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Ausstellungen / Museum Kunstmuseum Bochum Bochum, Kortumstraße 147
Ausstellungen / Ausstellung Galerie im Drübbelken Recklinghausen Recklinghausen, Münsterstr. 5
Ausstellungen | Ausstellung

L is for Look

Museum Folkwang

"L is for Look" lädt zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch die Geschichte des Kinder- und Jugendfotobuchs ein: von seinem industriellen Aufschwung in den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart. Auch wenn diese Gattung in der Verlagslandschaft weiterhin ein Nischendasein führt, legt die Ausstellung eindrucksvoll dar, wie sich die Geschichte pädagogischer Konzepte sowie die gesellschaftliche Stellung des Kindes in der westlichen Welt in den vergangenen 100 Jahren gewandelt haben. Die Ausstellung bietet Jung und Alt die Möglichkeit, den Entstehungsprozess des Fotobuchs von der Aufnahme bis hin zu Originalentwürfen zu entdecken. Eine internationale Koproduktion initiiert von dem Institut pour la photographie des Hauts-de-France, Lille, und dem Photo Élysée, Lausanne. Weitere Kooperationspartner sind das Fotofestival Rencontres d’Arles, die Photographers’ Gallery, London, das Centre national de l’audiovisuel, Dudelange/Luxemburg, sowie das Foto Arsenal Wien. (Bild: William Wegman; Dress Up Batty; Gestaltung: Empire Design Studio; © Hyperion Books for Children, New York, 2004)
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Saâdane Afif

Museum Folkwang

Saâdane Afif entwickelt für jede seiner Ausstellungen, Performances und Lectures ein Plakat. 80 dieser in kleinen Auflagen produzierten Siebdrucke werden erstmals im Überblick in Essen gezeigt – gemeinsam mit einer Re-Inszenierung der ersten Ausstellung Afifs in Deutschland aus dem Jahr 2004. Die Plakate werden in zwei Teilen zu sehen sein, mit einem Wechsel der Hängung im Juni 2026. (Bild: Saâdane Afif; Au Wiels du 01/02/18 au 22/04/18 / l'orchestre fait le tableau. / “Studio Paroles” (Louis und Augustin), Brüssel, 2018; © Saâdane Afif)
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6 ½ Wochen – Ferdinand Waas

Museum Folkwang

Ferdinand Waas beschäftigt sich in seinen Werken mit Realitäten, durch die geltende Normen und Werte der Europäischen Union hinterfragt werden. Sein Werk Ode to Joy / Ode an die Freude / ოდა სიხარულს zeigt einen Live-Mitschnitt der europäischen Hymne und den Fehlversuch des Künstlers, das Stück auf der Violine gemeinsam mit einem Streichquartett des Georgischen Kammerorchesters professionell aufzuführen. Während seines Aufenthalts in Tiflis untersuchte Waas die wachsende Präsenz europäischer Symbole im Vorfeld der georgischen Parlamentswahl 2024. Das Erlernen der Hymne fungiert im Werk als ein Akt europäischer Solidarität und ist ein Instrument zur Erforschung des kollektiven Gedächtnisses und der Identität vertriebener, im Exil lebender Künstler:innen. An Apple a Day, the Border Is Still There untersucht die tatsächliche Durchlässigkeit europäischer Binnengrenzen für Waren und Personen. Die Videoarbeit dokumentiert Waas’ Weg von Nova Gorica (Slowenien) nach Gorizia (Italien) und zurück. Während er als Person an der Grenze aufgehalten und kontrolliert wird, passiert die Ware (der Apfel) die Grenze problemlos. Vor dem Hintergrund von Boykott-Aufrufen zahlreicher Supermärkte aufgrund drastischer Preissteigerungen führt Waas einen stillen Austausch als Akt des Widerstands durch: Ein Apfel wird in Slowenien erworben und unauffällig in einem italienischen Supermarkt zu den Äpfeln gelegt; ein italienischer Apfel wird wiederum nach Slowenien zurückgeführt und dort in eine Obstabteilung integriert. One Night in Ibiza zeigt Waas sich selbst filmend auf einem nächtlichen Spaziergang durch den Party-Vorort Playa d’en Bossa in der Nachsaison. Die Arbeit reflektiert die Auswirkungen des Overtourism: Die touristische Infrastruktur ist auf eine größere Anzahl von Personen ausgelegt, als vor Ort beheimatet sind, und Geschäfte sowie Lokale orientieren sich an hedonistischen Bedürfnissen der Partyszene statt am täglichen Bedarf. Was zurückbleibt sind Müll, erschöpfte Servicekräfte und düstere Straßenzüge. Seit den 1970er-Jahren gilt Ibiza als Rückzugsort für britische Urlauber; bis heute bleibt die Insel trotz des Brexits ein beliebter Ferienort britischer Tourist:innen. Waas arbeitet als Künstler und Vermittler. Seine Praxis basiert auf Begegnungen, Gesprächen, Aufzeichnungen, Erinnerungen und Dokumentationen, die er mit verschiedenen Medien erfasst. Indem er das oft Unsichtbare und Unbekannte nachzeichnet und erzählt und sich auf ausgewählte Ausschnitte konzentriert, entschlüsselt er gesellschaftliche Normen und hinterfragt festgelegte Standards. Ferdinand Waas (*1998, Ingolstadt), studierte an der TU Wien Architektur, an der Universität Wien Sozial- und Kulturanthropologie, an der Athens School of Fine Arts und der Royal Academy of Art in Den Haag Bildende Kunst. (Bild: Ferdinand Waas; An Apple a Day, the Border Is Still There (Videostill), 2025; © Ferdinand Waas)
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6 ½ Wochen - Rudi Williams

Museum Folkwang

Die australische Künstlerin Rudi Williams präsentiert Fotografien und fotografische Artefakte – teils selbst hergestellt, teils gefunden. Williams Motive bilden stille Räume voller Spuren, die eine Fülle an Assoziationen wecken. In dieser Ausstellung konzentriert sie sich auf kameralose Bilder und Silhouetten, die das Spannungsfeld zwischen An- und Abwesenheit umkreisen und die Darstellung von Verlust thematisieren. Ihre Praxis reflektiert zugleich die Geschichte und die technischen Prozesse der Fotografie, dabei experimentiert sie unter anderem mit frühen Verfahren wie der Daguerreotypie und der Cyanotypie, die auch als „Sonnendruck“ bezeichnet wird. Die ausgestellten Fotografien, Daguerreotypien und Textilien werden von filigranen Stahlkonstruktionen getragen, die auf museale Präsentationsformen verweisen und die Einzigartigkeit jedes Objekts betonen. So erscheint Fotografie hier nicht als Bilderflut, sondern als Sammlung einzigartiger, atmender Zeugnisse. Der Titel der Ausstellung In the air we breathe verweist auf die Wahrnehmung von Vorzeichen die sich im Sinne des gesellschaftlichen Zeitgeistes abzeichnen, wie zum Beispiel auch die Stimmung um 1839 als die Erfindung der Fotografie bereits ‚in der Luft lag‘ und Bilder erstmals ‚fixiert‘ wurden. Rudi Williams, 1993 in Italien geboren und sesshaft in Melbourne, ist diesjährige Stipendiatin der Neuen Folkwang Residence. In ihren Ausstellungen kombiniert und kontrastiert sie häufig Bilder, die zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten aufgenommen wurden und variierende fotografische Formen aufweisen, um ihre eigene Geschichte in Bezug auf Konzepte wie Erinnerung, Temporalität und das Archiv zu reflektieren.
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Germaine Krull: Chien Fou

Museum Folkwang

Der Nachlass der Fotografin Germaine Krull befindet sich seit 1995 im Museum Folkwang. Er umfasst neben Abzügen, Negativen und Publikationen auch ein umfangreiches publizistisches Œuvre. Dazu gehören (auto)biografische und (auto)fiktionale Texte, (Foto-)Bücher und Maquetten, Briefe und politische Berichte oder Reportagen. Als erweiterter Zugang zum künstlerischen Vermächtnis Germaine Krulls wird dieses publizistische Œuvre jetzt in wesentlichen Teilen sichtbar. Angesichts der Tatsache, dass das Schreiben sämtliche Schaffensphasen der Künstlerin begleitete, rückt mit dieser Ausrichtung, ergänzend zu den avantgardistischen Arbeiten der 1920er und 1930er Jahre, auch die fotografische Praxis jener Schaffensphasen in den Blick, die von der Forschung bisher nur marginal berücksichtigt wurden. Mit dem Werk ab Beginn des Zweiten Weltkriegs, nach der dauerhaften Abkehr von Europa entstanden, eröffnet das Ausstellungs- und Publikationsprojekt auch eine neue transkulturelle Perspektive auf das Leben und auf die künstlerische Arbeit Germaine Krulls. (Bild: Autor:in unbekannt, Germaine Krull mit Contax, um 1932; Silbergelatineabzug, 11,5 x 14,5 cm; © Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen)
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In Between. Fotografien von Jiaying Yu

Ruhr Museum

Eine Ausstellung der Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Pixelprojekt Ruhrgebiet und dem Ruhr Museum. Gefördert durch die RAG-Stiftung und die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V. Jiaying Yu setzt sich in ihrer Fotoarbeit mit den Gefühlen und Lebensumständen junger Chinesinnen auseinander, die – wie sie selbst – für ein Studium nach Deutschland gekommen sind. Dafür kombiniert sie Porträts der Studentinnen mit Detailaufnahmen aus deren Wohnungen.
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Dokumentarfotografie Förderpreise 15

Museum Folkwang

mit Nazanin Hafez, Alex Simon Klug & Kristina Lenz, Malte Uchtmann, Hannah Wolf Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten junger Künstler:innen, die im Rahmen der bereits 15. Preisrunde entstehen. Sie vereint ganz unterschiedliche fotografische und filmische Zugänge, die sich mit der politischen und sozialen Verfasstheit unserer Welt auseinandersetzen. (Bild: Kristina Lenz & Alex Simon Klug; Videostill aus read my lips, Teil der Arbeit Your choices should be grounded in reality, 2025, Videoinstallation ca. 15 Minuten © Kristina Lenz & Alex Simon Klug)
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Stimmen der Zeit

Museum Folkwang

Beginnend mit Otto Steinert und seinen Beiträgen zur Geschichte der Fotografie in den 1960er Jahren wurden immer wieder Künstler:innen und Fotograf:innen zu ihrer Arbeit befragt und interviewt. In Tonaufnahmen und Zeitdokumenten treten Protagonist:innen der Fotografie aus den 1930er, 1950er, 1970er, 1990er und 2000er Jahren in einen Dialog mit exemplarischen Werken der Sammlung. (Bild: Anonym; Tonaufnahmen mit Otto Steinert, Seminarraum der Folkwangschule für Gestaltung, Essen-Werden, 1966; © Museum Folkwang)
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Wie man lebt - wo man lebt. Do­ku­men­tar­fo­to­gra­fi­en von Brigitte Kraemer

Ruhr Museum

Das Ruhr Museum auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein präsentiert erstmals eine Ausstellung mit Arbeiten der bekannten Dokumentarfotografin Brigitte Kraemer. Die Fotografin Brigitte Kraemer dokumentiert seit Anfang der 1980er-Jahre bis heute mit einzigartigem Einfühlungsvermögen den Alltag sowie die Freizeit im Ruhrgebiet und anderswo. Ihre Themen sind u.a. Camping, Kleingärten, Mann und Auto, Leben am Kanal, Glaubensgemeinschaften, Friedensdorf Oberhausen, Migration und Frauenhaus. Das Ruhr Museum konnte im Jahr 2022 mit Hilfe der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ihr Gesamtwerk ankaufen. Das Ruhr Museum besitzt rund 360.000 Negative und Abzüge in Schwarzweiß und Farbe. Diese Ausstellung mit über 200 Bildern markiert den letzten Teil einer dreiteiligen Reihe zu Fotografinnen, die im Ruhrgebiet gearbeitet haben und arbeiten. Den Anfang machte 2023 die Ausstellung »Unterwegs mit Marga Kingler. Pressefotografin im Ruhrgebiet«, welche ein beeindruckendes Panorama des städtischen Lebens aus den Jahren 1951–1991 zeigte. »Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931–1973« ist die zweite Ausstellung der Reihe. Mit ihren Arbeiten bestimmen sie die Geschichte der Fotografie in der Region maßgeblich mit. Im September 2025 schließt die Schau »Wie man lebt – Wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer«, die Reihe ab. »Wir blicken damit auf ein Jahrhundert der Fotografinnen im Ruhrgebiet«, so Prof. Heinrich Theodor Grütter. »Mit dieser Ausstellungsreihe erweitern wir thematisch wie formal das Spektrum der Fotografie aus dem Ruhrgebiet und zeigen die immense Breite und Vielfalt der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums«, erklärt Grütter weiter. Die Reihe unterstreicht die Bedeutung der Fotografie im Ruhrgebiet und vor allem in Essen, wo sich mit dem Museum Folkwang, dem Historischen Archiv Krupp, der Folkwang Universität der Künste und dem Ruhr Museum mehrere renommierte Einrichtungen zum Zentrum für Fotografie Essen zusammengeschlossen haben. Voraus gingen der Reihe bereits seit 2010 Ausstellungen im Ruhr Museum zu Klassikern der Ruhrgebietsfotografie wie »Heinrich Hauser – Schwarzes Revier« (2010), »Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets« (2014/15), »Erich Grisar. Ruhrgebietsfotografien 1928–1933« (2016), »Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet« (2018) und schließlich »Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien« (2018/19).
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William Kentridge - Listen to the Echo

Museum Folkwang

William Kentridge (*1955 in Johannesburg) gehört weltweit zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlern. International bekannt wurde er Ende der 1980er Jahre durch seine animierten Kurzfilme, in denen Kentridge sich kritisch, zugleich aber auch sehr poetisch mit der Vergangenheit und Gegenwart Südafrikas auseinandersetzt. Diese Filme, die auf großformatigen Kohlezeichnungen basieren, bilden den Ausgangspunkt für ein umfangreiches Œuvre, das Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Tapisserie ebenso umfasst wie Operninszenierungen und multimediale Bühnenstücke. In seinen inhaltlich miteinander verwobenen Werken thematisiert Kentridge immer wieder die Frage nach Gerechtigkeit, aber auch das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft. Zum 70. Geburtstag des Künstlers präsentiert das Museum Folkwang eine große Retrospektive, die mit Exponaten aus über vier Jahrzehnten die gesamte Laufbahn William Kentridges umspannt. Einen Schwerpunkt bilden die Filme der Reihe "Drawings for Projection", in denen Aufstieg und Niedergang von Johannesburg ebenso zur Sprache kommen wie das schwierige Erbe der Apartheid. Auch Kentridges Beschäftigung mit dem Kolonialismus europäischer Mächte in Afrika spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle, insbesondere in der Zeichnungsserie "Colonial Landscapes", den Porter-Tapisserien oder der mechanischen Miniaturbühne "Black Box/Chambre Noire". William Kentridge konzipiert seit vielen Jahren eigene Stücke für das Musiktheater, die er zu multimedialen Werken weiterentwickelt, darunter "To Cross One More Sea", eine Dreikanal-Filminstallation über die Flucht von Künstler:innen und Intellektuellen per Schiff vor dem Naziregime. Kentridge tritt auch selbst in seinen Filmen in Erscheinung. Die Filmserie "Self-Portrait as a Coffee-Pot" von 2024 gibt auf amüsante Weise tiefe Einblicke in sein Denken und in sein Studio als Ort kreativer künstlerischer Praxis. (Bild: William Kentridge, Drawing for Self-Portrait as a Coffee-Pot (2 Private Thoughts), 2021; Tusche, Buntstift, Kohle, Pastellkreide und Collage auf Papier, 152 x 208 cm; Courtesy Kentridge Studio; © William Kentridge, 2025)
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6 ½ Wochen: Aimée Portioli | Grand River

Museum Folkwang

Symphony for Endangered Birds ist eine neue 7-Kanal-Klanginstallation der Komponistin und Klangkünstlerin Aimée Portioli, die in der elektronischen Musikszene als Grand River bekannt ist. Das 28-minütige und als Loop präsentierte Musikstück verbindet field recordings, räumliches Sounddesign und musikalische Komposition zu einem intensiven Hörerlebnis, das sowohl meditativ als auch eindringlich ist. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen von sieben bedrohten Vogelarten – jede repräsentiert einen anderen Kontinent –, die sich zu einem kollektiven Chor des Widerstands und der Warnung vereinen. Ihre Gesänge sprechen von Zerbrechlichkeit und Verlust und laden zum Nachdenken über das rasche Verschwinden dieser Arten aufgrund von Abholzung, Klimawandel, illegalem Wildtierhandel, Jagd, Urbanisierung und Buschbränden ein. Vögel spielen als Bestäuber, Verbreiter von Pflanzensamen und Umweltindikatoren eine wichtige ökologische Rolle. Ihre Stimmen sind nicht nur wunderschön, sie sind auch für das Gleichgewicht unserer Ökosysteme unerlässlich. Symphony for Endangered Birds fängt diese verschwindende Klanglandschaft ein und verwandelt sie in einen Aufruf zum Handeln. Durch einen detaillierten Kompositionsprozess, bei dem Vogelrufe, field recordings und elektronische Texturen miteinander verwoben werden, setzt Portioli diesen bedrohten Vögeln und ihren komplexen Kommunikationssystemen ein klangliches Denkmal. Das Ergebnis ist eine kraftvolle Meditation über die Koexistenz der Arten und die gemeinsame Verantwortung für deren Schutz. Eine skulpturale Arbeit von Federico Gargaglione dient als visuelles Gegenstück zur Klanginstallation: eine schlanke Metallstruktur, die in einer schwebenden, beleuchteten weißen Feder endet. Sie suggeriert Zerbrechlichkeit, Stille und schwerelosen Widerstand - ein visueller Ruhepunkt, um den die Stimmen der Vögel kreisen. Das Begleitheft zur Ausstellung enthält Zeichnungen von Brandon Locher zu jeder Vogelart. Die mittels akribischer Punktiertechnik angefertigten Bilder evozieren ein allmähliches Verschwinden und spiegeln das Thema des Projekts wider: Verlust, sowohl im Gesang der Vögel als auch in ihrer schwindenden physischen Präsenz. Die Klanginstallation baut auf Aimée Portiolis kontinuierlicher künstlerischer Erforschung der natürlichen Welt und ihrer akustischen Sprache auf. Symphony for Endangered Birds führt diesen Ansatz fort, indem das Werk bedrohten Arten durch ein immersives Archiv der Schönheit, Erinnerung und Warnung eine einheitliche Stimme gibt. Portiolis Installation positioniert den Klang als Brücke zwischen Ökologie und der kollektiven Verantwortung des Menschen für die Natur. Aimée Portioli | Grand River, ist eine niederländisch-italienische Komponistin und Sounddesignerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Musik verbindet Ambient, Minimalismus und experimentelle Komposition mit komplexen Rhythmen und immersiven Klangräumen. Sie veröffentlichte Alben u.a. auf Ghostly International, Editions Mego, Spazio Disponibile, light-years, Tresor und Umor Rex und entwickelt immersive Klanginstallationen in Mehrkanal- und 4D-Sound. Portioli trat u. a. im Concertgebouw, Centre Pompidou, Barbican, bei Sónar und CTM auf. Sie betreibt das Label One Instrument und erforscht Klang als Kommunikation jenseits der Sprache. (Bild: Aimée Portioli | Grand River Symphony for Endangered Birds, 2025 © Aimée Portioli)
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Vielfalt und Tradition. Sportland NRW

Ruhr Museum

Eine Ausstellung des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen und des Ruhr Museums. Gefördert durch die Sparkasse Essen Nordrhein-Westfalen ist mit seiner vielfältigen Sportlandschaft des Spitzensports und des Breitensports das Sportland Nummer Eins in Deutschland. In den zehn Großstadien und 25 Großsporthallen sind regelmäßig internationale Spitzenwettkämpfe zu Gast. Anlässlich der FISU World University Games 2025 gibt die Ausstellung mit packenden Motiven Einblicke in die Geschichte des Sportlands Nordrhein-Westfalen und die Gegenwart des Spitzensports in den fünf Austragungsstädten im Ruhrgebiet. Sie beleuchtet herausragende Leistungen, Wettbewerbe und Idole und blickt auch auf tragische Helden und außergewöhnliche Geschichten. Im Zentrum der Schau stehen die fünf Städte des Ruhrgebiets, in denen neben der Hauptstadt Berlin die Wettbewerbe der Weltspiele der Universitäten ausgetragen werden: Bochum, Duisburg, Essen, Hagen und Mülheim an der Ruhr. So präsentiert die gemeinsame Ausstellung des Ruhr Museums und des Hauses der Geschichte NRW ein beeindruckendes Panorama der Vielfalt des Sports an Rhein und Ruhr in Geschichte und Gegenwart. (Bild: © Regionalverband Ruhr / Ruhr Games, Foto: Ilkay Karakurt)
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Warum fo­to­gra­fiert man Blumen? Fotografien von Xiaole Ju

Ruhr Museum

Der Fotograf Xiaole Ju setzt sich mit dem Wachsen und Blühen auf Straßen, in Wohngebieten und auf Industriearealen auseinander und schafft in seinen zurückhaltenden Schwarz-Weiß-Bildern vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Bei seinen Streifzügen durch das Ruhrgebiet hat sich der in China geborene Fotograf Xiaole Ju auf das konzentriert, was auf Straßen, in Wohngebieten sowie auf Industrieanlagen wächst und blüht. So lassen sich die abgebildeten Blumenarten grundsätzlich erkennen: Von Rosen und Schmetterlingsflieder über Goldruten und Gänseblümchen bis hin zu Narzissen hat Xiaole Ju die Blütenpracht eingefangen. Die Umgebungen bleiben hingegen unspezifisch: sie wirken gewöhnlich. „Die Orte, die ich fotografiere, sind nicht spektakulär – aber sie zeigen den ‚Vibe‘ der Region Ruhrgebiet“, sagt Xiaole Ju und ergänzt: „Als Künstler interessiert mich, was meine Bilder beim Betrachtenden auslösen.“ Xiaole Ju wurde 1986 in Kunming (Provinz Yunnan), China, geboren. 2009 machte er seinen Bachelor in Grafikdesign am Beijing Institute of Fashion Technology. Am 1. Januar 2014 reiste er nach Deutschland, um sich hier für ein Studium der Fotografie zu bewerben, und konnte sich im Oktober 2014 an der Folkwang Universität der Künste einschreiben. Dort machte er 2019 seinen Bachelor und 2023 mit der Arbeit „Warum fotografiert man Blumen?“ seinen Master in Photography Studies and Practice. Seither ist er als freier Fotograf künstlerischer Projekte tätig und beschäftigt sich mit Kameratechnik. Aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet – Pixelprojekt auf Zollverein Wie der Fotograf das Besondere im Alltäglichen festgehalten hat, zeigt die neue Ausstellung „Warum fotografiert man Blumen?“ auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. Die Schau im Rundeindicker der Kohlenwäsche gehört zur Reihe „Aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet. Pixelprojekt auf Zollverein“. Die Ausstellungsserie zeigt seit November 2021 zeitgenössische Positionen und Ruhrgebietsthemen, die von einer Fach-Jury ausgewählt werden. Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Museums Folkwang, der Folkwang Universität der Künste, des Ruhr Museums, des Pixelprojekt_Ruhrgebiet, des Historischen Archivs Krupp sowie der Stiftung Zollverein. Mit der Reihe vereinen die Stiftung Zollverein und das Pixelprojekt_Ruhrgebiet in Kooperation mit dem Ruhr Museum ihre Fotokompetenzen und geben junger zeitgenössischen Fotografie eine Plattform. Das Pixelprojekt_Ruhrgebiet wurde 2002 vom Fotografen Peter Liedtke entwickelt und 2003 auf Initiative von damals 26 freien Fotograf:innen gegründet. Es ist ein nicht kommerzielles Projekt, das hervorragende fotografische Serien zu einzelnen Aspekten der Region Ruhrgebiet sammelt, strukturiert und auf einer Internetseite sichtbar macht. Über die neu aufgenommenen Serien entscheidet eine Jury. Die mehr als 10.000 Bilder der Sammlung widmen sich Themen wie Ökologie, Soziales, Kultur, Stadt, Wohnen, Sport, dem wirtschaftlichen Wandel und vor allem den Menschen in der Region Ruhrgebiet. Eine Ausstellung der Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Pixelprojekt_Ruhrgebiet und dem Ruhr Museum. Gefördert durch die RAG-Stiftung und die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V.
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Faszination Zollverein. Fotografien von Thomas Stachelhaus

Ruhr Museum

Von der modernsten Steinkohlenzeche der Welt und der leistungsfähigsten Zentralkokerei Europas zum eindrucksvollen Industriedenkmal: Der renommierte Fotograf Thomas Stachelhaus fängt in der Ausstellung die Unverwechselbarkeit des UNESCO-Welterbes ein. In 65 großformatigen Fotografien verdeutlicht er den Wandel von einem Ort der Industrie hin zu einem Zentrum für Kunst, Kultur, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. Die Fotografien zeigen starke Kontraste: Original erhaltene Übertageanlagen, in denen einst Kohle gefördert und Koks gebacken wurde, stehen modernen Neubauten gegenüber, die heute unter anderem Start-up-Büros, Kunst-Ateliers und Tanzschulen beherbergen. Ob bei Tag oder Nacht, in Schwarz-Weiß oder in Farbe – jedes Bild erzählt die Geschichte dieses lebendigen Industriedenkmals auf seine eigene Weise. Und das an einem besonderen Ort: Die Ausstellung findet in der Mischanlage der Kokerei Zollverein statt, einer authentischen Location, die selbst Teil der Industriegeschichte ist. Die Räume schaffen eine einzigartige Atmosphäre, in der Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen – die Besucher:innen erleben Industriegeschichte genau dort, wo sie tatsächlich geschrieben wurde. Thomas Stachelhaus, 1959 in Bochum geboren, arbeitet als freischaffender Fotograf für verschiedene Verlage und Unternehmen. Im Alter von 15 Jahren entfachte sein Großvater seine Liebe zur Fotografie. Nach einer klassischen Fotografenlehre folgte ein Studium in Foto-Film Design mit den Schwerpunkten Bildjournalismus und Architekturfotografie an der Fachhochschule in Dortmund. Im Rahmen des Studiums lernte er die Künstlerfamilie „The Kelly Family“ kennen, die ihm gestattete, sie mit der Kamera dokumentarisch zu begleiten. Zahlreiche Publikationen in diversen Printmedien zeugen von der äußerst intensiven Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet war und bis heute andauert. So begleitet er z.B. Joey Kelly weltweit auf nahezu sämtlichen Extrem Sport oder Abenteuer Events. Heute ist Thomas Stachelhaus Auftragnehmer zahlreicher Organisationen und Konzerne. Eine Ausstellung der Stiftung Zollverein in Kooperation mit dem Ruhr Museum. Gefördert durch die RAG-Stiftung
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Paula Rego - The Personal and The Political

Museum Folkwang

Die Bilder Paula Regos (1935–2022) besitzen eine Sprengkraft, die nur wenigen Künstler:innen zu eigen ist. In ihrer Wahlheimat England zählt Rego zu den Größen der figurativen Malerei wie Lucian Freud oder David Hockney. In ihrem Heimatland Portugal hat sie mit ihrer schonungslosen Kunst die politische Realität verändert. Anhand von rund 120 Werken zeichnet die Ausstellung die künstlerische Entwicklung Regos seit ihrem Studium an der Londoner Slade School in den 1950er-Jahren nach. Im Fokus stehen die Werkreihen, in denen sich die intimsten persönlichen Erlebnisse während des künstlerischen Prozesses in Bilder kollektiver Erfahrung verwandeln. Sie berühren sensible Themen wie politische und sexualisierte Gewalt und setzen diesen Selbstbestimmtheit, Gemeinschaft und Zuneigung entgegen. Medium der Wahl ist früh das Papier. Ergänzt wird die Werkauswahl um ausgewählte Gemälde und Beispiele der Puppen, die Rego in den 2000er-Jahren für ihre Kompositionen herstellt. Die Ausstellung ist die zweite Retrospektive der Künstlerin in einem deutschen Museum. (Bild: Paula Rego; Love, 1995; Privatsammlung, © Estate of Paula Rego. Courtesy Estate of Paula Rego and Victoria Miro)
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21 x 21 - Die RuhrKunstMuseen auf dem Hügel

Museum Folkwang

Zum ersten Mal vereinen sich die 21 RuhrKunstMuseen zu einer gemeinsamen Ausstellung in der Villa Hügel in Essen. Werke moderner und zeitgenössischer Kunst aus den Sammlungen der 21 Museen treten in Themenräumen in Dialog miteinander. Künstlerische Impulse aus dem Ruhrgebiet erscheinen im Licht internationaler Entwicklungen der jüngeren Kunstgeschichte. Hauptwerke aus den beteiligten Sammlungen treffen auf verborgene Schätze und bieten Gelegenheit für vielfältige Entdeckungen. Das Verbindende und Spezifische der einzelnen Sammlungsprofile tritt in Erscheinung und entfaltet ein Panorama der einzigartigen Museumslandschaft im Ruhrgebiet. Von Witten bis Oberhausen, von Duisburg bis Hagen, von Bottrop bis Herne – das heißt auch: von Paula Modersohn-Becker bis Gerhard Richter, von Rosemarie Trockel bis Emil Schumacher, von Josef Albers bis Ibrahim Mahama. 21 × 21 bietet in der beeindruckenden Kulisse der Villa Hügel eine einzigartige Reise durch die Sammlungen der RuhrKunstMuseen.
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Frau in Blau - Oskar Kokoschka und Alma Mahler

Museum Folkwang

Im Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts verliebt sich der junge Maler Oskar Kokoschka in Alma Mahler, bekannte Salonnière der Wiener Gesellschaft und Witwe des Komponisten Gustav Mahler. Die obsessive Liebe, die Oskar Kokoschka innerhalb kürzester Zeit für Alma Mahler entwickelt, findet Ausdruck in Gemälden, Zeichnungen, Fächern und einem Wandbild. Den Höhepunkt dieser kreativen Besessenheit erreicht er um 1919, als er nach dem Vorbild Alma Mahlers von der Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgroße Puppe anfertigen lässt. Frau in Blau (1919) war das erste Gemälde, welches die Puppe zum Thema hat und einen Wendepunkt in Kokoschkas Malweise ankündigt. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren werden in einer Ausstellung Kokoschkas von Alma Mahler inspirierte Werke vereint. Dieser Zyklus ist Zeitzeugnis und expressionistisches Hauptwerk zugleich, er zeigt die Dramatik der Liebesbeziehung und erzählt von ihrem Nachhall. Die Ausstellung ist Teil des Kooperationsprojekts Doppelbildnisse – Alma Mahler-Werfel im Spiegel der Wiener Moderne. Samstags und sonntags, 12 – 17 Uhr „OSKAR KOKOSCHKA IST MIR ABHANDEN GEKOMMEN…“ Ciceroni in der Ausstellung FRAU IN BLAU In den genannten Zeitfenstern stehen unsere Vermittler:innen für alle Fragen rund um die Ausstellung bereit. (Oskar Kokoschka: Frau in Blau, 1919; © Fondation Oskar Kokoschka / VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Staatsgalerie Stuttgart)
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Richard Siegal - Lunar Cycle

Museum Folkwang

Lunar Cycle ist die neueste und bislang ambitionierteste Produktion des renommierten US-amerikanischen Choreografen Richard Siegal für ein Museum. Das interdisziplinäre Projekt vereint Tanz, Musik und bildende Kunst zu einer einmonatigen performativen Installation. Lunar Cycle erkundet über den Zeitraum eines Mondphasenzyklus die menschliche Bewegung als Reaktion auf den Klimawandel und verwebt Geodaten schmelzender Polkappen mit Performance, Licht und Projektionen, Sound und Live-Musik zu einer meditativen und multisensorischen Erfahrung. Auf 1.400 Quadratmetern lädt die immersive und performative Rauminstallation zur Reflektion über die Auswirkungen menschlichen Handelns auf unsere Umwelt und deren Rückwirkung ein. Die Choreografie wird durch internationale Tänzer:innen aus dem Ballet of Difference, dem Folkwang Tanzstudio der Folkwang Universität der Künste sowie eine große Anzahl von Freiwilligen aufgeführt. Die Klangwelten von Lunar Cycle entfalten sich in Live-Konzerten des Ensemble Musikfabrik aus Köln sowie einer quadrophonen Soundinstallation von Kurt „Pyrolator“ Dahlke. Eine Produktion von Richard Siegal in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, der Folkwang Universität der Künste, dem Folkwang Tanzstudio, dem Ballet of Difference und dem Ensemble Musikfabrik 24-STUNDEN-ÖFFNUNG vom Fr, 14. März, 18 Uhr bis Sa, 15. März, 18 Uhr Danach gelten folgende SONDERÖFFNUNGSZEITEN Do und Fr 10–20 Uhr Sa und So 10–18 Uhr Mo, Di und Mi geschlossen
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6 ½ Wochen - Krystel Geerts

Museum Folkwang

Ein großes Tor lädt zum Durchschreiten ein, eine Replik des Tores liegt in drei Teilen am Boden. Weiß schimmernde, zaunartige Elemente hängen an der Wand, verformte Ziegeln sind zu fragilen Mauerfragmenten aufgeschichtet. Es ist eine Welt der Transformation, des Übergangs und des Umbruchs. Die Werke der niederländischen Künstlerin Krystel Geerts (*1993, Deventer) verbindet eine Ungreifbarkeit der Oberflächen und der Materialität. Brüchig und offen erscheinen sie wie verschwommene Erinnerungen an barocke Architekturen. Nicht zuletzt, weil der Prozess ihrer Entstehung den Werken eingeschrieben ist. Für La Chimera schuf Geerts ein massives Tor aus Ton und benutzte ihre bloßen Hände sowie eigens gefertigte Werkzeuge, um einen „flow“ im Material zu erzeugen. Auch Fingerabdrücke sind zu sehen. Immer wieder warf sie Tonscheiben an den nassen, am Ende 700 Kilo schweren Tonkoloss, die daran haften blieben. Prachtvoll, ornamental und doch aufgelöst und porös ist La Chimera ein Dokument seiner Entstehung und zugleich seine Negation. Denn Geerts hat La Chimera I in Polyester und La Chimera II in Acrylharz vom Original abgeformt. Das massive Tor aus Ton hingegen existiert nicht mehr. Die Abformungen bewahren zwar die Anmutung des Tores, sind aber ausgehöhlt und kulissenhaft leicht. „Building of a Memory“ ist die erste Einzelausstellung von Krystel Geerts außerhalb der Niederlande. Ihre Werke sind inspiriert von Architekturabbildungen, die sie im Internet findet. Aus der Erinnerung entstehen schließlich die Entwürfe für ihre Arbeiten, dabei überlagern und vermischen sich die Bilder von ganz unterschiedlichen Orten und führen zum Eindruck einer sinnestäuschenden Ungreifbarkeit. Geerts kommentiert auf diese Weise verschiedene Illusionstechniken in der Kunst- und Architekturgeschichte, allen voran des Barock, und bezieht sie auf die Gegenwart. Denn Schein und Sein klaffen in den digitalen Welten immer mehr auseinander: Gefälschte oder manipulierte Bilder, Videos und Nachrichten kursieren nahezu gleichberechtigt mit echten Informationen. Erfahrbar bleibt bei Geerts die unbestimmte Wahrnehmung einer fragmentierten Welt. Krystel Geerts (*1993, Deventer) hat an der AKI Academy of Art & Design in Enschede und der Royal Academy of Fine Arts in Gent studiert. Aktuell hat sie eine Residenz an der Rijksakademie Amsterdam. Ihre Werke wurden unter anderem in Gruppenausstellungen gezeigt in der Saatchi Gallery London, 2024; dem Museum De Fundatie, Zwolle, 2023; der C-mine Genk, 2024 und der Galerie Tegenboschvanvreden, Amsterdam, 2024. Der Eintritt ist frei. (Bild: Krystel Geerts: La Chimera I, 2023; Polyester, steelconstruction / Stahlkonstruktion, 272 x 150 x 195 cm; © Courtesy of the artist, Foto: Kai Behrendt, Wiebke Meischner)
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Photography Masters

Museum Folkwang

Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Abschlussarbeiten aus dem Masterstudiengang Photography Studies & Practice der Folkwang Universität der Künste. Nico Kleemann, Marie Lansing, Franca Maisha Oettli, Rebecca Racine Ramershoven, Martin Ruckert und Silvia Y. Tam zeigen Werke, die ein breites Spektrum aktueller künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Fotografischen versammeln. Nico Kleemann setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit der Fotografie als technisch erzeugtes Medium und dem damit verbundenen Verständnis von Realität und Fiktion auseinander. Darin folgt er einer Reihe von Künstler:innen, die die Eigenschaften des Mediums vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen mit den Mitteln der Fotografie selbst befragen. In Marie Lansings Arbeiten verbinden sich Fotografie und Objekt zum fertigen Werk. Dabei führt sie durch Material- und Medienwechsel vor, wie sich funktionale, ästhetische und bildnerische Aspekte eines fotografischen Bildes je nach Verwendungskontext in ihren Prioritäten verschieben. Die Funktion ihres Ausgangsbildes, ein Glasnegativ, tritt zwar in den Hintergrund der künstlerisch-ästhetischen Betrachtung, aber verliert sich nicht in Gänze. Franca Maisha Oettlis langfristig angelegte Untersuchung des Nutzgartens ihrer Familie wurde von ihr für den Ausstellungsraum als Zeitung aufgearbeitet. In diesem Format wird nicht nur ein relevanter Aspekt der Fotografie – ihre wechselseitige Beziehung zum Text – mit Händen greifbar, sie lotet zudem die Balance zwischen berichtender Abbildung und autonomem Bild aus. Als bildende Künstlerin verhandelt Rebecca Racine Ramershoven in ihren Arbeiten mit den Medien Fotografie, Bewegtbild sowie Objekten, Fragen zu race-bezogener Repräsentation, soziokulturelle Fragen und Möglichkeiten. In ihren konzeptuellen Ansätzen spielen die Beschäftigung und Integration politischer und historischer Zusammenhänge eine immense Rolle. BLACK is BLUE is GOLD berührt die gelebte Gleichzeitigkeit – das Hin- und Hergerissensein – zwischen dem Weinen (CRY) und dem Jubel (REJOICE) im Leben von Schwarzen Menschen und People of Colour. Martin Ruckert widmet sich dem analogen Prozess der Fotografie, indem er den Produktionsraum selbst – die Dunkelkammer – thematisiert. Seine Bilder oszillieren zwischen Handwerk, alchemistischer Wunderkammer und Arbeitsraum. Sie sind gleichzeitig Abbildungen und Produkt dieses Ortes und visualisieren die oft unsichtbaren Produktionsbedingungen, die hinter dem selbstverständlich erscheinenden fotografischen Bild stehen. Silvia Y. Tam nähert sich der Autonomie des Bildes von einer anderen Seite. Vom magischen Realismus in der Literatur beeinflusst, verdichtet sie Bilder und Bildbeziehungen zu einem Teppich aus Assoziationen und Referenzen. In der Fotoserie Dogra Magra steht „das Moment des Zögerns“ im Mittelpunkt – ein Innehalten zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen, das die Betrachter:innen in Unsicherheit versetzt. Die Ausstellungsreihe Photography Masters im Museum Folkwang ist eine Plattform für junge Künstler:innen, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Für die Absolvent:innen der Folkwang Universität der Künste ist es eine Möglichkeit, im institutionellen Rahmen auf ihre künstlerischen Arbeiten aufmerksam zu machen und sie einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Für die Besucher:innen bietet sich die Möglichkeit, aktuelle künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Medium Fotografie kennenzulernen. Die beteiligten Künstler:innen haben ihr Master Studium an Folkwang Universität der Künste im September 2024 erfolgreich abgeschlossen. Eine vierköpfige Jury hat während der Abschlussausstellung Folkwang Finale die aus ihrer Sicht sechs besten Master-Abschlüsse ausgewählt. Die Jury bestand aus Dr. Inke Arns, der Direktorin des HMKV Hartware MedienKunstVereins, Prof. Elke Seeger, Lehrstuhl Fotografie & Konzeption, Folkwang Universität der Künste, Thomas Seelig, Leiter der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang, und Francisco Vogel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Theorie und Geschichte der Fotografie, Folkwang Universität der Künste. Seitens der Folkwang Universität der Künste wird das Projekt von Prof. Elke Seeger und Francisco Vogel begleitet. Die Ausstellung wird ermöglicht dank der Unterstützung des Folkwang-Museumsverein e. V., der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwang Universität der Künste und des Ehepaars Johanna und Mark Steinbach. Der Eintritt ist frei. (Bild: Martin Ruckert: Ohne Titel (Baryt 2.57), 2024; Silbergelantineabzug, 30 x 40 cm; © Martin Ruckert)

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