, dass die Menschen das Böse wohl immer auch als einen Teil von sich akzeptieren müssen, steht der unerschütterliche Glaube an die humanistischen Werte.
In der Übersetzung von Barbara Christ
Regie: Stefan Bachmann
Bühnenbild: Olaf Altmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Sven Kaiser
Licht: Bernd Purkrabek
Choreografie & Körperarbeit: Sabina Perry
Video: Moritz Grewenig
Feuereffekt: Thomas Bautenbacher
Dramaturgie: Lena Wontorra
3 Stunden - 1 Pause
Termine
Mo 6.4.2026, 19:00
Sa 25.4.2026, 19:30
Fr 8.5.2026, 19:30und weitere Termine
Bewertungen & Berichte Wir sind noch einmal davongekommen
Schauspiel
Zu ebener Erde und erster Stock
von Johann Nestroy
Verkehrte Welt: Der Spekulant Herr von Goldfuchs im ersten Stock verliert sein Vermögen und muss seinen Bankrott erklären, während der mittellose Tagschreiber Adolf Schlucker zu ebener Erde nach einem unverhofften Erbe ein reicher Mann wird. Auch in Sachen Liebe geht es im Mietshaus von Herrn Zins drunter und drüber. Von geordneten Verhältnissen kann keine Rede sein.
Johann Nestroys musikalische Satire über die Launen des Glücks wurde nach der Uraufführung 1835 zur szenischen Sensation: Zwei Stockwerke gleichzeitig auf einer Bühne hatte man bis dato nicht gesehen. Bis heute liefert diese Idee ein zwingendes Bild für die Dialektik zwischen Überfluss und Mangel.
Regie: Bastian Kraft
Bühnenbild: Peter Baur
Kostüme: Inga Timm
Sounddesign: Robin Gillard
Video: Jasmin Kruezi
Musik: Alexander Xidi Christof
Choreographie & Körperarbeit: Sabina Perry
Licht: Marcus Loran
Dramaturgie: Jeroen Versteele
2 Stunden 30 Minuten - 1 Pause
Termine
Fr 10.4.2026, 19:30
Fr 17.4.2026, 19:30
Sa 2.5.2026, 19:30und weitere Termine
Bewertungen & Berichte Zu ebener Erde und erster Stock
2Schauspiel
Das Ferienhaus
von Simon Stone nach Henrik Ibsen
eine Adaption von IBSEN HUIS von Simon Stone, Originalproduzent Internationaal Theater Amsterdam 2017
Ein erfolgreicher Architekt entwirft 1964 ein gläsernes Ferienhaus für sich und seine Familie, das über 60 Jahre später zerstört sein wird. Das Haus: Ein Ort mehrerer Generationen, an dem unterschiedliche Generationen diskutieren, streiten, feiern und sich lieben. Aber auch ein Ort, an dem gelogen, verheimlicht und ohne Rücksicht auf Verluste gekämpft wird. Im Ferienhaus wird Familie gleichermaßen als Oase wie auch als Gefängnis erlebbar.
Simon Stone inszeniert ein großes Familienepos: Er verarbeitet Stoffe und Motive des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen und hat für die BURG eine neue Fassung seines Stücks IBSEN HUIS entwickelt, das er 2017 in Amsterdam uraufgeführt hat.
Regie: Simon Stone
Bühnenbild: Lizzie Clachan
Kostüme: Mel Page
Musik: Stefan Gregory
Licht: Bernd Purkrabek
Dramaturgie: Sarah Lorenz
3 Stunden 45 Minuten - 1 Pause
Termine
Mo 20.4.2026, 18:30
So 3.5.2026, 18:00
Do 28.5.2026, 18:30
Spektakel für alle nach dem Roman von Jonathan Swift
Die irrwitzigen Reisen des Schiffsarztes Lemuel Gulliver nach Lilliput und ins Land der Riesen stecken voller Fantasie und Abenteuer; mindestens genauso aufregend sind die weniger bekannten Expeditionen zur fliegenden Insel Laputa oder ins Land der sprechenden Pferde. Jonathan Swifts Literaturklassiker wird im deutschsprachigen Raum vor allem als Kinderbuch vermarktet, ist aber eigentlich eine bissige Satire: Wie absurd die eigene Existenz doch erscheint, wenn man auf völlig andere Lebensformen und Welten trifft.
Nach DIE ZAUBERFLÖTE – THE OPERA BUT NOT THE OPERA und SCHACHNOVELLE bringen Nils Strunk und Lukas Schrenk nun eine musikalische Bearbeitung des weltbekannten Klassikers von 1726 auf die Bühne. Unsere Empfehlung lautet: Ideal ab 8 Jahren! Verpflichtend ab 21! Verjüngend ab 40!
Und natürlich freier Eintritt ab 99 Jahren!
Mit freundlicher Unterstützung der WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG.
Regie: Nils Strunk, Lukas Schrenk
Bühnenbild: Maximilian Lindner
Kostüme: Anne Buffetrille
Musik: Nils Strunk
Songtexte: Lukas Schrenk
Sounddesign: Alexander Nefzger
Studienleiter: Alexander Xidi Christof
Licht: Roman Sobotka
Dramaturgie: Rita Czapka
2 Stunden 40 Minuten - 1 Pause
Termine
Do 2.4.2026, 16:00
Mi 15.4.2026, 19:30
Di 12.5.2026, 11:00und weitere Termine
Als Privatlehrer Franz-Josef Murau von seinen Schwestern ein Telegramm erhält, in dem er vom tödlichen Unfall seiner Eltern und seines Bruders erfährt, macht er sich von Rom aus auf den Weg zu seinem Familienwohnsitz im oberösterreichischen Wolfsegg. Die unfreiwillige Rückkehr in seine Heimat löst eine wahre Erinnerungsflut an seine konfliktreiche Jugend und sein Dasein als Außenseiter in einer immer noch von faschistoiden Tendenzen geprägten Gesellschaft aus.
Die schwedische Regisseurin Therese Willstedt nimmt sich des Stoffes für die Bühne an und deutet ihn als zentralen Text für die österreichische Vergangenheitsbewältigung.
Regie: Therese Willstedt
Bühnenbild und Licht: Mårten K. Axelsson
Kostüme: Maja Mirkovic
Musik: Emil Assing Høyer,
Jakob Munck
Dramaturgie: Jeroen Versteele
2 Stunden 45 Minuten - 1 Pause
Termine
Di 21.4.2026, 19:30
Mo 27.4.2026, 19:30
Mi 20.5.2026, 19:30
Ein Mann läuft allein durch den Regen. Er fühlt sich fremd, sucht einen Schlafplatz und nach Menschen, die ihm ein Ohr schenken. Wieder und wieder wird er fortgejagt.
Bernard-Marie Koltès’ erster Theatertext ist ein vielschichtiger Monolog, der den französischen Dramatiker bei der Uraufführung 1977 schlagartig bekannt machte. Mit radikaler Ehrlichkeit fängt Koltès die Sehnsucht nach Nähe ein und zeigt das emotionale Chaos eines Haltsuchenden. In der Inszenierung von Robin Ormond wird das Publikum in Form eines Audiowalks Teil dieser rastlosen Reise: Es folgt dem Text über Kopfhörer und bewegt sich mit dem Schauspieler Michael Wächter vom Kasino am Schwarzenbergplatz aus durch die Stadt.
Regie: Robin Ormond
Kostüme: Anna Gillis, Miriam Stöcklin
Dramaturgie: Lena Wontorra, Katrin Michaels
Eine Produktion des Residenztheaters München
Die Inszenierung findet im öffentlichen Raum statt und ist nicht barrierefrei. Die Teilnahme an der Vorstellung erfolgt auf eigene Gefahr.
Termine
Fr 10.4.2026, 18:30
Sa 11.4.2026, 18:30
Do 16.4.2026, 18:30und weitere Termine
Bewertungen & Berichte Die Nacht kurz vor den Wäldern
Schauspiel
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
von Heinrich Böll
1974: Eine junge Frau verlässt ihre Wohnung, um zu einem privaten Tanzvergnügen zu gehen. Vier Tage später stellt sie sich der Polizei und gibt an, einen Journalisten erschossen zu haben. Reue empfindet sie nicht. Was ist Katharina Blum in den vergangenen Tagen widerfahren? Was hat zu dieser dramatischen Entwicklung geführt?
In Form von Protokollen, Berichten und Zeugenaussagen rekonstruiert Heinrich Böll in seiner berühmt gewordenen Erzählung die beispielhafte Geschichte einer Eskalation von Gewalt. Mit seiner Bühnenfassung von DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM zeichnet Bastian Kraft das Bild einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft, in der Populismus und Sexismus destruktiv zusammenwirken.
Regie: Bastian Kraft
Bühnenbild: Nadin Schumacher
Kostüme: Jelena Miletić
Musik: Björn SC Deigner
Licht: Bernd Purkrabek
Video: Sophie Lux
Eine Produktion des Schauspiel Köln
1 Stunde 40 Minuten - keine Pause
Termine
Do 16.4.2026, 20:00
Di 28.4.2026, 20:00
Sa 23.5.2026, 20:00
Bewertungen & Berichte Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Schauspiel
Die letzten Tage der Menschheit
von Karl Kraus
Zwischen 1915 und 1922 schreibt Karl Kraus das umfangreiche Drama DIE LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT. In über 200 Szenen wird darin der Erste Weltkrieg auf ebenso abgründige wie absurde Weise dargestellt: von der Verblendung der Politik über gezielte Desinformation durch die Presse bis zu dumpfer Gleichgültigkeit der Bevölkerung. Kraus deckt schonungslos auf, wie die Verflechtung von Machtinteressen und Kriegspropaganda zusammen mit einer opportunistischen Gesellschaft den Wahnsinn des Krieges überhaupt ermöglicht.
Der Regisseur Dušan David Pařízek erstellt eine neue Fassung des Stoffes, der lange Zeit als „unaufführbar“ galt und von Kraus selbst ursprünglich nicht einem irdischen, sondern einem „Marstheater“ zugedacht war.
Regie und Bühne: Dušan David Pařízek
Kostüme: Kamila Polívková
Mitarbeit Kostüme: Magdaléna Vrábová
Live-Musik und Videodesign: Peter Fasching
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Lena Wontorra
Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen
3 Stunden 15 Minuten - 1 Pause
mit Übertitel-App PROMPT
Termine
Mo 13.4.2026, 18:30
Fr 24.4.2026, 19:00
Di 26.5.2026, 19:00und weitere Termine
Bewertungen & Berichte Die letzten Tage der Menschheit
Schauspiel
Der Fall McNeal
von Ayad Akhtar
Deutsch von Daniel Kehlmann
Jacob McNeal, ein ebenso erfolgreicher wie narzisstischer Schriftsteller, sieht sich mehr denn je mit dem Einfluss von KI auf sein Schreiben, mit seinem eigenen körperlichen Verfall, aber auch mit seiner familiären Vergangenheit konfrontiert. Sein neuestes Buch basiert fast vollständig auf einem Manuskript seiner verstorbenen Ehefrau und auch die privaten Erfahrungen seines Sohnes hat er ohne dessen Einverständnis verarbeitet. Dieser droht nun, McNeals Karriere öffentlich zu zerstören.
Ayad Akhtars Stück, ins Deutsche übertragen von Daniel Kehlmann, ist ein komplexes Porträt eines privilegierten, exzentrischen Künstlers über 50. Akhtar hinterfragt darin den Schriftstellerberuf an sich sowie die Machtstrukturen zwischen den Geschlechtern und mutmaßt, wie KI uns verändern wird.
Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno Kraehahn
Video: Andreas Deinert
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Christina Schlögl
2 Stunden 5 Minuten - keine Pause
Termine
Di 14.4.2026, 19:30
Mi 6.5.2026, 19:30
Do 7.5.2026, 19:30
von und mit Nicholas Ofczarek und Musicbanda Franui
Thomas Bernhards Roman stellt einen Erzähler ins Zentrum, der aus der Distanz seines Ohrensessels eine „künstlerische Abendgesellschaft“ in der Wiener Gentzgasse beobachtet und diese mit bösartiger Genauigkeit seziert. Die versammelte Menge wartet auf die angekündigte Ankunft eines Burgschauspielers; zudem sind die meisten Personen dieser Gesellschaft miteinander verbunden, weil ihre durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Freundin Joana am Nachmittag desselben Tages in der Ortschaft Kilb zu Grabe getragen wurde.
Thomas Bernhards berühmte Prosa wird rezitativisch zum Leben erweckt, während die Musiker:innen von Franui u. a. mit einer Spezialität zu hören sein werden, die sie bekannt gemacht hat: dem Zelebrieren von Trauermärschen und Trauermusik.
Komposition & Musikalische Bearbeitung: Markus Kraler, Andreas Schett
Textfassung: Andreas Schett
Licht: Paul Grilj
Deutsch von Angela Schanelec, Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
Koproduktion mit der Ruhrtriennale
Die Nacht setzt ein mit der Todesdrohung eines Vaters gegen seine Tochter. Zwei Liebespaare treibt dies in den Athener Wald, wo sie von Elfen, deren Geschlechter sich nicht einordnen lassen, verzaubert werden, so dass jede*r eine*n andere*n liebt. Auch sind Handwerker im Wald unterwegs, um eine Tragödie zu proben, mit einem Löwen, vor dem man sich nicht fürchten darf. Und das Königspaar der Elfen streitet um einen indischen Knaben und lässt dabei die Flüsse über ihre Ufer treten ...
Die 400-jährige Vergangenheit von Shakespeares EIN SOMMERNACHTSTRAUM hat uns einiges über unsere krisengeschüttelte Gegenwart mitzuteilen. Die Klimakatastrophen jener Zeit, die Verteidigung patriarchaler Herrschaftssysteme gegen genderfluide Identitäten und sogar Triggerwarnungen im Theater sind Bestandteil von Shakespeares meistgespielter Komödie. Doch handelt es sich auch um ein zeitloses Stück über das Spiel und die Kraft der Verwandlung. Im Athener Wald wird des einen Wunschtraum zum Alptraum des anderen. Shakespeare beschwört einen nächtlichen Seelenzustand, in dem sich die Menschen nicht mehr über den Weg trauen und beginnen, Gefühle und Gewissheiten zu hinterfragen. Sie durchleben alle Spielarten der Liebe und ringen dabei um ihre Sprache. Am Ende der ausschweifenden Fantasienacht erwachen die Liebespaare beschämt aus jener „Gegenwelt“ Athens. Doch nicht alle werden wieder zurückverwandelt. Der Zauber des Theaters besteht hoffnungsvoll weiter.
Koproduktion mit der Ruhrtriennale
Regie: Barbara Frey
Bühne: Martin Zehetgruber
Mitarbeit Bühne: Stephanie Wagner
Kostüme: Esther Geremus
Musik: Barbara Frey, Josh Sneesby
Licht: Rainer Küng
Dramaturgie: Andreas Karlaganis
Die SCHACHNOVELLE, geschrieben 1941 im brasilianischen Exil, ist eine schmerzliche Erinnerung an die österreichische Heimat, die Zweig verloren hatte. Eingebettet in die Geschichte des NS-Aufstiegs in Österreich Ende der 1930er Jahre, handelt die Novelle von Macht, Ohnmacht, Ruhm, Isolation, Fantasie, Besessenheit, Widerstand und den Schwächen und Stärken des menschlichen Geistes. Und natürlich von Schach, das Zweig als Königsdisziplin aller Spiele betrachtete.
Nils Strunk und Lukas Schrenk widmen sich nach ihrer erfolgreichen Adaption der ZAUBERFLÖTE nun dieser außergewöhnlichen Novelle und bringen sie als musikalisches Schauspiel auf die Bühne.
Regie und Textbearbeitung: Nils Strunk, Lukas Schrenk
Musik: Nils Strunk
Songtexte: Lukas Schrenk
Bühne: Maximilian Lindner
Kostüme: Anne Buffetrille
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Rita Czapka
2 Stunden - keine Pause
Termine
Sa 11.4.2026, 19:30
Sa 18.4.2026, 20:00
Mo 11.5.2026, 11:00und weitere Termine
Inès, Estelle und Garcin haben nur Vermutungen darüber, warum sie miteinander ausgerechnet in dieser Hölle gelandet sind: ein Innenraum ohne Fenster und Spiegel. Turmhoch eingemauert, nur ab und an besucht von einem skurrilen Kellner. Ein Draußen? Gibt es hier nicht. Selbst die Augenlider sind erlahmt; der Ort droht mit durchgängigem Wachsein, ohne die erlösenden „schwarzen Blitze“ des Blinzelns. Warum sind gerade diese drei Menschen, die sich im Leben nie begegnet sind, hier zusammengepfercht worden? Welche Schuld hat sie hierhergeführt? Halten sie das Folterbesteck für die anderen bereits in den Händen, ohne es zu wissen?
Jean-Paul Sartres Klassiker des Existenzialismus, uraufgeführt 1944 in Paris unter der Herrschaft der Nationalsozialisten, ist nicht nur Schlüsselwerk zum Verständnis von Sartres Philosophie der Freiheit, die um die Frage kreist, wie uns die Blicke der Anderen gegen unseren Willen definieren. GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT ist auch ein Stück über die Ungewissheit, über das Eingeschlossen-Sein und die Isolation, über eine veränderte Wahrnehmung von Zeit, die sich in einer zur Ewigkeit gedehnten Gegenwart bleiern über die Menschen und Dinge legt. Insofern hat es wertvolles Wissen gespeichert, in dem wir uns im Rückblick auf die vergangenen Jahre überraschend wiederfinden.
Inszenierung: Martin Kušej
Bühne: Martin Zehetgruber
Mitarbeit Bühne: Stephanie Wagner
Kostüme: Werner Fritz
Musik: Aki Traar
Licht: Michael Hofer
Dramaturgie: Alexander Kerlin
Wir bedanken uns herzlich bei Erwin Wurm und dem Atelier Erwin Wurm für die Leihgabe der Gurkenskulptur, bei der es sich um ein Original aus der Werkstatt des Künstlers handelt.
THE OPERA BUT NOT THE OPERA
von Nils Strunk und Lukas Schrenk nach Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder
1791, in seinem Todesjahr, vollendete der hochverschuldete Mozart gemeinsam mit seinem Freund Schikaneder die Geschichte um zwei Liebende, die mitten im Kampf dunkler Mächte zueinanderfinden und so die Utopie eines Reiches der Vernunft und Humanität aufscheinen lassen, in dem auch bunte Vögel ihren Platz haben.
In einem Wiener Vorstadt-Theater kam Die Zauberflöte, die heute an fast allen großen Opernhäusern der Welt auf dem Spielplan steht, zur Uraufführung.
232 Jahre später bringt eine fahrende Schauspieltruppe ihre ganz eigene Version der Oper auf die Bühne. Das »Kratky-Baschik-Zaubertheater« ist pleite und braucht dringend die perfekte Unterhaltungsshow. Dazu ist der Truppe jedes Mittel recht: Die heilige Komposition wird neu arrangiert, Mozarts Motive verwandeln sich in Songs unterschiedlichster Stilrichtungen und das umgedichtete Libretto teilen sich nur 6 Spieler*innen, von denen jede*r gleich mehrere Rollen übernehmen muss.
In einer versunkenen Welt des Vaudevilles, des Varietés und des düsteren Prater-Straßentheaters entsteht die vielleicht gewagteste Neuinterpretation der vielleicht berühmtesten Oper der Welt.
Der Schauspieler und Musiker Nils Strunk kreiert mit Autor Lukas Schrenk, einer dreiköpfigen Band und dem Ensemble eine lustvolle, musikalische Reflexion über den Zauber der Bühne und die Kraft des Miteinanders. Mozart und Schikaneder hätten sich im Grabe mitgedreht.
Regie & Musik: Nils Strunk
Bühne: Anneliese Neudecker
Kostüme: Anne Buffetrille
Fassung: Lukas Schrenk, Nils Strunk
Sounddesign: Alexander Nefzger
Licht: Norbert Gottwald
Ton: Moritz Schauer
Dramaturgie: Anika Steinhoff
Dauer: 2 Stunden - keine Pause
Termine
Sa 4.4.2026, 18:00
Mi 22.4.2026, 20:00
Sa 16.5.2026, 16:00
Das sogenannte „Tocqueville-Paradoxon“, das Alexis de Tocqueville 1835 in seinem Buch „Über die Demokratie in Amerika“ entwickelt hat, besagt, dass die Wut über und der Widerstand gegen Privilegien und Ungerechtigkeit zunimmt, je mehr die Ungerechtigkeiten selbst abnehmen. Wenn überall nichts als Ungerechtigkeit herrscht, so der Erfinder der modernen Politikwissenschaft, dann fällt die einzelne Ungleichheit nicht weiter ins Auge, während in einer Situation weitestgehender Gleichheit noch die geringste Abweichung unerträglich ist.
Im Elternbeirat der progressiven Privatschule, an der Jonathan Spectors Stück spielt, wird tagaus tagein hart daran gearbeitet, noch die letzten Unterschiede sichtbar und verschwinden zu machen. Jede*r soll sich willkommen, gehört und gesehen fühlen an dieser Schule fürs bessere Leben. Als das Gremium beim Ausbruch einer Mumps-Epidemie mit einer Verordnung der Schulbehörde konfrontiert wird, die besagt, dass fortan nur noch geimpfte Schüler*innen am Unterricht teilnehmen dürfen, gerät die gut eingespielte Konsens-Demokratie allerdings in Turbulenzen.
Jonathan Spectors Tragikomödie, die bereits 2018 entstanden ist, treibt alle Unversöhnlichkeiten der letzten Jahre noch einmal auf die Spitze und macht die dahinter drängenden Fragen sichtbar: Was verstehen wir unter Demokratie? Wie wollen wir Entscheidungen treffen? Welche Möglichkeiten der Mitwirkung und Teilhabe soll es dabei geben? Haben die Interessen der Gemeinschaft ihre Grenzen an der individuellen Freiheit? Oder doch eher umgekehrt?
Regie: Jan Philipp Gloger
Bühne: Marie Roth
Kostüme: Justina Klimczyk
Musik: Kostia Rapoport
Licht: Marcus Loran
Dramaturgie: Sebastian Huber
Abriss der Gesellschaft
nach dem gleichnamigen Roman von Rainald Goetz
Österreichische Erstaufführung
In einer Fassung von Stefan Bachmann & Lea Goebel
Johann Holtrop, ein machiavellistischer Macher, bestimmt als Vorstandsvorsitzender eines Medienkonzerns über 80.000 Mitarbeitende weltweit und eine Bilanzsumme von 15 Milliarden Euro. Holtrop lebt im Wahn der absoluten Gegenwart: Sein Ego und Charisma walzen alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt – bis seine steile Karriere ihr jähes Ende findet.
Acht Schauspielerinnen und eine Live-Band erzählen in dieser rhythmisch treibenden Inszenierung vom Aufstieg und Fall eines Managers, von politischen Umbrüchen der Nullerjahre und nicht zuletzt von männlicher Führung und giergetriebenen Machtdynamiken.
Regie: Stefan Bachmann
Bühnenbild: Olaf Altmann
Kostüme: Jana Findeklee,
Joki Tewes
Komposition und Musikalische Einrichtung: Sven Kaiser
Choreographie und Körperarbeit: Sabina Perry
Licht: Michael Gööck
Dramaturgie: Lea Goebel
Eine Koproduktion des Schauspiel Köln mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus
Dauer und Pausen
Eine Produktion des Schauspiel Köln
Neuübertragung und Einrichtung für sechs Personen
Auf der Grundlage der Übersetzung des Grafen Baudissin von Arnt Knieriem
König Lear dankt ab und beschließt, sein Reich unter seinen drei Töchtern aufzuteilen. Als Gegenleistung verlangt er, dass sie ihm ihre Liebe bekunden, was ihm – anders als Goneril und Regan – seine jüngste Tochter Cordelia verweigert. Sie wird vom erzürnten König Lear verbannt und enterbt. Die beiden anderen Schwestern wiederum verstoßen nach Erhalt ihres Erbteils den Vater. Verraten und gedemütigt kämpft Lear gegen seinen Niedergang und verfällt dem Wahnsinn. Auch in der Familie des königlichen Ratgebers Graf Gloucester führen Intrigen unter den Söhnen auf einen Abgrund zu.
Rafael Sanchez inszeniert Shakespeares Tragödie über das konfliktvolle Wesen der Macht und einen, der sie nicht loslassen kann.
Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Ursula Leuenberger
Komposition und musikalische Einrichtung: Pablo Giw
Videodesign: Nazgol Emami
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki, Jeroen Versteele
Dauer: 3 Stunden 45 Minuten - 1 Pause
Termine
Mi 8.4.2026, 19:00
Do 9.4.2026, 19:00
Di 5.5.2026, 19:00und weitere Termine
Genussspechte, Wiesenläufer, Freiheitsbummler – aufgepasst! Es tummeln sich wieder die Abenteurer:innen im Wald! Sie ziehen umher zwischen Wald und Wiese und machen sich auf die Suche… Sie schürfen und graben, spähen und lauschen, nach Schätzen von der ganz besonderen Art! Doch nicht nach Gold und Silber suchen sie, auch nicht nach Diamanten, nein etwas viel Besseres haben sie im Sinn: die Waldschätze!
Schließ dich unserer wilden Abenteuerbande an. Gemeinsam wollen wir den bunten und vielseitigen Reichtum der Natur mit kreativen Ideen auf die Probebühne des Burgtheaters bringen.
Patricia Falk ist Schauspielerin und Naturvermittlerin.
"Theater und Natur haben viele Gemeinsamkeiten. Eine meiner Liebsten: wild und frei und ungezwungen sein."
31. März bis 02. April 2026 | 8 bis 11 Jahre
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9:30 bis 14:00 Uhr, mit Mittagspause
Die Teilnahme kostet € 100,-. Geld soll jedoch kein Hindernis sein – wenn du gerne mitmachen willst, aber der Betrag für dich so nicht möglich ist, melde dich bei uns! Du entscheidest auch, ob du das Mittagessen der Kantine (5€ pro Mahlzeit) oder dein eigenes Mittagessen speisen möchtest.
Eine Führung durch das Burgtheater verspricht ganz besondere Einblicke in die Architektur, Kunst, Organisation und Geschichte eines der größten und ältesten Sprechtheater Europas.
Der Rundgang beinhaltet die Besichtigung der Feststiegen mit berühmten Deckengemälden von Franz Matsch und den Brüdern Gustav und Ernst Klimt, die Skulpturensammlungen namhafter Dichter wie u. a. Hauptmann, Schnitzler, Raimund, Nestroy, die Ehrengalerie mit Porträts berühmter Ensemblemitglieder bis hin zur Technik der größten Sprechbühne Europas oder nach Möglichkeit auch in den Zuschauerraum.
Sie müssen Ihr Führungsticket nicht im Voraus buchen, ausgenommen Sie buchen für eine Gruppe. Gerne führen wir auch Rollstuhlgäste, bitten geben Sie uns in diesem Fall Ihre Teilnahme im Voraus bekannt.
Bitte beachten Sie außerdem, dass die Führung durch den Zuschauerraum und auf die Bühne an einzelnen Tagen sowie in den Sommermonaten wegen Umbau-, Probe- oder Reparaturarbeiten nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.
Bewertungen & Berichte Führung im Burgtheater / BURG Digital
Fest
Tag der offenen BURG
Theaterfest und offenes Haus im Rahmen von 250 Jahre BURG
Von der Probebühne über die Foyers bis zur großen Bühne: Heute öffnet das ganze Haus! Der Fundus wird gelüftet und die schönsten Kostümteile können bei Flohmarkt und Versteigerung erstanden werden.
In den Logen plaudern BURG-Mitarbeiter:innen bei kleinen Audienzen aus dem Nähkästchen, in Workshops wird Wissen aus der Theaterpraxis geteilt, der Chefdramaturg führt im Kaffeehaus-Ambiente Gespräche mit unseren Künstler:innen.
Bei der großen Technikshow kommt schließlich die Bühne selbst zu Wort. Auch für die kleinsten Gäste gibt es Programm: BURG-Schauspieler:innen lesen im Vestibül ihre ganz persönlichen Lieblingsgeschichten für Kinder.
Kurz: Theaterzauber für Groß, Klein, Alt und Jung!
Das Burgtheater ist als österreichisches Nationaltheater die wichtigste Schauspielbühne des Landes und das größte Sprechtheater Europas, das Tradition, Vielfalt und Fortgang verbindet.
Nach der Comédie-Française ist das Wiener Burgtheater eines der ältesten Sprechtheater Europas. Heute zählt das ehemalige „K. K. Hoftheater nächst der Burg“ mit seinen drei dazugehörenden Spielstätten Akademietheater, Kasino und Vestibül und einem festen Ensemble zu den größten Sprechbühnen Europas und spielt in der deutschsprachigen Theaterlandschaft eine wesentliche Rolle.
Mehr als 400.000 Besucher kommen von September bis Juni in rund 800 Vorstellungen ins Burgtheater, Akademietheater, Kasino und Vestibül. Damit ist das Burgtheater das in Kontinentaleuropa best-besuchte Sprechtheater – mit stetig steigenden Ticketeinnahmen.
Das Burgtheater, 1874-1888 an der Wiener Ringstrasse erbaut, ist die namensgebende und größte der vier Spielstätten und als historisches Gebäude eine bedeutende Touristenattraktion in der Stadt.