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Literatur | Lesung

Johann von Bülow liest Roxy

Schauspielhaus Bochum

Johann von Bülow, geboren 1972 in München, zählt zu den bekanntesten deutschen Schauspielern seiner Generation. Nach einem Studium an der Otto-Falckenberg-Schule spielte er an wichtigen Theatern wie dem Schauspielhaus Bochum; darüber hinaus ist er in zahlreichen deutschen und internationalen Kino- und Fernsehfilmen zu sehen und arbeitet mit Regisseuren wie Oliver Hirschbiegel und François Ozon. Roxy ist sein erster Roman. Marc Berger muss nach München. Zur Beerdigung seines einst besten Freundes. Dabei hatte Roy buchstäblich alle Möglichkeiten der Welt. Damals. Marc blickt zurück auf sein halbes Leben, Freundschaften, Lieben. München, achtziger Jahre: Marc wächst in der Doppelhaussiedlung auf. Er will ausbrechen, Schauspieler werden, die Welt erobern. Die liegt seinem Freund, dem Industriellensohn Roy – eigentlich Robert –, schon zu Füßen. Die beiden träumen und hoffen, wachsen aneinander, aber auch hinein in eine Glamourwelt, die sich in der Edeldisco Roxy trifft. Sie feiern das Dasein. Aber die Linien zwischen Freundschaft und Rivalität sind manchmal dünn. Sie lernen die umwerfende Carolin kennen, die alles verändert. Packend und zugleich mit großer Leichtigkeit erzählt Johann von Bülow in diesem starken, vom Leben inspirierten Roman von Schicksal und Zufall, von den Wegen, die man geht, vom luxuriösen Unglück des Reichtums und der Wucht echter Entscheidungen – kurz: davon, was wirklich zählt.
Literatur | Lesung

Max Goldt liest

Schauspielhaus Bochum

Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller und Humorist ist berühmt für seine stilistisch ebenso geschliffenen wie scharfsinnig beobachteten und komischen Kolumnen, die früher regelmäßig im Satiremagazin Titanic und immer wieder gebündelt in Buchform erschienen. Er war Teil des Musikduos Foyer des Arts, in welchem er eigene Texte deklamierte. Zusammen mit Stefan Katz veröffentlichte er unter dem Namen Katz und Goldt zahlreiche Comicbände. „Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet.“ Daniel Kehlmann „Auf die Unklarheiten in der Systematik der Dinge hinzuweisen ist nur eine der ehrenwerten Aufgaben, denen sich der deutsche Kolumnist Max Goldt verschrieben hat. Kaum einer versteht es so wie Goldt, die vermeintlichen Nebenschauplätze des Lebens ins Auge des Betrachters zu schieben und den heutigen Alltag auf seine Widersprüche und Kuriositäten hin abzutasten.“ Regula Fuchs, Der Bund, Bern (CH) „Max Goldt zu hören ist doppelter Genuss, denn seine Kolumnen sind eigentlich Lyrics, die des Interpreten bedürfen.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Nur wenig geht über die Texte von Max Goldt, höchstens die Lesung der Texte von Max Goldt durch Max Goldt. Besser geht's nicht.“ Westfalenpost
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Bochum im Jahr 2046

Schauspielhaus Bochum

Waste land oder grüne Oase – wie könnte Bochum im Jahr 2046 aussehen? Studierende der RUB, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, haben mögliche Szenarien für Bochum unter den Bedingungen des sich verschärfenden Klimawandels erdacht. Szenarioplanung nennt sich diese Methode, die helfen kann, sich aktiv und kreativ den (in diesem Fall ökologischen) Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Nach einer Einführung von Prof. Ross in den Entstehungsprozess werden in einer abwechslungsreichen Lesung einige der möglichen Szenarien für unsere Stadt in 23 Jahren vorgestellt. Darunter beängstigend-dystopische wie auch hoffnungsvoll-utopische Entwürfe, aus denen wir für die dringend notwendige ökologische Transformation unserer Stadt lernen können. Diese ungewöhnliche Arbeit der Universität ist in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle für Nachhaltigkeit der Stadt Bochum und den Scientists for Future entstanden. Ein spannender und außerordentlicher Abend im Oval Office. Es lesen Mitglieder des Ensembles. Pay what you want
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Frank Goosen - Spiel ab!

Schauspielhaus Bochum

Buchpremiere In seinem neuen Roman und der dazugehörigen Leseshow geht Frank Goosen dahin, wo es laut Adi Preißler „entscheidend is’“: auf den Platz. Den Fußballplatz natürlich. In Spiel ab! erzählt er voller Witz, Herz und Insiderwissen von einer aufmüpfigen Bochumer Jugendfußballmannschaft, einer ereignisreichen Saison in der Kreisliga und drei Männern, die von elf Teenagern mehr lernen, als sie je für möglich gehalten hätten. Förster hat mit Fußball nichts am Hut. Darum ist er erst einmal skeptisch, als sein Freund Fränge das Training einer Bochumer Jugendfußballmannschaft übernimmt und ihn bittet, ihm zu helfen. Er willigt ein – schließlich geht es darum, Fränges Beziehung zu seinem Sohn Alex, der auch in der Mannschaft spielt, zu kitten. Tatkräftige pädagogische Unterstützung erhalten sie von dem Lehrer Brocki, der schon bald zweimal die Woche mit ihnen auf dem Platz steht. Sie erkennen, dass sie die Aufgabe gewaltig unterschätzt haben: Die pubertierenden Jungs tanzen ihnen ganz schön auf der Nase herum, sie bekommen es mit meinungsstarken Spielereltern, dubiosen Konkurrenztrainern und scheuklappentragenden Schiris zu tun. Doch auf dem Rasen und in der Kabine wächst nach und nach eine Gemeinschaft zusammen, in der es um viel mehr geht als um den Abstiegskampf. Frank Goosen war selbst vier Jahre lang Jugendtrainer bei einem kleinen Verein in Bochum. Mit Spiel ab! hat er endlich den Fußballroman geschrieben, auf den alle sehnsüchtig gewartet haben.
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Christine Lehmann liest

Schauspielhaus Bochum

Die Literarische Gesellschaft und das Schauspielhaus laden die Autorin Christine Lehmann ein, aus ihrem neuen Roman Und jetzt ist Schluss zu lesen. Sie erzählt darin das Leben von Ruth Winkler, die 1930 in Halle an der Saale geboren wird und nach 90 Jahren in Stuttgart stirbt – die Geschichte eines millionenfach gelebten Alltaglebens in seiner ganzen traurig-schönen, oft skurrilen, überaus spannenden Pracht. In Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Bochum Pay what you want
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Wolfgang Welt (nachträglich) zum 70. Geburtstag

Schauspielhaus Bochum

Am 31. Dezember 2022 wäre der Autor Wolfgang Welt 70 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Geburtstages lesen Ensemblemitglieder und der Autor Frank Goosen im Oval Office aus seinen Texten. Das umfangreiche Werk umfasst Romane, eine Vielzahl journalistischer Texte wie Platten- und Konzert-Rezensionen, aber auch Theater- und Literatur-Kritiken, Reportagen und Momentaufnahmen. Wolfgang Welt schreibt humorvoll, pointiert und liebevoll, mit autobiographischen Verweisen und „dem Aroma des Ruhrgebiets“. 1952 in Bochum geboren, 2016 in Bochum gestorben, war Wolfgang Welt von 1991 an Nachtportier am Schauspielhaus. An diesem Ort, an dem auch ein Teil seiner Texte entstand, begehen wir (nachträglich) den 70. Geburtstag dieses einmaligen Autors.
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Stefan Hunstein liest:
Ein anarchistischer Bankier

Schauspielhaus Bochum

„Mir wurde erzählt, Sie seien früher Anarchist gewesen?“, wird ein wohlhabender Bankier beim Abendessen plötzlich von seinem Gegenüber gefragt. Mit verblüffender Logik begründet der Bankier nun, wieso er sich auch heute noch für einen konsequenten Anarchisten hält: „Was heißt das, Anarchist zu sein? Das heißt, sich gegen die Ungerechtigkeiten auflehnen, die darin bestehen, dass wir gesellschaftlich gesehen ungleich zur Welt kommen! Warum schaffen wir sie nicht ab?!“ Pessoas satirische Erzählung ist eine Kritik des bedingungslosen Kapitalismus.
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Hilmar Klute liest:
Die schweigsamen Affen der Dinge

Schauspielhaus Bochum

In Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Bochum Ein Roman über Klassenschranken, den Aufstieg durch Bildung, das Ruhrgebiet und die rettende Kraft des Lesens: Henning hat es geschafft – als Arbeiterkind im grauen Ruhrgebiet der 70er Jahre aufgewachsen, hat er sich früh für Literatur begeistert, erfolgreich studiert, ist nach Berlin gezogen und hat sich als Journalist und Literaturkenner in den Kreisen der Bohème und der Gebildeten einen Namen gemacht. Seine Herkunft bleibt ein Makel, den es zu überdecken gilt. Als sein Vater Walter an den Folgen einer Krebserkrankung stirbt, spürt Henning keine Trauer: Das Verhältnis der beiden war distanziert, der eigene Vater war für ihn ein Fremder ohne jegliche Ambitionen, die einengenden Grenzen der Arbeiterschicht und des Ruhrgebiets aufzubrechen. Auf der Beerdigung in Recklinghausen sieht Henning Jochen wieder, einen alten Jugendfreund des Vaters. Dieser erzählt ihm von der ersten weiten Reise der beiden: als Neunzehnjährige mit dem Moped durch Korsika. Walter schien damals ein anderer Mensch gewesen zu sein: lebenshungrig, voller Pläne und Träume. Statt seinen Aufsatz über Oskar Loerke zu Ende zu schreiben, beschließt Henning, diese Reise mit Jochen zu wiederholen, und muss feststellen, dass seine Vorstellung vom anspruchslosen, stumpfen Vater nicht ganz der Wahrheit entspricht ... Hilmar Klute, 1967 in Bochum geboren, hat in seiner Heimatstadt und in München, wo er heute lebt, studiert. Seit 2009 schreibt er bei der Süddeutschen Zeitung unter anderem Kolumnen für das Streiflicht, das er seit 2010 auch verantwortet. Hinzu kommen Reportagen, Essays und Porträts. Eine Analyse und Erörterung seines 2017 in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikels Wer streiten will, muss sich auch schmutzig machen konnte am 30. April 2019 als eine von fünf Aufgaben im Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg ausgewählt werden. Sein Roman Was dann nachher so schön fliegt (2018) spielt im Jahr 1986 und erzählt von einem Zivildienstleistenden in einem Altenheim im Ruhrgebiet, der von einer Dichterkarriere träumt. Bei dem Altenheim handelt es sich möglicherweise um das Haus am Glockengarten in Altenbochum. Pay what you want
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Axel Hacke liest und erzählt

Schauspielhaus Bochum

Axel Hackes Lesungen sind Unikate, kein Abend ist wie der andere. Da hockt nicht einer hinter einem Tisch mit Wasserglas und Lampe und trägt aus seinem neuen Buch vor, wie das üblich ist, nein, Hacke sitzt auf einem Stuhl, redet über das Leben, erzählt von seiner Arbeit und hat alles dabei, was er im Leben geschrieben hat, na gut, eine Menge von dem – und das ist sehr viel: tausende Exemplare seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, darunter auch die ganz aktuellen der vergangenen Monate, dazu einen Stapel von Büchern, das ebenso komische wie verträumte und versponnene Sprachspielbuch Im Bann des Eichelhechts und andere Geschichten aus Sprachland zum Beispiel und selbstverständlich dass allerneueste: Ein Haus für viele Sommer, Geschichten aus dem Leben eines Mannes, der mit seiner Familie seit fünfzig alle Ferien in einem alten und sehr geheimnisvollen Turm in einem italienischen Dorf verbringt. So entsteht jeden Abend (wenn es gut geht, und meistens geht es doch gut) – ein neues kleines Lese-Kunstwerk, in dem die hergebrachten Trennungen von ernst und unterhaltsam nichts bedeuten, weil in so einem Abend alles drin ist, das Heitere, das Philosophische und das brüllend Lustige. Man weiß nur vorher nie so genau: was?  Axel Hacke, 1956 in Braunschweig geboren, lebt als Schriftsteller in München. Berühmt ist seine Kolumne Das Beste aus aller Welt, die er seit Jahrzehnten jede Woche im Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Seine Bücher, zum Beispiel Der weiße Neger Wumbaba oder Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen sind Bestseller. Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Joseph-Roth-Preis, zwei Egon-Erwin-Kisch-Preisen, dem Theodor-Wolff-Preis und zuletzt dem Ben Witter-Preis 2019 ausgezeichnet. Im August 2019 erschien Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben.
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Frank Goosen: Krippenblues

Schauspielhaus Bochum

Weihnachten – eigentlich ein Geburtstag wie jeder andere auch, nur kommt das Geburtstagskind selten vorbei, um einen auszugeben. In seinem Erfolgsprogramm Krippenblues beschäftigt sich Frank Goosen mit den besinnlichen, vor allem aber mit den weniger besinnlichen Seiten dieses Festes. Goosen schöpft aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz nach vier Jahrzehnten als Weihnachtsgeschädigter: früher als Einzelkind selbst Mittelpunkt des Festes, heute nur noch der Mann, der die Kamera bedienen darf, während die eigenen Kinder die reichhaltigen Geschenke auspacken. Früher Weihnachten mit Omma, Oppa, Onkel Paul und Tante Anni, heute „Party für Jesus“ im modernen Kindergottesdienst. Vielleicht werden Sie nach diesem Abend Lichterschmuck in Wohnzimmerfenstern mit anderen Augen sehen oder mehr Verständnis für ihren gestressten Buchhändler im Weihnachtsgeschäft aufbringen.
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Drei Frauen aus Deutschland

Schauspielhaus Bochum

„Du verlierst nur, was du nicht wagst.“ (Bettina von Arnim) Geschichte wird von Männern geschrieben – diesen Eindruck erwecken zumindest die Geschichtsbücher. Frauen kommen darin nur als Randfiguren vor; oder eben: im Umfeld berühmter Männer. Leistungen von Frauen werden von den meist männlichen Chronisten gern ignoriert. Einen weiblichen Blick auf die Geschichte nimmt diese leise literarische Collage ein - Drei Frauen aus Deutschland, zweihundert Jahre Zeitgeschehen, erzählt entlang der Lebensläufe dreier Schriftstellerinnen. Bettina von Arnim, geborene Brentano, provozierte das bürgerliche und aristokratische Establishment ihrer Zeit mit ihren Sozialanklagen und ihrem Einsatz für Arme und Unterdrückte. Gleichzeitig führte sie im Berliner Dachstubensalon der Rahel Varnhagen geistreiche Gespräche mit berühmten Zeitgenossen. Ihre Haltung zu Erziehung und Emanzipation ist noch heute verstören aktuell. Jahrzehnte später irritieren die selbstbewussten Bürgerschreckauftritte der großen Lyrikerin Else Lasker-Schüler die Berliner. Genial, provozierend und zutiefst verletzlich wird sie unter den Nazi zur Vertriebenen, flieht zunächst nach Zürich, später nach Palästina, wo sie völlig mittellos und vereinsam stirbt. Erika Mann, die mit ihrem Ensemble Pfeffermühle, ihrem scharfzüngigen politischen Kabarett in Zürich, allabendlich für Saalschlachten mit schweizerischen NS-Anhängern sorgte, entwickelte sich im Laufe ihres Lebens von einer vergnügungssüchtigen Bohemienne zu einer politisch denkenden und aktiven Frau. Gleich nach dem Abitur 1924 war auch sie nach Berlin gezogen, lernte in Max Reinhards berühmter Schauspielschule das Theaterhandwerk, und für ihre ersten Engagements durfte es natürlich nichts Geringeres sein als das Deutsche Theater in der Schumann-Straße. mit Barbara Auer, Angela Winkler und Claudia Michelsen Textbearbeitung, Regie, Produktion: Martin Mühleis
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Derîyê Dil

Schauspielhaus Bochum

Derîyê Dil, das ist die Tür zum Herzen. Gemeinsam mit Ensemblemitglied Veronika Nickl und den beiden kurdischen Musikerinnen Nûrê Dlovanî und Zelal hebt der Autor und Turkologe Abdullah Incekan große Klassiker der deutschen Lyrik heraus aus ihrer bekannten Melodie, lässt sie im Kurdischen neu erklingen und schlägt so eine Brücke zwischen den Kulturen. Lyrik als verbindendes Element. Als Tür zum Herzen. Kurdisch gehört zu den weltweit wenigen Sprachen, die per Gesetz verboten wurden. Von 1923 an war es in der Türkei nicht erlaubt die kurdische Sprache zu sprechen. Das Sprachverbotsgesetz wurde im Jahr 1992 zwar aufgehoben, die Repressalien haben seitdem aber nur marginal abgenommen.  In Deutschland leben mittlerweile 1,5 Millionen Menschen kurdischer Herkunft, doch ist der Austausch zwischen den beiden Sprachen Deutsch und Kurdisch auf künstlerisch-literarischer Ebene nur marginal. Einzelne literarische Werke kurdischer Autor*innen werden in den vergangenen Jahren ins Deutsche übersetzt, noch seltener ist jedoch die Übersetzung deutscher Literatur in die kurdische Sprache.  Abdullah Incekan, geboren 1979 in Türkisch-Kurdistan, lebt seit 1987 in Deutschland und studierte hier Germanistik, Turkologie und Deutsch als Zweitsprache / Interkulturelle Pädagogik. Er lebt und arbeitet als Autor und Pädagoge im Ruhrgebiet und hat es sich zum Ziel gemacht, die kurdische Sprache auf literarischer Ebene zu wahren und zu fördern. In seinem Lyrikband Deutsche Gedichte – zweisprachig übersetzt er ausgewählte Gedichte deutscher Dichter*innen aus unterschiedlichen Epochen ins Kurmanjî-Kurdische. Neben zahlreichen Gedichten aus dem West-Östlichen Divan von Johann Wolfgang von Goethe finden sich auch Werke von Autor*innen wie Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Erich Fried, Ulla Hahn und Ingeborg Bachmann. Die Gedichte werden auf Kurdisch und Deutsch gelesen. Mit: Zelal, Nûrê Dlovanî, Abdullah Incekan, Veronika Nickl
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David F. Wallace: Der große rote Sohn

Schauspielhaus Bochum

Jedes Jahr findet im Caesars Palace in Las Vegas die Verleihung der Adult Video News Awards statt, der Oscars der Pornoindustrie. Im Auftrag eines amerikanischen Magazins besucht der Schriftsteller David Foster Wallace 1998 die Preisverleihung sowie die zugehörige Pornomesse und lässt sich dort von Branchenjournalisten mit so schönen Namen wie Dick Filth die subtilen Hierarchien, erbittertsten Branchenfehden und wildesten Gerüchte dieser schillernden Parallelkultur näherbringen. In seiner Reportage Der große rote Sohn schreibt er über größenwahnsinnige Regisseure, naturschöne Darstellerinnen, wahre Klischees und das Pornobusiness als gänzlich ironiefreie Zone. Brillant beobachtet und sehr, sehr lustig – David Foster Wallace at his best! Die Lesung mit Ensemblemitglied Stefan Hunstein findet direkt im Anschluss an dessen Vorstellung von Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich statt, der Bochumer Theateradaption des anderen Erfolgsbuchs von David Foster Wallace. Dramaturgie: Vasco Boenisch
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Annie Ernaux: Die Scham / Das Ereignis

Schauspielhaus Bochum

Sie gilt als „Königin der autobiografischen Literatur“ und wird von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert: In diesem Jahr erhält die französische Schriftstellerin Annie Ernaux den Nobelpreis für Literatur. Wir lesen aus zwei ihrer wichtigsten Werke: Die Scham und Das Ereignis. „Annie Ernaux hat die Grenzen der Fiktion gesprengt, die Autobiografie revolutioniert und ein ganz neues Schreiben ermöglicht“, freute sich die Süddeutsche Zeitung anlässlich der Bekanntgabe des Nobelpreises 2022. In Die Scham erzählt Ernaux, ausgehend von einem familiären Erlebnis als Zwölfjährige, vom Wunsch ihrer Eltern nach sozialem Aufstieg und dem demütigenden Rückfall in alte Verhältnisse. In Das Ereignis betrachtet sie rückblickend ihre ungewollte Schwangerschaft und ihre Abtreibung im Jahr 1963, als Schwangerschaftsabbruch unter Strafe stand und sie als 23-jährige Studentin aus bescheidenen Verhältnissen wusste: Wenn sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt, wird sie alles verlieren, was sie sich hart erkämpft hat. – Zwei beeindruckende Werke vom Willen nach Selbstbestimmung und einem Leben in Würde. Dramaturgie: Vasco Boenisch
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Best of Poetry Slam

Schauspielhaus Bochum

Endlich wieder Poetry Slam auf der ganz großen Bühne! Die besten Texte, ganz ohne Bildschirme oder Bücher. Einfach ganz direkt und live von den Autor*innen am Mikrofon zum Leben erweckt. Ob lustige Kurzgeschichten oder politische Lyrik, ob Wortspielereien oder tiefe Emotionen, hier wird alles mit Schwung Richtung Publikum katapultiert. Denn beim Best of Poetry Slam stehen, wie sollte es bei dem Titel anders sein, die Besten der Szene auf der Bühne. Moderation: Sebastian 23 Line up: Elias Hirschl, Philipp Scharrenberg, Rita Apel
Literatur

Uwe Tellkamp: Der Schlaf in den Uhren

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August 2015: Fabian Hoffmann, der einstige Dissident, steht als Chronist in Diensten der »Tausendundeinenachtabteilung« von Treva. Hier, in den Labyrinthen eines unterirdischen Reichs, arbeitet die »Sicherheit« an Aktivitäten, zu denen einst auch die Wiedervereinigung zweier geteilter Staaten gehörte. In diese Welt ist Fabian einem ihrer Kapitäne, Deckname »Nemo«, gefolgt, um herauszufinden, wer seine Schwester und seine Eltern verraten hat. Zugleich ist Fabian mit einer Chronik befasst, die zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung erscheinen soll. Doch es kommt anders. Fabian gerät auf eine Reise, die ihn tief in die trevische Gesellschaft und ihre Utopien hineinführt. Er analysiert Ordnungsvorstellungen und Prinzipien der Machtausübung, die Verflechtungen von Politik, Staatsapparat und Medien, beobachtet die Veränderungen im alltäglichen Leben. Immer mehr löst sich dabei seine Chronik von ihrem ursprünglich amtlichen Auftrag, streift zurück bis in das Dresden seiner Kindheit, in die stillstehende Zeit vor zwei Epochenjahren. Auf seiner Suche nach Ordnung und Sinn kämpft Fabian gegen die Windmühlen der Macht, die Fälschungen der Wirklichkeit, den Verlust aller Sicherheiten – und gibt doch den Traum von einer befreiten Zukunft nicht verloren. Roman
Literatur

Clemens J. Setz: Die Bienen und das Unsichtbare

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Georg-Büchner-Preisträger 2021 Pure meaning, pure poetry – diese Idee scheint Menschen in allen Jahrhunderten umzutreiben und anzustacheln. Sie ist der Motor für die Erfindung von Sprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolics. Den Anekdoten hinter diesen Plansprachen geht Clemens J. Setz in Die Bienen und das Unsichtbare nach, getreu dem Motto: »Erzähl die beste Geschichte, die du kennst, so wahr wie möglich.« Und diese Geschichte handelt unter anderem von Charles Bliss und seiner Symbolsprache, von Kindern mit Behinderung, die sich mit Blissymbolics zum ersten Mal ausdrücken können. Davon, wie Clemens J. Setz einen Sommer lang Volapük lernt und selbst eine eigene Sprache entwickelt. Es geht um die vermutlich einzige Volapük-Muttersprachlerin, die je gelebt hat, und die Plansprache Talossa für die gleichnamige Mikronation, die ein Teenager 1979 in seinem Schlafzimmer ausrief. Um Klingonisch und High Valyrian, eine Sprache, die für die Fernsehserie Game of Thrones geschaffen wurde. Und um Esperanto, die größte Erfolgsgeschichte in der Welt der Plansprachen, deren Sprecher unter Stalin und Hitler verfolgt wurden und durch die ein junger blinder Russe zum Dichter, Abenteurer und anarchistischen Weltgelehrten wurde. Stets ist es die eigenartige Vermengung von tiefer existenzieller Krise und Sprachenerfindung, die Setz aufspürt und die ihn in ihren Bann schlägt – und so ist dieses Buch auch die persönliche Geschichte des Sprachkünstlers Clemens J. Setz.
Literatur

Juli Zeh: Über Menschen

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Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein. »Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.« Denis Scheck / SWR Fernsehen lesenswert (25. März 2021)
Literatur

Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder

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Preis der Literaturhäuser 2021 Ingo Schulze erzählt davon, wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär wird – oder zum Revoluzzer? Norbert Paulini ist ein hochgeachteter Dresdner Antiquar. Lange Jahre finden Bücherliebhaber bei ihm Schätze und Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch. Doch mit der Wende bricht das Geschäft ein, die Kunden bleiben weg. Paulini versucht mit aller Kraft, sein Lebenswerk zu retten. Doch er scheint dabei ein anderer zu werden. Er ist aufbrausend und zornig. Er wird beschuldigt, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder?
Literatur

Kirchner and Nolde. Expressionism. Colonialism

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Zwei Schlüsselfiguren des Expressionismus im Kontext des deutschen Kolonialismus Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) und Emil Nolde (1867–1956) lebten zur Zeit der deutschen Kolonialherrschaft, die sie sozialisierte und prägte. Der Band thematisiert ihre intensive Beschäftigung mit Kunst und Kultur aus anderen Teilen der Welt und betrachtet ihre Werke im historischen und ideologischen Kontext des ausgehenden Kaiserreichs.

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